Ergebnis 1 bis 1 von 1

Thema: [Reisebericht] Κρήτη | Kreta 2018

  1. #1
    Cenosillicaphobiker

    Moderator

    Avatar von Fhynn
    Registriert seit
    Jul 2013
    Beiträge
    9.261
    ngb:news Artikel
    5

    [Reisebericht] Κρήτη | Kreta 2018

    Irgendwann Anfang des Jahres bin ich zufällig beim stöbern auf ein ziemlich nettes Angebot von ITS gestoßen. 444€ pro Person für eine Woche Kreta, Halbpension, mit Flug von Frankfurt am Main während der Ferienzeit – top! Buchbar war es zu dem Preis letztlich natürlich nicht, aber der Aufpreis war zu verkraften. Letztlich belief es sich auf ca. 535€ pro Person, wo man echt nichts sagen kann.

    Los ging es mit dem Auto von Dortmund aus nach Frankfurt, der Abflug war für 04:55 Uhr angesetzt – mit Condor. Es wäre auch Rail & Fly möglich gewesen, allerdings hätten wir dann einen unverhältnismäßig langen Aufenthalt am Airport gehabt. Parken kann man ganz gut in Eschborn auf dem Aeroparkplatz, kostet für 7 Tage um die 50€ inkl. Shuttle zum Flughafen.

    Seit Monaten häuften sich die Horrorberichte über Condor, gerade in Bezug auf Flüge die von Subunternehmen übernommen werden und von zahlreichen Verspätungen und Ausfällen, alles basierend auf der Air Berlin Pleite. Fazit vorab: der angenehmste Flug bisher mit Abstand. Boarding war zwar etwas später aber wir sind mehr oder minder pünktlich los (10 Minuten sind beim fliegen imho keine Verspätung), ich habe dieses mal keine Sitzplätze reserviert für teuer Geld sondern einfach beim Online Check-In den Algorithmus entscheiden lassen – Fensterplatz in der Reihe war frei, schön zur Sonnenaufgangsseite, der wirklich bildhübsch anzusehen war. Die Familie mit Kleinkind wurde aus der Reihe hinter uns in die erste Reihe gesetzt, also kann ich ohne das jemand rumheult den Sitz nach hinten machen. Gut, im TV lief Spongebob, das ist jetzt nicht sonderlich geil, aber hey.Die Abfertigung in FFM selbst lief auch mega schnell, Sicherheitskontrolle war flott etc. – es war mein erster Flug von Frankfurt, sonst eigentlich Düsseldorf oder Köln/Bonn.

    Der Pilot hat 2:40 Stunden Flug bist Chania eingeplant, von da geht es dann mit dem Transferbus in die Stadt Georgopolis ins Corissia Beach Hotel. Wir sind pünktlich gelandet, Wetter war jetzt kein Schlag ins Gesicht, aber es war ja in Deutschland auch schon nicht kalt. Mit dem Bus ging es dann 15 Meter über das Rollfeld. Der Flughafen ist sehr übersichtlich und da unser Flug mit einer der ersten war, war auch keinerlei Chaos vorhanden. Ganz anders als in Heraklion letztes Jahr.

    Koffer kamen beide an und das auch ebenfalls relativ flott. Also schön mit Gepäck den Schildern wo dick EXIT draufsteht gefolgt. Sofort die Dame entdeckt, welche unseren Reiseveranstalter vertritt und uns die Busnummer besorgt. Ab Richtung Ausgang, rechts rum zum Parkplatz und die 35 suchen. Ein normaler Reisebus … für nicht mal 10 Leute. Na dann. Angegebene Transferzeit waren so 45 Minuten inklusive Wechsel der Georgioupoli Fahrer in einen anderen Bus.

    Der Busfahrer fuhr noch „normal“, in dem kleinen Bully, in welchen wir dann umgestiegen sind, war der Fahrer ein waschechter Kretaner. Ich weiß nicht wem hier das Autofahren auf Kreta bzw. In Griechenland geläufig ist, aber: Verkehrsregeln werden hier sehr frei interpretiert. Geschwindigkeitsbegrenzungen, durchgezogene Linien, Schilder, auf einer zweispurigen Autobahn in Dritter Reihe überholen trotz Gegenverkehr – alles kein Problem. Handy dabei natürlich in der Hand. Sagen wir so, es wird nicht umsonst überall gewitzelt, dass die Verkehrsschilder nur Empfehlungen sind, aber keine Vorschrift.

    Als wir dann angekommen sind, genau das was wir erwartet haben: Zimmer sind erst um 14 Uhr bezugsfertig. Tjo, wir hatten aber gerade mal kurz vor 11. Also Koffer am Empfang stehen gelassen und erst mal im Hotel was frühstücken gewesen, war glücklicherweise kein Problem.

    Danach dann ein wenig durch den Ort, Richtung River Turtle und auch zum Dorfplatz, am Hafen gewesen, halt schon mal ein wenig geguckt. Waren dann gegen 13 Uhr zurück am Hotel, bisschen gewartet noch und dann mittels Golfcaddy zum Zimmer gefahren worden. Für die 10 Meter war das reichlich überflüssig aber na ja. Zimmer abseits der Hauptgebäude. Der Hotelkomplex ist im Grunde … es gibt das Beach, die günstigste Kategorie mit 3 Sternen. Es gibt das Princess, welches am Strand liegt mit 4 Sternen und das recht neue Harmony, welches auch Zimmer mit privatem Outdoorpool hat und Adults only ist. Gegessen wird aber im Park, Buffet und nur Halbpension. Jedenfalls hat diese örtliche Kette noch ein paar andere Gebäude im Ort, wo vermutlich so Spartouristen wie wir hinkommen :D ebenerdig mit kleinem Tisch und zwei Stühlen vor dem Eingang, ansonsten sehr spartanisch. Sauber aber alt. Kleiner TV, ein Boxspringbett mit 2x90, zwei Nachttische, ein großer Spiegel, Kleiderschrank, Safe gegen Bezahlung (mit Schlüssel, 2€ pro Tag), Wanne mit Dusche. Und ein Kühlschrank sowie Klimaanlage/Heizung. Im Grunde also alles was man so braucht. Nicht mehr alles ganz frisch und in die Jahre gekommen, aber nicht zum weglaufen. You get what you pay for!

    Sind dann nach Zimmerbezug erst mal etwas ratzen, war doch etwas anstrengend. Später dann noch mal durchs Dorf, gucken welche Bar was anbietet und dann zur Rooftop Bar vom Princess. Cocktail Therapy = jeden Tag einen Special Cocktail für nur 5€ und zusätzlich eine Happy Hour von ich meine 19:30 bis 23:00 Uhr, wo jeder Cocktail 6€ kostet. Die waren auch nicht schlecht, keine exotischen Sachen, aber verwendet wurden ausnahmslos Markenprodukte und nicht der 5€ Rum aus dem Discounter. In der Rooftop Bar des Princess hatte man uns irgendwie ins Herz geschlossen und es gab zu jedem Bier ungefragt auch einen Raki, schon ab dem ersten Bier. Apropro Bier und Preise - die Griechen werden mittlerweile mit 24% Märchensteuer gequält. Das günstigste Bier, 0.5l der Marke Mythos, habe ich in einem kleineren Café eher mit Fokus auf Verkauf von regionalen Produkten gesehen - 2,80€. Im Hotel: 4,50€ pro 0.5l. In den umliegenden Bars zwischen 3-4€ für Mythos. Mythos ist so das Krombacher der Griechen und mit die populärste Biermarke, schmeckt jetzt nicht wirklich besonders. Ansonsten verbreitet ist noch Fix Hellas, gehört aber wie Mythos auch zu Carlsberg und Alfa, welches zu Heineken gehört. So richtig griechisch ist da also nichts mehr von, aber was soll's!









    Gegessen wurde dann abends im Hotel, nichts besonderes, aber essbar. Sind früh ins Bett und haben direkt am nächsten Morgen gegen halb fünf einen intensiven Strandspaziergang in völliger Dunkelheit gemacht. Sehr cool! Dann frühstücken im Hotel bzw. vorher eben frisch machen und dann auf's Mietauto warten. Gebucht war ein A3 Cabrio, aber wir wissen ja: das sind nur Kategorien. Geworden ist es ein weißes VW Golf TSI Cabrio ohne jegliche Features. Gut das ich meine Anker SoundCore dabei hatte. Sind dann zum Kournas Lake und haben versucht den zu umrunden – geht leider nicht, also sind wir von beiden Seiten einfach soweit wie es ging gelaufen. Danach wollten wir in der Taverna Babis was futtern, welche in Kournas liegt. Das sah aber sehr geschlossen aus. Sind dann weiter zur Green Oasis, weil es da Wasserfälle geben sollte. Sagen wir so, da waren wohl die Fotografen vom Miniaturwunderland am Werke. Eigentlich ist das eine Wasserquelle bzw. rund 10 Wasserquellen, wo die umliegenden Tavernen ihre Forellen drin züchten. Das Wasser ist Quellwasser und demnach auch trinkbar. Auf den Fotos sah es halt alles wesentlich größer, grüner, beeindruckender aus.





    Wir haben allerdings eine Passage nach oben gefunden und sind die einfach mal hochgekraxelt. Hat sich mega gelohnt! Gelandet sind wir nach vielen, vielen Stufen im Dorf Argyroupolis, wo wir einiges an Zeit verbracht haben. Da gab es einfach unzählige nette Gassen, man hat immer wieder was neues entdeckt, sei es Bauruine oder kunstvolle Türen, Gärten oder auch nur wahnsinnige Katzen, die in 6 Metern über dem Boden auf einem Fensterbrett herumtigerten und ständig überlegten ob sie jetzt springen oder nicht. Danach waren wir noch an einer alten Grabstätte. Der Tag endete mit ca. 22km zurückgelegtem Fußweg, kein ganz schlechter Anfang.







    Am nächsten Morgen ging es dann ruhiger weiter, Frühstück und dann mit dem Auto in Richtung Süden. Ziel war das alte Preveli Kloster – kann man sich für die 3€ Eintritt ruhig mal angucken, selbst wenn man mit Kirche nichts am Hut hat. Diese ausgestellte Prunksucht ist schon enorm, wen man sich mal überlegt was man alles hätte machen können mit der Kohle, welche in diesen ganzen Kitsch gesteckt wurde. Aber nun ja, so ist das. Ich hatte viel Spaß mit einer jungen schwarzen Katze ;)



    Vom Kloster ging es dann weiter zum Palmenstrand Preveli. Parkplatz 2€ und das hat dann auch den Ehrgeiz geweckt. 400 Stufen runter über eine eher schlecht instandgehalte Treppe mit viel Geröll, aber es hat sich gelohnt. Sehr schöne Aussicht, schöner Strand und ein hämisches lächeln für all die Menschen in Flipflops. Gut, die Sneaker waren jetzt auch nicht die beste Idee, aber besser als Flipflops. Unten angekommen eine kurze Pause in der Taverne ohne was zu konsumieren und dann mal Richtung Palm Garden. Sind dann in der Schlucht soweit es gesundheitlich vertretbar war ohne richtiges Schuhwerk bevor wir uns dann auf den Rückweg gemacht haben – 400 Stufen wieder rauf, uff - bei voller Mittagshitze, super Idee, wirklich. Sind dann noch weiter nach Plakias, was essen und etwas durch den Ort bummeln, aber war doch sehr touristisch und wurde dann nicht weiter verfolgt. Abend ausklingen lassen in den Bars der Stadt.





    Mitten in der Nacht werde ich dann wach, mir ist arschkalt, meine Stirn glüht. Im Zimmer waren angenehme 20+°, Klimaanlage war nicht an. Die dicke Winterdecke aus dem Schrank geholt, mich hingelegt und schnell wieder aufgesprungen. Den Rest der Nacht habe ich mit meinem neuen Freund, der heiligen Porzellanschüssel im Arm, verbracht. Irgendwann war der Magen dann leer, an Schlaf war trotzdem nicht zu denken. Warm, kalt, warm, kalt. Der Urlaubstag war demnach natürlich gelaufen. Ich habe zwar noch versucht mich um 16:30 zum Pub zu quälen für das Dortmund Spiel, habe aber nach 45 Minuten völlig am Ende abgebrochen und bin irgendwie wieder ins Hotel gekrabbelt. Am nächsten morgen ging es mir wieder blendend :unknown:

    Sonntag haben wir dann eben das eigentlich für Samstag geplante Programm nachgeholt und sind mit dem Auto nach Chania gefahren. Haben da schön den gesamten Vormittag verbracht, intensiv den Hafen erkundet und fast alle Gassen der Altstadt gesehen. Sehr, sehr schöne Stadt aber spart euch die Markthallen, was eine Enttäuschung. Die zwei Kreuzfahrtschiffe haben dazu auch noch ohne Ende Touristen in die Stadt geschwemmt, so das es für einen Sonntag in der Nebensaison bzw. Zum Saisonende doch sehr voll war. Von Chania aus sind wir dann weiter zu Elafonisi, einem der angeblich schönsten Strände auf Kreta neben Balos und noch einem. Kann sein, aber die Lichtverhältnisse waren so bescheiden das dieser Strand nur wie jeder andere wirkte… okay, ein großer Unterschied zu denen bei uns im Ort: er war voll wie Sau. Ganz kurz kam die Überlegung auf, ob wir bis zum Sonnenuntergang warten, allerdings wären das noch 4 Stunden gewesen. Sind dann lieber über die Berge und kreuz und quer zurückgefahren.













    Am Montag hat es dann meinen Mann erwischt, so ein Pech aber auch. Auch er das volle Programm Magen-Darm, machste nix. Waren aber trotzdem noch eine schöne Strecke wandern, die Route habe ich aus dem Reiseführer des Michael Müller Verlages. Den kann ich nur empfehlen, habe auch den kleinen von Marco Polo, aber der vom Michael Müller Verlag ist wirklich mega ausführlich und bietet unfassbar viele Tipps und Hinweise. Mehr ging an dem Tag aber auch nicht, die Wanderung war eigentlich schon massiv grenzwertig. Abends fing es dann noch an zu regnen, wodurch ich mir auch einen weiteren Strandspaziergang gesteckt habe. Dann halt mit Buch im Bett und überlegen wie man den letzten Tag verbringt. Geplant war eigentlich noch Loutro - eine Autofreie Stadt, wo man ein paar Kilometer hinwandern muss oder Rethymno oder auch was in der Nähe, gibt ja genug Optionen.







    Dienstag ging es meinem Mann dann auch wieder besser, aber bei dem ziemlich miesen Wetter haben wir gesagt: Okay, wir fahren noch mal in den Süden, da ist das Wetter ja meist besser. Pustekuchen, leider nicht. Uns hat es dann nach Aradena verschlagen. Das ist ein mittlerweile verlassenes Bergdorf, bekannt für seine Brücke über die Aradena-Schlucht. Die Schlucht selber wollten wir nicht laufen, die ist was für geübte Wanderer (und bei Regen wird von Schluchtwanderungen eh abgeraten, die Samaria-Schlucht ist z.B. regelmäßig bei Regen gesperrt wegen des ganzen runterkullernden Gerölls), aber die alten Bauruinen, der alte Friedhof und ganz wichtig die Brücke waren interessant genug um unsere Aufmerksamkeit etwas zu fesseln. Die Brücke wird in der Hochsaison zum Bungee-Jumping genutzt und ist angeblich die 2. höchste Bungee-Brücke in Europa.







    Auf dem Rückweg, immer noch bei Regen, haben wir dann an dem Startpunkt für die Wanderung nach Loutro gehalten – bei dem Wetter war das aber einfach keine Option. Letztlich haben wir dann das Auto weggebracht, die Koffer gepackt und haben uns hingelegt.

    Der Wecker ging pünktlich um 05:00 Uhr - duschen, Reste zusammenpacken, zum kleinen Frühaufsteherfrühstück und dann auf den Transferbus warten. Auch beim Rückflug lief wieder alles Ideal! Check-In am Schalter, Gepäckaufgabe ging schnell, Sicherheitskontrolle war etwas intensiver weil ich zu faul war den Gürtel abzulegen :uglyngb:, Boarding war pünktlich, die Condor-Crew war mega gut gelaunt. Der Flieger nicht ganz voll, war der letzte der dieses Jahr von Chania nach FFM ging. Knappe drei Stunden, in FFM dann unsere Koffer mit in der ersten Rutsche, der Transfer zum Parkplatz funktionierte auch problemlos und die Rückfahrt war im Grunde auch okay, bisschen viel zäher Verkehr, aber wirklich gestanden haben wir nicht.

    Mein Kretabedarf ist jetzt allerdings erst mal gedeckt. Ich hab jetzt im groben die ganze Insel gesehen und das reicht mir - ich denke, für nächstes Jahr fasse ich mal wieder was spanisches ins Auge oder was ganz anderes.
    Für diesen Beitrag bedanken sich LadyRavenous, Pleitgengeier, Cybergreek, War-10-ck
    Geändert von Fhynn (23.04.19 um 05:48 Uhr) Grund: Bilder wieder eingefügt

    Ich wurde so geboren, Ich werde so bleiben bis ich sterb,
    Ich wurde so geboren, Antifaschist für immer, für immer



Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •