Was macht man, wenn man fünf Tage Urlaub genehmigt bekommen hat? Richtig! Man googled wild, checkt TripAdvisor, Holidaycheck und Booking.com, stellt fest das es sich einfach nicht lohnt für fünf Tage ans Mittelmeer zu fahren und guckt sich dann in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden um.

Letztlich fiel von meiner Seite aus die Wahl sofort auf Zandvoort und sagen wir so, der Vorschlag stieß auf Gegenliebe. Da mal wieder alles sehr kurzfristig war und zudem noch in vielen Bundesländern Sommerferien sind, war es nicht ganz so einfach ein Quartier zu finden welches mir gefiel. Ich hatte das Beachhouse Zandvoort im Auge, sehr schön gelegen weil etwas außerhalb, mit schöner nähe zum Naturschutzgebiet. War nur für mein Zeitfenster absolut nicht zu bezahlen. Hatte mich da aber schon halb festgebissen und wollte dann wenigstens was vergleichbares. Hat nicht so ganz funktioniert, aber gut. Die Wahl fiel letztlich auf das nh Hotel Zandvoort. Ein ziemlicher Klotz, vier holländische Sterne, Frühstück, direkt am Strand, aber schon eher am Rand.

Danach kam nur noch das Beachhouse, eine Residence, das Naturschutzgebiet und das nächste Dorf. Die berühmte Rennstrecke lag allerdings genau gegenüber, die Lärmbelästigung hielt sich aber total im Rahmen.

Fahrt war sehr entspannt, wie immer bisher eigentlich. Sind montags morgens früh los, haben ca. 3 Stunden gebraucht ohne Pause. Waren demnach gegen 11.15 Uhr im Ort bzw. Am Hotel. Check-in war aber erst um 15 Uhr, also Auto abgestellt für 10,30€ auf einem öffentlichen Parkplatz gegenüber vom Hotel und schon mal zu Fuß ein wenig was erkundet. Geguckt wo der Bahnhof ist und wie die Züge nach Amsterdam fahren plus schauen wie die Preise so sind. Bisschen durch die Fußgängerzone geschlendert und auch durch Wohngebiete. Halt einfach mal einen Eindruck verschaffen.







Gegen 14 Uhr waren wir wieder im hotel und wollten mal sehen ob wir doch schon ins Zimmer können. Die Dame von der Rezeption hat unsere Buchung erst nicht gefunden, erste mal wo ich keinen ausgedruckten Voucher dabei hatte, seufz. Booking App eben geladen für die Nummer. Okay. Kreditkarte vorlegen für das obligatorische blocken vom Rechnungsbetrag, der war schon irgendwie höher als gebucht aber nicht so viel bei gedacht. Schlüssel in Form von Magnetkarte bekommen und ab in den dritten Stock (von sechs oder so). Zimmer wollte sich erst mal nicht öffnen, hm. Mitarbeiter war glücklicherweise in der Nähe, okay, ein wenig sanfte Gewalt und die Tür geht auch auf. Sah auf dem Flur schon alles eher nicht nach vier Sterne aus, viele Holzzierleisten als Fußleiste bestachen durch mangelnde Haftung zur Wand.

Im Zimmer dann ein Zustellbett – eh? Das war aber nicht gebucht. Blick aus dem Fenster – Uh, Meerblick, das haben wir aber auch nicht gebucht, weil 100€ teurer. Gut, halber Meerblick, Rest Parkplatz und Wohnhaus, aber immerhin. Egal. Klimaanlage an, ausräumen… klingelte das Telefon auf dem Zimmer. Keine Ahnung was die da unten gemacht hat mit der booking Nummer, aber wir haben das falsche Zimmer bekommen. Durften es aber behalten, Zustellbett wurde entfernt und gut war. Zimmer Recht groß, Matratzen eher hart wie ich es eh lieber mag, leider mit Teppich ausgelegt… der sah auch eher mies aus. Davon ab war es aber total okay, für 75€ pro Person weiß ich nicht ob ich es noch mal buchen würde, andererseits kriegt man in den beliebten Orten halt kaum was anderes wenn man wenigstens ein paar Annehmlichkeiten haben möchte.









Nach dem Zimmer beziehen sind wir dann auch runter zum Strand, bisschen Füße ins Wasser und mal die Beachclubdichte abchecken. Gegessen haben wir dann auch in einem der Clubs, haben uns da aber ein wenig vom Ambiente täuschen lassen bzw. Waren aus Noordwijk eine viel höhere Qualität gewohnt. Das Medium bestellte Steak war eher Marke welldone, die Muscheln okay aber recht sandig. Biertechnisch gibt es in allen Clubs wo wir waren (immerhin um die zehn Stück) Amstel, Heineken und gruseliger weise Veltins oder Warsteiner. Regionales gab es gar nicht, bisschen belgisches Bier, Duvel, Grimbergen, aber nichts interessantes. Dafür interessante Preise. Selbst im Selbstbedienungsclub ist man nicht unter 4,50€ pro Halbliter gekommen.
Den Abend haben wir in der Hotelbar ausklingen lassen und für uns dann festgelegt das wir es gar nicht mehr auf deutsch probieren sondern direkt voll auf Englisch wechseln. Ab dann klappte es mit dem bestellen auch besser



Am nächsten Morgen sind wir dann nach dem Frühstück (Brötchen und Brot können die Niederländer einfach nicht. Ich habe mich dann fröhlich durch Croissants mit diversen Schokoaufstrichen gefressen, bis dann irgendwann mal Ciabatta Brötchen auftauchten, die waren gut!)

Badehandtücher raus und den mitgebrachten Werbesonnenschirm der Kronen Brauerei Dortmund aufgestellt. Hach. Ab und an mal ins Wasser – 30° hatte es da auch locker, entsprechend aufgeheizt war auch die Nordsee. Strand selbst sehr sauber und da wir eher abseits vom Trubel lagen war es auch nicht übermäßig voll. Haben dann noch einen längeren Strandspaziergang gemacht, kamen zurück und eine Truppe von vier Jugendlichen mühte sich ziemlich ab, zwei Sonnenschutzteile einer grünen niederländischen Brauerei aufzubauen. War sehr amüsant. Nicht so amüsant war dann deren Bluetooth Musikbox, die ich partout nicht übernehmen konnte – sie haben die schlimmsten Ballermann Hits gehört die es so gibt.







Wir sind dann umgeschwenkt auf Innenstadtbummel, Beachclubs und später auf die Hotelbar.

Am nächsten Morgen früh raus und nach dem Frühstück in den Zug nach Amsterdam gesetzt. Tagesticket kostet für zwei ca. 24€, Fahrt dauert ungefähr eine halbe Stunde.











Wir sind in Amsterdam einfach viel, viel rumgelaufen. Haben diverse Sachen besichtigt, waren aber in keinem Museum oder so, da war einfach keine Zeit für. Sind dann gegen frühen Nachmittag in die Foodhallen und haben uns so richtig viel gutes Zeug gegönnt. Wahnsinn wie viele Kilometer man laufen kann und man hat trotzdem das Gefühl man hat nichts gesehen. Also in der Stadt kann man sicher ein paar Tage verbringen ohne das einem langweilig wird.

Nächsten Morgen gab es noch mal einen ausgedehnten Spaziergang, auch schön im Naturschutzgebiet. Ist schon ziemlich geil so von der Landschaft mit den Dünen etc.

Für den Abend hatte ich im „de meerpaal“ einen Tisch reserviert, die standen bei TripAdvisor halt auf Platz eins. Völlig zurecht übrigens, wahnsinnig gute Fischplatte, da stimmte einfach alles, Beilagen täte etwas mehr Gemüse gut, aber Grünzeug lässt sich nicht so gut frittieren. Aber trotzdem uneingeschränkt empfehlenswert.

Am nächsten morgen früh raus und dann auch zurück über Venlo (Umweg, ja, aber Kaffeevorräte mussten mal wieder aufgefüllt werden), bisschen Stau, aber ging eigentlich.
Definitiv beides Empfehlenswert, würde ich glatt noch mal hinfahren. Wobei ich allgemein wohl überall an die niederländische Nordseeküste fahren würde wo wenigstens ein wenig Infrastruktur vorhanden ist, eigentlich macht man da nie was verkehrt - kilometerlange, saubere Strände, eine Esskultur zum abgewöhnen , höfliche Menschen und so riesig ist das Land ja jetzt nicht, Tagesausflug nach Amsterdam/Rotterdam/etc. geht eigentlich immer, egal wo man sich aufhält.

Fotos Foodhallen Amsterdam + de Meerpaal Zandvoort: https://ngb.to/p890430
Fotos anderes Essen: https://ngb.to/p890428