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Thema: [Reisebericht] Norddeich und Norderney

  1. #1
    Nein.

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    Avatar von Fhynn
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    [Reisebericht] Norddeich und Norderney

    Da NRW dieses Jahr eine Woche Pfingstferien spendiert bekommen hat – warum auch immer – und mein spontaner Urlaubsantrag auch durch ging, ging es nach checken des Kontostands und betrachten der To-do-Liste für Tätigkeiten im Häusle nur noch darum wo man am ehesten 3 Nächte verbringt.

    In der näheren Auswahl standen die niederländische Nordseeküste, die ostfriesische Nordseeküste und die Ostsee. Zandvoort war leider schon total überbucht bzw. die noch vorhandenen Unterkünfte waren nicht so ganz mein Fall.
    Ostsee war mir letztlich zu viel gegurke – also mal geguckt was Norddeich so hat. War zwar auch schon sehr gut ausgebucht, aber haben da noch was gefunden. Norddeich, weil ich da als Kind schon mal war, sie eine Seehundstation haben und es eine Fährverbindung nach Norderney gibt.

    Dienstagmorgen ging es gegen 10 Uhr los mit dem Auto, eine kleine Pause in Emden für Kaffee (und Kuchen!) und nach ungefähr dreieinhalb Stunden waren wir dann da. Gebucht hatten wir das Hotel „Sonne am Meer“ mit Frühstück. Check-In war problemlos gegen 14 Uhr. Zimmer Top! Richtig geräumig, große Dusche, elektrische Rollladen, Sitzgelegenheiten, Minibar (geleert und eigenes Bier rein), Balkon. Vernünftiger Schrank und alles sauber, keine schimmeligen Fugen, Fenster im Bad. Parkplatz ist unentgeltlich.
    Sind dann erst mal zum Strand geschlendert. Gut, meine Erinnerung ist 20 Jahre alt, aber ui. Sehr viel Beton, wird aber stetig besser umso weiter man sich nach links orientiert. Sind dann da halt rumgeschlendert, Wetter war super aber der Wind ist bei 26° halt doch schon sehr kalt. Gerade abends. Es gibt viele kleinere Klamottenläden hier, da fand sich schnell ein flauschiger Pullover für mich. Unterwegs geguckt wo kann man wohl gut essen gehen (wo ist viel los), wo kriegt man Souvenirkitsch (ich sammle Magneten), wo gibt’s abends noch ein Bierchen.













    Erste Stopp zum Essen abends war im Diekster – Fischhuus, gelegen an der Hauptstraße Richtung Norden. Vorab gab es für mich Lachs auf Toast, der Kerl hatte eine cremige Krabbensuppe. Beides super. Danach Labskaus und Rotbarschfilet. Sehr genial danach: der Kellner bringt kommentarlos zwei Pinnchen und eine Flasche Ouzo sowie eine Flasche Genever. Da kann man dann erst mal ein paar Absacker kippen.

    Danach Kamera geschnappt und den Sonnenuntergang am Strand fotografiert. So richtige Eyecatcher hatten wir an dem Tag noch nicht entdeckt.



    Die Suche nach lebenserhaltenden Maßnahmen – Biergarten etc. – war leider nicht erfolgreich. Um 22:00 Uhr ist hier in der Woche tote Hose. Oder wir haben falsch gesucht.

    Geschlafen haben wir super, die Matratzen mal keine durchgelegene weiche Geschichte, sondern gut hart. Frühstücksbuffet am nächsten morgen wie man es sich wünscht. Verschiedene Brötchen und Brot, Aufschnitt und Käse, Früchte, Müsli, Marmelade, Gemüse, Fisch… sie hatten auch Mett! War alles frisch und lecker.

    Danach ging es Richtung Seehundstation. Die machen um 10:00 Uhr auf, um 11:00 ist die Fütterung. Das Ganze lebt von den Eintrittsgeldern, wird nicht staatlich gefördert. Und die decken auch Teile der niederländischen und dänischen Küste ab! In der kleinen Ausstellung finden sich Informationen zum entstehen der Station, Infos zur Population der Seehunde, Gefahren für die Tiere – in erster Linie natürlich der Mensch. Sie haben konservierte Organe ausgestellt, Beispiele wie Tiere an Plastiktüten elendig verenden (Darmverschluss) oder in Fischernetzen landen und sich dort verfangen. Die Fütterung ist ohne Show, einer der Mitarbeiter erklärt dabei was sie genau machen, worauf man achten sollte, wenn man ein junges Tier findet ohne Muttertier etc., also alles eher auf den Schutz der Tiere ausgelegt. Sie haben zwei Dauergäste in der Station – ein Seehund mit einer körperlichen Behinderung, der in freier Wildbahn nicht überlebensfähig wäre und einen, der zu sehr an Menschen gewöhnt wurde und über keinerlei Jagdinstinkt verfügt.





    Nach dem Besuch der Station und ein wenig im Park schlendern ging es zu einem Fahrradverleih. Wir haben uns dann mal zwei Schummelräder geliehen und sind über den Deich nach Greetsiel gefahren. Das sind je nach Strecke so 20-25km (Oneway) bei sehr gutem Wind. Da ich privat maximal zur Arbeit mit dem Rad fahre oder eben zwei Kilometer zum einkaufen, war der Motor schon ganz nett. Unterwegs einen kleinen Stopp in einem Landgasthof, dort aber nur was getrunken. Veltins im hohen Norden finde ich als Biersorte trotzdem befremdlich.

    In Greetsiel viel geschlendert, was gegessen (ging so, sehr touristisch) und bei der angeblich besten Eisdiele in der Region was für auf die Hand geholt. War auch wirklich ein super Eis – besser als jedes andere in der Region was wir probiert hatten. Von den Häusern und dem kleinen Hafen mit den Schiffchen aber echt nett. Zurück nur Gegenwind, aber war ja kein Problem. Ungefähr 60km geradelt, Kosten pro Bike 20€.



    Abends noch mal essen gewesen, Rösti mit Lachs und gemischter Fisch, war auch nicht so toll. Größter Fail war aber der Tequila Sunrise für 6,50€ - im Kölschglas! 0,2l! Frechheit.

    Am nächsten morgen nach dem Frühstück ging es dann zum Hafen, die Fähre erwischen. Eigentlich gilt noch der Frühjahrsplan, durch das gute Wetter gab es aber noch weitere Abfahrtszeiten. Haben für zwei Leute grob 40€ bezahlt hin- uns zurück mit Kurtaxe. Die Überfahrt dauert zwischen 45-55 Minuten. Haben oben gesessen, bisschen frisch nur im Shirt bei dem Wind, aber ging.

    Angekommen erst mal in die Stadt gelaufen. Dort durch diverse Läden gebummelt, Kaffee getrunken, Souvenirkitsch gekauft und dann zum Strand. Das Wasser war jetzt Temperaturtechnisch nicht ganz so badetauglich, aber für Füße rein hat es gereicht. Sind dann einfach viel am Strand lang, Muscheln sammeln, Möwen beobachten und an jeder Strandbar mal „Moin, zwei Bier bitte“ geäußert. Unterwegs ein Backfisch im Brötchen und ein Krabbenbrötchen durfte natürlich nicht fehlen. Gegen 16:20 sind wir dann zurück.











    In Norddeich dann noch mal geschlendert und was zu Abend gegessen, keine Ahnung wie das Lokal bei TripAdvisor so viele gute Bewertungen bekommen hat. Die waren doch alle gekauft. Danach schon am Strand die Sonne auf auf den Körper scheinen lassen, noch einen Biergarten gefunden und einen sehr netten Aussichtspunkt – Kamera lag aber natürlich im Hotel.











    Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter, unser Hotel war wirklich spitze und durch die zwei Fährverbindungen nach Norderney und Juist sowie die Option sich überall Räder mieten zu können kann man hier echt genug unternehmen. Gibt auch so einiges an Museen hier in der näheren Umgebung und für Kids gibt es auch einiges, neben dem Meer auch noch das Ocean Wave, die Seehundstation, ein großer Spielplatz am Strand mit riesiger Hüpfburg (die allerdings nicht ganz billig war), Beachvolleyballfeld, Drachenwiese (Drachen steigen lassen geht da wirklich sehr gut) etc.

    Ich würde noch mal hinfahren. Man ist schnell da und das Örtchen ist ganz angenehm, auch wenn die Strandpromenade etwas sehr Betonlastig ist (und ich diese typischen Beachclubs vermisse, die gab es aber auf Norderney).
    Rückfahrt war dann auch unstressig, kurze Verzögerung, aber nichts gravierendes. Hatten zwischendurch noch mal eben in Norden angehalten und die zwei antiken Windmühlen fotografiert und um 14:00 Uhr waren wir wieder @home.





    PS: Alles Handyfotos. Die Möwe hat mir schriftlich mittels Schiss bescheinigt das ich sie fotografieren kann und wenn eine Möwe das kann, gilt das für den Rest auch! Sorry Seehunde, Raupen und Menschen die durchs Bild gelatscht sind: Selbst Schuld.

    Wir sind zurück in unserer Stadt, Mit 2 Promille durch die Nachbarschaft.
    Wir, wir sind unzertrennbar - Wir, wir sind unverkennbar - Wir setzen uns 'n Denkmal


  2. #2
    kucheninspektor Avatar von infofilter
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    Re: [Reisebericht] Norddeich und Norderney

    sehr, sehr, sehr hat mich die nennung des hotels und zimmerbeschreibung gefreut. auch im urlaub gibt es für mich wenig wichtigeres als die qualität der nächtlichen lagerstätte.
    hier sind alle drei wichtigen punkte vorhanden: qualität der matratze, sauberkeit allgemein und im speziellen sauberkeit und zugänglichkeit des bades. aus irgendwelchen gründen fehlt das bei vielen urlaubsbeschreibungen. ebenso für campingplätze kann ich mir vorstellen, daß zustand der naßräume und allgemeine ordnung/ ruhe wichtige faktoren der auswahl sind.

    special thanks. man kann ja leider nur einmal drücken
    Für diesen Beitrag bedankt sich Fhynn
    buten un binnen
    wagen un winnen

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