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Thema: Unterrichtsfach Wertekunde für Flüchtlingskinder

  1. #26

    Re: Unterrichtsfach Wertekunde für Flüchtlingskinder

    Naja, wie entstehen denn Werte und Normen? Doch weniger durch Benimmunterricht, sondern durch die Gesellschaft. Durch das Verhalten von Eltern, Lehrer, Nachbarn, Menschen im Supermarkt. Durch Gesetze und Strafen, Filme, Vorbilder, Geschichte.

    Kinder lernen schnell, auch die Regeln einer Gesellschaft. Bei Erwachsenen wird es schwieriger. Daher glaube ich nicht, dass ein Werteunterricht so viel bringen würde.

    Edith: Das, was War10ck sagt
    Geändert von Dieter85 (09.05.18 um 08:57 Uhr)
    "Tyranny is not terrifying; what is really scary is submission, silence, and even praise for tyranny." - Liu Xiaobo

  2. #27
    Mitglied

    (Threadstarter)

    Avatar von ElPolloDelDiablo
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    Re: Unterrichtsfach Wertekunde für Flüchtlingskinder

    Zitat Zitat von theSplit Beitrag anzeigen
    Wenn sollte es für alle gelten, das schrieb ich recht deutlich, ansonsten wird stigmatisiert und man schafft nur (Rand)gruppen, wie du selbst sagst.
    Das hatte ich also richtig verstanden.

    Zitat Zitat von theSplit Beitrag anzeigen
    Im Grunde geht es mir ja, und das würde ich dem Bildungssystem schon zutrauen, "mir" gerade um den Gedanken, das frühe Integration von "jungen Kindern und heranwachsenden Jugendlichen" zum Großteil in der Schulzeit passieren könnte - und das wäre wohl eine wichtige Zeit, aber dann muß man alle Parteien an den Tisch holen.
    Generell zu sagen, das schafft unser System nicht, halte ich für eine banale Entschuldigung es nicht zu versuchen.
    Wir haben ein sehr schlechtes Bildungssystem. Experimente an Kindern halte ich daher für verantwortungslos, und wenn es um so etwas banales wie die Vermittlung von Werten geht.

  3. #28
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Unterrichtsfach Wertekunde für Flüchtlingskinder

    Unser Bildungssystem ist nicht so schlecht.
    Das Problem ist eher, dass es langsam veraltet.
    Man hat mmn. die Füße zu lange hochgelegt.
    Die Welt dreht sich weiter, wer still steht, fällt zurück.

    Das sind die alten Forderungen, die wir auch vor der "kriese" hatten:
    Mehr Geld für Schulen und Bildung.
    Für diesen Beitrag bedankt sich alter_Bekannter
    Elitär, bourgeois und amoralisch

  4. #29
    Mitglied Avatar von Amixor33
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    Re: Unterrichtsfach Wertekunde für Flüchtlingskinder

    Die Grundidee ist ja nicht schlecht, aber viel zu kurz gedacht.

    Speziell für "Flüchtlingskinder" sind entsprechende Deutschkurse von Nöten um sie erst am Gesellschaftsleben teilnehmen zu lassen. Wer die Sprache nicht versteht, tut sich schwer sich in den Alltag zu integrieren und alles was darauf aufbaut.

    Das Problem bei einer sogenannten Wertekunde ist doch analog zur viel diskuttierten Leitkultur - man kann sie nicht wirklich greifen oder definieren und als solche gibt es sie auch nicht wirklich.

    Wo wir aber sicherlich ein Defizit haben, ist die sogenannte Diskussionskultur - von daher wäre es doch wesentlich zielgerichteter ein von Noten gelöstes Fach zu kreiieren, dass dem klassischem Ethik-Fach am nähesten kommt und welches für sämtliche Schüler, unabhängig von der Konfession oder Herkunft verpflichtet ist.

    Es war meiner Meinung nach die beste Entscheidung in der Oberstufe Religion abbzuwählen und auf Ethik zu wechseln. Es war so viel umfassender, viel lebendiger und auch viel philosophischer wenn es um uralte Sachen von der Antike bis zur Gegenwart ging. Was dem alles gemein war, neben einem wesentlich größerem Allgemeinwissen - sind es doch alles verschiedene Lebens-, und Sinnentwürfe, verschiedene Menschenbilder und Ansichten und das lässt sich auch auf alle anderen Religionen ausweiten.

    Man muss Religionen nicht mögen - ich tu es absolut nicht^^ - aber man sollte schon grob wissen was sie ausmacht, was sie beinhaltet und erst dann versteht man sich auch besser. Wie will man denn Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennen lernen und Vorurteile überwinden, wenn jeder nur seine eigenen Sachen vermeintlich(!) kennt.

    Die Erziehung an und für sich kann und sollte die Schule nicht übernehmen, das ist Aufgabe des Elternhauses aber darüber hinaus kann sie dennoch Werte und Diskussionsbereitschaft und Fähigkeiten vermitteln, indem sie umfassend informiert und auch darüber reden lässt. Absolute und unverrückbare Wahrheiten ist hingegen - wenn es um ein solches Thema geht - sind nicht zweckdienlich.


    Was wir im Endeffekt bräuchten, ist auch keine Indoktrinierung sondern einen kritischen, selbstbewussten Menschen. Ich finde es auch zwingend notwendig und überfällig Kinder den Umgang mit den neuen Medien beizubringen. Das wäre für mich das Pflichtvideo in jeder Schulklasse: https://www.youtube.com/watch?v=f2bIHldsPy8


    Auch Geschichte muss greifbarer werden, nach dem zweiten Weltkrieg hört es doch meist auf, viele heutigen Konflikte könnten besser verstanden werden, wenn der Unterricht einfach weiter gehen würde. Auch der Umgang mit der NS-Vergangenheit sollte weniger verkrampft sein. Klar waren "wir" Täter, aber ebenso auch "Opfer" - ich finde man muss beides ansprechen und für beides sensibilisieren. Indem man da solche Sachen gezielt ausspäht, macht man die Türe sperrangelweit auf für rechte Verschwörungstheorien.

    Ich find die Bildung einfach träge, überholt und zum Teil auch feige.

    Das geht weiter in der Wirtschaft wo viel kritischer mit aktuellen Beispielen gearbeitet werden müsste, sowas ärgert mich auch z.B. an meinem Studium momentan. Aber ja, die "Wertekunde" allein ist nicht das Problem und ich fürchte lediglich, dass es gänzlich von der falschen Seite aufgezäumt wird.
    ... dann fangen wir halt nochmal von vorne an ...

  5. #30
    ♪♪♫♪♫♫♪ Avatar von KaPiTN
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    Re: Unterrichtsfach Wertekunde für Flüchtlingskinder

    Mein jüngster hat eine Syrer in der Klasse, keine 2 Jahre hier, aber spricht besser deutsch, als die hier geborenen "gehst Du Kino"- Kinder.

    Sprache kann man lernen.

    Andere Dinge nicht. Die muß man auch annehmen.

    Gestern war die Klasse im Naturkundemuseum. Da gab es eine professionelle Führung, u.a. ging es um Evolution.
    Da waren wohl 1 bis 2 MitschülerInnen etwas angefressen, erzählte mein Sohn. "Ey Alda, wat labbert der Typ denn da? Wie sollen die denn vor 30.000 Jahren ausgestorben sein, wenn die Erde erst 4.000 Jahre alt ist?"
    Für diesen Beitrag bedankt sich Chegwidden
    J'irai pisser sur votre bombes
    You can educate a fool, but you cannot make him think

  6. #31
    Feiner Herr Avatar von Ungesund
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    Re: Unterrichtsfach Wertekunde für Flüchtlingskinder

    Als ich noch die Schule besuchte (lang ists her) gab es da ein Fach mit Namen "Ethikunterricht", das alle nicht-christen besuchen "mussten".
    Da wurden sich u.A. die verschiedenen Weltreligionen angeschaut, deren Wertesystem untersucht, und viel diskutiert. Da bin ich heute noch glücklich drüber, hing aber wohl auch am Lehrer, der offenen, respektvollen Dialog als sehr wichtig empfand. Das kannte man so in der Richtung damals als Kind (12 /13 Jahre aufwärts), welches Frontalunterricht gewohnt war, noch gar nicht.
    War oftmals etwas chaotisch. Gerade als es um den Koran ging kann ich mich da an hitzige Diskussionen mit den muslimischen Kindern in der Klasse erinnern. Doch irgendwie kam man da oft zumindestens zu einem gegenseitigen Verständnis, auch wenn man selbst nicht so leben wollte wie der andere.

    Da habe ich einiges fürs Leben mitnehmen können. Klaro, der Großteil des Einflusses darauf dass man ein verträglicher Mensch wird, hängt vom sozialen Umfeld ab. Aber da gehört die Schule ja mit dazu. Ich denke ein Unterrichtsfach wie Ethik sollte generell eingeführt werden. Deren Inhalte sollen aber bitte nicht von den Unionsparteien festgelegt werden, sondern von Menschen die über etwas mehr Ahnung und vor allem Weitsicht / Weltoffenheit verfügen.

    Das ist nämlich der generelle Fehler von Religionsunterricht. Man bleibt da ja doch nur in seinem eigenen kleinen Weltbild verhaftet, was die Themen angeht. Über dessen Rand wird, wenn überhaupt, nur kurz geblickt. Ich denke das wäre bei Unions-verordnetem "Werteunterricht" nicht anders, was so ein Fach eher schädlich machen würde.
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