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Thema: Blöde Fragen zu FTTH

  1. #1
    Board-Paladin Avatar von Hector
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    Blöde Fragen zu FTTH

    Moin,

    im Herbst kriege ich FTTH in die Bude, das wird zurzeit in 2/3 der Stat verbuddelt. So auch bei mir vor der Hütte:

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    Nun habe ich einfach mal dumme Fragen, weil mich das Thema interessiert.

    1. Das sind ja viele einzelne Kabel... ich dachte immer das wäre ein fettes? Haben die verschiedenen Farben was zu bedeuten? (Ich will das blaue! )

    2. Wie ist das denn..."synchronisiert" sich Inet über dieses Medium genau wie DSL? Oder eher wie Kabel? (eeeewig lange).

    3. Im Betrieb. Bei DSL ist es ja so, dass, einmal synchronisiert, die Rate fix bleibt. Bei Kabel konnte sich das ja immer sekündlich ändern...es schwankte sehr. Wie ist das bei Glas?

    4. Wie ist denn so der Ping bei FTTH, auf Spiele bezogen? Mit Kabel hatte ich mal 8-9ms in Battlefield 3 erreicht, was sehr gut war. Mit VDSL2 ist es nun deutlich höher...

    Alles Kleinigkeiten, aber ich habe eben Vorfreude
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  2. #2
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    FTTC, FTTP, FTTB oder FTTH?

  3. #3
    Board-Paladin

    (Threadstarter)

    Avatar von Hector
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Wie oben mehrfach steht: FTTH.
    Die legen mir auch noch bis dahin eine Dose unter den Schreibtisch. Bis dahin geht es.
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  4. #4
    SYS64738

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    Avatar von thom53281
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Das baut aber nicht die Telekom, oder?

    Vermutlich sind das keine Kabel sondern Leerrohre (Speedpipe). Die Leerrohre sind in einem großen Verbund und je Haus wird dann ein Rohr abgeschnitten, ein Stück Rohr angemufft und zum Haus geführt. In das Leerrohr wird dann später das richtige Glasfaserkabel eingeblasen. Hat unter anderem den Vorteil, dass man die Kabel nur einmal vorne und hinten spleißen muss und z. B. bei einem Abriss einfach nur das Kabel austauschen muss.

    Für die restlichen Fragen ist es möglicherweise nicht unrelevant, wer das FTTH baut. Denn die verschiedenen Versorger bauen jeweils unterschiedlich. Die Telekom baut beispielsweise GPON (aber aufgrund der Rohrfarben ist das imho nicht Telekom), andere bauen beispielsweise auch Active Ethernet. Ich kann da aber höchstens noch Infos zur Telekom-Bauweise geben, aber auch nur das rudimentär.

  5. #5
    Board-Paladin

    (Threadstarter)

    Avatar von Hector
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Das bauen die Stadtwerke hier in Zusammenarbeit mit der Baugesellschaft, die 2/3 der Wohnhäuser hier besitzt. Ist für die eine Zukunftsinvestition. Brauchst du weitere Infos? Kann ich raussuchen, wenn du mir konkret nennst, was du brauchst

    Ja, ich habe gerade mal so ein Ding angerabbelt. Ultraleicht, sieht nach Leerrohr aus. Wird nur vor jedem Haus hier ein Loch gebuddelt und zw. den Häusern horizontal gebohrt bis zum nächsten Loch und die Dinger oben drin versenkt. Klingt also dann nach dem einblasen. GPON war doch das, was auch quasi am ehesten an das "Shared Medium" vom TV-Kabel kommt und eher nicht so toll ist?... kA ...die werben auf ihrer Homepage explizit damit, dass bei Ihnen mehrere Benutzer die Bandbreite nicht in den Keller treiben.

    (Deren Büro ist direkt ggü des Büros meiner Arbeit. Wenn die Scheiße bauen geh ich rüber und haue auf den Tisch Andererseits stellen die auch das Rechenzentrum, dass wir für unsere Systeme nutzen... ich weiss, wie die manchmal arbeiten..*argh*
    Geändert von Hector (03.05.18 um 19:45 Uhr)
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  6. #6
    SYS64738

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    Avatar von thom53281
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Naja, im Prinzip musst Du als ISP früher oder später mit dem Überbuchen anfangen. Das ist ganz normal und macht jeder ISP in einem gewissen Maße so. GPON ist halt insofern "shared", indem sich 32 Kunden einen Port am OLT teilen - sprich die Bandbreite von 2,5 GBit/s down und 1,25 GBit/s up. Der Überbuchungsfaktor ist damit noch deutlich geringer als z. B. in den meisten Kabelsegmenten. Im Onlinekosten-Forum ist schon der eine oder andere Telekom-Kunde aufgeschlagen, dessen Gigabit-GPON-Anschluss nicht dauerhaft die volle Bandbreite bringt. In allen Fällen lag es aber daran, dass der OLT sich noch auf der alten AGS-Plattform befindet und daher die Anbindung des OLT zu klein ist, nicht an GPON. Nach Migration auf die neue BNG-Plattform lag dann die volle Bandbreite an.

    Das tolle an GPON ist halt, dass die Bauweise ziemlich einfach ist. Bei allen anderen Bauweisen brauchst Du entweder Strom vor Ort oder deutlich größere Gf-Kabel (was in so einer Betriebsstelle dann schon ziemlich viel Holz wäre, würde man das 32-fache an Fasern plötzlich reinlegen, im Vergleich zu GPON). Zukünftig sind die Bandbreiten an den OLT-Ports auch sicher noch ausbaufähig. Wobei gerade ja auch nicht jedermann gleich den Gigabit-Anschluss bucht.

    Baut man nun z. B. Active Ethernet, ist das trotzdem irgendwo Shared, wenn auch nicht gleich offensichtlich. Es haben da nämlich auch alle Kunden eine Anbindung des örtlichen Switches mit einer bestimmten Bandbreite und die wird so ausgelegt, dass es möglichst für alle reicht. Die kann aber auch mal zu klein werden.

  7. #7

    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Ich hab hier in den Philippinen (Cebu-City) seit vergangenem Jahr auch FTTH - derzeit einen 100Mbit Anschluss für etwa 42EUR/Monat mit 1TB Inklusivvolumen. Ich könnte mir auch nen 1000Mbit holen mit 6TB, aber der kostet dann mit 150EUR einfach zuviel.

    Der Anschluss ist nur 1 "dünnes" etwa 5x1 mm dickes schwarzes Kabel, das aus 2 Teilen besteht - einem gut 1mm starken, stabilen Draht und daneben das Glasfaserkabel. Der Biegeradius beträgt etwa 10cm, sodass die Techniker überschüssiges Kabel in der Box unterbringen können. Von der Box gehts dann über ein anderes Kabel zum FTTH Router.

    Das schwarze Kabel wird hier freifliegend verlegt - verbuddelt wird hier ja so gut wie nichts. Das Kabel wird also an denselben Masten verlegt wie auch die Stromkabel usw. Vom Mast zu meiner Box sind es locker 50m, das Kabel hängt frei über die Strasse und ist den Naturgewalten frei ausgesetzt, seit jetzt über 1 Jahr und bisher NULL Ausfälle !
    Installation dauerete damals nur knapp ne Stunde - sollte das Kabel defekt gehen wird eben einfach ein neues gezogen - fertig.

    Der Netzausbau in Deutschland ist nur deshalb so LAHM und TEUER weil alles verbuddelt werden muss !

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  8. #8
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Zitat Zitat von Goetz-Expat Beitrag anzeigen
    das Kabel hängt frei über die Strasse und ist den Naturgewalten frei ausgesetzt, seit jetzt über 1 Jahr und bisher NULL Ausfälle!
    Krass. Bin jetzt auch seit über 1 Jahr verheiratet und seitdem habe ich NULL mal mit der Pfanne auf den Hinterkopf bekommen, soll heißen häusliche Gewalt wird bei uns niemals Thema sein!

    Zitat Zitat von Hector
    Wie ist das denn..."synchronisiert" sich Inet über dieses Medium genau wie DSL? Oder eher wie Kabel? (eeeewig lange).
    Warum ist das relevant? Normalerweise bekommst du eine IPv6 oder Dualstack (mein Tipp: Wenn's geht, buch' dir ne IPv4 mit, die werden langsam knapp) bzw DS-Lite, ein Reconnect ist eigentlich nicht mehr nötig außer bei Problemen.

    Die Synchronisation läuft bei FTTH etwas anders. Da hängt dann kein Modem, sondern ein ONT am Ende. Was das Ding macht ist, dich einfach per Glasfaser mit einem Ethernet-Netz zu verbinden. Ein Reconnect dauert da ein paar Minuten. Active Ethernet geht etwas schneller.

    3. Im Betrieb. Bei DSL ist es ja so, dass, einmal synchronisiert, die Rate fix bleibt. Bei Kabel konnte sich das ja immer sekündlich ändern...es schwankte sehr. Wie ist das bei Glas?
    Je nach Congestion, ist ja quasi Ethernet. Stell dir einfach einen Switch vor, an dem viele Leute hängen und der nur einen Uplink hat.

    4. Wie ist denn so der Ping bei FTTH, auf Spiele bezogen? Mit Kabel hatte ich mal 8-9ms in Battlefield 3 erreicht, was sehr gut war. Mit VDSL2 ist es nun deutlich höher...
    Glasfaser ist auch nicht viel schneller als Kupfer, die Krux sind die Zwischenstellen, die bei Glasfaser i.d.R. weniger sind. Was für einen Ping du hast können wir vorher aber nicht aus unserer Glaskugel lesen; wenn du mit Kabel allerdings schon 8-9ms hast könntest du auf einem Server sitzen und die Glasfaseranbindung würde ähnliche Pings bringen. Was halt wegfällt ist die Translation zwischen Ethernet/DSL/Ethernet…
    Für diesen Beitrag bedankt sich Hector

  9. #9

    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Zitat Zitat von Goetz-Expat Beitrag anzeigen
    Der Netzausbau in Deutschland ist nur deshalb so LAHM und TEUER weil alles verbuddelt werden muss !
    In meiner Gegend hängen die Strom und Telefonleitungen noch klassisch an Masten, damit wäre das Kabel leicht austauschbar, wenn es gewollt wäre.
    Das tut die Telekom aber nicht, deshalb ist die Mär mit den hohen Kosten für Tiefbauarbeiten auch unglaubwürdig. Der Monopolist möchte einfach sein Kupfernetz bis zum letzten ausquetschen und die Konkurrenz so lange wie möglich draussen halten.

  10. #10
    Bot #0384479 Avatar von BurnerR
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Oberleitungen könnten für Glasfaser vermutlich nur da verwendet werden, wo es mit Trenching auch recht simpel ist. Und 'ein kleiner Graben am Wegrand' ist sicherlich kostenschonender als eine Oberleitung.
    Klassischer Tiefbau ist sehr teuer, deswegen macht man teilweise Trenching, was aber wiederum für die Straßenbauämter(?) ganz schrecklich ist, weil die etablierten Normen nicht eingehalten werden und die bauliche Qualität hinterher nicht mehr die selbe ist.

    Wenn der Staat Glasfaser wirklich hätte voran bringen wollen, dann hätte er folgendes machen müssen:
    Verlegung von Leerrohren prinzipiell bei Baumaßnahmen, wo es sich anbietet, bzw. das den Glasfaser-Ausbauern ermöglichen. Bzw. Förderung von genau solchen Kombi-Maßnahmen.

    Telekom baut Glasfaser übrigens auch schon intensiv aus. VDSL ist ja afaik im wesentlichen FTTC.
    Schneller geht mit Kupfer immer nur wenn über eine kürzere Strecke.

    Anderes großes Problem war die Definition von Breitband als 50 Mbit (teilweise weniger). Das schafft man eben noch mit FTTC = VDSL = Telekom.
    Hätte man Breitband als 100 Mbit definiert hätten Ausschreibungen und Förderungen und Co. ganz anders ausgesehen. Oder eben direkt und explizit Glasfaser fördern, statt 'Breitband'.
    Geändert von BurnerR (04.05.18 um 12:48 Uhr)

  11. #11
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Irgendwer hier aus dem Forum wohnte glaub ich auf den Seychellen, oder so.
    Kannst ihn ja mal fragen, wie das Internet da vor Ort ist - eventuell weiß der mehr.
    Für diesen Beitrag bedanken sich BurnerR, phre4k
    Elitär, bourgeois und amoralisch

  12. #12
    Bot #0384479 Avatar von BurnerR
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Da fällt vor allem auf, dass Glasfaser Goetz über 40 Euro im Monat kostet, was hier ja locker einem dreistelligen Betrag entspräche, wenn man es in lokale Kaufkraftparität umrechnet.
    Von daher, selbst auf der Grundlage das auf den Philipinnen Lohnnebenkosten geringer sind und es weniger Standards und Regulierungen gibt, kann man da wohl kaum von günstig sprechen.

    Grundsätzlich bin ich ja ein Fan von koordinierter, standardisierter Langsamkeit, auch wenn es immer langsamer ist, als notwendig.
    Man muss ja auch sagen, dass wir mit FTTC schon sehr weit sind meines Wissens nach. Reale Engpässe in den kommenden 10-20 Jahren werden wir wahrscheinlich gut bewältigen.
    Schweden war uns auch vor 15 Jahren schon weit voraus was Bandbreite und Flatrate angeht, aber meinem Eindruck nach zumindest hat das dem Standort Deutschland nicht ernsthaft geschadet.

  13. #13
    ♪♪♫♪♫♫♪ Avatar von KaPiTN
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Er hat aber auch vom Netzausbau geschrieben, nicht von den Anschlußgebühren.

    Wobei langfristig die Wartung bei Oberleitung teurer sein könnte:

    Spoiler: 


    (Beispielbild)


    J'irai pisser sur votre bombes
    You can educate a fool, but you cannot make him think

  14. #14
    Bot #0384479 Avatar von BurnerR
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Ich bin in der Tat davon ausgegangen, dass es aneinander gekoppelt ist. Kann natürlich 100% Marketing / schlecht funktionierender Markt sein.
    Grad mal nachgeschaut, durchschnittliche Einkommen bezüglich lokaler Kaufkraftparität liegt verglichen mit Deutschland bei einem Fünftel. Man kann also argumentieren, dass der Preis in Deutschland grob 42*5 = 210 Euro entspricht.

  15. #15

    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Nö, das kostet 2499php - und das sind eben zur Zeit rund 40 Euro.
    KLar, für nen typischen Philippino ist das unerschwinglich, bei nem Mindestlohn von 350php pro Tag und der Arbeitstag hat locker 10 Stunden !
    Aber dann schweifen wir zu sehr ab....

  16. #16
    SYS64738

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    Avatar von thom53281
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Zitat Zitat von Dummkopf Beitrag anzeigen
    In meiner Gegend hängen die Strom und Telefonleitungen noch klassisch an Masten, damit wäre das Kabel leicht austauschbar, wenn es gewollt wäre.
    Das tut die Telekom aber nicht, deshalb ist die Mär mit den hohen Kosten für Tiefbauarbeiten auch unglaubwürdig. Der Monopolist möchte einfach sein Kupfernetz bis zum letzten ausquetschen und die Konkurrenz so lange wie möglich draussen halten.
    Oberirdisch hört sich ja nun eher nach kleinem Ort an. Wenn dort ein Breitbandausbau stattfindet, dann sehr wahrscheinlich nur mit Fördergeldern, weil nicht wirtschaftlich. Letztendlich beschließt aber dann die Gemeinde, auf welche Art und Weise der Ausbau stattfindet, also FTTH oder FTTC, da sie die Fördergelder genehmigt. Und natürlich auch wer den Ausbau durchführt, also Telekom oder ein anderer Carrier*. Manche Gemeinden leisten sich durchaus auch FTTH oberirdisch bzw. für abgelegenere Höfe wird das sogar ziemlich oft hier in Bayern mittlerweile gebaut (da so ein MSAN ja auch einiges an Strom braucht).

    Es ist also nicht so, dass das nicht gebaut wird, nur halt nicht so oft (was aber auch oft an der Gemeinde liegt, die wollen die Kabel langfristig im Boden, also nicht jetzt was neues aufhängen, was für immer bleibt). Problematisch ist auch mittlerweile ein Neuausbau oberirdisch geworden, da seit ein paar Jahren andere Vorgaben zum Bau einer OIL gelten, z. B. ein erhöhter Sicherheitsabstand (afaik >6m) zu Fahrbahnen auf denen >60km/h gefahren wird. Damit sind die Vorschriften so streng geworden, dass kaum mehr unproblematisch eine neue oberirdische Linie gebaut werden kann. Einzig die bestehenden Linien genießen Bestandsschutz.



    * Das Problem bei einem Carrierausbau ist dann wiederum, dass er seine Technik nicht für den Markt öffnen muss, zumindest solange er kein VDSL-Vectoring verwendet. Und wenn er sie für den Markt öffnet, dann kauft kaum ein Reseller irgendwelche Vorleistungsprodukte ein (bei irgendwelchen kleinen unbedeutenden Carriern). Zudem ist es in meinen Augen höchst fraglich, was so manche Carrier da abliefern. Ich mein, die meisten bauen auch FTTC und binden die Technik dann mit Glas oder Richtfunk an. Manch einer hat aber auch schon mehrere Technik-Standorte mit WLAN kaskadiert oder eine Richtfunkstrecke zu einem abgelegenen Bauernhof gebaut und mit einem VDSL-Anschluss von dort rückwärts seine Technik versorgt (was als sehr lächerlich zu betrachten ist). Oder gar so fragwürdige Sachen.

    Bezüglich noch des "Konkurrenz draußen halten wollen" bei der Telekom. Die Telekom kann zumindest einen Ausbau durch Carrier nicht verhindern und muss denen z. B. Zugang zum KVz gewähren, sofern sie an dem Schaltpunkt VDSL einspeisen wollen (es sei denn, er wäre schon mit VDSL-Vectoring erschlossen). Aber selbst da kann man's grundsätzlich nicht verhindern, denn der Carrier könnte ja auch ADSL2+ einspeisen. FTTH ist eigentlich gerade die Technik, die bei der Telekom am konkurrenzlosesten ist. Technisch kann man einem Carrier/Reseller durch GPON nur Zugang über Bitstream-Vorleistungsprodukte geben (also nicht z. B. Fasern vermieten) und diese Vorleistungsprodukte kauft zumindest nach derzeitigem Stand niemand ein (obwohl sie angeboten werden). Damit hat die Telekom bei FTTH derzeit zumindest ein Quasi-Monopol.

  17. #17
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    Bundes-Fördergelder gab es zumindest früher aber nur für den 'Breitbandausbau' der ja schon bei 50 Mbit down (afair, evtl niedriger) gegeben ist.
    Von daher kann sich die Kommune die Technologie nicht aussuchen, sie muss Breitband ausschreiben und der günstigste bekommt technologieunabhängig den Zuschlag.

    FTTH ist eigentlich gerade die Technik, die bei der Telekom am konkurrenzlosesten ist. Technisch kann man einem Carrier/Reseller durch GPON nur Zugang über Bitstream-Vorleistungsprodukte geben (also nicht z. B. Fasern vermieten) und diese Vorleistungsprodukte kauft zumindest nach derzeitigem Stand niemand ein (obwohl sie angeboten werden). Damit hat die Telekom bei FTTH derzeit zumindest ein Quasi-Monopol.
    Gilt ähnliches auch für FTTC? Oder welche Technologie kommt bis zum 'C' zum Einsatz?

  18. #18
    SYS64738

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    Avatar von thom53281
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    Re: Blöde Fragen zu FTTH

    FTTC

    Technisch gesehen ist es durchaus möglich, dass mehrere Anbieter einen KVz mit FTTC erschließen und dann VDSL einspeisen. Kommt auch ab und zu sogar vor, wenn auch eher selten. Erst bei VDSL mit Vectoring kann nur ein Einzelner VDSL am KVz einspeisen. Auf die Telekom bezogen hat dann tatsächlich die Telekom hier ein "Monopol", allerdings können andere Reseller Vorleistungsprodukte bei der Telekom einkaufen. Du kannst also z. B. auch bei 1&1 einen Anschluss bestellen und 1&1 mietet dann Port/Leitung bei der Telekom.

    Bei FTTH sieht das Ganze gerade anders aus. Dort kauft sich nämlich schlicht gerade niemand per Resale ein. Wenn Du also Telekom-FTTH im Keller liegen hast, kannst Du gerade nur über die Telekom einen Anschluss bestellen. Zumindest habe ich bislang keinen einzigen Anschluss mit Telekom-FTTH-Resale gesehen, obwohl entsprechende Vorleistungsprodukte von der Telekom angeboten werden.

    Zitat Zitat von BurnerR Beitrag anzeigen
    Bundes-Fördergelder gab es zumindest früher aber nur für den 'Breitbandausbau' der ja schon bei 50 Mbit down (afair, evtl niedriger) gegeben ist.
    Von daher kann sich die Kommune die Technologie nicht aussuchen, sie muss Breitband ausschreiben und der günstigste bekommt technologieunabhängig den Zuschlag.
    Afaik kann man durchaus auch andere Bandbreiten als die 50 MBit/s down ausschreiben. Zumindest habe ich schon solche Ausschreibungen gesehen, beispielsweise in der Form. Wenn man also 200 MBit/s ausschreiben würde, schließt man praktisch einen Ausbau mit FTTC aus (zumindest derzeit bis zur Einführung von Super-Vectoring).

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