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Thema: [Reisebericht] Myanmar

  1. #1
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    [Reisebericht] Myanmar

    Vorbereitung, Visum, Flug
    Hochsaison und Trockenzeit ist von November bis März. Entsprechend sind da auch die Hotelpreise am höchsten.

    Geflogen sind wir mit Thai. Der Flug ging über Nacht: FRA → HKT (Phuket) → Bangkok (BKK) → Yangon (RGN) für 670€. Alternativ könnte man noch irgendeiner arabsichen Gesellschaft fliegen. Allerdings gehen die Flüge wohl eher tagsüber, was nicht zu empfehlen ist, da man zuviel Zeit verliert. Direkte Flüge von Deutschland nach Yangon gibt's nicht.

    Den Visumsantrag gibt's hier, kostet 50€ und flattert nach 1-2 Stunden per E-Mail rein. Die Einreise ist damit problemlos.

    Beim Geld liest man die verschiedensten Sachen. Das geht damit los, dass man neue, unbeschädigte Dollar-Noten mitnehmen soll, um die vor Ort umzutauschen. Kann man machen, ist aber nicht nötig. Wir hatten zur Sicherheit 200 Euro einstecken, die wir aber nicht gebraucht haben. In den größeren Städten gibt's überall Geldautomaten. Und in Hotels kann man auch mit Kreditkarte zahlen. Genau wie in Thailand, Kuba, Amiland wird beim Abheben am Geldautomat noch eine Gebühr von ca. 4€ auf den Abhebebetrag aufgeschlagen. Beim Bezahlen der Hotelrechnungen kann es vorkommen, dass man mit Dollar etwas günstiger kommt als mit Kyat. Aber im Grunde genommen kann man alles mit Kyat bezahlen.

    Bei der Reiseroute ist man eingeschränkter als man denkt. Zwar öffnet sich das Land immer mehr. Aber als Familienurlaub mit beschränkter Reisedauer sind manche Ziele einfach nicht in realistischer Zeit oder finanziell angemessen zu schaffen. Wir wollten z.B. ins Mergui-Archipel im Süden des Landes. Der Flug hätte 2x300€ pro Person gekostet. Auf dem Land- und Wasserweg hätten wir ein paar Tage gebraucht. Also haben wir die minimale Standardreiseroute gewählt:

    Yangon -> [Zug] -> Mandalay -> [Schiff] -> Bagan -> [Flugzeug] -> Ngapali Beach -> [Flugzeug] -> Yangon

    Den Inle-See haben wir rausgelassen. Diverse Reportagen, die in Massen vor Reiseantritt im TV liefen, haben mich jetzt nicht so überzeugt. Und diversen Tripadvisorkommentaren konnte man entnehmen, dass die Fischer auf dem See auf die heranschippernden Touri-Boote warten, in Position gehen und gleich die Hände für den Empfang ihrer Provision aufhalten. Gefischt wird dann auf herkömmlichem Wege. Ist effizienter.

    Weitere gestrichene Ziele, die eventuell interessant gewesen wären:
    • Goldener Fels: Allerdings sollte man dort übernachten und vor allem hochwandern. Sonnenauf- und -untergang sollen sich lohnen. Als reinen Tagesausflug erlebt man sehr wahrscheinlich nur einen mit Touristen überfüllten, staubigen Berg.
    • Bago: Das Bedürfnis, Buddhas zu sehen, nimmt mit zunehmender Reisedauer in Myanmar recht massiv ab.
    • Goteik-Viadukt: Soll sich lohnen. Viele Touris fahren dazu 4 Stunden mit dem Zug von Mandalay in Richtung China, steigen an der Haltestelle nach dem Viadukt aus und fahren mit dem Bus zurück.


    Yangon - Shwedagon (Highlight)
    Für den ersten Aufenthalt in Yangon haben wir nur 2 Nächte/1 Tag eingeplant. Hauptziel zur Einstimmung war die Shwedagon-Pagode. Entsprechend haben wir das Lavender Hotel direkt neben der Pagode gebucht. Zum Hotel ging's mit dem Taxi. Taxifahren ist in Yagon ziemlich billig (6€ vom Flughafen, ca. 30 Minuten). Der ÖPNV beschränkt sich auf Busse, die man allerdings wegen des Sprachproblems im Grunde genommen nicht nutzen kann.

    Die Shwedagon-Pagode ist wohl die Hauptattraktion in Yangon, die man gesehen haben muss. Auf dem Dach des Lavender-Hotels gibt's eine Dachterrasse, von der man aus die wohl beste Sicht auf die Pagode hat, die man als Tourist in Yangon haben kann. Die Pagode selbst ist sehr beeindruckend - die Größe, die Menge an Gold, die vielen Details. Man kann sicher einen ganzen Tag dort verbringen. Wir waren nach einer anderthalben Stunde wieder draußen, auch weil unser Sohnemann (4 Jahre alt) keinen Bock mehr hatte. Es tritt auch da schon eine gewisse Sättigung an Buddha-Statuen ein. In der Nähe gibt's noch einen hübschen Park. Kann man ansehen, muss man aber nicht. Ein großes Problem rund um die Pagode ist die Essensversorgung. Es gibt haufenweise Stände mit einheimischem Straßenessen. Das reicht von durchaus lecker bis ziemlich eklig und unhygienisch. Für "durchaus lecker" muss man allerdings sehr viel suchen. Das Straßenessen ist nicht mit dem in Thailand zu vergleichen. Hat man den Park, die umliegenden Tempel und die Pagode besucht, kann man diesen Teil der Stadt als besucht abhaken. Zeitlich ist das alles an einem Tag mehr als bequem zu schaffen.

    Zug nach Mandalay
    Wir hatten den Übernacht-Zug nach Mandalay über 12go.asia gebucht. Das Problem bei Zugbuchungen in Myanmar ist, dass man das nicht bei der Bahngesellschaft online buchen kann. Also laufen die Mitarbeiter von 12go.asia los und kaufen die Tickets am Bahnhof. Als Kunde zahlt man dafür den vierfachen Preis (35€). Gebucht hatten wir Schlafwagen. Da eine Reisegesellschaft den ganzen Schlafwaggon buchte, bekamen wir nur Upper Class. Unterwegs zum Bahnhof kam grad der Papst vorbeigefahren. Für ein Selfie war er aber zu schnell.

    Die Sitze in der Upper Class sind sauber und bequem mit viel Beinfreiheit. Allerdings gibt's ein paar Punkte, die die Fahrt zum Horrortrip werden lassen. Während der ganzen Fahrt bleiben die Türen und die meisten Fenster geöffnet. Am Anfang weht ein angenehmes kühles Lüftchen durch den Waggon. In der Nacht wird's kalt und vor allem aber laut dadurch. Ein grelles weißes Licht bleibt die gesamte Nacht an. Das lockt Insekten an. Und da das noch nicht reicht, läuft bei jeder Haltestelle ein Trupp Verkäufer (Essen, Plastikmüll, alles mögliche) lautstark durch den Zug. Eigentlich wollten wir ausgeruht in Mandalay angekommen, so waren wir vollkommen platt. Von daher: Wenn man mit dem Zug über Nacht durch Myanmar reisen will, dann nur in der Schlafkabine.

    Mandalay
    Unsere Unterkunft war das Ayarwaddy River View Hotel. Das liegt im Gegensatz zu fast allen anderen Hotels direkt am Fluss. Nachteil ist die Entfernung zu den Restaurants, Vorteil ist einfach die Lage und die geniale Aussicht - sowohl auf den Fluss als auch auf die Stadt. Ich würde das Hotel wieder buchen. Zimmer in der obersten Etage sind zu bevorzugen. Ansonsten hat das Hotel einen Swimmingpool direkt an der Hauptverkehrsstraße. Das Wasser war erstaunlich kalt und der Lärm- und Abgaspegel zu hoch.

    Erster Tag: Mandalay Hill
    Am Ankunftstag sind wir zum Mandalay Hill gefahren. Da gibt's das "Largest Book of the World". Der Tempel ist schön, das Buch eher weniger spektakulär, da die Seiten eigentlich Steintafeln sind, die dann jeweils in einer kleinen Stuppa untergebracht sind. Anschließend sind wir auf den Berg hochgelaufen. Das war eigentlich richtig schön - sowohl der Weg als auch das Ziel. Im Gegensatz dazu kann man sich den benachbarten Königspalast eigentlich sparen. Da gibt's nicht wirklich viel zu sehen.

    Zweiter Tag: Mingun, Sagaing
    Der zweite Tag war dann unser Ausflug über den Fluss nach Mingun, von dort aus nach Sagaing bis zur U-Bein-Brücke mit Abschluss in der Mahamuni-Pagode. Dazu hatten wir uns ein Moped gemietet und sind motiviert zum Hafen gefahren. Dort ging dann die Diskussion los. Wir sollten das Moped am Hafen lassen, mit dem Schiff über den Fluss und von dort auch wieder mit dem Schiff zurückfahren. Die längere Diskussion mündete dann im Resultat, dass wir für 25€ eine private Fähre mieteten, die uns inklusive Moped über den Fluss schipperte. Das würde ich so wieder machen, da man halt mit dem Moped wesentlich flexibler ist. Mingun insgesamt war sehr lohnenswert. Die Fahrt nach Sagaing war ebenfalls schön, da man auch durch ein paar Dörfer kommt, die eben nichts mit Touristen zu tun haben. Natürlich war auch der Aufstieg auf den Sagaing Hill und der Ausblick von oben etwas besonderes. Die U-Bein-Brücke ist halt eine große Holzbrücke, die extrem touristische ausgeschlachtet wird. Die könnte man am ehesten von der Liste streichen. Der mit Gold beklebte Buddha in der Mahamuni-Pagode ist auch beeindruckend. Aber mehr als 5 min braucht man dort nicht. Vor allem sollte man kein Problem haben mit Menschenmassen, die sich durch den Tempel schieben. Für die Goldschläger waren wir leider zu spät.

    Ein paar Dinge noch zu dieser Tour
    Im Hotel wurde uns eine Mopedvermietung genannt. Dafür bekommen sie keine Provision. Um mit dem Moped durch die Rush Hour von Mandalay zu fahren, ist durchaus eine Herausforderung. Es ist laut, man muss extrem aufpassen und einfach im Verkehrsfluss mitschwimmen. Auch die Diskussion am Hafen war eine kleine Herausforderung. Trotzalledem war die Tour ein richtig schöner Tagesausflug, den wir mit Taxi oder anderen Verkehrsmitteln so nicht hätten schaffen können.

    Dritter Tag: Monywa (Highlight)
    22places diente uns recht gut zu Reisevorbereitung. Darin fanden wir auch den Tipp mit Monywa und die E-Mail (zawzaw21@gmail.com) eines Fahrers für diesen Ausflug. Will man dort per Bus/Bahn hin, sollte man sich mind. 2 Tage nehmen. Mit dem Privatfahrer ist das eine lange, aber sehr schöne Eintagestour. Reisebüros haben die Tour noch nicht entdeckt und kennen den Ort teilweise auch gar nicht. Monywa ist ca. 230 km von Mandalay entfernt. Dort findet man die Hpo-Win-Duang-Höhlen und gleich in der Nähe ein Tempelcanyon, der ein bisschen an Petra in Jordanien erinnert. In Monywa selbst steht der Tempel der 600000 Buddhas. In Wirklichkeit sind's nur 582.357 Buddhas. Wieder in Richtung Mandalay zurück steht der zweitgrößte Buddha der Welt, davor liegt noch ein riesiger Buddha. Gleich nebenan wird noch ein anderer überdimensionaler Buddha gebaut. Dieser Ausflug war in mehrerer Hinsicht eines der Highlights von Myanmar, die man entlang der Standardreiseroute gesehen haben muss. Es gab Höhlen mit Buddhas, überdimensionale Buddhas und den Tempel mit den meisten Buddhas. Dazu ist nichts touristisch überlaufen. Als spontanes kleines Highlight konnten wir unterwegs auch noch eine Gruppe von ca. 100 Kindern (Mönchsnovizen) beobachten, wie sie sich ihren Reis abgeholt haben. Monywa ist schwierig zu erreichen, aber lohnt definitiv einen Ausflug.

    Weiterreise nach Bagan mit dem Schiff
    Von Mandalay nach Bagan gibt es 3 Schifffahrtsgesellschaften, die sich je nach Wochentag abwechseln. Die Fahrt dauert ca. 10-14 Stunden und ist mal eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Verkehrsmitteln. Landschaftlich ist die Fahrt jedoch weniger spektakulär als man hoffen mag. Auf dem Schiff wird man mit Kaffee/Tee und Snacks versorgt (im Preis inbegriffen). Gebucht haben wir das Schiff noch von Deutschland aus über die Webseite.

    Bagan (Highlight)
    Bagan besteht aus Hunderten von Tempeln, die im gesamten Areal zwischen New Bagan, Old Bagan und Nyaung U errichtet wurden. Das absolute Highlight ist da natürlich die Ballonfahrt. Es gibt 3 Anbieter und kostet pro Person ca. 300 €, aber es lohnt sich. Vermutlich besucht man diesen Ort nie wieder. Deswegen sollte man an der Stelle nicht auf die viele Kohle achten und sich die Ballonfahrt einfach mal gönnen. Man sollte die Ballonfahrt mindestens 1 Monat im Voraus buchen, sonst wird man wohl keine Chance haben, einen Platz zu ergattern.

    Unser Hotel suchten wir in Nyaung U. Der Ort hat die beste Infrastruktur (Restaurants, E-Bike-Vermietung), ist relativ gemütlich und auch am nächsten zum Hafen und Flughafen gelegen. Vom Hafen zum Hotel fuhren wir mit dem Pferdewagen. Den nahmen wir auch, um am nächsten Morgen von der Shwesandaw-Pagode aus die Ballons zu beobachten. Wir waren viel zu früh, es war saukalt, aber als die Ballons im Sonnenaufgang aufstiegen, war es wunderschön. Am nächsten Tag unternahmen wir dann selbst die Ballonfahrt. Da Kinder unter 8 Jahren nicht mitfliegen dürfen, organisierten wir einen Babysitter über das Ballonbüro, der dann im Auto unserem Kleinen beim Angry-Birds-Spielen zusehen durfte.

    Am Nachmittag mieteten wir uns noch einen Elektroroller, um die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. "Irgendwie" findet man damit auch die meisten wichtigen Pagoden. Für eine geführte Tour sehe ich keine Notwendigkeit, gerade auch weil man nach 5 Pagoden sowieso nichts mehr über die Geschichte der Tempel wissen will.

    Man kann noch einen Ausflug zum Mount Popa unternehmen. Haben wir nicht gemacht. Das Besondere an diesem Ausflug ist die Sicht auf den Berg und das Kloster. Das Kloster selbst soll wohl ziemlich unspektakulär und dreckig sein.

    Flug nach Thandwe (Ngapali Beach)
    Nach Bagan wollten wir keine Tempel und Buddhas mehr sehen. Jetzt war Strand angesagt. Um von Bagan nach Ngapali Beach zu kommen, kann man entweder 20 Stunden mit dem Bus fahren oder eine Dreiviertel Stunde fliegen. Wir flogen lieber. Und genau wie von Mandalay nach Bagan war auch bei diesem Flug die Landschaft nicht von atemberaubender Schönheit geprägt. Im Grunde genommen spricht außer dem etwas niedrigerem Preis nicht viel für die Busfahrt.

    Ngapali Beach
    Neu in Myanmars Reisekarte ist das Myeik-Archipel im Süden. Davor hatte Ngapali Beach das Monopol als Birmas Traumstrand für sich beansprucht. Da wir mit Kind reisten und unser Kleiner (4 Jahre alt) alle Tempel und Kulturausflüge mehr oder weniger brav über sich ergehen lassen musste, blieben wir 5 volle Tage in Ngapali. Unser Hotel war das [url=https://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g612368-d637394-Reviews-Bayview_The_Beach_Resort-Ngapali_Rakhine_State.html]Bayview Beach Resort[/ur], was mit stolzen 110€/Nacht zu Buche schlug. Noch nie hatte ich für einen Strandurlaub soviel für die Unterkunft ausgegeben. Als wir allerdings die restlichen Hotels so aus mittlerer Nähe betrachteten, stellten wir durchaus fest, dass unsere Wahl keinesfalls falsch war.

    Die Strandabschnitte
    Von Norden nach Süden ist Ngapali Beach in 3 Strandabschnitte. Der nördlichste grenzt direkt an den Flughafen. Der Strand ist relativ schmal. Bei Flut reicht das Wasser direkt bis zur Hotelmauer. Viele Palmen gibt's dort nicht. Und auch die Anzahl der Restaurants ist eher dünn gesät. Der zweite Strandabschnitt ist eigentlich der schönste. Es ist eine kleine enge Bucht mit nur 2 oder 3 Hotels und einem dichten Palmenwald dahinter. Leider gibt es hier überhaupt keine Infrastruktur, das Niveau (nicht die Preise) ist sehr niedrig. Und ein Teppich aus Müll befindet sich direkt am Strandeingang. Hier steigen vor allem Backpacker ab. Restaurants gibt's auch nicht. Der dritte Strandabschnitt ist dann der touristischste. Hier findet man die meisten Restaurants, Massagen und Touranbieter. Auch zum Schwimmen ist dieser Abschnitt sehr gut geeignet. Man sollte aber auch genau darauf achten, dass man nicht am Südende in der Nähe des Dorfes absteigt, da man dort in Gyeiktaws Müllteppich erstickt.

    Ausflüge
    Südlich an Ngapali grenzt das Fischerdorf Gyeiktaw. Am leichtesten kommt man mit einem E-Bike hin. Das Dorf selbst wäre ein wunderschöner Ort, wenn - ja wenn das Dorf nicht im Müll ersticken würde. Die Leute scheint es nicht zu stören. Als Ausländer steht man das eigentlich nur fassungslos mit offenen Mund am Dorfstrand und fragt sich, wie diese Leute in dieser Müllkippe überleben können, ohne krank zu werden. Es macht sich dort aber auch niemand irgendwie die Mühe, das mal aufzuräumen. Wer mal einen Umweltschock erleben möchte, ist hier richtig.

    Dann gibt's noch ein Elefanten-Camp. Trotz unserer anfänglichen Vorbehalte ist das Camp ein Musterbeispiel an Öko-Tourismus. Ein relativ junger Birmane, der mal in Malaysia ganz gut Geld verdient hat, hat sich im Hinterland von Ngapali Beach etwas Land gekauft, auf dem eine Elefantenfamilie lebt. Auf dem Weg zum Camp fährt man erst eine halbe Stunde mit dem Bus, dann noch eine halbe Stunde mit einem Longtail Boat für den Fluss. Am Fluss wartet man dann, bis die Elefanten kommen. Die werden jeden Tag gewaschen und genießen das auch. Dann kann man auf den Elefanten bis zum Camp reiten. Einen Sattel oder ähnliches gibt es nicht. Man hat nur ein Seil zum Festhalten. Die 10 Minuten sind mehr als ausreichend für den Ritt. Im Camp angekommen kann man dann die Elefanten mit Bananenholz füttern. Unser Kleiner war begeistert davon, und auch die Elefantenbabys wurden recht schnell zutraulich. Sind die Touristen wieder weg, können sich die Elefanten im gesamten Gebiet frei bewegen. Es gibt keine Ketten, keine Kunststückchen, keine Touri-Shows. Fanden wir klasse und hätten das so nicht erwartet. Bezahlt haben wir für die Tour ca. 120€ (2 Erwachsene, 1 Kind), die der Ausflug allemal wert war. Kontaktadresse dafür: Aung Aung, Tel: +959 442 611 148, ngapali.elephants@gmail.com

    Trivia
    Ngapali Beach befindet sich im Rakhine State, ca 300km von der bengalischen Grenze entfernt, d.h. der Stelle, an der die ethnischen Vertreibungen stattfinden. Von diesem makaberen Treiben bekommt man im beliebtesten Strandort Myanmars nichts mit.

    Bewertung
    Ngapali ist ein schöner Strand, gemütlich und vielleicht ein klein wenig schöner als die Touristenstrände in Phuket. Viel zu unternehmen gibt's allerdings nicht. Die angeboteten Touren mit dem Boot erscheinen wenig attraktiv. Die Preise für die Hotels sind auf einem höheren Niveau als in Thailand.

    Yangon, Abschluss
    Aufgrund der schlechten Überland-Infrastruktur bevorzugten wir auch hier wieder das Flugzeug für unseren letzten Tag in Yangon. Diesmal stiegen wir in Chinatown im Süden der Stadt im Hotel Grand United in der 21. Straße ab. Das Nachtleben soll sich um die 19. Straße abspielen. Das Hotel war ok. Das Frühstück wurde auf der Dachterrasse serviert, uns es gab Nutella! Die 19. Straße ist das Herz von Chinatown. Abends gibt es hier viel Hektik und viele kleine Straßenrestaurants. Aber auch hier ist die Suche nach Essem eher experimenteller Natur. Am nächsten Tag erkundeten wir die Umgebung zu Fuß in Richtung Sule-Pagode und Maha-Bandoola-Park. In der Ecke gibt's hübsche Kolonialgebäude und einen Obstmarkt. Ein halber Tag war aber auch hier ausreichend. Wir freuten uns dann auf den Rückflug nach Deutschland.

    Fazit
    Wir waren etwas mehr als 2 Wochen in Birma. Einige potentielle Ziele mussten wir aus Zeitgründen streichen. Aber im Nachhinein haben wir auch genug gesehen, so dass uns die verpassten Ziele nicht wirklich gestört haben. Wir haben auf dieser Reise sehr viel richtig gemacht, sind in keine Falle getappt und wurden auch nicht abgezockt. Es war ein richtig schöner Urlaub. Für eine zweite Reise in dieses Land sehe ich aber keine Notwendigkeit. Die Menschen sind sehr nett und hilfsbereit. Man merkt durchaus, dass der Tourismus noch im Anfangsstadium steckt. Viele Sachen sind noch nicht so professionell wie in Thailand. Die ganze Infrastruktur ist unterentwickelt. Das einzige brauchbare Transportmittel über größere Distanzen ist im Grunde genommen das Flugzeug.

    Preise + Essen
    Das Preisniveau für Unterkünfte ist höher als in Thailand. In den Städten (Yangon, Mandalay) sind die Preise noch moderat. Richtig zugeschlagen wird in den touristischen Strandgebieten (Ngapali, Myeik). Beim Essen zahlt man in Ngapali ähnliche Preise wie in Thailand. Abseits der touristischen Ecken kann man für wenig Geld burmesisch essen. Die burmesische Küche ist meiner Meinung nach sehr gut zum Abnehmen geeignet. Nicht, dass es fettarm wäre. Vielmehr wird man abseits der Touristenrestaurants kaum etwas finden, was wirklich lecker ist.

    Religion
    Der Buddhismus ist in Myanmar allgegenwärtig. Bei der Planung der Reise ist genau dieser Punkt eine Hauptmotivation für das Land. Die Religion hat etwas im Gegensatz zu den anderen Hauptreligionen etwas Mysthisches und Friedvolles. Diese Einstellung legt man nach relativ kurzer Zeit sehr schnell ab. Obwohl die Mönche eigentlich nichts besitzen dürfen, rennt dort jeder mit einem Smartphone rum. Und genau wie in islamischen Ländern das Gebrüll vom Minarett nervt, so verschwindet auch der Zauber der buddhistischen Rezitation, wenn man damit stundenlang ab den frühen Morgenstunden vom nächsten Tempel "zugelärmt" wird. Und nicht zuletzt sorgen auch noch vereinzelte Vertreter für die Entzauberung ihrer Religion. Tempel und Buddhas darin gibt's zahlreich - so zahlreich, dass man eigentlich nach 3 Tagen keine Lust mehr auf Tempel und Buddhas hat. Für uns Westler gewöhnungsbedürftig ist auch der hohe Kitschfaktor, wenn diverse Buddhas mit blinkenden Leuchtketten behängt werden.

    Hunde + Tatenlosigkeit
    Was sieht man am meisten in Myanmar: Tempel + Buddhas darin, Mönche mit Smartphones, kranke und halbverhungerte Straßenhunde. Ich hab noch nie soviele Hunde auf einer Reise gesehen wie in Myanmar. Und allen Hunden gemein ist, dass sie ziemlich krank und verhungert aussehen. Selbst wenn man kein ambitionierter Tierschützer ist, befällt einem beim Anblick dieser Tiere eine Mischung aus Mitleid und Unverständnis. Die Menschen beachten die Straßenhunde so gut wie gar nicht. Und die vermehren sich halt ungebremst. Die Gleichgültigkeit könnte auch mit dem buddhistischen Glauben an die Wiedergeburt zusammenhängen und dass man je nach Karma im nächsten auf- oder absteigt.


    Internet
    Und wieder ein Land, was besser ausgebaut ist als Deutschland. Ich hatte mir gleich am Flughafen eine Prepaid-Sim (MPT) gekauft für 13€ mit 8 GB. Der Empfang besteht aus LTE (fast immer), H+ (wenn man mal abseits der größeren Städte ist), kein Empfang (in den ganz abgelegenen Gegenden). Die ganzen langsamen Standards darunter, die man so aus Deutschland kennt, gibt's in Myanmar gar nicht. In den meisten Hotels hat man dazu noch Wlan. Die Variante mit der Sim-Karte ist allerdings zuverlässiger und auch meist schneller.
    Für diesen Beitrag bedanken sich War-10-ck, LadyRavenous
    Geändert von musv (26.03.18 um 22:12 Uhr)

  2. #2
    in Schwarz

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    Re: [Reisebericht] Myanmar

    Danke! Das klingt trotzdem interessant für eine Reise, aber dann 2-3 Wochen.

    Deine Beschreibung der Straßenhunde erinnert mich an Indien, wobei ich da nicht mal die Hunde schlimm fand, sondern die Massen an Katzen.

    Edit: Was habt ihr während des Urlaubs alles gegessen?
    Geändert von LadyRavenous (26.03.18 um 13:25 Uhr)
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  3. #3
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    Re: [Reisebericht] Myanmar

    Zitat Zitat von LadyRavenous Beitrag anzeigen
    Danke! Das klingt trotzdem interessant für eine Reise, aber dann 2-3 Wochen.
    Myanmar ist ein interessantes Land. Es gibt mit Sicherheit dort noch sehr viele wunderbare Dinge zu entdecken. Aber dafür braucht man dann wesentlich mehr Zeit (und Geld). Wir waren auch 2 Wochen unterwegs. Wenn man mehr Stress einbaut, schafft man auch in diesem Zeitrahmen mehr Ziele. Neben dem Myeik-Archipel wäre bestimmt auch eine Reise in die Himalaya-Ausläufer ein reizvolles Ziel.

    Zitat Zitat von LadyRavenous Beitrag anzeigen
    Deine Beschreibung der Straßenhunde erinnert mich an Indien, wobei ich da nicht mal die Hunde schlimm fand, sondern die Massen an Katzen.
    In Indien war ich vor 15 Jahren auch mal einige Wochen unterwegs. Dort sind mir vor allem die Kühe auf den Straßen aufgefallen, Hunde und Katzen zwar auch, aber eher weniger. Mit Myanmar ist das nicht zu vergleichen. Die Anzahl und der Zustand der Hunde ist in Myanmar wesentlich prägnanter wahrnehmbar. Alle indischen Kühe, Hunde und Katzen zusammengerechnet entsprechen gefühlt der Anzahl der Straßenhunde in Myanmar.


    Zitat Zitat von LadyRavenous Beitrag anzeigen
    Edit: Was habt ihr während des Urlaubs alles gegessen?
    Am ersten Abend in der Nähe des Shwedagon-Pagode haben wir ein kleines Straßenrestaurant (eher Essensstand) gefunden, in dem wir uns einige Schüsselchen rausgesucht hatten: Reis, gekochtes Rindfleischstückchen, Hühnchenstückchen, frittierten Knoblauch und irgendwelches Krautzeug. Das war ein Glücksgriff. Einiges davon war ziemlich scharf. Insgesamt war's aber durchaus lecker.

    Am zweiten Abend war dieser Stand leider unbesetzt. Von den Unmengen an anderen Ständen hatten wir dann wieder Reis, Tofuspieße. Nudeln, Hühnchensuppe, Hünchenspieße. Die Hühnersuppe bekamen wir zu den Nudeln dazu. Die bestand eigentlich nur aus Fett. Die Nudeln und die Tofuspieße waren geschmacklos.

    In Mandalay gab's nichts in der Nähe des Hotels. Deswegen haben wir im Hotel gegessen. Mein Sohnemann wollte Pizza. An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern. Es war jedenfalls nichts burmesisches. Das Hotel war eher für Westler konzipiert. An der U-Bein-Brücke (Tourirestaurant) hatten wir Krebs und Hühnchen mit Reis. Die meisten Restaurants findet man zwischen dem Bahnhof und dem Königspalast.

    In Bagan gab's haufenweise Touristenrestaurants. Da hatten wir einen sehr guten Hamburger, Thaiessen (ebenfalls gut) und ein burmesisches Essen. Weiß aber nicht mehr wie das hieß. Frittierter Knoblauch war auch hier wieder dabei. Am nächsten Tag waren wir in einem burmesischen Tourirestaurant. Kann mich aber auch nicht mehr an das Essen erinnern. Es war ok, aber auch nicht so, dass es im Gedächtnis bleibt.

    In Ngapali hab ich eigentlich fast nur Tintenfisch gegessen. Der war meist gut, war aber halt angepasstes Touristenessen.

    Und am letzten Tag in Yangon waren wir im chinesischen Viertel. Da fanden wir auch ein Straßenrestaurant mit Fleischspießen, Hühnchen, Tofubällchen - insgesamt etwas chinesisch angehaucht. Aber auch hier ist's schon zu lange her, um mich noch genau erinnern zu können.

    Man kann jetzt sicherlich nicht die burmesische Küche verallgemeinern. Myanmar ist ein Vielvölkerstaat. Dazu kommt noch der chinesische Einfluss.

    Wenn ich ehrlich bin, ist mir eigentlich kein burmesisches Essen nachhaltig in Erinnerung geblieben. Manche Speisen sind teilweise sehr scharf. Den frittierten Knoblauch findet man öfters. Lecker sind die gerösteten Erdnüsse. Die Küche des östlichen Nachbars Thailand ist wesentlich reichhaltiger und abwechslungsreicher beim Geschmack und den Zutaten. Das führte auch dazu, dass wir auch in Myanmar ab und zu mal Thaiessen bestellten.
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  4. #4
    in Schwarz

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    Re: [Reisebericht] Myanmar

    @musv: Ich war neugierig, ob ich etwas vom Kochkurs wiedererkenne Klingt ok im Großen und Ganzen.
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