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Thema: Die Jukebox und ich

  1. #26
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    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    Was nützt es mir die Kamera in die Tasche zu packen, wenn ich die Tasche zu Hause lasse? Das fragte ich mich als ich bei meinem Vater angekommen war. Daher bitte ich im Entschuldigung, wenn diverse Fotos nicht der besten Qualität entsprechen.


    In der Zwischenzeit konnte ich zwei weitere Tage dem Projekt widmen. Im letzten Beitrag ging es hauptsächlich um die Reinigung der oberen Haube. Dabei liess ich sie weitgehend zusammengesetzt, um den Aufwand zu minimieren. Um aber die Teile mit beschädigtem Chrom vernünftig herrichten zu können, musste ich sie nun dennoch zerlegen. Entgegen meiner bisherigen Annahme ist der Chrom der seitlichen Rahmenteile (Zeichnung: 1 & 2) noch gut in Schuss. Lediglich oberflächlicher Schmutz sorgte für die vorherige Annahme, dass dieser ebenfalls erneuert werden muss. Allerdings sind die oberen und unteren Rahmenelemente (Zeichnung: 13) restaurierungsbedürftig. Bei genauerer Betrachtung erschien mir die Materialbeschaffenheit dieser Teile anders als die der seitlichen zu sein, was erklärt warum nur bei ersteren der Chrom Blasen bildet und stark abblättert.

    Zuerst wollte ich die empfindlichen Glasscheiben entfernen. Einerseits möchte ich diese ungern kaputt machen, andererseits kann ich sie so auch besser reinigen. Gemäss obriger Anleitung müssen hierzu die oberen und unteren Rahmenteile aufgeklappt werden. Vorweg müssen lediglich Befestigungsschrauben entfernt werden. Ist das getan, können die Glasscheiben einfach herausgezogen werden.

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    Als nächstes löste ich die sich in der Mitte befindende "Personalization Bar" mit der Aufschrift "YOUR HOST presents". Gemäss dem Namen kann diese angepasst werden. Dazu können die Karten mit benannter Aufschrift gegen andere getauscht werden. Auch soll es einzelne Buchstaben gegeben haben, die man in diese Leiste einsetzen konnte. Leider konnte ich diese nirgends mehr zum Verkauf finden.
    Wie man auf dem Bild sehr gut erkennen kann, wird der ganze Rahmen durch die Aluminiumleiste in der Mitte, welche ich im Anschluss löste, sowie den Rahmenelementen oben und unten zusammengehalten, wobei die Befestigungsschrauben dieser, wir erinnern uns, bereits entfernt wurden. Um nun die benannten Rahmenteile entfernen zu können, mussten an deren Achsen Sicherungsringe entfernt werden. Diese sorgen dafür, dass der Rahmen bei gelösten Befestigungsschrauben nicht auseinander fällt. Zum Schluss ein paar Kabel für die Beleuchtung entfernen, dann konnte der Rahmen auseinander gezogen werden.

    Betrachtet man die entfernten Teile näher, sieht man den schlechten Zustand der Beschichtung. Entgegen der seitlichen Rahmenteile, bestehen diese aus Aluminium. Vermutlich hat es hiermit zu tun, dass der Chrom nur dieser Teile so schlecht aussieht. Derzeit bin ich mit einem Freund mit Kontakten zur Galvanotechnik im Gespräch. Unter Umständen könnte ich dort Teile neu verchromen lassen. Auch habe ich in den vergangenen Tagen ein Muster einer Chromfolie bekommen. Diese mag die günstigere Alternative sein. Zuerst werde ich die Teile aber noch Schleifen müssen, was ich auf einen anderen Tag verlege.

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    Damit war die Arbeit aber noch nicht zuende. Wir erinnern uns, dass sich die vordere Haube noch im zerlegten Zustand befand, wobei ich diverse Teile noch polierte. Dies setzte sich fort, indem ich den Rahmen der Haube ebenfalls mit Politur behandelte. Auf dem Bild erkennbar, legte sich über die Zeit auch dort viel Schmutz ab, wodurch die Oberfläche wenig ansprechend erschien. Besonders hier ist, dass die eingelassene Fläche um den Münzeinwurf und die Tasten herum ein raues Muster aufweist. Hier kann also nicht einfach mit einem Tuch gearbeitet werden. Mit einer Chrom Reinigungs- und Politurpaste sowie einem Reinigungspinsel hingegen liess sich dieser Bereich gut bearbeiten.

    Der Unterschied ist sichtbar. Auf der linken Seite eine bereits behandelte Stelle, rechts der Originalzustand.

    Weiter ging es mit dem Zusammenbau. Das gebürstete Blech mit den sternförmigen Einlässen wurde wieder zusammengesetzt und montiert, der Lautsprecher wieder eingesetzt und die Elektrik wieder befestigt. Hinzu kamen die neu angefertigten Lichtblenden, welche ich anhand der zerbrochenen Originale zugeschnitten hatte. Im Anschluss setzte ich ebenfalls die Tasten wieder ein, gefolgt von einer abschliessenden Polierung der grösseren Oberflächen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Oberflächen sind doch sehr gut erhalten und lassen sich ihr Alter von 54 Jahren nicht ansehen. Ein kleines Erfolgserlebnis.

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  2. #27
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    (Threadstarter)

    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    Bei meinem letzten Besuch nahm ich die komplette Plattenspielereinheit mit nach Hause.

    Dies ist die Geschichte einer dreitägigen Reinigungsaktion.

    Zu Anfang erwähnte ich, dass ich die Einheit nur so wenig wie möglich zerlegen möchte, um sie zu warten. Nun, diese Aussage musste ich revidieren als ich mir näher ansah wie es um das gute Stück gestellt ist. Natürlich blieb die Mechanik sowie Elektronik nicht von vielen Jahren Zigarettenrauch verschont und wurde damit quasi konserviert.

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    Alles ist vergilbt und verschmutzt, ein trauriger und dennoch eindrücklicher Anblick, denn ich konnte sie ja trotz allem mit nur kleineren Problemen testen. Dennoch wäre ich nicht damit zufrieden gewesen nur das nötigste zu reparieren. Auch machte sich ein dezent verbliebener Geruch von Zigaretten in meinem Wohnzimmer breit. Ich blätterte durch das Service Handbuch, um mich zu vergewissern, dass die nötigen Informationen enthalten sind und entschied mich dazu die Einheit komplett zu zerlegen und zu säubern.
    Die Einheit misst etwa 55x50x50 cm und ist diverse Kilogramm schwer. Auf einem Rahmen mit einer Spiralfeder an jeder Ecke steht sie gefedert und damit entkoppelt von Vibrationen in der Jukebox. Sie ist Modular aufgebaut, was die Wartung und den Austausch von Teilen vereinfacht. Folgende Zeichnung zeigt die einzelnen Komponenten, welche ich anschliessend näher erläutere.


    Diese Beschreibungen können später für das Verständnis wichtig werden:

    Tone Arm: Tonarm des Plattenspielers.
    Transfer Arm: Auch «Gripper» genannt, greift und bewegt die Platten zwischen dem Record Magazine und dem Turntable.
    Record Magazine: Magazin der Schallplatten. Es fasst bis zu 100 Platten wobei jedes Fach entsprechend mit Buchstabe und Zahl beschriftet ist. Es wird entsprechend gedreht, um die ausgewählte Platte unter dem Transfer Arm zu zentrieren.
    Turntable: Plattenteller, kompatible zu Platten mit kleinem oder grossen Loch.
    Speed Shifter Solenoid: Magnetspule, welche das Antriebsrad des Plattentellers für 33 1/3 oder 45 RPM versetzt.
    Cam Switches And Cam: Eine Antriebswelle mit mehreren Mikroschaltern, welche die Mechanik zugehörig zum Plattenwechseln steuert.
    Transfer Motor: Antrieb für die Mechanik zugehörig zum Plattenwechseln, einschliesslich des Tonarms, Transferarms und Popularity Meter.
    Turntable Motor: Antrieb des Antriebrads des Plattentellers. Die Welle des Motors hat zwei unterschiedliche Stärken, woran das Antriebsrad entweder für 33 1/3 oder 45 RPM positioniert werden kann.
    Transfer Gear Linkage: Antriebsgetriebe für den Transferarm.
    Tone Arm Cam: Welle zur mechanischen Steuerung des Tonarms (heben, senken und schwenken).
    Toggle Shifter Linkage: Antriebsgestänge um die Neigungsrichtung des Transferarms beim Auflegen der Platte zu steuern (A oder B Seite der Platte).
    Popularity Meter: Einheit zur Messung der Beliebtheit der individuellen Platten.
    Pinwheel Assembly: Steuerungseinheit zur Übergabe der Selektion der zu spielenden Platte.
    Search Unit: Steuerungseinheit, welche die Selektion der Tastatur empfängt.
    Stopping Switches, Gears, And Reset Solenoids: Steuerungseinheit, welche die Übergabe des Pin Wheel Assembly liest, mechanisch verbunden mit Scan Control.
    Hub Solenoid Switch: Umschaltmagnetspule zur Wechslung zwischen 33 1/3 und 45 RPM Abspielung.
    Cut-Off Switch: Reedschalter, welcher durch einen Magnet am Tonarm ausgelöst wird, wenn die Platte zu Ende gespielt ist, gibt Signal die Platte wieder im Magazin zu versorgen.
    Detent Solenoid/Switch: Sperrmechanismus zur Fixierung des Magazins
    Magazine Motor: Antrieb des Magazins
    Scan Control: Steuerungseinheit verbunden mit Stopping Switches, Gears, And Reset Solenoids zur Ablesung des Pinwheel Assembly.
    Annunciator: Anzeige der laufenden Platte

    Auf einige dieser Teile werde ich im Verlauf des Beitrags näher eingehen, um ihre genaue Funktion zu erklären.
    Mein neuer Plan bestand daraus sämtliche Teile abzunehmen, mit Lauge zu reinigen, anzubringen und neu zu justieren. Mir war dabei auch klar, dass es einiges an Aufwand bedeutet, allerdings hatte ich den 30. April freigenommen und somit ein langes Wochenende mit viel Zeit.
    Neben der Reinigung waren auch andere technische Probleme zu lösen:

    • Die Mechanik spielte nicht die korrekte Auswahl. Drückte man z.B. «H3», wurde stattdessen «P5» gespielt. Dieser Versatz war über alle Selektionen konstant, was bedeutete, dass die Mechanik einfach nur verstellt war.
    • Sämtliche Schmiermittel sind entweder vertrocknet oder haben sich verflüchtigt.
    • Kabel des Tonarms sind starr (geworden) und üben seitlichen Druck aus, was zum Springen auf der Platte führt.
    • Tonarm muss neu justiert werden (Aufsetzposition, Auflagegewicht,..)
    • Tonabnehmernadel muss ersetzt werden.
    • Stopmechanismus durch Cut-Off Switch scheint nicht richtig zu funktionieren. Abspielen wird nach Auflegen der Platte sofort wieder abgebrochen.
    • Popularity Meter scheint nicht richtig zu funktionieren, lässt sich auch nicht zurücksetzen.


    Um die Operation durchführen zu können, stellte ich die Einheit, wie auf den ersten Bildern schon sichtbar war, auf einen bedeckten Tisch und stellte zwei Tageslichtlampen mit Schirmen für eine bessere Ausleuchtung auf.

    Das Zerlegen

    Mit dem Zerlegen anzufangen kostete mich teilweise etwas Überwindung. Teile der Mechanik sind aufeinander abgestimmt. Zahnräder und andere Teile müssen daher in genauer Position zueinander geführt werden, um ein fehlerhaftes Verhalten und damit vielleicht auch Schäden zu vermeiden. Das Handbuch beinhaltet jedoch detaillierte Anweisungen wie die einzelnen Komponenten für den Zusammenbau ausgerichtet werden. Ich begann mit der Operation.

    Dabei fing ich mit dem Magazin an. Dieses beinhaltet alle Platten in durch gebogene Metallstäbe erzeugte Fächer. An den Bögen sind Kunststoffteile für die genauere Positionierung der Platten befestigt. Auch besitzen diese Beschriftungen, welche der zu durchführenden Selektion entsprechen. Umschlossen wird das Magazin durch einen Gummiriemen, welcher dafür sorgt, dass die Platten nicht zur Seite oder nach unten herausrutschen können. Oben wird dieser Riemen durch Umlenkrollen angehoben. Diese sorgen nicht nur dafür, dass der Riemen unter Spannung steht, sondern auch, dass von oben Platten dem Magazin mechanisch oder händisch hinzugefügt oder entfernt werden können. Die Halterung dieser Rollen als auch das Magazin sind auf einer starren Achse montiert. Um das Magazin zu entfernen, musste ich zuerst die Umlenkrollen lösen, um den Riemen zu entfernen. Dann konnte die Halterung auf der Achse gelöst und entfernt werden. Das Magazin konnte darauf ebenfalls abgezogen werden. Auf der Vorderseite besitzt es ein Zahnrad, welches eine Verbindung mit dem Antrieb herstellt. Dieses und andere Schrauben können entfernt werden, um das Magazin in zwei Hälften zu zerlegen.

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    Als nächstes kümmerte ich mich um die Search Unit. Diese Einheit nimmt die Eingabe der Selection Unit, also der Tastatur entgegen und gibt ein mechanisches Signal weiter, woran die Plattenspielereinheit erkennt, welche Platte zu spielen ist.

    Die Search Unit besitzt auf der Vorderseite eine beidseitig beschichtete Platine. Diese Platine weist in der Mitte ein Loch und drum herum ringförmige Kontakte auf. Durch das Loch zeigt eine Achse an welcher zwei Kunststoffelemente mit Schleifkontakten (Number / Letter Wipers), jeweils einer für Vorder- und Rückseite, befestigt sind. Besagte Achse wird durch einen Motor angetrieben. Erhält die Search Unit nun das Signal für die Selektion «A5», muss sie die Achse und damit die Schleifkontakte so bewegen, damit ihre Position der Selektion entspricht. Die Position wird dann durch das «Sprag Wheel» und «Sprag Relay Amatures» arretiert. Das ist nichts anderes als eine Kunststoffnase, die in ein Rad mit Vertiefungen einrastet.

    Damit ist die Selektion gefunden aber noch nicht weitergegeben.
    Auf der Rückseite befindet sich das sogenannte «Pin Wheel Assembly». Das sind zwei gleichgrosse Metallplatten im Abstand von ein paar Millimeter welche zwei kreisrunde Anordnungen von Metallstiften hält. Diese Stifte sind etwas länger als beide Metallplatten zusammen wie im unteren Bild erkennbar ist. Sie sind mit leichtem Widerstand beweglich und repräsentieren jeweils eine Selektion. A1 hat einen Pin, A2 hat einen Pin, und so weiter…

    An bereits zuvor erwähnten Achse befindet sich ein sogenannter «Pin Pusher Arm». Dieser Arm besitzt an beiden Enden eine Magnetspule, welche einen Bolzen umschliesst. Es gibt eine Spule für den inneren und eine für den äusseren Pin-Kreis.

    Hat die Search Unit nun eine Selektion arretiert wird wahlweise eine der beiden Spulen aktiviert, um einen entsprechenden Pin nach hinten zu verschieben. Statt auf der Vorderseite, wie alle anderen Pins überzustehen, tut er dies nun alleinig auf der Rückseite. Die Selektion ist mechanisch festgehalten und die Aufgabe der Search Unit ist damit vorerst erledigt.
    Mein Ziel war es zumindest Teile dieser Einheit zu reinigen. Dazu gehörte sowohl die Platine als auch das Pin Wheel Assembly. Auch bestand die Möglichkeit, dass die Search Unit für den Versatz der Selektion verantwortlich war. Sind die Schleifkontakte nicht richtig mit dem Pin Pusher Arm ausgerichtet, könnte dies das fälschliche Abspielen einer anderen Platte erklären. Daher wollte ich sie mit der Reinigung auch neu justieren. Bei genauerer Betrachtung der Schleifkontakte musste ich jedoch etwas Schmerzhaftes sehen.

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    Wie auf dem linken Bild zu erkennen ist, liegen die Schleifkontakte mit einem Knick auf der Platine auf. Das soll vermutlich das Kratzen durch scharfe Enden vermeiden. Auf dem rechten Bild sieht man die jedoch falsch montierten Schleifkontakte der Rückseite. Diese haben zwar auch den Knick, liegen aber mit der Kannte auf. Das ist weder für die Kontakte, noch für die Platine gut und plante ich zu korrigieren.
    Bevor ich die komplette Search Unit entfernte, trennte ich zuerst die Kabel der vorderen Schleifkontakte und nahm letztere anschliessend ab. Danach konnte die Platine demontiert werden. Auch die Schleifkontakte der Rückseite schraubte ich ab, da ich sie nicht versehentlich beschädigen wollte.

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    Das Abnehmen der Search Unit selbst ist relativ einfach. Sie ist lediglich mit drei schwarzen Schrauben an den Ecken befestigt und kann problemlos abgenommen werden. Die Vorderseite trägt normalerweise eine Plexiglasabdeckung, welche derzeit aber woanders liegt.

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    Auf der Rückseite der Search Unit ist klar das Pin Wheel Assembly zu erkennen. Auf dem folgenden Bild ist das entsprechende Gegenstück, in der Zeichnung betitelt als «Stopping Switches, Gears, And Reset Solenoids», zu sehen, welche die verschobenen Pins «liest» und somit erkennt, welche Platte zu spielen ist.

    Wie bereits in einem vorherigen Beitrag behandelte ich die Kontakte der Platine ebenfalls mit Politur, um sie zu reinigen und zu glätten. Anschliessend kümmerte ich mich um die Schleifkontakte der Rückseite. Zuerst nahm ich an, dass diese vielleicht einfach nur falsch herum auf die Achse gesteckt wurden aber wie man auf dem dritten der folgenden Bilder erkennen kann, zeigen die Kontakte in die falsche Richtung, montiert man das Kunststoffteil anders herum. Das bedeutet wiederum, dass die Enden der Kontakte in die falsche Richtung gebogen wurden. Ein Produktionsfehler? Geplante Obsoleszenz?! Mit den Fingernägeln korrigierte ich vorsichtig die Biegung der Kontakte und verhinderte so das weitere Kratzen auf der Platine.

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    Das Pin Wheel Assembly reinigte ich mit bereits zuvor verwendeter Lauge und polierte die Oberflächen des Metalls um Aufrauhungen durch Korrosion zu entfernen. Danach setzte ich die Search Unit wieder zusammen und begann mit der Justierung der Schleifkontakten. Das Service Handbuch gab dabei genaue Angaben. Gerade den unteren Teil der folgenden Seite empfand ich als sehr ironisch.

    Fertig war die Search Unit.

    Fortsetzung folgt…

    Wenn es Fragen zu einzelnen Komponenten und/oder deren Funktionsweise gibt, nehme ich diese gerne entgegen. Noch steht die ganze Einheit auf meinem Wohnzimmertisch, wo ich einfach Fotos o. ä. machen kann.

  3. #28
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    Re: Die Jukebox und ich

    Nachdem die Search Unit nun revidiert war, ging es weiter mit dem Zerlegen der restlichen Plattenspielereinheit. Als nächsten Schritt nahm ich mir hierbei den Tonarm vor.

    Um diesen zu entfernen, nahm ich zuerst den Plattenteller ab. Dieser lässt sich einfach nach oben wegziehen, da er nicht zusätzlich befestigt ist.
    Der Tonarm und seine Peripherie sind auf einem abnehmbaren Blech befestigt. Bevor ich dieses löste, entfernte ich zuerst den sogenannten "Cut-Off Switch", ein Reedschalter. Dieser stoppt, wie bereits im vorherigen Beitrag beschrieben, das Abspielen, wenn die Platte zu Ende ist und wird hierfür von einem Magnet unterhalb des Tonarms ausgelöst. Ich entfernte die Kabel, löste die Schrauben des kleinen Winkels und legte ihn zur Seite.

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    Gut sichtbar ist hier das Ausmass der Verschmutzung. Das Innere des Reedschalters ist kaum sichtbar. Auch hat das Blech einen starken Gelbstich. Auf der Stelle, wo dieses montiert war sieht man abstrakte Übergänge von sauber zu schmutzig.
    Ein kleiner Tipp von mir am Rande: Immer wieder höre ich von Leuten, die selber schrauben, dass sie zum Schluss entweder Schrauben übrighaben oder sie gar vermissen. Dieses Problem umgehe ich, indem ich Schrauben abmontierter Teile immer dort wo ich sie abgenommen habe wieder von Hand etwas reindrehe. Dadurch gehen sie nicht verloren und können auch nicht übrigbleiben. Das ist ein kleines bisschen mehr Aufwand, schont aber deutlich die Nerven.

    Auf dem ersten der folgenden Bilder ist das Antriebsrad des Plattentellers gut erkennbar. Dieses ist ursprünglich durch den Plattenteller selbst verdeckt und läuft entlang der Innenwand dessen. Durch eine Spiralfeder wird es zu dieser Innenwand und der Achse des Motors, welche am unteren Rand des Rads sichtbar ist, gezogen. Bei genaueren Hinsehen ist erkennbar, dass die Achse oben dünner ist als unten. Dies ist für die Umschaltung zwischen 33 1/3 und 45 RPM gedacht. Standardmässig läuft das Rad an der tieferen, dickeren Stelle der Achse, wodurch Platten mit 45 RPM gespielt werden können. Das Gelenk des Antriebrads ist am Bolzen einer Magnetspule befestigt (zweites Bild). Durch Stromzuführung wird der Bolzen und damit das Rad gehoben. Die Position an der Motorachse wird zur dünneren Stelle gewechselt. Die Übersetzung ändert sich und nun können 33 1/3 RPM Platten gespielt werden. Aber woran erkennt die Jukebox nun eine 33 1/3 oder 45 RPM Platte? Das erkläre ich später.

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    Nachdem ich die Kabel der Magnetspule entfernt habe, konnte ich die Schrauben des Blechs entfernen und die Einheit des Tonarms zur Seite legen. Ein Kabel ist allerdings noch damit verbunden, das des Motors. Dieser hängt unter dem Blech und musste ich noch von der Einheit lösen. Befestigt ist dieser mit drei Bolzen, welche auf Gummilagern mit Sicherungsringen befestigt sind. Durch diese Halterung ist der Motor etwas entkoppelt und kann weniger Vibrationen weitergeben. Letztendlich ist die Tonarmeinheit abmontiert.

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    Ein genauerer Blick verriet mir, dass eine Ader der ohnehin schon starren Tonarmkabel vom Kontakt der Verbindungsbuchse zum Verstärker abgerissen war. Somit war einer der beiden Stereokanäle tot. Ohnehin wollte ich die Kabel ersetzen. Bevor ich die Teile aber vorerst zur Seite legte, entfernte ich Tonarm und Halterung der Buchse vom sich darunter befindenden Blech.

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    Am Tonarm selbst entfernte ich zuerst die Nadel, dann den Tonabnehmer. Anders als zuerst angenommen handelt es sich hierbei um einen Shure M44, anstatt eines M77 Abnehmers, was wiederum bedeutet, dass die Nadel, eine N77, die ich zuvor kaufte nicht passte.

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    In der Zwischenzeit war ich auch neues Werkzeug einkaufen. Dazu gehörten neben Pinsel, Schwamm und Durckgasreiniger für die Reinigung auch Rostlöser, silikonbasierendes Schmiermittel und ein Inbusschlüsselsatz in Zolleinheiten. Ohne letzteres wäre ich nicht sehr weit gekommen.

    Weiter ging es mit der Demontage der Plattenspielereinheit. Als nächstes entfernte ich die Einheit, welche sich laut Service Handbuch "Stopping Switches, Gears, And Reset Solenoids" nennt. Dies ist ein Zahnrad mit mehreren mechanischen Elementen, Magnetspulen und Mikroschaltern. Dieses Element sitzt hinter dem Pin Wheel Assembly der Search Unit und besitzt selbst auf der Rückseite Schleifkontakte in Ringform, wodurch es mit Strom versorgt wird. Wie auf dem zweiten Bild erkennbar ist, liegt es mit den Kunststoffelementen, eine Art Taster am Pin Wheel Assembly an. Wird dieses Zahnrad nun gedreht, befindet sich die Jukebox im Scanvorgang. Dieser Scanvorgang wird ausgelöst, wenn jemand eine Platte zum Abspielen ausgewählt hat. Die Search Unit hielt dabei diese Auswahl durch das Verschieben des entsprechenden Pins fest. Im Scanvorgang dreht sich das Zahnrad bis einer der beiden Taster auf den Pin stösst, somit einen Mikroschalter schliesst und dadurch die Rotation stoppt. Da dieses Zahnrad Bestandteil des Getriebes für das Magazin ist, hat sich letzteres natürlich bis dahin mitgedreht und die ausgewählte Platte befindet sich nun oben im Zentrum unter dem Transferarm.
    Ist die Platte nun gespielt, muss die Selektion und damit der Pin natürlich wieder auf dem Pin Wheel Assembly zurückgesetzt werden. Dazu ist die im zweiten der unteren Bilder ersichtliche Magenspule der linken Bildhälfte zuständig. Sie übt Druck auf das Kunststoffelement, welches durch eine Spiralfeder zurückgehalten wird, aus und schiebt somit den Pin in seine Ursprungsposition.

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    An der linken Seite der Plattenspielereinheit entfernte ich die Transfer Motor Einheit. Wie im vorherigen Beitrag beschrieben, treibt diese den Teil der Mechanik an, welcher zum Auflegen der Platten benötigt wird. Betrachtet man nun das folgende Bild, kann man auf der oberen Einheit eine kleine Metallplatte mit einem versetzten Bolzen an einer Achse erkennen (1). Besagter Bolzen befindet sich im zusammengesetzten Zustand in der Öffnung des untenliegenden Metallstücks (2) und verschiebt dieses vertikal.

    Im vorherigen Post beschrieb ich auch eine Einheit mit dem Namen "Hub Solenoid Switch". Diese Einheit ist mitunter für das Umschalten zwischen 33 1/3 und 45 RPM Wiedergabe zuständig. Wir erinnern uns, dass die Frage noch offen ist, wie die Jukebox erkennt mit welcher Geschwindigkeit zu spielen ist. Hier kommt die Antwort.

    Im Zentrum des Plattentellers befindet sich die sogenannte Spindel, welche natürlich dafür sorgt, dass die Platte dort liegenbleibt wo sie abgelegt wurde. Nun gibt es jedoch zwei unterschiedliche Grössen der Löcher, die Schallplatten tragen können. 12" LPs haben in der Regel ein kleines Loch. 7" Singles hingegen "meistens" ein grosses. Dann gibt es noch 7" Mini LPs mit kleinem Loch und anders als Singles mit 33 1/3 RPM. So sollte man die beiden 7" Varianten anhand des Lochs unterscheiden können. So auch die Jukebox. Die Spindel der Jukebox besteht aus einem dünnen Teil für das kleine Loch und einem unteren breiten Teil für das grosse Loch.

    Mittig unter dem Plattenteller befindet sich also der "Hub Solenoid", eine Magnetspule, welche einen Bolzen, befestigt an einem vertikalen Blechstück nach oben verschieben kann. Dieses Blechstück kann nun die Spindel anheben oder senken, um sich der Platte anzupassen. Dazu muss die Jukebox aber erkennen können ob die Platte nun ein grosses oder kleines Loch hat. Hierfür dient das in der unteren Grafik sichtbare "Sensing Wire". Dies ist ein Draht, welcher seitlich aus dem oberen Teil der Spindel ragt. Dieser Draht verläuft im Inneren der Spindel nach unten und liegt auf dem Hebel eines Mikroschalters (rechte der folgenden Grafiken) auf. Wird eine Platte mit grossem Loch gespielt, wird der Draht nicht berührt und die Jukebox setzt die Magnetspule standardmässig unter Strom, um die Spindel anzuheben, damit sie zur Platte passt. Wird jedoch eine Platte mit kleinem Loch aufgelegt, wird der Draht durch die Platte nach unten gedrückt und der Mikroschalter umgelegt. Die Spindel bleibt unten und die Magnetspule des zuvor beschriebenen Antriebsrads wird aktiviert, um dieses anzuheben, die Übersetzung zu ändern und somit 33 1/3 RPM zu spielen.

    Warum schrieb ich aber vorhin "meistens" mit Anführungszeichen als ich den Zusammenhang zwischen Platten- und Lochgrösse beschrieb? Weil es hier ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr wirklich ein einheitliches Vorgehen gab. Die Frage warum es zwei verschiedene Grössen des sogenannten Center Holes gab ist verschiedener Quellen [1] [2] [3] zufolge auf einen Marktkampf zwischen den Herstellern Columbia und RCA zurückzuführen.
    1948 soll Columbia die erste 12" 33 1/3 LP mit kleinem Loch auf den Markt geworfen haben. Etwa ein Jahr später folgte die erste 7" 33 1/3 Single mit ebenfalls kleinem Loch. Letztere wurde aber mehr oder weniger vom Markt verdrängt, denn RCA veröffentlichte etwa zeitgleich das eigene System für Singles mit 45 RPM und grossem Loch und konnte dieses erfolgreich durchsetzen. Nun gab es trotzdem zwei Systeme auf dem Markt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Besitzt man nun eine Jukebox und möchte Singles beider Hersteller spielen, muss die Jukebox natürlich erkennen mit welcher Geschwindigkeit gespielt werden soll, was über den oben beschriebenen Mechanismus in Abhängigkeit der unterschiedlichen Lochgrössen beider Hersteller gelöst wurde. Blicke ich nun auf meine Sammlung an Singles, welche in den 70ern und später veröffentlicht wurden, muss ich nun aber feststellen, dass der starre Zusammenhang zwischen Lochgrösse und Laufgeschwindigkeit irgendwann nicht mehr gegeben war. Während sich die Laufgeschwindigkeit von 45 RPM auf dem Markt konsequent durchgesetzt hatte, gab es nun aber beide Lochgrössen. So habe auch ich einige 45 RPM Singles mit kleinem Loch. Die Jukebox mit ihrem Mechanismus würde diese nun fälschlicherweise mit 33 1/3 RPM abspielen.

    Was lässt sich da machen?

    Nun, ich könnte den Mechanismus der Jukebox irgendwie ausser Betrieb setzen. Dann würde sie konsequent mit 45 RPM spielen. Allerdings habe ich auch eine Mini LP mit 33 1/3 RPM und kleinem Loch, welche ich dann nicht mehr spielen könnte. Zudem will ich die Jukebox nicht unnötigerweise modifizieren müssen. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit, welche etwas grober erscheint. Man spricht im Englischen von einem sogenannten "Record Dinker". Im Prinzip geht es hier nur um einen Lochkreisschneider, mit welchem man das Loch einer Single vergrössern kann. Singles der alten Generationen sind auch heute noch billig und kriegt man für wenig Geld nachgeworfen. Da tut eine solche Modifizierung gar nicht so sehr weh. Wird es richtig gemacht, lässt es sich hinterher sogar gar nicht erkennen.
    Es gibt verschiedene Formen dieses Record Dinkers, vom Aufsatz der Bohrmaschine, bis hin zum spezialangefertigten Werkzeug. Wichtig ist lediglich, dass das Loch die richtige Grösse und Zentrierung aufweist. Auch ich legte mir ein solches Hilfsmittel zu, um die paar Platten passend für die Jukebox zu machen. Meines besteht aus einer Holzplatte in der Grösse einer 7" Platte. In der Mitte befindet sich ein Gewinde. Das Vinyl kann nun auf diese Platte gelegt und mit einem Bolzen, welcher ein kurzes Gewindestück besitzt, befestigt werden. Ein kleiner Metallklotz besitzt nun ein Loch durch welches besagter Bolzen exakt passt. An einer Seite besitzt dieses Stück eine Klinge, dessen Spitze nun auf das Vinyl zeigt. Bewegt man diesen Klotz nun im Uhrzeigersinn, wird Stück für Stück das neue Loch geschnitten. Dieser Prozess dauert zwar ein bisschen aber das Resultat ist dabei so exakt und sauber, dass man nicht annehmen könnte, dass diese Platte zuvor ein kleines Loch besass.

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    Nach dem Hub Solenoid entfernte ich auch den Kabelbaum der ganzen Einheit. Dazu musste ich z.B. auch die Schleifkontakte der Stopping Switches, Gears, And Reset Solenoids Einheit entfernen. In der Mitte des zweiten folgenden Bildes kann man die Transfer Motor Einheit mit dem Kabelbaum erkennen. Linksunterhalb liegt die Stopping Switches, Gears, And Reset Solenoids Einheit, dessen Kontaktringe auf der Rückseite sichtbar sind. Rechts daneben liegt nun der Hub Solenoid.

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    Als nächstes nahm ich den Antrieb des Popularity Meters ab. Dieser ist direkt mit dem Antrieb des Magazins verbunden, sodass Magazin und Popularity Meter synchron laufen. Auf letzteres werde ich wohl in einem späteren Beitrag nochmal zurückkommen.

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    Etwas komplizierter gestaltete sich nun das zerlegen des Transfer Arm Antriebs. Hier hatte ich zu Beginn die meisten Bedenken den Antrieb bzw. die Zahnräder in der richtigen Position wieder zusammensetzen zu können. Ein kleiner Versatz um ein Zahn könnte grössere Auswirkungen haben. Auch hier konnte ich mich jedoch, wie bereits zuvor geschrieben, anhand des Service Handbuchs vergewissern.

    Nun, wie funktioniert dieser Antrieb?

    Auf der linken Seite des obigen Bildes kann man ein Zahnradelement (1) erkennen. Wir erinnern uns, dass ich weiter oben den Transfer Motor beschrieb, welcher ein Metallstück vertikal bewegt. Dieses Metallstück ist mit eben genannten Zahnrad verbunden, was man etwas am unteren Rand dessen erkennen kann. Der Transfer Motor treibt also dieses Rad an und bewegt es bis zum Anschlag auf oder ab. In der Ausgangsposition, in der keine Platte aufgelegt ist, befindet sich dieses Zahnradelement in einer, wie zu erkennen, unteren Position. Wird der Transfer Motor aktiv, um eine Platte aufzulegen, wird das Zahnradelement nach oben bewegt. Die Kraft überträgt sich auf sich darüber befindende Achse (2). Links auf der Achse befindet sich die Antriebswelle des Tonarms, rechts ein weiteres Zahnrad, welches mechanisch mit dem Transfer Arm (3) verbunden ist und diesen vom Magazin nach vorne neigt, nachdem er eine Platte gegriffen hat.
    Nun bewegt sich der Transfer Arm nach vorne dem Plattenteller entgegen, muss aber noch zur Seite gedreht werden, damit die Platte horizontal aufgelegt werden kann. Dazu ist das Gestänge, oder aus dem vorherigen Beitrag Toggle Shifter Linkage (4) zuständig. Dies besteht aus zwei horizontal beweglichen Bolzen mit Kugelkopf, welche durch ein Gelenk wahlweise nach links oder rechts verschoben werden können. Grundsätzlich zeigt aber immer einer der beiden Bolzen zur Mitte. Neigt sich nun der Transfer Arm nach vorne, stösst er mit einem seiner Flügel (5) gegen einen der beiden Bolzen und wird damit gezwungen sich zu drehen, wenn er sich weiter zum Plattenteller hinbewegen möchte. Das Gleiche funktioniert auch rückwärts, wenn der Transfer Arm zurück zum Magazin geht. So wird er vom selben Bolzen wieder geradegerichtet, um die Platte wieder im Magazin verstauen zu können.
    Auf der rechten Seite ist eine Magnetspule (6) zu sehen, welche das Toggle Shifter Linkage bewegt. Dies ist dann der Fall, wenn entweder die A oder B Seite der Platte gespielt wird, um die Drehrichtung des Transfer Arms entsprechend anzupassen.

    Bei einem der Tests fiel mir allerdings auf, dass das Toggle Shifter Linkage einmal den Transfer Arm beim Versorgen der Platte nicht richtig ausrichten konnte, wodurch den Transfer Arm sich immer noch leicht zur Seite geneigt zum Magazin hinbewegte und dadurch die Platte zerstörte. Bevor ich das Gelenk entfernte konnte ich auch eine Ursache hierfür ausfindig machen.

    Bei genauerer Betrachtung konnte ich erkennen, dass ein Teil des Gelenks verbogen war. Dies schränkte die Bewegungsfreiheit ein, wodurch der Transfer Arm nicht vollständig gedreht wurde. Warum dies verbogen war konnte ich mir nicht erklären, wusste es aber einfach mit einer Zange zu beheben. Ausserdem liess sich das Gelenk nur schwerfällig bewegen, da keine Schmierung mehr vorhanden war. Ein einfach zu lösendes Problem.
    Zurück zur Demontage. Das Zahnradelement und das Toggle Shifter Linkage war nun entfernt:

    Weiter ging es mit dem Transfer Arm. An den Seiten des Arms befinden sich Führungselemente aus Kunststoff, welche den Arm zentriert halten. Diese liessen sich einfach mit zwei Schrauben entfernen.

    Die Achsen des Transfer Arms sind seitlich eingeschoben und durch Kreuzschrauben gesichert. Werden beide entfernt, kann der Arm entnommen werden.

    Auf diversen Bildern schon sichtbar war die Anzeige "Annunciator" der laufenden Platte. Diese, zusammen mit der Scan Control Einheit, entfernte ich ebenfalls von dem Rahmen.

    Viele Teile blieben nun am Rahmen nicht mehr übrig. Auf den folgenden Bildern erkennbar löste ich auf der linken unteren Seite ein Blech mit Steckplatz für eine Steuerung. Danach und auch auf vielen anderen die vorherigen Bilder ist der Grad der Verschmutzung deutlich sichtbar. Dies bestärkte mich in meinem Vorhaben all diese Teile zu reinigen und sauber herzurichten.

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    Ein weiteres und eines der letzteren Elemente, welches ich entfernte war die Arretierung des Magazinantriebs (Detent Solenoid/Switch), unten sichtbar im Bild. Bewegt sich das Magazin zu einer bestimmten Position, wird es durch Einrasten des in der Mitte befindenden Zahnrads arretiert.

    Übrig blieb nur noch der zusammengebaute Rahmen der Plattenspielereinheit. Mein Tisch lag voll mit Einzelteilen, welche ich versuchte in Gruppen anzuordnen, um die Übersicht nicht zu verlieren.

    Dieser Beitrag ist voll mit technischen Aspekten und Referenzen. Ich hoffe dennoch, dass er verständlich ist und euch interessante Informationen bietet.

  4. #29
    SYS64738

    Moderator

    Avatar von thom53281
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    Re: Die Jukebox und ich

    Mit kleinen Änderungen am Plastikeinschub (Feile) sollte auch die N77 in das M44 passen. Allerdings stimmt der Winkel dann nicht, da beide Tonabnehmer einen unterschiedlichen Winkel beim Nadeleinschub haben. Du müsstest dann das M44 leicht anwinkeln. Dann sollte auch die N77 funktionieren.

    Zitat Zitat von KePa Beitrag anzeigen
    Dieser Beitrag ist voll mit technischen Aspekten und Referenzen. Ich hoffe dennoch, dass er verständlich ist und euch interessante Informationen bietet.
    Nur weiter so!

  5. #30
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    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    @thom53281: Dadurch wäre es vielleicht auch möglich gewesen. Ich habe stattdessen einer deiner vorherigen Tipps befolgt und beim eBay-Händler Cleorec eine Ersatznadel bestellt. Wie diese klingt wird sich noch zeigen aber die Rezessionen scheinen dafür zu sprechen. Danke nochmals für den Tipp! Rechts das Original, links das Replika:


  6. #31
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    (Threadstarter)

    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    Da folgender Beitrag ziemlich lang ist und viele Bilder enthält, musste ich es auf zwei Beiträge aufteilen. Der zweite Teil wird folgen.

    Upps...

    Eine halbe Stunde liess ich dieses Rahmenteil in der Lauge einweichen, um den Dreck wegzubekommen. Mit dem Pulver war ich dabei nicht gerade zimperlich. Zwischendurch mal wenden und immer wieder mit dem Pinsel drüberfahren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

    Von Nikotin war keine Spur mehr zu sehen. Auch konnte ich die Teile anfassen ohne gleich wieder ein Ekel zu verspüren.
    Das stellte ich natürlich nicht nur mit diesem Stück, sondern auch mit jedem anderen waschbaren Teil an. Jedes Teil einzeln zu waschen dauerte zwar etwas Zeit, dafür wurde ich umso mehr belohnt.
    Ein Beispiel ist hierbei auch das Magazin. Die jeweiligen Hälften wusch ich nacheinander. Auf dem folgenden Bild ist links eine schmutzige sowie rechts eine saubere Hälfte zu sehen:

    Den Cut-Off Switch für den Tonarm legte ich für 5 Minuten ins Laugenbad. Ohne weiteres Zutun, wie etwaiges Abreiben oder Bürsten, kam das Teil blitzblank wieder heraus. Wie man auf dem zweiten der folgenden Bilder erkennen kann, ist auch das Innere dessen wieder sichtbar.

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    Auch die Platte der Tonarmeinheit kam nicht ungeschoren davon. Bis auf ein paar kleinere Korrosionsstellen liess sich der Dreck vollständig entfernen. Folgend ein altes Bild links ebenfalls zum Vergleich.

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    Letztendlich waren alle Teile, die ich eintauchen oder zumindest mit Tüchern und Pinseln reinigen konnte, wieder sauber. Ich merkte dabei auch, dass der dezente Geruch nach Zigaretten in meinem Wohnzimmer langsam wieder nachliess. Es folgte der Zusammenbau. Zuerst setzte ich den Rahmen wieder zusammen und verschraubte dessen Elemente.

    Von hieran konnte ich alle anderen Teile Stück für Stück dem Rahmen wieder zufügen. Dabei fing ich mit einfachen Sachen wie dem Antriebszahnrad des Magazins an.

    Weiter ging es mit dem Blech mit Steckverbindungen und der Vormontierung des Antriebs für den Popularity Meter. Ebenso wurde der Hub Solenoid wieder befestig.

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    Gut erkennbar an diesen Bildern ist, dass die Bleche wieder in ihrer ursprünglichen Farbe erstrahlen. Auch Teile wie die Kunststoffrolle des Popuplarity Meter-Antriebs haben den starken Gelbstich verloren.
    Als nächstes setzte ich den Antrieb des Transferarms wieder zusammen. Das schloss auch die Montage des Toggle Shifter Linkage mit ein. Man beachte den klaren Grauton des Rahmens und das nun lesbare Typenschild.

    Ein vorheriges Bild zum Vergleich:

    Der Transferarmantrieb funktioniert natürlich nicht ohne den Transfer Motor. Die Einheit hierfür setzte ich ebenfalls wieder zusammen und montierte sie seitlich an.

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    Im gleichen Zug spannte ich nun auch den Riemen des Popularity Meter-Antriebs.
    Folgende Zeichnung gibt noch etwas mehr Aufschluss auf die Zusammensetzung des Transferarmantriebs:

    Zu sehen sind beide Achsen mit Zahnradelementen sowie das Toggle Shifter Linkage. Das Metallstück, welches durch den Transfer Motor gehoben und gesenkt wird, um das Getriebe anzutreiben, trägt die Nummer 15. Bei der Zusammensetzung des Getriebes muss auf die Position der Zahnräder geachtet werden, damit Tonarm und Transferarm später zum richtigen Zeitpunkt in die richtige Richtung bewegt werden.
    Hierbei hilft die entsprechende Anleitung aus dem Service Handbuch.

    Zuerst wird der Transfer Motor in eine Grundposition gebracht, welches durch das Ansetzen eines Inbusschlüssels an dessen Welle erreicht werden kann. Das verbundene Zahnradelement wird dabei in die unterste Position bewegt. Danach kann die Antriebswelle des Tonarms eingestellt werden. In der folgenden Seite wird die Justierung des Transferarmantriebs beschrieben. Dabei muss das entsprechende Zahnrad in die richtige Ausgangsposition gedreht und dann mit Madenschrauben fixiert werden:

    Da der Motor nun eingesetzt und mit dem Transferarmantrieb wieder verbunden war, konnte ich nun auch den Transferarm wieder befestigen.

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  7. #32
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    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    Die nächste Einheit war der Annunciator zusammen mit der Scan Control Einheit. Da ich zur Reinigung elektrische Elemente wie Magnetspulen abmontierte, musste ich diese erst wieder anbringen. Danach konnte die komplette Einheit seitlich am Rahmen wieder verschraubt werden.

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    Nachdem diese Einheit montiert war, konnte auch der Kabelbaum, welcher sich an der Transfer Motor Einheit zentriert, erneut verlegt werden.

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    Auch die Tonarmeinheit wurde wieder zusammengesetzt. Gerade diese machte nach der Reinigung einen deutlich besseren Eindruck.

    Wie in einem vorherigen Post bereits erwähnt, erwarb ich eine Ersatznadel für den Tonabnehmer. Originalnadeln für solch alte Abnehmersysteme sind meist schwerer zu finden. Viele werden jedoch von Drittherstellern nachproduziert, so auch diese:

    Rechts das Replikat, links das Original.

    Bereits im Startpost erwähnte ich, dass ich das Tonarmkabel ersetzen möchte. Das Original ist ziemlich steif und kurz geraten. Bewegt sich der Tonarm über die Platte hinweg, übt es seitlichen Zug aus, was dazu führen kann, dass die Nadel über die Rillen springt. Es hat ein bisschen gedauert aber letztendlich konnte ich ein geeignetes Kabel, welches trotz der vier Adern und Schirmung sehr flexibel ist. Zuerst löste ich die Steckverbindungen von den alten Kabeln und setzte das neue Kabel anschliessend ein.

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    Nachdem die Tonarmeinheit nun wieder montiert war, musste diese natürlich auch eingestellt werden. Wer sich heute einen halbwegs vernünftigen Plattenspieler kauft kann eine Menge einstellen:

    Tonarmhöhe: Die grundsätzliche Höhe des Tonarms im Verhältnis zur Platte. Bei vielen Plattenspielern gilt es den Tonarm parallel zur Plattenoberfläche auszurichten.
    Azimut: Beschreibt die vertikale Ausrichtung der Nadel zur Platte. Die Nadel sollte frontal betrachtet keine seitliche Neigung aufweisen.
    Auflagegewicht: Beschreibt den Druck der Nadel auf der Platte. Dies ist abhängig vom verwendeten Tonabnehmersystem. Gemessen in Gramm oder Millinewton (mN).
    Anti-Skating: Wirkt der Kraft entgegen, die versucht, den Tonarm zum Plattenzentrum zu ziehen. Dies kann entweder durch ein kleines Rad mit einer Skala oder z.B. einem kleinen Gewicht, welches umgehängt werden muss, eingestellt werden.

    Das klingt nach ziemlich viel Arbeit, kann es auch werden ohne entsprechende Hilfsmittel, ist aber bei der Jukebox ziemlich trivial, denn:
    - Tonarmhöhe fällt weg.
    - Azimut fällt weg.
    - Anti-Skating fällt weg.

    Bleibt also nur noch das Auflagegewicht. Der Tonarm besitzt am hinteren Ende ein Gegengewicht. Dieses ist verschraubt, kann durch Drehen verschoben und anschliessend mit einer Madenschraube fixiert werden. Mit einer Tonarmwaage lässt sich nun das Auflagegewicht messen und entsprechend einstellen. Dabei wird die Nadel auf der Waage aufgesetzt.
    Wie bereits erwähnt ist das Auflagegewicht von System zu System unterschiedlich und richtet sich an den Herstellerangaben.
    Nadeln gewöhnlicher Plattenspieler haben oft eine niedrige Auflagekraft von etwa 1-2g. Die hier verwendete Shure N44 Nadel arbeitet mit 3-5g. Entsprechend stellte ich das Gegengewicht ein um einen Wert innerhalb der Vorgaben zu erzielen.

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    Jedoch blieb es nicht nur beim Auflagegewicht. Die Jukebox setzt natürlich den Tonarm selbstständig auf die Platte. Natürlich ist wichtig, dass die Nadel auf der richtigen Stelle der Platte, der Einlaufspur abgesetzt wird. Man bedenke, dass diese Stelle gerade mal rund 3-4 mm bemisst. Einstellen lässt sich die Absetzposition über das in der unteren Grafik beschriebenen "Cam Follower Plate". Dies ist eine Platte am hinteren Ende des Tonarms, welche die Tonarmantriebswelle mit zwei senkrechten Bolzen umschliesst. Der horizontale Winkel dieser Platte und damit die Verschiebung der Absetzposition kann durch Lösen einer Schraube eingestellt werden.

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    Auch in der oberen Anleitung beschrieben ist die Positionierung des Cut-Off Switch. Dieser kann bei gelösten Schrauben verschoben werden, um die Position zu verschieben, wann er durch den Magnet unterhalb des Tonarms ausgelöst wird. Interessant finde ich hier, dass gemäss Schaltplan bei Auslösung des Schalters der Verstärker stummgeschalten wird.
    Um den Magazinantrieb langsam zu vervollständigen, montierte ich nun die Stopping Switches, Gears, And Reset Solenoids Einheit. Hier war nun wichtig diese in der richtigen Position anzubringen. Das Service Handbuch schreibt hierfür vor, dass eine eingravierte Markierung auf dem Zahnrad mit einer Blechkannte des Rahmens rechts davon eben sein muss. Diese Markierung ist auf dem zweiten Bild leicht durch die Gravur "200 –" sichtbar.

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    Wurde diese Einheit nun gemäss dieser Markierung montiert, ist der Antrieb damit auf Position "A1" ausgerichtet. Das Bedeutet, dass nun alle folgenden Einheiten wie das Magazin, der Popularity Meter auf Position "A1" stehen müssen. Auch den bereits montierten Annunciator stellte ich auf diese Position ein. Ich hatte nun also einen Referenzwert, an dem ich mich Richten konnte.
    Um den Antrieb des Popularity Meters zu justieren, setzte ich den Popularity Meter auf, löste wie in der folgenden Anleitung beschrieben die Madenschrauben des Antriebszahnrads und konnte dieses auf der fixierten Achse verschieben bis der Popularity Meter sich die Position "A1" oben vor dem sogenannten "Pin Actuator" befand.

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    Als nächstes folgte die Montage des Magazins. Dessen Hälften setzte ich wieder zusammen und setzte es wieder auf die Achse. Dabei achtete ich, dass die Position "A1" ebenfalls zentriert unter dem Transferarm steht. Zum Schluss wurden bewegliche Teile geschmiert und geölt. Damit war die Montage beendet.

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    Das Zerlegen und wieder Zusammensetzen dieser Einheit machte mir ziemlich Spass. Vorallem aber auch gab es mir einen tiefen Einblick wie einzelne Komponenten funktionieren und miteinander arbeiten. Das wird mir, im Falle eines Falles, bei der Fehlersuche helfen. Auch ist es erstaunlich wie mechanische Herausforderungen gelöst wurden. Betrachtet man die Funktionsweise näher, kommt man automatisch zum Schluss, dass jemand viel Zeit damit verbrachte sich das auszudenken. Generell war die Mechanik, wie angenommen, gut in Schuss. Sie musste hauptsächlich gereinigt und neu justiert werden. Mit dem Ergebnis bin ich dabei sehr zufrieden. Zum Schluss habe ich noch zwei Videos für euch (leider kann ich diese hier nicht einbetten). Diese zeigen wie die Mechanik eine Platte auflegt. Hierfür kann der Transfer Motor durch einen Inbusschlüssel o. ä. bewegt werden. Somit kann auch überprüft werden ob alle Einheiten sauber aufeinander abgestimmt sind und sich flüssig bewegen.


  8. #33
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    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    Man stelle sich vor, man hat eine Jukebox in seiner Bar in Betrieb. Die Leute werfen ihr Kleingeld hinein, um ihre Lieblingslieder zu hören. Manche Titel werden dabei häufiger gespielt, andere weniger. Natürlich möchte man so viel Geld wie möglich mit der Jukebox verdienen. Daher sollte sie auch Musik bieten, die die Leute gerne hören. Dazu wäre es hilfreich herauszufinden, welche Platten am beliebtesten sind und welche im Magazin nur als Platzhalter dienen. Nun hat ein Wirt aber selten Zeit sich gerade aufzuschreiben welches Lied läuft. Einen Klickzähler wie auf Youtube gab es damals auch noch nicht. Zumindest nicht in der Form.
    Der Popularity Meter soll genau das Problem lösen. Im Prinzip ist es eine Art Kassette. Sie hält 100 dünne Metallstifte, welche verschoben werden können. Jeder einzelne dieser Stifte steht für eine Selektion. Sichtbar auf dem unteren Bild ist das durch die seitliche Beschriftung, welche jedem Stift eine Selektion zuweist.

    30 Schritte braucht es bis ein Stift seine letzte Position erreicht. Das bedeutet, das in einem Zyklus die "Hits" einer Platte bis zu 30 mal gezählt werden können. Vermutlich wurde der Populartiy Meter nie zurückgesetzt, weshalb auf dem Bild alle Stifte bis zum Anschlag herein geschoben sind. Im Normalfall sind sie mit leichten Widerstand verschiebbar. In diesem Fall jedoch waren sie festgesetzt. Offensichtlich trocknete das Schmiermittel aus und klebte sie fest. Nur mit Gewalt liessen sie sich bewegen. So musste ich den Populartiy Meter also reinigen. Das geschah zuvor schon als ich andere Teile in der Lauge einlegte. Dadurch war er zwar wieder sauberer, die Stifte liessen sich aber immer noch nicht bewegen. Ich musste also besser an die Führung der Stifte rankommen, um das vertrocknete Schmiermittel zu entfernen. Hierzu entfernte ich zuerst die Beschriftung, welche auf einem breiten Metallstreifen gedruckt ist.

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    Unter dem Beschriftungsring befand sich ein Plastikband, welches mittig auf dem zweiten der oberen Bilder zu sehen ist. Während das Schmiermittel dafür sorgte, dass die Stifte sich problemlos bewegen konnten, sorgte dieses Band um die Stifte gespannt dafür, dass dennoch eine gewisse Reibung und damit Widerstand entsteht. Dieser Widerstand ist notwendig, damit der Mechanismus, welcher die Stifte verschiebt, erkennt wann er einen Stift berührt und wie weit er diesen verschieben muss. Das Band war allerdings so hinüber wie das Schmiermittel und musste also auch entfernt werden. Dabei kam mir schon ziemlich viel Dreck entgegen. Scheinbar bröselte das vertrocknete Schmiermittel vor sich hin.
    Es folgte eine Behandlung mit heissem Wasser und einer Bürste. Stück für Stück löste sich der Schmutz und die Stifte begannen von alleine zu verrutschen, wenn man den Popularity Meter in der Hand wendete. Aber was ist eigentlich, wenn die Stifte alle hereingeschoben sind und der Popularity Meter die Selektionen nicht mehr mitzählen kann? Durch das Reindrücken des Metallrings auf der Vorderseite lässt er sich einfach zurücksetzen wie auf dem folgenden GIF sichtbar:


    Nun blieb aber ein Problem offen. Die Stifte liessen sich zwar nun alle wieder verschieben, allerdings ohne Widerstand und sie tendierten, wie bereits erwähnt, zu verrutschen, wenn der Popularity Meter nur bewegt wurde. Ich musste also das Plastikband irgendwie ersetzen. Das Band muss leicht elastisch sein, um es um die Stifte spannen zu können. Auch muss es genauso breit wie der Abstand zwischen den beiden Metallscheiben, welche die Stifte halten, sein. Ich dachte über diverse kompliziertere Lösungsansätze nach und kam aber letztendlich zu einer sehr einfachen Variante. Ich nahm schwarzes Isolierklebeband zur Hilfe. Dieses ist leicht elastisch und war damit flexibel genug für meine Idee. Der Plan war es die Stifte mit diesem Band zu umwickeln. Da ich aber nur einen leichten Reibungswiderstand benötigte und die Stifte nicht festkleben wollte, wickelte ich das Band mit der nicht klebenden Rückseite um die Stifte herum bis sie über den kompletten Abstand der zwei Metallscheiben eingewickelt waren. Die Stifte waren nun nur noch mit einem leichten Widerstand beweglich und konnten auch nicht mehr selbständig verrutschen. Es blieb allerdings ein Problem. Bewegte man mehrere Stifte auf einmal, zum Beispiel beim Zurücksetzen des Popularity Meters, drohte das neu geschaffene Band zu stauchen und seine Form zu verlieren. Dies konnte ich allerdings einfach beheben. Da ich das Klebeband rückseitig aufwickelte, konnte ich nun einen Papierstreifen mit passgenauer Breite auf die klebende Seite kleben. Das etwas stärkere Papier brachte die notwendige Stabilität und der Popularity Meter war wieder funktional. Zum Schluss musste lediglich wieder der Beschriftungsring angebracht werden.

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    Aber wie funktioniert der Mechanismus, welcher diese Einheit antreibt?
    In erster Linie dreht sich der Popularity Meter, wie bereits in einem vorherigen Beitrag erwähnt, mit dem Antrieb des Magazins. Steht das Magazin auf Position "A1", tut dies der Popularity Meter ebenfalls, indem die entsprechende Selektion oben zentriert ist. Der entsprechende Stift, oder auch Pin genannt, befindet sich nun vor dem "Pin Actuator", dem Teil, der den Pin nun verschiebt.


    Der "Pin Actuator" ist Bestandteil des Transferantriebs, welcher die Platte aus dem Magazin holt und auf den Plattenteller legt. Offen bleibt noch die Frage, wie dieser Mechanismus nun merkt, wann er den Pin berührt und ihn dann nur einen von 30 Schritten verschiebt. Auf dem unteren Bild ist die entsprechende Komponente zu sehen.

    Rote Pfeile: Bewegungsrichtungen mechanischer Teile
    Blaue Pfeile: Unterstützung der Beschriftung
    Diese Komponente ist verbunden mit dem Transfer Motor. Wird letzterer aktiv, bewegt sich das Metallstück (1) nach oben. Der sich unten links befindende Winkel (2) folgt dieser Bewegung, da er durch eine lange Spiralfeder nach oben gezogen wird. Das obere Ende des Winkels (3) neigt sich dadurch nach links bzw. vorne und bewegt den "Pin Actuator" (4) nun zum entsprechenden Pin hin. Ohne weiteres würde nun aber der "Pin Actuator" den Pin bis zum Anschlag hinein schieben wodurch aus dem Popularity Meter lediglich ein binäres System, welches nur die Werte 0 für nicht gespielte Platten und 1 für gespielte Platten (unabhängig wie oft) kennen würde. Der Mechanismus ist also noch ein bisschen komplexer.

    An der Achse des "Pin Actuators" befindet sich eine kleine, schwache Spiralfeder, welche diesen nach vorne neigt (in diesem Bild gegen den Uhrzeigersinn) (5). Diese Neigung hält der "Pin Actuator" so lange bei, bis er einen Pin berührt. Drückt er gegen einen Pin, senkt sich das hintere Ende des "Pin Actuator" (6) ohne den Pin dabei zu verschieben. Dieses Ende besitzt einen kleinen Metallbolzen mit einer Verzahnung, welcher in einer weiteren Kunststoffführung läuft (7). Die untere Fläche der Kunststoffführung (8) besitzt über die ganze Länge ebenfalls eine Verzahnung, aufgepasst, mit 30 Zähnen.

    Senkt sich nun also das hintere Ende des "Pin Actuator", weil dieser am zu verschiebenden Pin angekommen ist, hakt genannter Metallbolzen (7) in der Verzahnung der Führung (8) ein. Je nachdem auf welcher Position sich der Pin befindet, beziehungsweise wie weit er zuvor schon hereingeschoben wurde, hakt der Bolzen natürlich an unterschiedlicher Stelle ein. Dadurch kann sich der "Pin Actuator" vorerst nicht weiter zum Pin hinbewegen. Die Mechanik "weiss" allerdings nun, dass sie den Pin berührt und hat sich diese entsprechende Position "gemerkt". Der Pin wird nun zwar berührt, wurde aber noch nicht verschoben, da die Mechanik durch das Einhaken des Bolzens in der Kunststoffführung nun ja eigentlich blockiert ist. In der Zwischenzeit übt der Winkel (2/3) aber weiterhin Druck aus. Nun ist die Kunststoffführung (8) nicht vollends auf der Metallplatte fixiert, sondern lässt sich am oberen Ende (9) leicht nach vorne bewegen, nämlich genau einen "Schritt" lang.

    Hakte nun der "Pin Actuator" ein, weil er den Pin berührt, gibt die Kunststoffführung dem weiteren Druck nach und der "Pin Actuator" kann den Pin um einen Schritt weiter verschieben. Damit wurde das Auflegen der entsprechenden Platte gezählt. Wird die Platte wieder im Magazin verstaut, bewegt sich das rechte Metallstück (1) wieder nach unten und bewegt letztendlich den "Pin Actuator" in seine Ursprungsposition zurück.

    Folglich ein kurzes Video, welches ich aufzeichnete, um den Vorgang zu zeigen. Man kann erkennen, wie sich der "Pin Actuator" zum Pin hinbewegt und sich nach hinten neigt, sobald er den Pin berührt. Auch ist zu erkennen, wie dann die Kunststoffführung nach vorne nachgibt, um den Pin einen Schritt weiter verschieben zu können.


    Auf dem Video kann man gut erkennen, wie der "Pin Actuator" sich zum Pin hinbewegt und zurückgeneigt wird, sobald er den Pin berührt. Dabei hakt, wie beschrieben, der Metallbolzen am hinteren Ende in der Kunststoffführung ein. Letztere gibt nach vorne hin nach, um den Pin letztendlich einen weiteren Schritt zu verschieben.

    Ich hoffe das war interessant für euch!

  9. #34
    Pottblach™ Avatar von Bruder Mad
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    Re: Die Jukebox und ich

    Ich fand bis jetzt alles äußerst interessant. Davon ab ist es immer schön, solche Mechaniken zu sehen. Da hat sich damals wirklich wer eine Menge Gedanken gemacht!
    Für diesen Beitrag bedanken sich Desken, KePa

  10. #35
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    Re: Die Jukebox und ich

    @Bruder Mad: Während dieser ganzen Restauration war ich bisher immer wieder begeistert auf welche Art und Weise technische Herausforderungen gelöst wurden. Man muss sich vor Augen führen, dass all die Aufgaben der Jukebox heute durch nicht mal eine Hand voll Mikrochips gelöst werden. Dazwischen liegen gerade mal 50-60 Jahre.



    Mit dem Popularity Meter war die Plattenspielereinheit vollständig revidiert. Es blieben aber noch andere Teile übrig, welche noch gereinigt oder gewartet werden müssen. So zum Beispiel der Verstärker.
    Das Soundsystem der Jukebox besteht aus einem Vorverstärker und der entsprechenden Endstufe. Beide Einheiten sind auf der Innenseite einer Klappe montiert, welche sich auf der Rückseite der Jukebox befindet. Um mir die Arbeit leicht zu machen, habe ich kurzerhand das Scharnier der Klappe gelöst und letztere einfach nach Hause genommen. Auf dem unteren Bild sieht man links die Endstufe, rechts den Vorverstärker. Da zu dieser Zeit Röhrenverstärker noch üblich waren, sind auch diese mit Röhren bestückt.

    Röhren-was?

    https://www.likehifi.de/allgemein/fa...enverstaerker/
    https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B...erst%C3%A4rker

    Die Elektronenröhre kam Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Markt, wurde als elektrisches Bauteil zur Signalverstärkung genutzt und öffnete damit neue Türen für die Radio-, Fernseh- und Computertechnologie. Bis in die 50er und 60er Jahre wurde die Röhre weiterentwickelt und erzielte damit gute Ergebnisse in der Audioverstärkung. Später aber drängten Transistoren die Röhre immer weiter vom Markt. Transistoren sind kleiner, billiger, mechanisch unempfindlicher und effektiver. Röhren hingegen brauchen Hochspannung, geben viel Wärme ab, haben daher einen geringeren Wirkungsgrad, brauchen Zeit um sich aufzuheizen, verschleissen und ändern damit ihre Klangcharakteristik.
    Trotz allem führten diese Nachteile nicht zum Aussterben der Röhre. Auch heute findet sie noch immer ihren Einsatz, wie z.B. in Gitarrenverstärkern. Auch fingen diverse Hersteller in den 90ern an hochwertige Röhrenverstärker zu bauen und machten sie zum Retrodesignobjekt. Gerne brachten sie dabei die Röhren ausserhalb des Gehäuses an, um den sanft glimmenden Charme dieser zu veranschaulichen.

    Auch wenn die Röhre einige Nachteile hat, hielt mich das nicht davon ab den Verstärker der Jukebox trotz diverser Ratschläge von Bekannten und Freunden zu behalten. Selbst wenn der Klang dem Hi-Fi Standard nicht gerecht sein sollte, so gehört er immer noch zum Charme der Jukebox. Wie bereits zuvor schon mal erwähnt, konnte ich die Jukebox zum Anspielen einer Platte animieren und der Klang konnte sich durchaus hören lassen. Als erstes, jedoch, musste ich Vorverstärker und Endstufe reinigen. Wie alles andere auch sammelten sie Nikotinablagerungen und sahen dementsprechend vergilbt aus, was man auf den unteren Bildern erkennen kann.

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    Gerade um die wärmestrahlenden Baugruppen legten sich ordentliche Gelbschleier ab. Ein erster Schritt war es die beiden Verstärker von der Holzklappe zu lösen und deren Röhren abzunehmen.

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    Das ermöglichte auch einen Blick unter die beiden Einheiten zu werfen, was man sich im Nachhinein wünscht nicht gemacht zu haben.

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    Platine? Meinten Sie Praline?

    Offensichtlich lagen die Prioritäten nicht bei einer geordneten Verkabelung. Kauft man zum Beispiel einen Kondensator, besitzt dieser zwei lange Drähte. In der Regel werden diese auf eine Platine gesteckt, verlötet und bündig abgeschnitten. Hier hat man die Drähte einfach gespreizt, um von einem Punkt quer zum 4 cm entfernten anderen Punkt zu kommen. Ohne Isolierung. Ohne Platine. Zumindest visuell konnte ich keine problematischen Dinge erkennen. Weiter werde ich die Verkabelung vorerst auch nicht bearbeiten. Sollte dies aber mal notwendig sein, kann ich auf komplette Schaltpläne zurückgreifen.

    Das Gehäuse wollte ich dennoch vom Nikotin befreien. Natürlich konnte ich die Verstärker nicht einfach ins Laugenbad legen, sondern musste mir etwas anderes einfallen lassen. Ich legte einen gelben Sack als Folie aus, bereitete eine Lauge in einer Schale vor und nahm einen Pinsel zur Hilfe, um die Oberfläche damit einzureiben.

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    Etwas mühselig aber dennoch effektiv konnte ich so auch hier den Dreck entfernen. Auf dem folgenden Bild lässt sich der Unterschied sehen. Während die obere Hälfte des Verstärkers noch im Originalzustand war, war die untere Hälfte bereits bearbeitet.

    Das Endergebnis war zufriedenstellend. Die Röhren warf ich kurzerhand ins Laugenbad und steckte sie anschliessend ebenfalls wieder auf ihr Sockel.

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    Nun, wie bereits erwähnt sind Röhren Verschleissteile. Mit der Zeit werden sie schlechter und fangen an zu verzerren. Bei der Reinigung konnte ich noch das originale Rowe Herstellerlogo auf den Glaskolben erkennen, was mir sagte, dass es sich hierbei immer noch um die ersten Röhren handelt, welche die Jukebox ab Werk bekommen hatte. Auch wenn sie noch funktionieren sollen, entschied ich mich dazu sie zu ersetzen. Hersteller wie Tube Amp Doctor (TAD) oder Electro-Harmonix (EHX) produzieren noch immer Röhren, unter anderem für ihre eigenen Audioprodukte.
    Neben den Sockeln sind die Modellnummern der entsprechenden Röhren auf dem Gehäuse gedruckt. Folgende Röhren werden für die Verstärker benötigt:

    Vorverstärker:
    2x 7025/ECC83 Unter anderem verfügbar von TAD
    1x 12AT7/ECC81 Unter anderem verfügbar von TAD
    2x 6AW8A Wird nicht mehr produziert, alte Bestände auf Ebay

    Endstufte:

    Zusammen kommt man also auf 12 Röhren, um beide Einheiten neu zu bestücken.

    Die bei Herstellern noch immer verfügbaren Röhren konnte ich entsprechend bestellen. Die Preisspanne pro Röhre ist dabei recht unterschiedlich. Manche sind neu für rund 7€, andere für 35€ zu kriegen. Beide Verstärker neu auszustatten ist daher auch nicht gerade ein günstiges Vergnügen. Die Röhren des Typs 6AW8A musste ich jedoch bei einem Ebay-Verkäufer aus Kanada bestellen. Zu diesem Typ bestellte ich gleich Überschuss, da sie wie angedeutet nicht mehr produziert und damit auch nicht mehr billiger werden.
    Die Arbeit an den Verstärkern war damit erledigt. Ich bin gespannt auf den Klang, wenn ich sie wieder in Betrieb nehmen werde. Interessant ist, dass auf dem Vorverstärker die Klangcharakteristik eingestellt werden kann. Durch kleine Schalter können Höhen und Tiefen beider Stereokanäle an die Raummoden angepasst werden, um einen optimalen Sound zu erzielen. Im Service Handbuch stehen hierzu auch mehrere Hinweise, einschliesslich der optimalen Positionierung der Jukebox im Raum.

    Zu guter Letzt kümmerte ich mich noch um die Münzmaschine der Jukebox. Diese reinigte ich ebenfalls mit Lauge und schmierte einzelne Elemente anschliessend. Wie im Startpost schon erwähnt akzeptier diese Schweizer Franken, genauer gesagt 20 Rappen, 50 Rappen und 1 Franken Stücke.

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    Voll mechanisch erkennt diese Einheit die Münze und wirft sich am unteren Ende einen von drei Auswürfen aus. Fällt eine Münze durch einen dieser Auswürfe, wird einer der Plexiglashebel nach unten gedrückt, wodurch ein Kontakt geschlossen wird. Mit jedem Schliessen eines solchen Kontakts zählt die Jukebox die Credits. Das passiert mit der zuvor behandelten Credit Unit.

    Abhängig des gewählten Preismodells, kann der Gast entsprechend viele Platten zum Abspielen auswählen.

  11. #36
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    Re: Die Jukebox und ich

    Wieder mal ein schöner Bericht! Aber eine kurze Anmerkung (auch für die Raucher hier) sei mir gestattet:
    Die gelben Ablagerungen kommen nicht vom Nikotin (denn das ist farblos), sondern vom Teer. Das Zeug sorgt hauptsächlich auch für Lungenschäden bei Rauchern.
    Für diesen Beitrag bedanken sich phre4k, KePa

  12. #37
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    Re: Die Jukebox und ich

    @Bruder Mad: Danke! Dann habe ich heute wieder etwas gelernt.

  13. #38
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    Re: Die Jukebox und ich

    Mal ein winziges Update nach der Sommerpause.

    In der Zwischenzeit habe ich mehr Recherche betrieben als tatsächlich am Material gearbeitet. Eine ganze Weile verbrachte ich damit einen Betrieb für Galvanik zu finden, welcher bereit ist Privataufträge anzunehmen. Letztendlich konnte ich eine Adresse ausfindig machen und die Leisten der unteren Front und der Haube mitnehmen.

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    Leider war die knapp einstündige Autofahrt umsonst. Die Leisten der Front seien zusehr vom Rost angefressen, wenn auch nur oberflächlich, und die der Haube würden sich, da es deren Auskunft nach Zink sein soll, im Chrombad auflösen. Enttäuscht fuhr ich mit meinen Teilen zurück.
    Es blieb also die Variante mit der Chromfolie. Derartige Folien gibt es in diversen Ausführungen. Teurere besitzen sogar Luftkanäle im Kleber, damit Luftblasen beim Aufkleben rausgedrückt werden können. Ein solches Muster hatte ich bereits zuvor erhalten. Diese Variante der Folie ist allerdings relativ dick und erlaubt es durch ihre Steifheit nicht über Kanten geklebt zu werden. Ich brauchte eine dünnere Folie. Auf selbstklebefolien.com fand ich letztendlich eine Chromfolie aus Polyester welche mit 50 µm die dünnste ist, welche ich online finden konnte. Bei dieser Folie musste ich allerdings auf Luftkanäle verzichten, was mir die Arbeit noch erschweren sollte. Der Laufmeter war innerhalb weniger Tage da.

    Zu Beginn brachte ich die Folie nur auf den Leisten der Front an. Zuerst mussten die Teile jedoch geschliffen werden, um den oberflächlichen Rost zu entfernen und für eine glatte Oberfläche zu sorgen. Das kürzere Element war einfach zu bekleben. Die Herausforderung bestand jedoch darin Blasen zu vermeiden, während die Folie über die ganze Länge gleichmässig angebracht werden musste. War einmal eine Blase eingeschlossen, konnte man von vorne beginnen, da der Kleber bereits stark haftete und ein Abziehen die Oberfläche der Folie nur beschädigte. Dies passierte mir mehrere Male bei der längeren Leiste, was mich dann doch einige Nerven kostete. Letztendlich kann ich jedoch mit dem Ergebnis zufrieden sein.

    Die Folie kommt dem Chromeffekt sehr nahe und verleiht den Teilen wieder ein schönes Aussehen. Die Leisten der Haube benötigen jedoch noch etwas Arbeit. Wie zuvor schon angedeutet platzt hier der Chrom ab und bildet Blasen. Meine Idee war es auch hier mit der Folie zu arbeiten. Zuvor soll der Chrom jedoch abgeschliffen werden. Leichter gesagt als getan. Chrom ist sehr hart, härter als das Grundmaterial der Leisten und lässt ein Schleifpapier schnell alt aussehen. Selbst der abgelassene Frust des vergeblichen Versuchs einer Dame meines Interesses näher zu kommen konnte nicht helfen, denn ich kam nur sehr langsam voran. Über einen Kontakt meines Vaters möchte ich nun herausfinden ob der Chrom durch Ätzen entfernt werden kann.

    In der Zwischenzeit machte ich es mir auch zur Aufgabe das Gehäuse weiter abzuspecken. Ich baute den Haupttransformator sowie den 12" Tieftöner und die Sicherungsbox aus.

    Links im Bild ist der Trafo zu sehen. Der Lautsprecher ist einem sehr guten Zustand und verglichen zu den anderen kaum verschmutzt. Beim Ausbau dieser Komponenten stellte ich fest, dass es sich der Hersteller mit der Umrüstung von 110V auf 230V für den ausländischen Markt sehr einfach machte. In der amerikanischen Version führt das Stromkabel direkt zur Sicherungsbox der Jukebox. Bei der Umrüstung wurde es lediglich in den unteren Raum der Rückseite geworfen und an der Seite des Haupttransformators eingesteckt, denn dieser besitzt eine herkömmliche amerikanische Steckdose an der Seite. Aus dem Trafo selbst kommt dann das Stromkabel für den 230V Anschluss. Clever gelöst.
    Das Anschlusskabel möchte ich allerdings ersetzen, da es sehr hart wirkt und am Ende einen Schweizer Stecker trägt. Zu meinem Erschrecken durfte ich folgendes beim Öffnen des Trafos sehen:

    Die Isolierung bröselte schlichtweg davon. Bog man das Kabel ein bisschen, brachen sofort weitere Stücke mit leisen Knistern ab. Hinzu kommt dass die Verbindungen mit den kleinen schwarzen Kappen lediglich verdrehte Litzen sind, auf welche besagt Kappen gedreht wurden. Das Kabel zu ersetzen war definitiv eine gute Entscheidung. Man bedenke, dass ich die Jukebox mit diesem Kabel bereits im laufenden Betrieb hatte...

    Die Sicherungsbox nahm ich mit, um sie wie alle anderen Teile auch zu reinigen. Sie besitzt zwei 8 Ampere Glasrohrsicherungen und verteilt den Strom auf Beleuchtung und Mechanik. Zudem trägt sie den Einschalter, welcher durch ein Loch in der Rückwand erreichbar ist.

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    Am Gehäuse selbst blieb nicht mehr viel übrig und es ist nun auch deutlich leichter. Nun ist es bereit aussen gereinigt und nachlackiert zu werden. Zur Bestimmung des Farbtons kann ein Farbfächer verwendet werden. Gängig sind hierbei z.B. die von RAL. Leider enthält dieser keinen passenden Farbton also griff ich auf einen NCS Farbfächer zurück. Dieser besitzt mit rund 2000 deutlich mehr Farben, worunter ich den passenden Ton S 8010-Y70R finden konnte. Als nächstes soll die Farbe hierzu bestellt werden.


  14. #39
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    Re: Die Jukebox und ich

    Hallo Kepa,

    ich danke dir für deine Beiträge und deine ausführlichen Erläuterungen. Was soll ich sagen, vor 2 Wochen hat mich das gleiche Schicksal getroffen so wie es dir erfahren ist. Ich konnte genau die gleiche ( was für ein Zufall) Jukebox für einen richtig guten Preis ergattern. Aber natürlich ist diese ein echter Scheunenfund... was bei dir die dicke Schicht jahrelanger Nikotinqualm ist, ist bei mir eine dicke Konservierungsschicht aus Staub und sonstigem Kram. Hilflos stand ich erstmal vor dem Schwergewicht und recherchierte im Internet nach Brochüren und Anleitungen etc. Zufällig traf ich auf deinen Blog und konnte mein Glück erst gar nicht glauben... Gierig und hoch interessiert las ich deine ausfürlichen Beiträge und will mich nun voller Tatendrang und Motivation an das Projekt wagen.
    Gemacht werden muss bei mir vor allem die Mechanik (Pin Wheel Assembly Stifte sitzen teilweise fest, Plattengreifer ist abgebrochen, Riemen läuft nicht in der Führungsrille beim Korb). Dann natürlich noch Chrom erneuern und viiiel putzen und polieren... kannst du mir dabei sagen, wo du die Lauge herbekommen hast?
    Danke schonmal und ich hoffe, du wirst nicht genervt sein, wenn ich dich mit einigen Fragen kontaktiere

    Viele Grüße
    Dennis

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  15. #40
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    Re: Die Jukebox und ich

    @Desken: Hallo Dennis,
    freut mich, dass du hier her gefunden hast und Glückwunsch zu deinem neuen Langzeithobbyprojekt! Es ist schön zu sehen, dass meine Beiträge von denjenigen gefunden werden, die nach solchen Informationen suchen. Gerne stehe ich dir mit meinen Erfahrungen und Informationen zur Hilfe. Scheue dich daher nicht mich mit Fragen einzudecken!

    Den Bildern zu urteilen nach liegt auch dir etwas Arbeit bevor aber wenn man mal angefangen hat und ins Rollen kommt, wird es langsam aber sicher absehbar. Ausserdem macht es Spass sich mit solch alter Mechanik auseinander zu setzen. Äusserlich sieht dein Modell abseitz des Drecks gar nicht so übel aus. Sie wurde nicht grob ramponiert und Dinge wie Scheiben sind auch noch ganz. Mir fallen aber sofort die üblichen Schwachstellen auf. Ich werde versuchen dir hier einmal ein paar Dinge aufzulisten, die für deinen Start interessant sein könnten.

    Um direkt auf deine Frage nach der Lauge einzugehen:
    Bei der Lauge handelt es sich um den Geiger SE1 Anlauger. Diesen kannst du unter anderem auf Amazon bestellen. Generell sei gesagt, dass die Verwendung hiervon mit Vorsicht zu geniessen ist. Zumindest solltest du Gummihandschuhe tragen und eine Schutzbrille in Erwägung ziehen. Achte bei der Reinigung von Teilen darauf, dass du das Gemisch nicht zu stark anrührst. Meist reicht nur wenig Pulver aus (1-2 gehäufte Esslöffel pro Liter). Sei vorsichtig mit lackierten Teilen. Bei schwachem Gemisch ist es meist kein Problem, sofern man die Teile nicht lange der Lauge aussetzt. Manchmal reicht es schon sie nur kurz abzuwischen oder für ein paar wenige Minuten einwirken zu lassen. Danach sofort mit Wasser abspülen.

    Bezüglich des Pin Wheel Assembly:
    In einem meiner vorherigen Beiträge habe ich dieses komplett ausgebaut, um es zu reinigen, das hast du sicher schon gesehen. Ich würde selbiges bei deinem auch probieren. Vielleicht lassen sie sich mit blossem Finger lose drücken. Manche meiner Pins hatten zuerst auch etwas geklemmt. Was ich allerdings, wenn möglich, vermeiden würde, wäre das Pin Wheel Assembly selbst zu zerlegen. Das wieder Einsetzen der Pins stelle ich mir mühselig vor. Sofern ich weiss sollte dies Einheit auch nicht geölt werden.

    Hast du eine vollständige Kopie des Service Handbuchs? Darin steht so ziemlich alles drin was du wissen musst. Gerade die Justageanleitungen sind wichtig. Wenn du dieses nicht hast, kannst du dich gerne mit einer privaten Nachricht an mich wenden.

    Der Vorteil bei diesem Modell ist, dass es noch viele Teile hierfür zu haben gibt. Rowe AMI hat identische oder ähnliche Teile über einige Serien hinweg verwendet und vieles hiervon schwirrt noch im Netz herum. Hier ein paar Addressen, die hilfreich sind:

    http://www.needles4jukeboxes.com/new_page_2.htm
    Für Schlüssel, Schlösser, Nadeln und Co. Hier hatte ich bereits neue Schlösser und Schlüssel (mit original Nummer) bestellt.

    https://www.jukebox-world.de/en/Juke...963-and-later/
    Für ein paar Kleinteile wie Riemen, Federn, Birnen, etc.

    https://www.jukebox-revival.eu/stagi...html?limit=all
    Für diverse Mechanik- und Elektronikteile.

    https://www.decor-tech.ch/ki/Ersatzt...satzteile.html
    Für diverse Mechanik- und Elektronikteile.

    Ganz klar lohnt sich hier auch ein Blick auf eBay (dabei darauf achten die Suche auf "Weltweit" zu stellen).
    Was ich auf den ersten Blick sehe ist, dass links eine Lautsprecherabdeckung sowie die Price Selection Unit fehlen. Das und auch andere Kleinteile wie die kaputten Title Card Halterungen sollten noch zu haben sein.

    Der Chrom, sofern mechanisch nicht beschädigt, sollte sich polieren lassen. Auch ich konnte hier mehr herausholen als zu Beginn gedacht. Das gilt leider nicht für die horizontalen Leisten der Haube. Auf diesen Leichtmetallteilen platzt er, wie auch auf deinen Bildern sichtbar, einfach ab. Hierfür suche ich derzeit noch eine Lösung.
    Schau dir auch die Verkabelung genau an. Die Kabel sind nun mehrere Generationen alt und können spröde sein. Viele der betriebenen Teile laufen mit Netzspannung (110V). Die Erdung ist, so mein bisheriger Eindruck, nicht ganz zureichend, was nicht ungefährlch ist.

    Ich denke diese Informationen und meine bisherigen Beiträge sind schon mal ein Anfang. Ich freue mich auf jeden Fall damit helfen zu können! Wie gesagt, solltest du Fragen haben, lass es mich wissen. Ansonsten wünsche ich dir viel Geduld und Glück bei deiner Arbeit. Das gute Stück hat durchaus ein bisschen Liebe verdient.

  16. #41
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    Re: Die Jukebox und ich

    @KePa:
    Habe mich erstmal gefreut wie ein kleines Kind, als ich vor dem Gerät stand und die fazinierende Mechanik Lebenszeichen von sich gab. Generell finde ich es immer sehr begeisternd, was sich die Konstrukteure für die Mechanik bei solch alten Stücken immer überlegt haben
    Danke für die Einstiegstipps...Lauge ist bestellt und in den nächsten Tagen wird die vordere und obere Abdeckung abgenommen und schön geputzt und nebenbei schön deinen Blog gelesen...In Bezug auf das Pin Wheel Assembly habe ich auch schon gesehen, dass jemand die Stifte Stück für Stück mit der Zange ausgebaut hat...versuche ich aber zu umgehen und wie du schon sagtest, erstmal durch einfaches Bewegen versuchen zu lockern.
    Auch ein dickes Danke an die Links, die du geschickt hattest... die Schlösser fehlen oder mussten leider aufgebohrt werden bei mir. Aber schon während des Einladens ins Auto und des Transportes klimperten einige Pfennige und Markstücke durch die Jukebox. Letztendlich konnte ich ca 15 gute alte Mark zusammensuchen...
    Beim Chrom habe ich schon mal probiert, an der vorderen Abdeckung zu polieren. Dort ist der Chrom noch eigentlich in einem guten Zustand. Nur wir schon zu sehen, blättert bei der oberen Abdeckung die komplette Beschichtung ab. Ich denke, da werde ich mal die von dir erwähnte Chromfolie probieren

    Vielen Dank schonmal für die Tipps

    Dann wünsche ich dir auch noch viel Erfolg für deine Restarbeiten. Bin auf das Endergebnis gespannt

  17. #42
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    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    @Desken: Dass sie schon mal ein Lebenszeichen von sich gibt, ist ja schon mal ein gutes Zeichen!
    Einen gewissen Widerstand sollten die Pins haben, dafür sind die Klammern, die sie umschliessen da. Allerdings, klar, sollten sie nicht festsitzen. Da der Chrom bei dir ebenso dreckig aussieht, empfehle ich dir wie ich es gemacht habe mit einer Chromreinigungspaste und einem Reinigungspinsel mit steiferen Borsten an den unebenen Stellen zu arbeiten. Bei meinem Münzautomat kann ich glücklicherweise Schweizer Franken einwerfen, denn den gibt es noch.

    Solltest du bei deinem Projekt dem Ende entgegen kommen, nimm dich vor "Kaufinteressenten" in Acht! Ich habe schon drei aus dem Freundeskreis, die von meiner Arbeit wissen. Die haben alle kein Geld und wollen sie aber trotzdem haben.

  18. #43
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    Re: Die Jukebox und ich

    Bei den Schleifkontakten, welche falsch gebogen sind, bist du nicht der einzige
    Nun stellt sich die Frage, Produktionsfehler oder doch gewollt

    Grüße

  19. #44
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    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    Dass das im Sinne der Funktionsweise gewollt ist kann ich mir kaum vorstellen. Die spitzen Kannten kratzen so nur auf den Schleifkontakten der Platine herum was nur zu stärkerer Abnutzung führt. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich im Service Handbuch auch eine Zeichnung gesehen, die die Kontakte richtig herum darstellt. Es lässt sich vorsichtig und einfach korrigieren, damit die Kontakte sanfter über Platine fahren können. Wichtig ist dann letztendlich nur, dass sie auf der Achse korrekt ausgerichtet sind.

  20. #45
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    Avatar von KePa
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    Re: Die Jukebox und ich

    Da im Moment nicht sonderlich viel passiert, fallen die Updates im Moment eher kleiner aus. Die verchromten Leichtmetallleisten der Haube machen immer noch Probleme. Auch der letzte Kontakt meines Vaters konnte uns nicht weiterhelfen den Chrom zu entfernen. Die Suche geht hier also weiter.
    Zuletzt habe ich die Selektionseinheit mit nach Hause genommen. Diese hatte ich in einem der ersten Beiträge grob mit einem Handfeger gereinigt. Da ich mich über die Zeit allerdings immer weniger damit abfinden konnte Teile schmutzig zu lassen, nahm ich mir vor auch dieses Stück etwas mehr zu pflegen.

    Die Selektionseinheit besteht aus zwei länglichen Platinen, eine lange für die Buchstabentasten, eine für die Nummerntasten. Wird eine Taste und damit der dahinterliegende Metallstab gedrückt, rastet letzteres ein und schliesst einen Kontakt. Diese Information geht über das obere Kabel mit dem Stecker an die Search Unit. Der Elektromagnet auf der rechten Seite sorgt dafür, dass die eingerasteten Tasten wieder gelöst werden. Die Lampen, welche an den Fassungen neben dem Magnet hängen, zeigen an in welchem Modus, bezahlen oder kostenlos, die Jukebox sich befindet. Man erinnere sich an das kleine Glasfenster neben dem Münzeinwurf.

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    In erster Linie ging es darum den Metallrahmen zu reinigen. Dazu nahm ich die Kartonabdeckung über den Platinen, und letztendlich auch diese ab. Nach der Reinigung wurde alles wieder zusammengesetzt.

    Wie ich in meinem vorherigen Beitrag ankündigte, war das Stromkabel des Haupttransformators ein Fall für die Tonne. Ersatz musste also her, welchen ich von meinem Vater bekam. Ein neues, 5m langes Stromkabel mit Schuko Stecker. Durch die Öffnung des Trafogehäuses geführt, konnte ich es anschliessen. Um die Kontakte gegen Zug zu schützen, nahm ich mir eine kleine Schlauchschelle zur Hilfe. Mit diesen können z. B. Benzinschläuche fixiert werden, indem man den Falz mit einer Zange zusammenpresst. Zufälligerweise passt diese auch auf ein Stromkabel und schon kann dieses nicht mehr rausrutschen.

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    Während Phase und Neutralleiter mit einer Lüsterklemme mit dem Trafo verbunden sind, nahm ich einen Kabelschuh, um den Schutzleiter Zwischen Gehäusedeckel und Trafo durch eine der Schrauben zu fixieren. Lustigerweise wurde das zuvor nur gelöst, indem man die Litze um die Schraube wickelte. Solche Dinge liessen mich in Frage stellen ob die anderen Mechanik- und Elektronikeinheiten überhaupt vernünftig mit einem Schutzleiter verbunden sind. Dies ist nämlich nicht wirklich ersichtlich und liess es mich mit einem Durchgangsprüfer testen. Tatsächlich ist für alle Komponenten, welche gefährliche Spannungen führen ein Schutzleiter vorhanden. Er ist allerdings in den Kabelbaum integriert und teilweise nur versteckt mit dem jeweiligen Gehäuse oder Rahmen verbunden. Eine beruhigende Gewissheit, wenn ich auch selbst einen Schutzleiter verlegt hätte, wäre dieser nicht vorhanden.

    Zum Schluss die neuen Leitungen durchgeprüft und auf Funktion getestet. Läuft.

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    In der Zwischenzeit haben sich auch schon einige Platten angesammelt. Rund 200 Stück bieten nun eine breite Auswahl von den 60ern über Glenn Miller bis hin zu den 90ern à la Counting Crows. Natürlich dürfen auch ein paar "Guilty Pleasures" nicht fehlen. Hört man sich durch die Platten durch, ist es interessant wie sehr sich die Klangqualität über die Jahre verbessert hat. Einige der Platten, aus den 60ern stammend, kann ich leider nicht hören, da sie unglaublich stark knistern und zerren, obwohl sie optisch keinerlei Kratzer oder andere Gebrauchsspuren aufweisen. Andere Platten aus späteren Jahrzehnten sind hingegen ein purer Genuss.

    Natürlich dürfen zu den Platten auf die sogenannten Title Cards nicht fehlen. Manche Singles wurden früher auch in Versionen explizit für Jukeboxen veröffentlicht. Die unterschieden sich meistens nur im Label der Platte. Manche von ihnen hatten aber auch das Titelschild zum ausschneiden auf dem Cover gedruckt.
    Es gibt aber auch andere Wege, wie zum Beispiel über einen online Title Card Creator. Hier müssen nur Titel sowie Interpreten eingegeben und das gewünschte Aussehen gewählt werden. Zum Schluss erhält man ein PDF Dokument zum Ausdrucken. Man sollte dabei darauf achten, dass man Optionen wie „An Seite anpassen“ deaktiviert, damit die Grösse der Schilder später stimmt. So habe ich schon einen ganzen Stapel solcher Title Cards gedruckt, welche perfekt in die Halterungen passen.

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    Ich hoffe, dass ich nächstes Mal wieder mehr berichten kann.

  21. #46
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    Re: Die Jukebox und ich

    Im nun schon wieder vergangenen Monat hat sich wieder ein bisschen was getan. Nachdem ich so ziemlich alles an Mechanik überholt habe, ging es um die Vorbereitung des Gehäuses zur Reinigung und Lackierung. Innen wollte ich den gröbsten Dreck mit einer Bürste lösen und später ausblasen. Da innen aber so viele Kabel verlegt waren, wurde das etwas schwierig. Auch waren diese ziemlich schmierig und klebrig. Ich stand vor einem Dilemma.

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    Ach, was solls. Raus damit:

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    Kurzerhand nahm ich den gesamten Kabelbaum raus. Zuvor dokumentierte ich ihn natürlich durch einige Bilder, um in später wieder richtig einzusetzen. Natürlich ging von diesem auch ein eindeutiger Geruch aus, welcher mich auch zu dieser Entscheidung bewegte. Interessanterweise fiel mir dabei auf, dass das Holz der Innenseite überhaupt nicht nach Rauch roch. Offensichtlich wurde dieser vollständig absorbiert. Lediglich der leichte Geruch von Holz ist präsent. Mit viel Mühe also konnte ich den Kabelbaum etwas reinigen. Auch ersetzte ich die Bündelungen durch das schwarze Klebeband. Dessen Kleber hatte sich verselbstständigt und alles verschmiert. Zum Schluss gab es ein zufriedenstellendes, geruchsarmes Ergebnis.

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    Während dieser Arbeiten konnte ich auch feststellen, wie der oben sichtbare Zähler funktioniert. Dieser zählt die Anzahl der Abspielvorgänge und bekommt einen entsprechenden Impuls, wenn die Search Unit eine Auswahl mit dem Pin Wheel Assembly registriert. Nimmt man die angezeigte Zahl von 59.073 und verrechnet sie mit einer durchschnittlichen Laufzeit einer Platte von 3 Minuten, kommt man etwa auf eine Gesamtspieldauer von nicht ganz unerheblichen 123 Tagen.

    Die Jukebox selbst, oder das was von ihr übrig ist, trug nun keinerlei Mechanik oder Elektrik mehr. Dadurch wurde sie auch unglaublich leicht und konnte einfach nach draussen bewegt werden, um sie dort auf Böcken zu stellen und zu reinigen. Zuerst wurde sie mit einem Kompressor kräftig ausgeblasen, was eine nicht unerhebliche Staubwolke erzeugte. Danach kam wie so oft eine Laugenmischung und ein Schwamm zum Einsatz. Da die Verschmutzung allerdings so stark war, musste ich die Mischung dreimal austauschen. Im gleichen Zug wurden die Rollen am Unterboden ersetzt. Auf dem folgenden Bild ist auch eine originale Stahlrolle zu sehen. Ohne Gummibeschichtung freut sich seblbstverständlich jeder Fussboden darüber. Die neuen sind gummiert und deutlich leichtläufiger.

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    Parallel zu diesem Vorgang konnte ich es nicht abwarten und wollte die Mechanik vor dem Zusammenbau testen. So legte ich den Kabelbaum auf dem Boden aus und schloss alle Komponenten an. Besonders interessierte mich ob die Wartung der Plattenspielermechanik Früchte trug. So konnte ich im Falle eines Falles immer noch einfach Justierungen vornehmen bevor die Komponenten wieder an ihren ursprünglichen Platz verbaut werden.

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    Zu Anfang gab es noch ein paar Schwierigkeiten, da ich einen Stecker nicht richtig in seine Buchse steckte. Nun aber läuft die Mechanik problemlos durch. Einen Einblick gibt es hier:


    Leider musste ich die Musik wegschneiden, da es sonst Ärger mit dem Copyright gibt. Vielleicht finde ich einen Titel in meiner Sammlung bei dem es auf Youtube gestattet ist ihn zu verwenden. Alles in allem läuft die Mechanik jedoch sehr sauber. Zum Beispiel tritt das Problem nicht mehr auf, dass der Transfer Arm schräg statt senkrecht zum Korb geführt wird, was schon einer Platte das Leben gekostet hat. Hier hat das Reiningen und Schmieren geholfen. Auch springt die Nadel nicht mehr über die Rillen der Platte, was dem neuen Tonarmkabel zu verdanken ist. Durch das Justieren des Tonarms sowie Reedschalters wird nun das Abspielen und Stoppen ebenso richtig durchgeführt. Allerdings besteht noch das Problem mit dem Versatz zwischen der Tastatur und der tatsächlich wiedergegebenen Auswahl. Es scheint mir hier eine Differenz zwischen den Beschreibungen des Service Handbuchs und der tatsächlichen Bauweise der Search Unit zu geben. Drücke ich, wie im Video zu sehen, die Tasten "A1", wird "A9" gespielt. Dies sollte nicht all zu schwer zu beheben sein.
    Es gibt jedoch ein weiteres Problem, welches mir noch etwas Sorge bereitet. Wie zu sehen, habe ich alle Lautsprecher angeschlossen. Läuft nun eine Platte, ist der Klang verhältnismässig leise, trotz aufgedrehtem Lautstärkeregler. Dieses Problem bestand schon vor der Restaurierung und scheint nun immer noch präsent zu sein, obwohl alle Röhren der Verstärker ausgetauscht wurden. Zudem wirkt der Klang recht dünn und kraftlos, auch in Rücksichtnahme dessen, dass die Lautsprecher sich nicht in einem Klangkörper befinden. Hier scheint es offensichtlich noch einen Defekt zu geben, welchem ich nachgehen muss. Die Endstufe besitzt zwei Cinch-Eingänge für vorverstärkten Audio Input. Damit sollte ich zumindest einmal mit einer anderen Quelle testen können, um das Problem auf die Endstufe oder den Vorverstärker eingrenzen zu können.

  22. #47
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    Re: Die Jukebox und ich

    Das Projekt kommt langsam aber sicher einem Ende entgegen.

    In der Zwischenzeit wurde das Problem um den Versatz der Auswahl gelöst. Dabei musste nur der sogenannte Plunger, welcher die Pins schlägt auf der Achse versetzt werden, damit dieser auch auf "A1" steht, wenn "A1" gewählt wird. Einfache Geschichte.

    An der Mechanik ist nun also nichts mehr zu machen. Nach mehreren Testläufen war nun endlich klar, dass die richtige Selektionen gespielt werden und alles sauber läuft.

    Ein offenes Problem ist allerdings noch der Verstärker. Ich stellte immerhin fest, dass etwas mit der Verkabelung des Tonabnehmers nicht stimmte, denn Rowe Ami verwendeten ein eigenes Stereo Round System. Dafür wird einer der Stereo-Kanäle am Tonabnehmer phasenverkehrt angeschlossen. Wie bereits bekannt, verfügt die Jukebox über vier Lautsprecher. Zwei davon sind seitlich angebracht und werden jeweils mit einem der Stereo-Kanäle versorgt. Die sich in der Mitte befindenden Lautsprecher, Hoch- und Tieftöner, jedoch bekommen eine Mischung aus beidem, wie im folgenden Bild sichtbar ist:

    Auf dem Schaltplan sieht man zum Beispiel, dass die mittleren Lautsprecher mit dem Pluspol des einen und dem Minuspol des anderen Kanals angeschlossen werden.
    Der korrekte Anschluss des Tonabnehmers brachte zwar eine leichte Besserung, allerdings war die Leistung immer noch viel zu schwach. Um das Problem etwas weiter eingrenzen zu können, habe ich ein vorverstärktes Signal an den Cinch-Eingängen der Endstufe angeschlossen. Diese Eingänge sind parallel zum Anschluss des Vorverstärkers geschalten. Auch hier blieb das Problem gleich, also lag die Vermutung nahe, dass etwas mit der Endstufe nicht in Ordnung ist. Da die Röhren alle neu sind und das Problem auch schon vor dem Wechsel bestand, muss der Defekt auf andere Bauteile zurückzuführen sein. Hier wollte ich mich allerdings eher auf einen Fachmann stützen und brachte den Verstärker in eine entsprechende Werkstatt. Diese sollte mir bald einen Kostenvoranschlag für eine Reparatur stellen.

    Dadurch blieb das Projekt aber nicht stehen. Mein Vater beschäftigte sich fleissig mit dem Gehäuse. So bekam ich über die Tage ein Foto zugesandt, welches eine gespachtelte und grundierte Jukebox zeigte. Einige Schrammen und abgeplatzte Holzstücke wurden ausgeglichen und glatt geschliffen.

    Zuvor wurde die passende Farbe schon besorgt. Farben gibt es natürlich in vielerlei Varianten. Ideal wäre ein Kunstharzlack, denn dieser ist besonders deckend und benötigt daher nicht viele Schichten. Das Nachlackieren wäre hiermit in etwa zwei Schritten fertig. Auch ist dieser Lack widerstandsfähiger und dadurch für beanspruchte Stellen besser geeignet. Zu den Nachteilen gehört jedoch, dass er zu den lösungsmittelbasierenden Farben gehört und dadurch nicht sehr umweltfreundlich ist. Auch lassen sich nicht alle Farbtöne mit diesem Typ mischen, was uns hier zum Verhängnis wurde und zum Acryllack greifen liess. Dieser ist wasserbasierend, dadurch umweltfreundlicher, deckt aber auch deutlich weniger. Dadurch werden mehr Arbeitsvorgänge benötigt, was nach dem Auftragen der ersten Schichten noch sichtbar war:

    Die Devise lautet hier auftragen, antrocknen lassen und wieder auftragen, bis die nötige Deckkraft erreicht ist. Ein zwischenzeitliches Ergebnis nach etwa sechs bis sieben Schichten sieht so aus. Der Ton wirkt noch etwas hell schimmernd, da die Farbe erst mit dem Trocknen wirklich dunkel und seidenmatt wird:

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  23. #48
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    Re: Die Jukebox und ich

    Die Lackierarbeiten an der Jukebox sind nun beendet. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Qualität der Farbe stimmt und das Finish ist überall gleichmässig.

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    Da nun das Gehäuse wieder drinnen steht, können auch sämtliche Teile eingebaut werden. Angefangen habe ich hier mit dem Kabelbaum. Diesen verlegte ich wieder in den Innenraum und orientierte mich an zuvor gemachten Bildern. Schalter und andere Teile des Strangs wurden dabei ebenfalls wieder an ihrem Ursprungsort befestigt.

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    Zum Vergleich gibt es noch alte Bilder (links). Der jetzige Zustand (rechts) ist deutlich sauberer und gefällt mir so viel besser.

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    Als nächstes kümmerte ich mich um das Frontgitter, welches das Bassloch verdeckt. Ursprünglich befand sich zwischen Holz und Gitter eine Art Fliegennetz, was wohl als Staubfang benutzt wurde, also habe ich ebenfalls ein Fliegennetz besorgt und was soll man sagen... Das Anbringen solcher Netze ist heute genauso eine Qual wie früher. Das Problem hier war, dass der Kleber der Klettstreifen kaum hielt, also wurde die Idee ganz schnell wieder verworfen. Stattdessen klebte ich Zellkautschukband auf, was einen recht einfachen Grund hat, denn ohne dieses Band würde das Gitter bei jeder kleinsten Vibration scheppern. Das Band sorgt also für Dämpfung. Anschliessend wurden die Zierleisten auf dem Gitter angebracht. Dazu musste ich allerdings die Jukebox auf die Seite legen, da die horizontale Leiste von hinten mit schwergängigen Schrauben befestigt wird. Das war etwas mühsam aber das Ergebnis stimmt.

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    Weiter ging es mit dem Einbau vieler Kleinteile, wie der Führung des Münzeinwurfs, Halterungen oder elektrischer Komponenten wie der Junction Box. Auf der Rückseite wurde der reparierte Haupttransformator, sowie der Tieftöner eingesetzt. Zudem brachte ich auch hier auf den Holzkanten wieder Zellkautschukband an wo die Klappe der Rückwand aufliegt, um Vibrationen zu dämpfen. Auch die seitlichen Lautsprecher wurden wieder eingesetzt und verstecken sich nun hinter sauber strahlenden Abdeckungen.

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    Nachdem auch das Herzstück, der Plattenspieler wieder seinen Platz gefunden hat, setzte ich die vordere Haube wieder ein. An der jeweiligen Seite werden die Metallhaken wieder in die Führung gelegt, damit sie beim Öffnen nicht herunterfällt. Zuletzt werden nur noch Steckverbindungen für Strom, den Lautsprecher und die Tastatur wieder verbunden.

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    Zum Schluss steht etwas da, was fast wieder wie eine Jukebox aussieht. Mit dem Ergebnis bin ich soweit sehr zufrieden. Im Vergleich zu vorher sieht sie nun wieder deutlich besser aus. Gerade am Frontgitter ist der Unterschied deutlich sichtbar. Zusammen mit den folierten Leisten hinterlässt es nun wieder einen schönen Eindruck. Ich freue mich schon darauf die obere Haube wieder anzubringen.

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    Eine Baustelle bleibt aber noch offen...

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  24. #49
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    Re: Die Jukebox und ich

    Vor kurzem erhielt ich einen erfreulichen Anruf. Die Hifi Werkstatt rief mich an, um mir mitzuteilen, dass die Endstufe fertig ist. Er klang erleichtert endlich fertig mit der Reparatur zu sein und erklärte mir, dass doch einige Kleinigkeiten Probleme machten. Neben diversen Kontaktproblemen, z.B. an den Sockeln der Röhren oder dem Mute-Relais, waren auch defekte Kondensatoren ein Problem. Einerseits führte dies zu der verrignerten Lautstärke, andererseits, so der Techniker, auch zu starken Brummen auf den Lautsprechern.

    Aber woher kommt das Brummen?

    Damit ein Verstärker sauber arbeitet, braucht er eine möglichst gleichmässige Gleichspannung. Aus der Steckdose kommt jedoch Wechselspannung, also muss diese gleichgerichtet werden. Hierzu benutzt man einen sogenannten Gleichrichter. Bei einem Gleichrichter, wird ein Kondensator benutzt, um die Spannungswellen zu glätten. Geht dieser Kondensator nun kaputt, erhält die Spannung wieder eine Wellenform. Dies führt zu dem hörbaren Brummen auf den Lautsprechern, da sich diese Ungleichheiten auf die Signalwiedergabe auswirken. Wirft man nun einen Blick unter den Verstärker, sieht man diverse neue Kondensatoren. Diese ersetzen jene, welche in den silbernen Zylindern auf der Oberseite versteckt sind.

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    Den Verstärker durfte ich in der Werkstatt bei der Abholung probehören und war angenehm durch die Klangqualität überrascht. Eine solche Qualität hatte ich von einem 54 Jahre alten Gerät wie diesem nicht erwartet. Umso mehr freute ich mich dieses wieder einzubauen und mit dem Rest der Jukebox zu hören. Die Reparatur war jedoch nicht ganz billig, was weniger dem Material, jedoch mehr dem zeitlichen Aufwand zu verschulden war. Trotz des Lochs im Geldbeutel war es für mich verständlich und freute mich trotzdem damit nach Hause spazieren zu können. Beim Transport hörte ich jedoch ein kleines Geräusch wie jenes, wenn ein kleines Metallteil in einem Glas umherrutscht. Tatsächlich hat sich in einer der Röhren ein Metalstift gelöst und flog lose umher.

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    Dieser ist wohl am oberen Ende des Inneren abgebrochen, denn es gibt zwei von ihnen und nur einer ist an seinem Platz. Das ist in diesem Fall gar nicht so unkritisch. Fällt dieser Stift runter zum Boden der Röhre, könnte er einen Kurzschluss zwischen zweier Pins verursachen. An manchen dieser Pins liegen rund 365V an. Genug Power also, um den ganzen Verstärker in einen Vintage-Toaster zu verwandeln. Die Röhre wurde kurzerhand ersetzt.

    Am eigentlichen Ort des Geschehens wieder angekommen, wurden Vor- und Endstufe wieder auf der Rückwand montiert. Zum Schluss wurde die Rückwand wieder mit dem Schranier verschraubt. Das Gesamtbild sieht im Vergleich zu vorher sauberer aus.

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    Im gleichen Zug ging es auch um Details wie dem Einsetzen neuer Schlösser. Hier bekamen sowohl die Rückwand als auch der Kassendeckel ein neues Schloss und lassen sich nun wieder schliessen.

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    Weiter ging es mit dem Klangtest. Hierzu setzte ich Peter Gabriels "Sledgehammer" ins Plattenmagazin. Der Song besticht vorallem durch seine klare und goovende Bassspur, welche besonders gut zur Geltung kommt, wenn das Abspielgerät sie vernünftig auflösen kann. Natürlich stelle ich an die Jukebox keine audiophile Ansprüche. Trotzdem interessierte es mich wie es nun um das Klangbild gestellt ist. Schliesslich warb Rowe mit "room-filling stereo round sound".
    Tatsächlich war der Klang ziemlich gut. Alle vier Lautsprecher schienen sauber zu arbeiten. Besonders der 12" Tieftöner gefiel mir, denn dieser brachte ordentlich Druck ohne zu schwammig zu wirken. Dabei befand sich der Bass-Boost des Verstärkers gerade mal auf mittlerer Position. Wo es allerdings noch mangelte war Klarheit. Das Klangbild im mittleren und oberen Bereich wirkte noch recht dumpf und liess nach mehr vermissen. Schloss ich ein Smartphone an der Endstufe hingegen an, war der Klang doch recht klarer. Auch die Lautstärke war nun nach der Reparatur deutlich besser, wenn vielleicht auch noch nicht dort wo sie vermutlich sein sollte. Bei beiden Problemen habe ich nun jedoch den Vorverstärker in Verdacht, denn dieser wurde von der Werkstatt nicht überholt. Nachdem ich in der Zwischenzeit des Wartens einiges über das Lesen von komplexeren Schaltplänen, den Umgang mit einzelnen elektronischen Bauteilen und Berechnungen recherchiert habe, machte ich mir das Herrichten zur eigenen Aufgabe.

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    Den Fokus lege ich auch hier auf die Kondensatoren. Der Vorverstärker besitzt diverse Elektrolytkondensatoren und einige Keramikkondensatoren. Gerade erstere gehen über die vielen Jahre gerne kaputt und verlieren ihre Wirksamkeit. Um dies zu prüfen legte ich mir ein neues Spielzeug, einen Kapazitätenmessgerät zu. Auch beschafft ich mir eine lang vermisste Entlötpumpe. So kann ich einzelne Kondensatoren aus der Schaltung freilegen, was nötig ist, um sie zuverlässig prüfen zu können.

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    Wichtig: Kondensatoren sollten nur im entladenen Zustand geprüft werden! Je nach Kondensator können hier nicht ungefährliche Spannungen anliegen.

    Ebenso wie auf der Endstufe befindet sich auf der Oberseite des Vorverstärkers ein silberner Zylinder mit mehreren eingestanzten Werten von Kondensatoren. Was erstmal nach einem komplizierten, unersetzlichen Spezialbauteil aussah, entpuppte sich als meherere Kondensatoren in einer Blechdose wie hier zu sehen ist: http://www.wb4hfn.com/DRAKE/DrakeArt...Rebuilding.htm
    Diese Dose verfügt über mehrere Anschlüse, über welche die einzelnen Kondensatoren angefahren werden können. Das Messgerät an einen solchen angeschlossen, sehe ich, dass zumindest einer noch intakt ist. Angeschlossener Kondensator ist mit 20MFD (MFD ist eine alte Abkürzung für Mikrofarad (nicht Millifarad), heute eher als "μF" zu finden) und leistet sogar, vermutlich noch im Toleranzbereich, etwas mehr.

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    Interessanterweise konnte ich jemanden ausfindig machen, der passend zu meinen Verstärkermodellen Sets von Kondensatoren mitsamt Schaltplan verkauft. Ein solches war rasch bestellt und erleichtert das suchen von passenden Ersatzteilen bei vermutlich fünf verschiedenen Händlern.

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