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Thema: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

  1. #1
    ngbStern

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    Avatar von Sitecom
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    Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Moin Leute,

    ich möchte heute mal über eine Sache berichten, die mir schon länger auf dem Herzen liegt. Leider habe ich bisher noch nicht die Zeit gehabt darüber zu schreiben. Ich erhoffe hier keine Lösung für mein "Problem", das habe ich schon aufgegeben. Viel mehr geht es mir dabei um einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

    Folgendes ist passiert: Wie wir alle wissen ging es 2015 mit der Flüchtlingskrise los. Wie viele andere auch, schaute auch mein Vater sich mit Sorge die Entwicklung auf der Welt an. Ab einem bestimmten Punkt wandelte sich seine Sorge allerdings mehr und mehr in Ärger, was ihn heute zu einem regelrechten Wutbürger macht.
    In diesen nun fast 2 Jahren hat sich in ihm eine Leidenschaft für diese Thematik breit gemacht, die man schon fast als Fanatismus bezeichnen kann. Zu Beginn wurde noch gemutmaßt was alles Schlimmes passieren könne und seit dem verfolgt er mit Verbissenheit jede News auf der Suche nach Ereignissen, die ihm Recht geben. Sobald irgendwo ein Verbrechen durch (vermeintliche) Muslime verübt wurde, ist er der Erste, der es weiß und sich bestätigt fühlt.
    Mit der AFD hat er traurigerweise eine Partei gefunden, die genau seine Interessen vertritt und ihm noch Recht in der Sache gibt. Inzwischen schwimmt er im Ton der AFD auf einer absoluten Nostalgiewelle. Früher gab es noch Ordnung, Gerechtkeit, Respekt. Heute nur noch Angst und Terror.

    Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, treibt er sich darüber hinaus noch auf absoluten No-Brainer-News-Seiten herum, die ganz klar rechte Interessen verbreiten und deutlichste Manipulation betreiben. "Die deutschen Medien berichten darüber ja sonst nicht!"
    Der Ton hat sich leider gerade dadurch ebenfalls radikalisiert. Was früher noch gesagt wurde, um sich ironisch über die Rechten lustig zu machen, wird plötzlich 1:1 übernommen. "Die hassen ja alle Deutschen! Die kommen ja nur hier her um zu schmarotzen! Die wollen einen Krieg gegen Ungläubige führen in unserem Land!"
    Argumente zählen schon lange nicht mehr. Unzählige Diskussionen sind ins Land gegangen, die nicht selten unschön endeten. Trotzdem ist es seine Leidenschaft dieses Thema immer wieder anzusprechen, es scheint sein großes Hobby geworden zu sein, auch wenn es nur noch nervt. Auch vor Bürgerratssitzungen schreckt er nicht mehr zurück, um seine Meinung dort vertreten zu können und um irgendwo gegen zu sein.

    Das ganze Verhalten färbt dazu noch ab. Mit Bekannten im selben Alter wird sich gegenseitig immer Recht gegeben. Meine Mutter - die Anfangs unpolitisch und genervt war - hat sich bereits einlullen lassen und labert den selben Blödsinn. Besonders sorgen mache ich mir darum, dass ich noch einen kleinen Bruder habe, der mit ihnen zusammen wohnt. Er hat mit 11 Jahren noch nicht die Reife sich eine eigene differenzierte Meinung zu bilden und bekommt oft genug vom Gerede mit. Das habe ich aber auch schon oft genug angesprochen und habe versucht so gut es geht aktiv ihm klar zu machen, dass er nicht alles glauben muss, was Mama und Papa so erzählen.

    Mir geht es dabei gar nicht irgendjemanden meine politische Meinung aufzudrücken. Ich habe nicht mal einen klaren Standpunkt, für mich ist links wie rechts scheiße. Es geht mir nicht darum Menschen umzustimmen, egal wie blöd die politische Meinung ist. Ich würde das Thema sogar bei Seite legen und es akzeptieren und darüber nicht mehr reden wollen. Leider wird das Thema aber immer wieder mit Vergnügen hoch geholt, wenn man mal zu Besuch ist.
    Und deshalb finde ich es zum kotzen, zu sehen, wie die eigenen Eltern zu Parolenraushauern werden. Leute auf die man eigentlich viel gegeben hat bzw. gibt. Denen man immer einen Grad an Intelligenz zugetraut hat, aber jetzt dennoch blind den Kram von AFD & co. glauben. Leute denen es in unserer Gesellschaft gut geht und dennoch wie zwei kautzige Rentner die "alte Ordnung" wieder haben wollen. Leute, die sich Probleme schaffen und Angst heraufbeschwören, durch Zeitungsartikel, die sie aktiv suchen.

    Wenn man sich allerdings so umhört, scheint es ja keine Seltenheit zu sein, dass die ältere Generation(en) so drauf sind.
    Wie siehts bei euch aus?
    Geändert von Sitecom (20.01.17 um 15:37 Uhr)

  2. #2
    Slayer
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @Sitecom:

    Vielleicht passt das Thema eher in das Zwime

    Probier es doch mit umgekehrter Psychologie, gehe einen Schritt weiter zur NPD und beim nächsten Besuch kommst Du mit kurzen Haaren, Springern und Bomberjacke und bedankst Dich wie Er Dir die Augen geöffnet hat und wünscht Dir den Geist von '33 zurück.

    Meine Mutter wählt nur noch die Linke da die anderen Parteien mehr oder weniger unwählbar in ihren Augen sind. Sie ist unzufrieden wie mit der Flüchtlingskrise umgegangen wurde, nicht weil die Leute aufgenommen wurden, sondern eher dass es nur bewerkstelligt wurde durch freiwillige Hilfe und viele andere Punkte. Sie ist mittlerweile schon im Rentenalter arbeitet aber weiterhin als Ärztin in ihrer Praxis.

  3. #3
    Mitglied Avatar von saddy
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Find ich aber immer noch besser als meine Nachbarin @U.S.C.H.:
    Die ist Ü70 (und so fit das ich sie auf maximal Mitte 50 schätzen würde) und sagt ganz ehrlich, ich bin alt und hab kein Bock mehr Punkt.
    Geht trotzdem wählen und aus Gewohnheit CDU/SPD. Hatte ihrem verstorbenen Mann nicht beichten wollen das sie statt CDU die krasse SPD gewählt hatte

    Ich selbst bin mich noch am orientieren und war letztens sogar bei nem Stammtisch vom lokalen Ortsverbund der Partei die Linke.
    Naja der Vorsitzende sagte mir, er wäre radikal links und "wenn jemand Faschist ist, hat er bei mir verschissen".
    Das hat mich nachdenklich gestimmt weil ich nach meinem unparteiischen Newskonsum eigentlich erstmal dachte, die Linke wär die Partei die mir am meisten zusagt.

    Aber das o.g. Verhalten erzeugt imo nur Filterblasen und Hass mit Hass bekämpfen hat auch noch nie funktioniert.


    Zum kleinen Bruder kann hier glaube ich keiner was sagen, so ab dem Alter sind die meisten doch viel stärker vom Umfeld in der Schule/im Sport etc beeinflusst als durch das Elternhaus.
    Hab ich zumindest so erlebt.

    Ich würde ihm statt "was Papa da denkt und macht ist doof" eher versuchen Medienkompetenz zu vermitteln. Dann hat er es selbst in der Hand.

  4. #4
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Schwieriges Problem. Habe das so ähnlich auch mit meinem Bruder. Da gibt es eindeutig zwei Seiten, nämlich die politische Einstellung einerseits und die persönliche andererseits. Das geht in einem Leben eigentlich kaum zusammen, aber irgendwie schafft er es, sowohl die AfD zu wählen als auch nur von "Südländern" umgeben zu sein - und zwar wunschgemäß. Wenn diese Strömung, die er selbst unterstützt, noch weiter an Einfluss gewinnt, ist sein Umfeld und so auch er selbst das erste Opfer. Ergebnis: seit längerem kein Kontakt mehr. Mit meinem Vater trifft er sich mittlerweile wieder, wenn auch selten und dann unter absoluter Vermeidung der strittigen Themen. Meinem Vater gegenüber wiegt der Wunsch nach Anerkennung offenbar stärker als die (vor allem auch emotionalen) Differenzen.

    Ich glaube, dass man die zwischenmenschlichen Aspekte nicht vernachlässigen darf, wenn man verstehen will, was jemanden bewegt, sich derart stark von engsten Freunden und Familienmitgliedern abzutrennen. Vielleicht ist einerseits Anecken noch immer als besser empfunden als Egalsein, während andererseits gerade die politische Orientierung auch neue Gemeinschaften erschafft.

  5. #5
    visual basic Avatar von GoPro
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Man diskutiert mir seinen Eltern nicht über Politik. Wenn man sich gut versteht, gibt es auch andere Themen.

    Bei deinem Bruder mußt du nicht gegen deine Alten ankommen. Mitschüler und Youtube werden bei den meisten mehr Einfluß haben.
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  6. #6
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Zitat Zitat von Sitecom Beitrag anzeigen
    Wenn man sich allerdings so umhört, scheint es ja keine Seltenheit zu sein, dass die ältere Generation(en) so drauf sind.
    Wie siehts bei euch aus?
    Von wegen ältere Generation...in meinem Bekanntenkreis (grob zwischen 25-35) gehts genau so ab. Studierte Leute, teilweise mit Doktortiteln.
    Das ist übrigens auch genau der Grund, warum ich der Meinung bin, dass die AfD gnadenlos unterschätzt wird. Wer ernsthaft glaubt, dass nur Idioten und Fanatiker diese Partei wählen und unterstützen, der lebt mMn in einer Traumwelt, aus der es ein sehr böses baldiges Erwachen geben könnte.

    Grundsätzlich halte ich mich da aber raus. Wer die AfD wählen will, der soll es tun. Genau so wie jede andere Partei. Ich "missioniere" keinen. Das hier ist eine Demokratie. Ich will gar nicht einer Meinung sein mit allen. Meine Freunde sind und bleiben das trotzdem. Gilt auch für Wähler "Der Linken", die mir persönlich als Partei übrigens mindestens genau so suspekt ist wie die AfD (aber das nur am Rande).
    Gute Freunde und Leute können das trotzdem sein. Ich finde, man muss sich in Deutschland mal eine gewisse "professionelle" Distanz aneignen beim Thema Politik und lernen das als "Privatsache" zu betrachten. Das funktioniert in anderen Ländern meiner Einschätzung nach deutlich besser.
    Aus dem was jemand wählt, wird mir hier viel zu oft auf den Menschen als solches geschlossen.
    Geändert von TheOnly1 (22.01.17 um 18:59 Uhr)
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    Aber wenn ich könnte wie ich wollte, würd ich gar nichts wollen. Ich weiß aber, dass alle etwas wollen sollen.

  7. #7

    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Zitat Zitat von TheOnly1 Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich halte ich mich da aber raus. Wer die AfD wählen will, der soll es tun. Genau so wie jede andere Partei. Ich "missioniere" keinen. Das hier ist eine Demokratie. Ich will gar nicht einer Meinung sein mit allen. Meine Freunde sind und bleiben das trotzdem. Gilt auch für Wähler "Der Linken", die mir persönlich als Partei übrigens mindestens genau so suspekt ist wie die AfD (aber das nur am Rande).
    Okay, du willst nicht missionieren - aber du weißt schon, dass du durch deine Haltung, niemanden deinen Willen aufzuzwägen - ich sag nur Dialog/Diskussion und selbst denkende Menschen - durch deine neutrale Haltung viel kaputt machst. Du äußerst eine Sorge bzw. ist dir eine Partei suspekt, du hältst dich aber raus, weil du denkst - das ist "doch jedem seine Sache" und gibst deinen Freunden damit den Freibrief bzw. das Okay zu denken und zu handeln wie sie wollen, ist auch schön, ist es aber auch nicht wirklich.

    Hast du dir schon einmal die Frage gestellt ob ein Parteiprogramm oder auch nur die Handlungen oder Haltung einer Partei und deren "Strömung" vielleicht "falsch" sein könnten? Und wenn ja, warum?

    Keine Partei ist perfekt und es wird immer Leute geben die eine andere Meinung haben, aber manche Dinge sind halt sehr "fragwürdig" und wenn wir nur dabei zuschauen wie manche Kräfte, in diesem Land, ihr unwesen treiben, machen wir uns selbst Mundtot. Du hast vielleicht alle oder viele Chancen, aber du lässt einfach mit dir machen was andere bestimmen, weil du durch deine "ich bin neutral" Haltung keinen Widerstand leistest oder gar zu konstruktivem Denken einlädtst.

    Das ist gefährlich. Und genau diese "Inaktivität" und "Meinungslosigkeit" spielt Leuten in die Hände, denen du vermutlich den Vogel zeigen würdest.
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  8. #8
    střelec

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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @theSplit: Kennst du einen überzeugten AFD oder Linke Wähler in deinem Bekanntenkreis, der sich durch Diskussionen politisch umorientiert hat?

  9. #9
    Board-Paladin Avatar von Hector
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Hm..mal generell: ich finde, die meisten Leute machen es sich zu einfach, in dem sie sich stur hinstellen: "Ich bin nichts, ich bin weder links noch rechts!" oder sogar "Politik ist mir egal!"
    Das kann man wohl von sich denken, in der Praxis hat aber JEDER irgendwelche Ansichten, die sich wohl mal mehr, mal weniger links oder auch rechts auf einer Skala einordnen lassen. Imho haben viele da einfach "Angst" sich iwo zu positionieren. Sei es aus Unwissenheit oder sosntwas... denn Ansichten und Meinungen hat wohl jeder über Themen, die seinen Alltag und sein Leben betreffen. Und diese finden sich auch politisch irgendwo wieder....


    Zum TE... bei meinem Vater ist es zum Glück nur theoretischer Natur. Er reißt gerne mal bei dem Thema das Maul auf, man muss ja am Stammtisch mithalten können, aber er wählt (soweit ich das weiß, immer noch SPD. Meine Mutter war schon immer sehr demokratisch veranlagt mit einem starken Drang Richtung Links. Mit ihr könnte ich noch über Politik diskutieren, was bei meinem Vater nicht ginge, weil es eben Stammtisch-Niveau mit engem Horizont bleibt. Bei Muttern kommt nur sehr oft die Resignation durch ala "Das ist eben so..." Ein Satz, den ich gar nicht leiden kann, wenn es um Gesellschaft und Politik geht...

    Aber ich habe mir schon mehr als einmal ausgemalt, was wäre, wenn er seine manchmal dummen Kommentare ernst meint...? Tja, das wäre wohl wirklich ein Grund, aus dem ich mich mit ihm anlegen würde und es einen riesen Zoff gäbe...
    Im Prinzip denke ich, dass der TE seinen Vater machen lassen muss. In die alten vebohrten Köpfe kommt man leider nicht rein. (Wobei das jetzt selbst ein "Das ist eben so..."-Satz ist /o\

    Mir fällt maximal ein, dass Katharina Nocun sehr viel Aufklärungsarbeit bezüglich der AfD geleistet hat und ihre Argumente wunderbar präsentiert: http://kattascha.de/?p=1923 (auf ihrem Blog gibt es noch mehr zum Thema..)
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  10. #10
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Zitat Zitat von Hector Beitrag anzeigen
    "Ich bin nichts, ich bin weder links noch rechts!"
    Das ist ja auch nicht mehr so leicht. Früher konnte man das an auch der Partei festmachen. Dann hat aber plötzlich Schröder die CDU rechts überholt und Merkel die SPD links.
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  11. #11
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @TheOnly1:

    Ich finde deine Einstellung zu dem Thema super, da können sich einige Leute etwas abschauen. Politik sollte nie dazu führen dass man Freundschaften aufgibt usw.

  12. #12
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    Avatar von TheOnly1
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @theSplit:
    Jein. Also ich verstehe absolut was du meinst und ich sehe das nicht mal grundsätzlich anders, aber ich habe noch nie erlebt, dass jemand mit einer klaren politischen Meinung plötzlich gesagt hat "Ah ja...stimmt eigentlich. Du hast mich überzeugt. Trinken wir ein Bier." sondern es ist bestenfalls gar nichts passiert und meistens irgendwie im Streit oder in schlechter Stimmung geendet.

    Dazu kommt:
    Dadurch, dass man andere versucht sie von der eigenen politischen Meinung zu überzeugen, oder auch nur ihre eigene Meinung "auszutreiben", stellt man sich automatisch über sie, weil man für sich beansprucht "richtiger" zu liegen als sie.
    Mir ist diese Sichtweise aber zu billig. Den meisten Leuten geht es bei solchen Debatten nämlich eben NICHT um echte Inhalte, sondern darum, dass man recht bekommt und der andere den eigenen Standpunkt idealerweise übernimmt. Und dabei spielt es eben keine Rolle, ob dieser Standpunkt objektiv richtig ist oder nicht, sondern nur darum, dass es eben der eigene Standpunkt ist, der als "richtig" anerkannt wird.
    Denn wer kann schon sagen, was politisch "objektiv richtig" ist? Vielleicht haben die AfD-Anhänger ja sogar recht und wir anderen sind eigentlich die Idioten.
    Oder vielleicht hat die Antifa recht und alle die an diesem Staat in seiner jetzigen Form hängen sind die Idioten. Wer weiß das schon?

    Wie gesagt: Ich maße mir eben nicht an anderen ihre Meinung madig machen zu wollen, weil ich mir nicht anmaße es besser zu wissen.
    Also versuche ich das Thema nicht zu forcieren. Kommt es irgendwie zur Sprache, dann bitte, dann bin ich dabei, aber ich versuche mich echt selbst zu zwingen da dann zumindest sämtliche Emotionen raus zu lassen.
    Geändert von TheOnly1 (23.01.17 um 11:24 Uhr)
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    Aber wenn ich könnte wie ich wollte, würd ich gar nichts wollen. Ich weiß aber, dass alle etwas wollen sollen.

  13. #13

    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @War-10-ck:

    Eine komplette 180 Grad Drehung auf das was "mir vernünftigt erscheint" gab es so noch nicht, aber....

    @TheOnly1:

    ... ich glaube es geht nicht darum dass jemand, nach einem Gespräch Purzelbäume schlägt und sagt : "Du hast mich überzeugt, ich ändere jetzt mein gesamtes Leben".
    Niemand verlangt das man eine Meinung komplett umkippen kann, das ist auch vielleicht zu viel verlangt.

    Es geht doch aber in erster Linie darum das man gewissen Themen, Fragen oder Ansichten - diskutiert oder abwegt und dass im normalen Tonfall ohne sich die Köpfe einzuhauen.

    Klar, das geht nicht immer und es gibt mit Sicherheit viele Menschen (ich wohl auch) die ungern Gegenargumente bekommen oder gar wegen Ihrer Meinung kritisiert werden wollen, aber ich finde man sollte sich unter Freunden doch austauschen können ohne den anderen in der Luft zu "zerreißen" oder "Pampig" zu werden.

    Und wenn ich eine Meinung vertrete, muß ich damit rechnen das andere anders darüber denken oder andere Argumente haben. Entweder für oder gegen meine Meinung oder Ansicht.

    Wenn man dann lieber den Mund hält, krass formuliert, um ja den anderen nicht den Tag zu versauen, finde ich das ehrlich gesagt schade. Man sollte sich doch einander helfen bzw. unterstützen.

    Das ist nicht die Aussage "du wählst oder denkst falsch" - sondern eher ein "hast du dir schon mal überlegt/angehört/nachgelesen was XY sagt/tut/"denkt" " ?
    Ist doch kein frontaler Angriff.

    Ich glaube das Problem ist nur, dass viele eine Diskussion über "Politik" gleich setzen mit einer Lebenseinstellung und auch deswegen gleich auf 180 sind, anstatt sich mit bewusst zu machen, das man sich in einem neutralen Diskurs befindet wo Argument gegen Argument und Fakt gegen Fakt geht - nicht aber zwingend darum jemand klein zu machen, eher das Gegenteil ist der Fall - man wächst doch an einer guten Diskussion... meine ich. schlau sagen zu können.
    Für diesen Beitrag bedankt sich saddy
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  14. #14
    střelec

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    Avatar von War-10-ck
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @theSplit: Hört sich für mich an wie Diskussion um der Diskussions Willen.
    Bei manchen politischen Themen hab ich schlicht keine Lust drüber zu reden. Jemand der die AFD wählt und meint alle Flüchtlinge seien insgeheim Terroristen, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Ob ich jetzt mit dem diskutiere oder nicht, ändern tut sich dabei nichts.

    Anders schauts aus wenn man sich tatsächlich politisch engagiert. Solange das alles aber nur hier oder beim Stammtisch ist hats doch eh keine Auswirkung.

  15. #15

    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Zitat Zitat von War-10-ck Beitrag anzeigen
    @theSplit:Anders schauts aus wenn man sich tatsächlich politisch engagiert. Solange das alles aber nur hier oder beim Stammtisch ist hats doch eh keine Auswirkung.
    Politischen Engagement beginnt aber schon beim Stimmzettel. Das Kreuz zur AfD ist schnell gemacht, wenn man dahingehend Sympathien hegt. Ich kann den TS gut verstehen. Habe so einen Kollegen im Freundeskreis bzw. im ehemaligen Freundeskreis. Der war immer schon etwas konservativ und rechts angehaucht, nur hat sich das die letzten Jahre nicht gerade verbessert. Seiner Meinung nach bin ich ultralinks und das nur, weil ich seine kruden Ansichten nur mit einem Kopfschütteln quittieren kann. Er sieht sich politisch irgendwo in der Mitte mit einer ganz leichten Tendenz nach rechts. Das ist so ein Kaliber "Ich bin ja nicht rechts, aber das wird ja mal sagen dürfen." ...direkt nach dem braune Sauce aus dem Mund quillte. Das hat sich soweit entwickelt, dass ER sich inzwischen von mir distanziert hat, weil ich ihm dahingehend eben nicht zustimme.

    Ich könnte die Entwicklung bei ihm vielleicht noch verstehen, wenn er irgendwann mal wirklich schlechte Erfahrungen gesammelt hätte. Hat er aber nicht. Wohl behütet als Einzelkind aufgewachsen. Bei den Frauen beliebt. Keine Schwierigkeiten im Leben gehabt. Intelligent (eigentlich...). Bildung flog ihm immer zu. Hat sich nie irgendwas wirklich erarbeiten müssen. Verdient gut. Lebt in dem Haus, was er erben wird, in einem kleinen Dorf in Bayern. Nie Stress mit Ausländern gehabt. Und trotzdem absolut voreingenommen.

  16. #16
    Board-Paladin Avatar von Hector
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Da finde ich die Ansicht von @TheOnly1 auch..nun...seltsam. Ich kann verstehen, was er meint. Aber der Standpunkt, dass Nazis Arschlöcher sind, die definitiv nicht recht haben.....nun. Das steht imho außer Frage. Und dann setze ich mich sehr wohl über deren Meinung hinweg.

    Vielleicht hab ich aber dann doch nicht verstanden, was er meint. Oder das Beispiel funktioniert einfach mit Nazis nicht, aber mit anderen Dingen/Parteien/Ansichten. Keine Ahnung.
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  17. #17

    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Zitat Zitat von War-10-ck Beitrag anzeigen
    @theSplit: Hört sich für mich an wie Diskussion um der Diskussions Willen.
    Bei manchen politischen Themen hab ich schlicht keine Lust drüber zu reden. Jemand der die AFD wählt und meint alle Flüchtlinge seien insgeheim Terroristen, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Ob ich jetzt mit dem diskutiere oder nicht, ändern tut sich dabei nichts.
    Eine Diskussion ist ja auch immer ein Austausch von Wissen und Erfahrung, nicht um zu diskutieren damit man beschäftigt ist - man sollte schon "irgendwie konstruktiv" miteinander sein. (Lässt sich so schön sagen, ich weiß).... aber wie auch gesagt, das heißt nicht das ich dem anderen seine Ansichten ausrede und die Person dann um 180 Grad gedreht wird - aber man kann ja zumindest argumentieren oder etwas in Frage stellen oder auf etwas Hinweisen und Vergleiche ziehen.

    Anders schauts aus wenn man sich tatsächlich politisch engagiert. Solange das alles aber nur hier oder beim Stammtisch ist hats doch eh keine Auswirkung.
    Du siehst es doch hier, manchen Leuten wäre es recht man würde einfach schweigen und nur dabei zuschauen wie sich Deutschland entwickelt und *** halten und anschnallen.... während andere bestimmen wohin der Weg geht. Wie ist eine Signatur hier, "Sagen sie später nicht sie hätten von nichts gewusst....".

    Mir würde schon reichen wenn ich dich oder theOnlyOne dafür begeistern könnte eure Meinungen zu teilen, nicht weil man glaubt man müsste dem anderen in seiner Meinung umstoßen oder würde gar verbale "gewalt" ausüben damit jemand umgestimmt wird, sondern weil man versucht offen zu diskutieren und Pro und Kontra abzuwägen oder "Fakten" gegenüber zu stellen.

    Ich will damit jetzt auch nicht die Antwort erzwingen "wird gemacht", aber wie auch in einer politischen Diskussion, man kann ja man darüber nachdenken ob das gut oder schlecht ist bzw. wahr oder falsch... als Entscheidungshilfe.
    Gruß theSplit
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  18. #18
    střelec

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    Avatar von War-10-ck
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Selbstverständlich teile ich meine Meinung. Aber mit Menschen mit denen man diskutieren kann und wo ich ggf. auch noch was lernen kann. Gedanken die halt wirklich zum (Um)Denken anregen. Leider zählen wohl der Großteil von Afd Begeisterten nicht zu dieser Bevölkerungsgruppe. Ist für mich schlicht verschwendete Zeit. Ich bin ja eh durch unsere Medien manipuliert, da erübrigt sich jedes gesprochene Wort.

  19. #19
    Mitglied Avatar von Buschfunk
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Zitat Zitat von War-10-ck Beitrag anzeigen
    @theSplit: ...Bei manchen politischen Themen hab ich schlicht keine Lust drüber zu reden. Jemand der die AFD wählt und meint alle Flüchtlinge seien insgeheim Terroristen, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Ob ich jetzt mit dem diskutiere oder nicht, ändern tut sich dabei nichts.....
    Das scheint mir jetzt aber auch nicht wirklich die goldene Lösung zu sein. Da kann ich ja dann verleitet sein zu denken, "mir widerspricht keiner, also liege ich richtig" bzw. "keiner hinterfragt mich, dann wird das schon so sein, wie ich das sehe".

    Es ist schwer und ich möchte eigentlich auch nur mit Leuten diskutieren, bei denen ich weiß, dass diese in die Diskussion gehen mit dem Ansatz, dass sie bei Bedarf einsehen, dass man ein Thema auch anders beleuchten kann (nicht das sie per se falsch liegen, aber das es unter einem anderen Licht gleich ganz anders aussieht). Das ist nicht immer gleich zu erkennen und dann muss man in den sauren Apfel beißen und vielleicht zugeben, dass man das ein ums andere Mal umsonst diskutiert hat, aber wenn man auf Augenhöhe bleibt ohne seine Sicht als einzig wahre Sicht zu vertreten, dann geht das. Nichts sagen und Leute in dem Glauben zu lassen: Keine Gegenrede = ich hab recht kann und sollte nicht der richtige Weg sein.

  20. #20
    střelec

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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @Buschfunk: Mir geht es nicht darum, dass mein Diskussionspartner meine Meinung vertritt. Er sollte aber ohne Stammtischgelaber auskommen und auf Argumente hören. Genauso wie ich das auch mache. Ich hab kein Problem wenn mir jemand sagt er ist gegen unkontrollierte Einwanderung von Flüchtlingen, so wie das viele Afdler tun ist aber jegliche Diskussion von vornherein sinnfrei.

  21. #21
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Ich sehe das Problem immer eher bei dem Wiederaufwärmen einen so nicht lösbaren Konfliktthema.

    Also wirklich eher der soziale Aspekt.
    Das es dabei um Asyl und AFD Fragen geht ist halt nahe liegend, weil es sowieso überall im Raum steht und sehr emotional aufgeheizt ist.

    Selbst hier im Board kann man sehen wie sich Leute an die Kehle springen, die sonst eher grob auf einer Wellenlänge waren.


    Lösen lässt sich das ganze IMO nur, wenn man das Problem aus der Weltschaft:
    Einer wird die Meinung des anderen zumindest vordergründig übernehmen müssen.

    oder

    Man deinem Vater irgendwie klar macht das das ständige Aufheizen in privaten Umfeld zu einem sozialen Problem wird.

    Eventuell mit etwas diplomatischen:
    "Dad, ich weiß das, das du hier zu Hause ständig damit anfängst ändert nichts an der Sache und geht uns deswegen auf den Sack"
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  22. #22
    Mitglied Avatar von saddy
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Ich kann das mittlerweile ganz gut (besser als früher jedenfalls), Diskutieren und nicht einer Meinung sein und sich trotzdem lieb haben.
    Mit meinem Vater kann ich super über Politik reden, muss dann halt hinnehmen dass ich bescheuert finde FDP zu wählen nur weil man 2 Programmpunkte die einen selbst betreffen gut findet (Mehr Freiheit für Unternehmen + keine Geschwindigkeitsbegrenzungen oder weniger davon auf Autobahnen)

    Wenn ich sowas les von wegen mit seinen Eltern diskutiert man nicht über Politik, sowas hör ich auch überall anders. Beim Sport, beim Treffen mit (manchen, nicht allen) Bekannten, auf Ausflügen, etc will oft keiner über Politik reden!
    Ich frag mich dann immer, ja wo das denn dann Raum haben darf?
    Muss ja irgendwo passieren.
    Einstieg ist vlt im smalltalk irgendeine aktuelle News oder so statt gleich mit dem bösen Wort Politik um die Ecke zu kommen.

    Ich halte Kommunikation aber für sehr wichtig und finde, dass es davon viel zu wenig gibt!
    Zu viele verharren bloß in ihrer "Filterblase", ich bestimmt auch oft genug.
    Aber ich versuche mich immer wieder mit Gegenpositionen wenns mir am Herzen liegt zu beschäftigen, Beispiele Drogen- und Netzpolitik.

    Ich bin übrigens kurz davor der Linken bei zu treten, weil ich irgendwas machen will statt immer nur zu meckern.
    Dazu mache ich am Wochenende oder so vlt Mal einen seperaten Thread auf, ich fühle mich von denen (neben den toten Piraten oder der Partei die Partei ) momentan am besten vertreten und hab ehrlich gesagt noch nicht geblickt,
    was alle gegen die haben
    Will ich aber trotzdem gerne wissen, bin noch etwas unentschlossen aber war bei nem Stammtisch und fands abgesehen von ein paar Punkten, die ich aber schon ansprechen durfte ziemlich gut.

  23. #23

    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    Ich finde @Buschfunk: hat auch gut gesagt, was mir auch am irgendwie am Herzen liegt und dass auch nochmal in ein anderes Licht gesetzt...

    @Seedy: hat mit Sicherheit aber auch nicht unrecht, manche Themen sind emotionsgeladen... zum Beispiel durch schlechte Vorerfahrungen.
    Und für oder gegen manches gibt es kein "100% Heilmittel" bzw. die richtige Antwort die nicht alles "einfach einfach" macht. Zu sagen "ich will das aber nicht..." ist natürlich dann aber die bequemste Lösung, man versucht gar keinen Alternativen vorzuschlagen, man beendet das Thema einfach...

    Vielleicht ist das Problem hierbei auch, dass was auch unsere Politik verschlafen hat, man hat den Stimmen in der AfD wenig oder kein Gehör geschenkt. @War-10-ck: schreibt, "man kann sich nur schwer auf einer Linie treffen". Aber jenes ist ja auch eine Problem, man sollte schon noch versuchen - wie Buschfunk schrieb - auf Augenhöhe zu bleiben und auf die Meinung des anderen einen Schritt weit einzugehen und nicht selbst "voreingenommen sein" und eine Diskussion von vornherein befangen ausschließen. Vielleicht ist der Typ der die AfD gewählt hat einfach nur einer Aussage aufgesessen oder einem Thema ODER die Partei hat wirklich nen Punkt im Programm der "Sinn" macht... - und wenn man versucht dem Menschen zuzuhören und einen Dialog zu starten, ja wer weiß, vielleicht hat das schon eine positive Wirkung.

    @saddy:, ich bin selbst nicht Mitglied einer Partei, aber was ich mir (fast) denken würde - man hört von den immer gleichen Leuten immer die gleichen Gedanken/Aussagen und der Ton innerhalb der Partei zu einem Thema ist sehr "einseitig" (ja, voreingenommen!) ?
    Ich würde auch schon fast sagen, es gibt nichts schlimmeres als einer Partei beizutreten? - Weil die Gefahr besteht das keine Kritik "aus den eigenen Reihen kommt" und man in einer "Gedankenallee fährt" bzw. sich einem Grundtenor des allgemeinen "recyclen" von Informationen anschließt?

    Oder ist die Einstellung falsch und es gibt auch Gegenpole innerhalb einer Partei?

    Wer natürlich politisch "Karriere machen will", für den ist der Weg sich in einer Partei zu organisieren vermutlich unumgänglich, entweder selbst eine Gründen oder eine existierende Partei beitreten... vielleicht kann man zum Thema "Politisch aktiv sein" ja mal was schreiben, falls jemand Ahnung davon hat.

    Aber selbst ohne Partei, darf man doch über Politik/Ereignisse/Themen/Weltgeschehen reden, oder?

    ---

    Das Problem was Sitecom beschreibt, um den Bogen zu bekommen, lässt sich ja auch auf einseitige Informationen herunterbrechen, wie auch dem Problem - das was ich hören will, höre ich auch und alles andere Blende ich aus weil es gegen meine Ansichten/Meinung geht.

    Vielleicht kann man da gar nicht rütteln, oder aber es setzt voraus das man nicht alles was nicht außerhalb der "Gedankenblase" kommt als "Lüge" abstempelt wird - und man nicht schon unumstößlich voreingenommen ist das andere Fakten/Gegenargumente/Positionen nur falsch sein können und man schon gar nicht mehr auf andere Standpunkte eingeht, weil die eigene Meinung ja immer "bestätigt" wird (von wem auch immer....) .

    Die "allgemeinen" Medien als Lügner und Befangen darzustellen, reduziert natürlich auch das Informationsspektrum dramatisch. So bleiben dann ja keine "alternativen" mehr außer Medien die von sich behaupten "neutral" zu sein, irrwitzig... - das ist genau so wie der Satz "es kommt aus der Mitte (der Bevölkerung) und nicht von Firmen und Konzernen die sowieso alle nur ihre Interessen vertreten bla bla bla" oder was auch immer in dieser Art Tonfall.... so kann man die Leute schön klein halten ja nicht andere Fakten in Ihre Hirne zu nehmen die nicht von "ausgewählten Experten" kommen.
    Geändert von theSplit (23.01.17 um 20:30 Uhr)
    Gruß theSplit
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  24. #24
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    Avatar von Seedy
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    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @theSplit:

    Wenn ich den anderen nicht überzeugen kann, aber selber von meiner Meinung nicht abweiche ist diskutieren sinnlos.
    Im einfachsten Fall einfach Zeitverschwendung im schwersten schadhaft, wie bei Sitecom.
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  25. #25

    Re: Wenn die Eltern zu überzeugten AFD-Anhängern werden

    @Seedy:

    Was heißt denn für dich "überzeugen" und sonst wäre eine Diskussion sinnlos?

    a) dass du genau deine Meinung vom anderen hörst am Ende der Diskussion oder du die Meinung des anderen 1 zu 1 wiedergibst?
    b) dass man vielleicht hört: "ich weiß (jetzt) nicht, ich überlegs mir nochmal"
    c) "Ich geb dir nicht Recht, weil.... Gegenargument" (Diskussion wird fortgeführt)
    d) oder im schlimmstem Fall "so kommen wir nicht zusammen"
    e) ....



    ---

    Zeitverschwendung - ja, dann brauche ich auch nicht diskutieren, weil ich den anderen gar nicht glaube überzeugen zu müssen.

    Schadhaft - naja, will man einfach sagen: "Leb ich mit, bin aber selbst nicht damit zufrieden?" - "Riskiere ich es das Thema offen und neutral anzusprechen?"
    Man kann sich ja auch erst einmal die Gegenmeinung (die des Vaters) anhören und dann später darauf zurückkommen wenn man selbst etwas "durchdachter" ist.... ich glaube nicht das der Zwang besteht das direkt und unmittelbar alles zu klären... dann lieber in kleinen Schritten.

    Sitecom sollte vielleicht zumindest seine Bedenken, dass er die Einstellung seines Vaters nicht gut findet und Falls ja warum (zum Beispiel seine Veränderung als Mensch) äußern. So weiß zumindest auch sein Vater woran er ist. Würde ich sagen. Selbst wenn nicht direkt eine Lösung erzielt wird.
    Für das weitere Verhältnis wäre das positiv.
    Geändert von theSplit (23.01.17 um 21:20 Uhr) Grund: Positiv
    Gruß theSplit
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