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Thema: Würzburger Anwalt bringt Facebook vor Gericht wegen Fake-News

  1. #1
    Unter dem Radar Avatar von Tarnkappe.info
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    Würzburger Anwalt bringt Facebook vor Gericht wegen Fake-News




    Chan-jo Jun, ein Würzburger Anwalt hat das Online-Netzwerk Facebook verklagt. Der Anwalt vertritt einen Syrer, über den fälschlicherweise behauptet wurde, er sei einer der Täter, die in Berlin versucht haben, einen Obdachlosen anzuzünden. Facebook soll mit der Klage dazu gebracht werden, alle Beiträge darüber zu löschen und die Weiterverbreitung somit zu stoppen.



    Am 06.02.2017 will das Landgericht Würzburg in öffentlicher Sitzung über den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Facebook-Konzern verhandeln wegen Verbreitung von „Fake News“. Im Kampf gegen Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken könnte das ein Präzedenzfall werden.

    Der syrische Flüchtling Anas Modamani aus Berlin ist in diesem Fall der Kläger. Bekannt geworden ist er durch ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Modamani wehrt sich gegen die völlig unbegründete Behauptung in Facebook-Kommentaren, er sei einer der Täter, die an Weihnachten in einem Berliner U-Bahnhof einen Obdachlosen angezündet haben.

    Da bereits sieben Verdächtige, denen u.a. auch versuchter Mord vorgeworfen wird, für diese Tat durch die Bilder einer Überwachungskamera schnell ermittelt waren, kann Modamani mit dieser Sache überhaupt nichts zu tun haben. Dennoch brachten unbekannte Hetzer den syrischen Flüchtling damit in Verbindung, den Obdachlosen angezündet zu haben, indem sie folgende Meldung verbreiteten: „Obdachlosen angezündet. Merkel machte 2015 Selfie mit einem der Täter“.

    Recherchen von Chan-jo Jun, dem Würzburger Anwalt des Flüchtlings, ergaben, dass der Post über 500 Mal noch im alten Jahr geteilt und so weiterverbreitet wurde. Jun möchte mit der Klage erreichen, dass es Facebook unterlässt, diese „verleumderische Fake-News“ weiterzuverbreiten. Ebenso verboten werden soll das Posten von Fotomontagen, die das Modamani-Selfie in einem Zusammenhang mit Straftaten wie dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt setzen. Bei „Zuwiderhandlung“ gegen die Verfügung soll Facebook, so fordert es Jun, bis zu 250 000 Euro Ordnungsgeld zahlen müssen.

    Auch ein AfD-Funktionär aus dem Rheinland, der die Verleumdung auf seiner Facebook-Seite postete, geriet in Juns Visier – gleich stellvertretend für diejenigen, die glauben, mit Falschnachrichten Stimmung gegen Flüchtlinge machen zu müssen. Somit richtet sich der Verfügungsantrag auch gegen ihn. Jun spricht davon, dass die Politik dieses „Katz- und Mausspiel“ des Konzerns beenden müsse. Nicht länger dürfe sich Facebook mit Verweis auf seinen Europasitz in Dublin deutschen Behörden entziehen. So sprach auch ein Gerichtssprecher in Würzburg davon, die Ladung nach Dublin gestalte sich schwierig.

    Der Würzburger Rechtsanwalt Chan-Jo Jun beschäftigt sich seit längerem mit dem Thema Facebook. Ein Hauptproblem ist für Jun, dass Facebook beleidigende oder diskriminierende Beiträge nicht, oder zu langsam löscht.

    Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)




    Autor: Antonia
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  2. #2
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    Re: Würzburger Anwalt bringt Facebook vor Gericht wegen Fake-News

    Zitat Zitat von Tarnkappe.info Beitrag anzeigen
    Der Anwalt vertritt einen Syrer, über den fälschlicherweise behauptet wurde, er sei einer der Täter, die in Berlin versucht haben, einen Obdachlosen anzuzünden.
    So etwas unterstütze ich. Ich finde es schlecht das im Internet schon berichtet wird bevor überhaupt klar ist was eigentlich passiert ist. Jetzt nicht nur in diesem Fall, man sollte meiner Meinung nach generell sehr vorsichtig mit solchen Informationen sein. Meiner Meinung nach sollte man sowieso keine Bilder und Namen von kriminellen veröffentlichen. Selbst Schwerverbrecher die im Gefängnis laden kommen irgendwann raus und wollen dann ein normales leben führen.

  3. #3
    Just add Sun Avatar von Ruby
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    Re: Würzburger Anwalt bringt Facebook vor Gericht wegen Fake-News

    Wäre es in dem Fall nicht besser, diejenigen, welche den Beitrag erstellt haben und mit diesen Kommentaren weiterverbreitet haben, zu verklagen?
    \o/

  4. #4
    OutOfOrder

    Moderator

    Avatar von Larius
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    Re: Würzburger Anwalt bringt Facebook vor Gericht wegen Fake-News

    @Ruby: Nein ist nicht schlauer. Du müsstest wohl ~500 ladungsfähige Anschriften mal raussuchen - so oft wurde das Kommentar weitergeschickt lt. News. Und das war wohl n alter Stand von 2016, da will ich nicht wissen wie oft es jetzt schon weitergeteilt worden ist.

    So meldest du das Posting an Facebook und die haben dafür Sorge zu tragen, dass sie das halt entsprechend entfernen. Die haben auch wesentlich mehr Möglichkeiten um das Kommentar generell zu löschen.
    Für diesen Beitrag bedankt sich NoName1954
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    Asseon zur Monopoly Diskussion: "Monopoly ist die Regenbogenstrecke unter den Breitspielen"

    Mathemathik by Seedy: "10 Bier sind immerhin 5 Bier."

  5. #5
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    Re: Würzburger Anwalt bringt Facebook vor Gericht wegen Fake-News

    Nach all dem Geschwätz um geduldete Hetze auf Fakebook wollte ich es zuerst nicht glauben, dass es sich um die erste Klage aus Deutschland überhaupt handelt.

    Zitat Zitat von Tarnkappe.info Beitrag anzeigen
    Auch ein AfD-Funktionär aus dem Rheinland, der die Verleumdung auf seiner Facebook-Seite postete, geriet in Juns Visier – gleich stellvertretend für diejenigen, die glauben, mit Falschnachrichten Stimmung gegen Flüchtlinge machen zu müssen. Somit richtet sich der Verfügungsantrag auch gegen ihn.
    Gut so, weitermachen.
    Sagen sie später nicht, sie hätten von nichts gewusst.

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