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Thema: Hate-flow-blues

  1. #1

    Fürbitte an den Tod

    Was wenn einem nichts mehr bleibt außer Hass?
    Nicht als diese elende, hilflose Wut?
    Ich schenk dieser Welt ihren Nachlass,
    nichts als Asche und verloderte Glut.

    Mein Leben, nichts als Gottes Korruption,
    so bin ich doch nur ein Krüppel im Geist,
    ein mieser Witz der Evolution,
    der dieser Welt nichts Gutes verheißt.

    Für einen Moment, ein Zwinkern der Zeit,
    schien es gäbe es ein Leben für mich.
    Doch mit Hoffnung kommt man nicht weit,
    so beansprucht die Verzweiflung mich doch noch für sich.

    Ihr Menschen, Ihre Tiere, Ihr Götter der Welten
    ich wünsch euch Monstern allen den Tod,
    Verrottet in den Tränen die euch gelten,
    die diese Welt färben in Trauer und Rot.

    Mein Kampf beginnt jetzt und ist schon zu Ende,
    es fehlt mir die Kraft für noch eine Schlacht.
    Meine Achillesverse entsprang meiner Lende,
    nichts anderes hatte je über mich die Macht.

    Ein Funken Trotz entspringt meiner Seele,
    ein höhnisches Grinsen belebt mein Gesicht.
    Auch wenn ich vielleicht manch einem fehle,
    Dieses Leben, es fehlt mir sicherlich nicht.
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  2. #2
    am Arsch

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    Résumé

    Mein Leben verpfuscht, bin nichts außer Dreck,
    das letzte Gute, ist nun auch noch weg.
    So bleibe ich allein mit mir und der Pflicht zu leben.

    Ich blick in den Spiegel und sehe nur Müll,
    während ich mich in den Glauben hüll,
    diese Welt, ich habe ihr bereits mein Bestes gegeben.

    Bin noch nicht alt, doch fühle mich so,
    einst brannte mein Feuer noch lichterloh,
    jetzt ist es nur noch das traurige Glimmen einer Zigarette.

    Ich blicke hinab auf den Bernstein im Glas,
    wann werde ich endlich zu der Würmer Fraß?
    Wenn ich nur alles anders gemacht hätte…

    Nein ich hätte es trotzdem versaut,
    denn wenn einer blind um sich haut,
    dann liegt irgendwann einfach alles in Scherben.

    Ein Blinder kann nicht sehn, ein Tauber nichts hör’n
    und mir kann niemals was Gutes gehör’n,
    es scheint ich bin das anthropomorphizierte Verderben.

    Ich lächle nicht länger und brech‘ meinen Willen
    und schlucke hinab die bitteren Pillen,
    die mir alles nehmen was ich jetzt bin.

    Dann leg ich mich ab und seh‘ wie ich aufsteh‘,
    und wie ich in dieses neue Leben geh.
    Was mit mir zurückbleibt ist nur ein Wort: Fin.
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  3. #3
    am Arsch

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    Betonblume

    Lustig sieht sie aus, wie sie sich stoisch hält,
    unbeirrbar zwischen Betonsteinen verloren.
    Charmant unauffällig, ziert sie diese graue Welt,
    yes, ein falscher Windhauch und schon so geboren.

    Intensives Sonnengelb, schmückt dein hübsches Haupt,
    chlorophylles Grün, es färbt dein Blätterlaub.
    Hebst deinen Kopf trotz aller Widrigkeiten zur Sonne.

    Lebe! Lebe kleines tapf‘res Blümelein,
    Ich beneide dich so sehr,
    einsam so mutig trotz Alleinsein,
    Barmherzigkeit, sie fällt hier gar nicht schwer.
    Einmal, da werd ich sein wie du.

    Du Blümelein, ich danke dir.
    Ich hab jetzt ‘nen neuen Held.
    Charismatisch, hübsch und unbeirrt und
    Hälst durch in dieser grauen, harten Welt.
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  4. #4
    am Arsch

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    Pumpentakt

    Schlag um Schlag und Zug um Zug,
    unbarmherzig immer voran,
    kennt keine Rast, kriegt nie genug,
    niemals kommt am Ziel es an.

    Weiter, weiter im Pumpentakt,
    drückt es mit Gewalt durch meine Venen,
    bis mein letzter Knochen knackt,
    treibt es Knorpel, Muskeln, Sehnen.

    Mit Hammerschlägen pocht’s im Hirn,
    in den Ohren Meeresbrandung,
    mit Nadelstichen in der Stirn,
    quetscht es sich in enger Wandung.

    Läuft heraus aus tausend Lecken,
    tropfenweise in mich hinaus,
    kann Blut sehen, kann es schmecken,
    niemals hört der Wahnsinn auf.

    Unbeirrt folgt es seinem Lauf,
    gegen meinen Willen gänzlich immun,
    ich nehme das länger nicht in Kauf,
    werde endlich was dagegen tun!

    Lienen zieh ich mit Messerschneide,
    durch die roten, prallen Adern,
    damit ich nicht noch länger leide,
    beende ich mein ewiges Hadern.

    Ich zwinge das Blut aus seinen Wegen,
    presse es aus mir heraus,
    welches Glück und welcher Segen,
    endlich hört das Pochen auf.
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  5. #5
    am Arsch

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    Kissenschwund

    Die Kissen sind weg, wie so viel zuvor,
    einsam und verweist liegt das Sofa vor mir,
    als Sinnbild für was ich alles verlor,
    und für das was ich noch alles verlier.

    Diese götterverfluchten Kissen sind weg.
    Meine Brust wird eng, ich kriege keine Luft mehr.
    Dabei haben die Dinger kaum einen Zweck,
    doch jetzt ist es hier so unendlich leer.

    So leer wie die Wände, ganz ohne Bilder,
    so leer wie die Regale, einst voll Dekoration,
    so leer wie die Tür, einst voller Schilder,
    so leer wie ich, einst voll Emotion.

    Die Kissen sind weg, und was folgt ihnen noch?
    Ich blicke mich um, viel ist nicht mehr abzulehnen.
    Nur noch ich, aber ich bleibe hier doch.
    Denn mich wird niemand je mitnehmen.

    Die Kissen sind weg und ich bleibe zurück,
    sitze im Dunkeln und suche den Sinn.
    Erinner mich an Zeiten voll Kissen und Glück,
    Zu schade das ich kein Kissen bin.
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  6. #6
    am Arsch

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    Schulden

    Wann bin ich frei von dieser Schuld,
    von der ich nicht weiß und trotzdem habe?
    Ich harre aus, übe mich in Geduld,
    wärend sich der Geier "Leid" an mir labe.

    Ich blicke auf den Alkhol in meiner Hand,
    keine Lösung, doch auch nicht mein Problem.
    Schlage den Kopf gegen jede Wand.
    Ich muss durchhalten! Ich darf noch nicht gehn!

    Sacht, ganz leis schleich ich an ihre Tür,
    lausche ihrem Atem und schwöre mir:
    Ich lebe! Denn ich weiß immer wofür,
    weshalb ich mich nicht in diesem Schmerz verlier.

    Ich schwöre! Und bin ich auch nichts wert,
    ich werde da sein an jedem noch kommenden Tage.
    Jedes Übel bereinigen was dich beschwert
    und jede noch so schwere Last für dich trage,

    bis meine Schuld beglichen ist.
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    Du weißt das du am Ende bist, wenn das denkbar Schlechteste passiert und das einzige was du denken kannst ist: Typisch.

  7. #7
    am Arsch

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    Narbenschrift

    Nachdenklich schaue ich auf nackte Haut.
    Narben bilden Worte und schreiben Geschichten.
    Jede einzelne von ihnen ist mir so vertraut.
    Es sind Runen die von Stolz und Blut berichten.

    Heute schreib ich mit Tusche, schreibe mit Tinte,
    Niederschrift meines Lebens auf Haut und Papier.
    Von meinen Wegen durch Labyrinthe,
    Legenden die ich mir ins Fleisch tätowier.

    Ich blicke auf meine Narben, die Spuren eines Lebens,
    erinner mich was für Kämpfe ich auf mich nahm.
    Heute weiß ich´s besser, es war alles vergebens.
    Bin nur noch zerschlagen, müde und zahm.

    Ich schrieb Worte auf Papier und auf Fleisch,
    doch sie scheinen nicht wert gewesen den Schmerz.
    Drum nehm ich meine Tränen, die gibt es zu reich,
    Und tätowier mir damit Warnungen quer übers Herz.

    Mein Herz wird ummantelt von der Fäulnis des Leides,
    wie psychischer Schimmel wuchert es wild.
    Tod und Leben, ich wünsche mir beides,
    doch leider passt beides nicht ins selbe Bild.

    Der Konflikt zerreißt mich, er treibt mich zum Wahn.
    Mein Schädel schwillt über, meine Seele dörrt aus.
    In meinen Geist bricht der Wahnsinn sich Bahn,
    wird zu Schmerz und Tränen und quillt aus mir raus.

    Ich blick auf meine Narben, ein Mahnmal für mich,
    das ich mir selbst hab vor Jahren gebaut,
    ich Depp hab’s ignoriert, war einfach närrisch,
    wieso zur Hölle hab ich dir nur vertraut?
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  8. #8
    am Arsch

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    Brandrodung

    Nur die ganz Harten, kommen in den Garten.
    So lautet das Sprichwort doch immer?

    War ich nicht hart genug, für den nötigen Betrug?
    Dann mach ich es eben noch schlimmer.

    Auf Biegen und Brechen, will ich herausstechen,
    aus dieser Masse von seelenlosen Hüllen.

    Die an jedem meiner Tage, so wie ich’s euch sage,
    stetig mein Maß bis zum Überlauf füllen.

    Hohle Phrasen, leere Worte, kommen wie aus der Retorte,
    an jedem Orte und zu jeder Zeit.

    Ich will nicht wie ihr sein, von jeder Emotion rein.
    Noch bin ich noch nicht so weit.

    Ich hasse und wüte, tot sind Liebe und Güte,
    das geht mir jetzt endlich ab.

    Nur die ganz Harten, kommen in den Garten,
    und ich fackel das Ding mit Mann und Maus ab.
    Du weißt das du am Ende bist, wenn das denkbar Schlechteste passiert und das einzige was du denken kannst ist: Typisch.

  9. #9
    am Arsch

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    Metamorphose

    Aus den Qualen die ich leide,
    spinn ich Fäden aus schwarzer Seide,
    und webe mich damit ein.

    Umhüll mich ganz mit den Stoffen,
    die einst vor Blut nur so troffen,
    doch ich wusch sie mit Tränen rein.

    Aus dem tiefschwarzen Gespinst,
    nur noch ein Fetzen von mir linst,
    gleich ist es ganz vollbracht.

    In meinem Ball aus schwarzem Faden,
    kriechen gierig schon die Maden,
    doch ihr seht nur ein Gesicht das lacht.

    Ihr seht mich reden, seht mich gehn,
    ihr könnt nicht hinter die Maske sehn,
    wo Decay längst nicht mehr residiert.

    Zurück bleibt nur, ich weiß es nicht.
    Ein Wesen das sich scheut vor Licht,
    und in seinem Kokon zu etwas dunklem mutiert.

    Ich weiß ihr habt euch nichts gedacht,
    doch man bekommt was man erschafft,
    die Frucht eurer eignen Finsternis.

    Es wird still und ich muss gehn,
    denn hier wird bald was neues stehn,
    denn schon bekommt der Kokon einen Riss.
    Du weißt das du am Ende bist, wenn das denkbar Schlechteste passiert und das einzige was du denken kannst ist: Typisch.

  10. #10
    am Arsch

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    Von Bildern der Freiheit

    Bilder von Leben und Freiheit,
    hängen wieder an den Wänden,
    zurück ist auch wieder die Wildheit,
    vorbei das Zittern an den Händen.

    Die Möbel verrückt, neue Sachen gekauft,
    heut beginnt ein neues Leben,
    heute wird sich endlich zusammen gerauft
    und wieder einfach alles gegeben.

    Neuer Mitbewohner klein und grün,
    ein Bonsai sollte es sein.
    Wächst schon fleißig, ist am blühn,
    Die Luft ist wieder rein.

    Leben zieht wieder ins Hause ein,
    das nun auch wieder ein Zuhause ist.
    Lebensfreude scheint nie weg zu sein,
    auch wenn man sie manchmal vergisst.

    Das Sofa hat Kissen, die Schränke bestückt.
    Der Kühlschrank ist auch wieder voll.
    Das Kunststück des Wiederaufstehns ist mir geglückt.
    Die Hymne der Freiheit schallt in e-moll.

    Ein Kunstwerk von Bansky hängt jetzt überm Bett
    und im Bauch man wieder die Wärme fühlt.
    Eigentlich ist das Leben ja doch ganz nett,
    auch wenn manchmal ordentlich im Müll rum wühlt.

    Der neue Wecker schallt, meine Augen öffnen sich,
    sehe das Werk von Bansky über mir thronen,
    „ein neuer Tag“ mühselig ich erhebe mich,
    und „sieh an, bin ich nicht schön am wohnen?“

    Während ich im Dunkeln durch die Wohnung schreit,
    langsam und bedächtig, Raum für Raum,
    sehe ich gerahmte Bilder von Freiheit.
    Die Wohnung ist wieder schön, der Rest war Traum.
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  11. #11
    am Arsch

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    letale Leere

    Jeden Tag fließt aus mir, ein kleiner steter Fluss,
    aus Angst, Hass, Schmerz, Wut, Trauer und Verdruss,
    Wie vor ihnen, alle Freude, Liebe, Hoffnung, Glück.
    Alles geht, verschwindet und kommt nie wieder zurück.

    Ich verblasse, schemenhaft wie ein Phantom,
    ich graue aus und fühle mich nur monoton.
    Keine Wärme, kein Leben, nur ein großes Vakuum,
    kein Herz, keine Seele, keine Sehnsucht treibt mich um.

    Kein Schmerz. Keine Reue, keine Trauer ist mehr in mir,
    Ein großer, grauer Schatten, es bleibt nicht mal die Neugier.
    Dennoch frag ich: Ohne Gefühl, was passiert mit einem dann?
    Ob man an emotionaler Verarmung auch sterben kann?

    Kann ein Herz ohne Freude schlagen?
    Ein Mund etwas ohne Inhalt sagen?
    Kann mein Hirn ohne Hoffnung denken?
    Die Füße mich ohne Antrieb lenken?

    Auf mein Spiegelbild schau ich lang,
    schüttel den Kopf und denk dann:
    Ich glaube nicht.
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  12. #12
    am Arsch

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    Wirre Gedanken

    So zäh wie angeschmolzener Stahl,
    fließt die Zeit, Stund für Stund,
    Sie läuft voran, man hat keine Wahl
    Und die Erde dreht sich, Rund um Rund.

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier,
    auszubrechen, das ist schwer.
    „Hier bin ich und ich bleibe hier!“
    Ja das mag der Menschen Herz sehr.

    Einst schien es noch gerade Recht,
    für dich und mich ein Rückzugsort.
    Heute wird mir nur noch schlecht,
    in der Trauer und des Wahnsinns Hort.

    Ich lieg im Bett, es ist zu groß,
    viel zu groß für mich allein.
    Ich denke mir, was mach ich bloß?
    Es scheint als wäre ich wieder klein.

    Als Mann gelebt, als Mensch geboren,
    heute bin ich nur mehr ein Scherz.
    Ein Stück Laub im Herbstwind verloren
    und eisiges Gift gefriert mein Herz.

    Gedanken springen wirr umher,
    geißeln mich mit zu vielen Fragen.
    Mein Schädel quillt über, mein Geist ist leer
    und ein Gedanke beginnt hervorzuragen.

    Ist der Mensch die Mona Lisa des Realismus,
    bin ich nur eine dadaistische Parodie,
    und hielt ich es mit dem Kreationismus,
    verzeihen würd ich es meinem Schöpfer nie.

    Der Mensch ist nicht frei, ist stets gebunden,
    liegt in Ketten die er sich selbst auferlegt.
    Doch sind diese erst einmal verschwunden,
    was ist es dann was dann Menschsein prägt?

    Ich weiß es nicht und werde es auch nie erfahren.
    Mein Blick geht unstet und ruhlos zur Uhr.
    In meinem Schädel sind die Gedanken verfahren.
    Und doch verging eine Sekunde nur.

    Eine lange Nacht steht mir noch bevor
    und viele Nächte folgen darauf.
    Mich zieht es zurück in mein mentales Moor
    und das Denken nimmt erneut seinen Lauf.
    Für diesen Beitrag bedankt sich FTGrma
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  13. #13
    am Arsch

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    Willkommen Winter

    Ein sanftes Brennen auf meiner Haut,
    Eiseskälte, rein und klar.
    Ein Tropfen Wasser nur, wenn man hinschaut,
    der weißes Eis noch eben war.

    In den grauen Himmel schaue ich,
    einzeln fallen sie herab.
    Wunderschön und schauerlich,
    schweben sie langsam in ihr warmes Grab.

    Bei kleinster Berührung schon schmelzen sie,
    finden ihr Ende durch meines Körpers Hitze.
    Den Boden erreicht haben sie nie
    und ich seh aus als ob ich Tränen schwitze.

    Der Winter beginnt, die Zeit des Frost,
    in der der Mensch die Wärme hochhält.
    Ich speie Nebel während ich die Schneeluft verkost,
    das ist es, was mir am Winter gefällt.

    Alle wollen besinnlich sein,
    Fröhlichkeit um jeden Preis.
    Ich zieh die Kapuze hoch und gehe allein,
    durch dieses jungfräulich, zarte Weiß.

    Der Winter ist da und mit ihm die Einsamkeit,
    die uns Menschen stets aufs Neue vereint.
    Zu Freund und Familie kommen sie von weit,
    obwohl man diese doch sonst nur verneint.

    Ich stehe draußen und seh durchs Fenster,
    die Illusionen die wir ach so lieben.
    Doch ich glaube nicht an die Gespenster,
    denen wir uns im Winter so gerne verschrieben.

    Einmal mehr seh ich in den Himmel,
    schwarz nun und im Lampenschein,
    fällt herab wie weisser Schimmel,
    Armeen von Flocken und doch jede allein.

    Alter Freund Winter, ich heiß dich willkommen,
    blas den Nordwind aus deinem Mund.
    Alle wollen dem Schneetreiben entkommen,
    doch ich bleib als schwarzer Schatten auf weißem Grund.
    Für diesen Beitrag bedanken sich cavin, Mary Clarence, theSplit
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  14. #14
    am Arsch

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    Exzess

    Die Tage werden länger, die Nächte werden kurz,
    von Morgen zu Morgen, vom Aufsteh‘n zum Absturz,
    mehr schein das Leben nicht mehr zu sein.

    Bernstein im Glas, die Lungen voll Rauch,
    heißer Schmerz und eis‘ges Grollen im Bauch,
    vorbei die Tage mit Gesang, Tanz und Wein.

    Ich balle die Fäuste und zerschlag damit Wände,
    Mauern und Wälle zerbrech‘ ich behände
    und befreie die Bestie die in mir mutiert.

    Entlass sie ins Leben und geb‘ ihr Kontrolle,
    Chaos, Zerstörung und was sie nur wolle!
    Nur noch Zuschauer, gespannt wer jetzt wohl verliert.

    Sie wütet, sie beißt, sie reißt alles an sich,
    der Anblick des Chaos, so Erhaben! So herrlich!
    Während alles um mich im Toben versinkt.

    Die Nacht geht vorbei, die Bestie ruht,
    dieser Exzess war nötig, doch war er auch gut?
    Wenn der Verstand nun in Resignation ertrinkt.

    Ich schau auf meine zitternden Hände,
    schau auf geschleifte Wälle und Wände,
    wieso fühl ich mich nun trotz allem immer noch nicht frei?

    Keine Fesseln mehr halten mich fest
    und mein Herz mich trotzdem nicht gehen lässt.
    Aus diesem Meer voll Zerstörung mit Gliedern so schwer wie Blei.
    Für diesen Beitrag bedankt sich Sibi
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  15. #15
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    Von der Qual der Wahl, die man nicht hat

    Was bin ich wert? Die Zukunft vielleicht?
    Habe ich das Recht sie zu verneinen?
    Diese Entscheidung, sie fällt nicht leicht.
    Wie kann ich hier mit mir sein im Reinen?

    Es ist soweit, die alte Wahl,
    zwischen Pest und Cholera.
    Eine Hälfte leidet Qual
    und eine Hälfte jubelt „Hurra“!

    Entscheide ich für mich oder dagegen?
    Wie groß darf Verantwortung sein?
    Meine Entscheidung, sie ist mehr Fluch als Segen,
    denn ich entscheide nicht nur für mich allein.

    Muss ich es aushalten für meine Pflicht?
    Den endgültigen Verlust von Würde und Stolz?
    Oder bin ich es Wert und muss es nicht?
    Doch sie trägt dafür das Kreuz aus Holz?

    Doch bloß eine Frage die keine mehr ist,
    eine Wahl die schon längst entschieden.
    Lass Stolz und Würde und was sonst wichtig ist,
    einfach so hinter mir liegen.

    Und so zwingt mich einmal mehr das Leben,
    das ich schon lang nichtmehr ertragen kann,
    wieder einmal all das zu geben,
    was ich gar nicht entbehren kann.

    Und kommt das Stück für Stück,
    meine ICH sich in Fetzen trennt,
    mit jedem Tag bleibt was zurück,
    bis mich nicht mal mehr meine Mutter erkennt.
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