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Thema: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

  1. #1
    Mitglied Avatar von Italia_90
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    Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Hallo, ich habe mir Gedanken über die Situationen von Mobbingofern auf Schule und Arbeit gemacht und der Behauptung vieler Leute dass sie doch selber Schuld seinen an ihrere Situation. Nun mal ehrlich: Ist das wirklich so?
    Mal ein paar "Gründe" warum Leute sich gewisse Opfer aussuchen:
    -Das Opfer ist krank oder hat eine Behinderung
    -Zu schlechte oder zu gute Leistungen
    -Vorgesetzter nutzt seine Macht aus (Bossing)
    -Das Opfer ist körperlich schwach
    -Das Opfer ist nicht anpassungsfähig (z.B. psychisch)
    -Angst des Opfers
    -keine optische Anpassung (z.B. kann sich keine Markenklamotten oder moderne Handys leisten)

    Nur ein paar Beispiele.

    Meinder Meinung nach ist das Opfer NICHT schuld, es geht einzig und alleine vom Täter aus, der sich dadurch als stark hinstellen will und sein jämmerliches selbstbewusstsein zu kaschieren.
    "Wie war das Spiel?"
    Lahm und Alonso: "Rutsch mir den Buckel runter"
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  2. #2
    střelec

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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Das hängt zum einen vom Einzelfall ab, weswegen das ganze Thema schon mal nicht wirklich diskutabel ist zum Anderen kann man bei Behinderungen oder ähnlichem schlecht von Schuld sprechen.

  3. #3

    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von Italia_90 Beitrag anzeigen
    ... oder hat eine Behinderung
    Hier kann ich jetzt nur von mir selbst ausgehen. Klar haben es einige in der Schule probiert. Aber die habe ich entweder ignoriert (sich ein dickes Fell zulegen hilft da ungemein) oder ich habe mal eben den Spies umgedreht. In beiden Fällen haben es die Vollpfosten dann ganz schnell kapiert, dass sie bei mir nicht weiterkommen und haben es sein gelassen.

    Ich denke daher, dass zu so etwas immer zwei gehören. Einer der mobbt und einer der sich mobben lässt.
    Für diesen Beitrag bedankt sich Chegwidden
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  4. #4

    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    @War-10-ck: Wieso hängt das vom Einzelfall ab?
    Willst Du damit andeuten, dass es Situationen gibt, wo das Opfer am Mobbing schuld ist?

    Mir fällt einschliesslich der oben genannten "Gründe" keine Rechtfertigung für Mobbing ein.

    Zitat Zitat von mathmos Beitrag anzeigen
    Ich denke daher, dass zu so etwas immer zwei gehören. Einer der mobbt und einer der sich mobben lässt.
    Das gilt Vergewaltigung, Mord und den Verkauf von Brötchen auch. Was willst Du uns damit also sagen?

    Und nur weil jemand nicht die (mentale) Stärke hat, dem zu wiederstehen oder sich zu wehren, ist er noch längst nicht Schuld daran, wenn er unter Mobbing leidet.
    Für diesen Beitrag bedankt sich Pleitgengeier
    Geändert von Skipjack (18.08.16 um 09:20 Uhr)

  5. #5
    střelec

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    Avatar von War-10-ck
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Von Schuld kann man da nicht sprechen, ist vielleicht falsch rüber gekommen. Was ich meinte war, das Mobbing ein extrem weitgefecherter Begriff ist, der oft von vielen auch falsch benutzt wird. Negative Kritik wird als Mobbing aufgefasst und Ähnliches. Da so generell drüber zu diskutieren halte ich für nicht sehr praktikabel.

  6. #6
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von Italia_90 Beitrag anzeigen
    Mal ein paar "Gründe" warum Leute sich gewisse Opfer aussuchen:
    -Das Opfer ist krank oder hat eine Behinderung
    -Zu schlechte oder zu gute Leistungen
    -Vorgesetzter nutzt seine Macht aus (Bossing)
    -Das Opfer ist körperlich schwach
    -Das Opfer ist nicht anpassungsfähig (z.B. psychisch)
    -Angst des Opfers
    -keine optische Anpassung (z.B. kann sich keine Markenklamotten oder moderne Handys leisten)
    Nichts davon spielt eine Rolle für Mobbing.
    Es ist zwar ggf. das Ziel des Spots, jedoch seltenst der Anlass.
    Deswegen verkacken 90% der Anti-Mobbing kampagnen auch.
    Elitär, bourgeois, amoralisch! JETZT MIT 25% mehr CYBER

  7. #7
    Hat sich hochgeschlafen-

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    Avatar von Chegwidden
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von Seedy Beitrag anzeigen
    Nichts davon spielt eine Rolle für Mobbing.
    Doch.
    Man lässt Menschen nicht absichtlich ertrinken!
    Egal ob kriegsgeflüchtet, armutsgeflüchtet oder Folteropfer!
    Regelt das endlich ordentlich!
    Man lässt Menschen nicht absichtlich ersaufen!

  8. #8
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von Chegwidden Beitrag anzeigen
    Doch.
    Nein
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  9. #9
    střelec

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    Avatar von War-10-ck
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Dann klär uns auf mit deinem Wissen.

  10. #10
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Es gibt Dicke, die werden gemobbt und Dicke, die werden nicht gemobbt.
    Es gibt Behinderte, die werden gemobbt, es gibt Behinderte, die werden nicht gemobbt.
    Gleiches gilt für fast jedes Merkmal, dass immer als "Ursache" hingestellt wird.

    Die Tatsache, dass eine Behinderung nicht zwangsläufig zu Mobbing führt.
    Ebenso die Tatsache, dass es total unterschiedliche "Anlässe" gibt, die man nichtmal wirklich kategorisieren kann.

    Dies alles führt zu der kleinen Schlussfolgerung:

    Man wird zwar um des Behindertseins gemobbt, keinesfalls ist dies allerdings die Ursache.

    Man kann natürlich auch noch 10 Jahre lang gegen das falsche kämpfen und den Leuten sagen, sie sollen nett zu Dicken sein, obwohl sie gar kein Problem mit denen haben...

    Man könnte sich allerdings auch mal den richtigen Ursachen auseinander setzen.
    Dazu müsste man allerdings mal das Hirn anschalten...

    Es ist jedoch viel leichter es auf eine Eigenschaft zu schieben, völlig die Tatsachen missachtend, dass es nicht stimmen kann.
    Für diesen Beitrag bedankt sich Ungesund
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  11. #11

    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von Skipjack Beitrag anzeigen
    Und nur weil jemand nicht die (mentale) Stärke hat, dem zu wiederstehen oder sich zu wehren, ist er noch längst nicht Schuld daran, wenn er unter Mobbing leidet.
    Die geistige Stärke lässt sich aufbauen. Ich war im Kindergarten auch wesentlich dünnhäutiger als ich es jetzt, mehrerer Jahrzehnte später, bin. Da haben mich gewisse Sätze schon zum heulen gebracht. Vor einiger Zeit habe ich auch einmal einen Bericht über einen "Selbstverteidigungskurs" (iirc in Hamburg) gesehen, in dem es nur am Rande um wirkliche körperliche Selbstverteidigung ging. Ziel war es im Grund genommen, den Teilnehmern Selbstbewusstsein zu verpassen. Laut dem Bericht ist das Projekt sehr erfolgreich.

    Klar sind die Täter definitiv die Schuldigeren. Mit großem Abstand. Aber zu einem kleinen Bruchteil sehe ich bei vielen Opfern auch eine gewisse "Schuld". Immer nur schlucken und sich in sein persönliches Schneckenhaus zurückzuziehen bringt null. Sagt ja keiner, dass man als Mobbing-Opfer sofort auf die Täter losgehen soll. Aber Kleinvieh macht auch Mist. Ich sehe es z. B. bei einem Mädel, dass bei mir im Verein ist. Bei der konnte man anfangs froh sein, dass sie nicht umgekippt ist, wenn man sie mal angesprochen hat. Trotzdem hat sie den Schritt gewagt. Inzwischen ist sie nicht mehr so zurückhaltend und sagt auch mal nein, wenn ihr etwas nicht passt. Oder sie geht auch mal mit Leuten aus dem Verein weg, was anfangs undenkbar gewesen wäre. Und nein, bei uns hat sie keine Sonderbehandlung bekommen.

    Und oftmals reichen eben schon diese kleinsten Änderungen und man ist nicht mehr das Opfer. Eine zurückhaltende Mitarbeiterin bei einem Unternehmen mit dem ich zu tun habe, hatte auch mal einige Zeit unter ihren Kolleginnen zu leiten. Das ging soweit, dass sie beim Therapeuten gelandet ist. Der hat sie dazu gebracht nur einmal auf den Tisch zu hauen als ihre lieben Kollegen wieder losgelegt haben. Im Grunde also wirklich nur eine Kleinigkeit. Geholfen hat es aber ungemein. Seit dem hat sie ihre Ruhe.
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  12. #12
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Das Problem ist, daß Mobbing gar nicht klar definiert ist.
    Wenn man täglich Opfer von körperlicher Gewalt wird, dann geht es um Straftaten und um Schuld.

    Man kann sich schnell "gemoppt" fühlen, ohne daß aber man bei den anderen aber von Schuld sprechen muß.
    Wie bei anderen Tierarten gibt es beim Menschen Rangordnungen, und diese müssen nicht starr sein.
    Auch die Faktoren, die diese Ordnung bestimmen, sind vielseitig und hier lassen sich auch Strategien entwickeln, auch unbewußt, um in der Hackordnung nicht ganz unten zu landen.
    Man kann sich aber auch zum Opfer machen oder die Opferrolle annehmen.
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  13. #13
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    Avatar von TheOnly1
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von Seedy Beitrag anzeigen
    Man könnte sich allerdings auch mal den richtigen Ursachen auseinander setzen.
    Dazu müsste man allerdings mal das Hirn anschalten...
    Dann kläre die Unwissenden, wie zB mich, bitte auf...
    Ihr könnt rennen, aber ihr könnt nicht gleiten!
    Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e. V. | Krieg dem DFB!
    Aber wenn ich könnte wie ich wollte, würd ich gar nichts wollen. Ich weiß aber, dass alle etwas wollen sollen.

  14. #14
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von TheOnly1 Beitrag anzeigen
    Dann kläre die Unwissenden, wie zB mich, bitte auf...
    Habe ich grade,
    kannst dich also in die liste der Moderatoren einreihen, die heute durch Einzeiler Glänzen

    Ich kann es aber auch nochmal in vereinfachter Sprache schreiben:

    Es gibt Dicke.
    Einige Dicke werden gemobbt.
    Andere Dicke werden nicht gemobbt.

    Dicksein ist nicht die Ursache für Mobbing.

    Warum bekommen Dicke also zu hören, dass sie dick sind?
    Es ist einfach nur die offensichtlichste und einfachste Angriffsfläche.

    Es geht darum, dass man einen Menschen aus irgend einem Grund nicht mag.
    Man hat Spaß daran, diesen Menschen zu nerven bzw. ärgern.
    Man sucht sich irgendeinen "Anlass", wie das dick sein.
    Wäre er nicht dick, würdest du ihm wegen was anderen angreifen.

    Ich weiß, dass die Trennung von Anlass und Ursache für viele hier eine geistige Herrausforderung darstellt.
    Geändert von Seedy (18.08.16 um 11:06 Uhr)
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  15. #15
    saeuferleber

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    Avatar von Wire
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Mobbing kann auch an den Befindlichkeiten liegen. Was bei dem einen etwas auslöst muss dies bei einem anderen noch lange nicht...

    Daher ist deine Definition von Opfer und Täter schon konträr - es ist dadurch schon geklärt. Worauf willst du mit deiner Frage (TS) überhaupt hinaus? Klar haben die selber Schuld - genau so wie vergewaltigte Frauen, bestohlene Menschen, Behinderte etc.

    So ganz abgrenzen kann man es nicht, es liegt an den Personen selbst, wer aber glaubt das es i.O. ist oder denkt das Leute selber daran Schuld haben, der sollte mal zum Arzt gehen!


    Ciao Wire

  16. #16
    střelec

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    Avatar von War-10-ck
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von Seedy Beitrag anzeigen
    Dicksein ist nicht die Ursache für Mobbing.
    Hat auch keiner behauptet. Aber es erhöht die Chanchen, dass man aus der Menge heraussticht und bietet eine Angriffsfläche (toll Doppeldeutig) um gemobbt zu werden.

    Deiner Argumentation nach wäre es total zufällig wär Opfer von Mobbing wird?

  17. #17
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von War-10-ck Beitrag anzeigen
    Deiner Argumentation nach wäre es total zufällig wär Opfer von Mobbing wird?
    Zitat Zitat von War-10-ck Beitrag anzeigen

    Deiner Argumentation nach wäre es total zufällig wär Opfer von Mobbing wird?
    Nein,
    es sind fast ausschließlich soziale Defizite in irgendeiner Form.
    Dabei müssen es nicht mal "objektive" Defizite sein, sondern einfach Verhaltensweisen, welche der Gruppe zuwieder sind, von jenen als Defizit betrachtet werden.

    Deswegen ist es häufig garnicht so genau reproduzierbar, warum jemand gemobbt wird.

    Da man allerdings die Aktion "du bist Dick haha" sieht, hält man diese fälschlicherweise für den Grund.

    Dagegen sprechen millionen dicke Kinder, die nicht gemobbt werden und millionen schlanker Kinder, die wegen irgendwas anderem gemobbt werden, sei es zu arm, zu reich, zu blond, zu blöd.


    Deswegen halte ich das an der oberfläche gekratze der Anti-Mobbing aktionen für dämlich.


    Der Wunsch jemanden zu Mobben führt zur Suche der Schwachstelle.
    Nicht die Schwachstelle zum Mobbing.
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  18. #18
    střelec

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    Avatar von War-10-ck
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Antimobbing Aktionen gehen darauf ein andere zu akzeptieren und zu tollerieren, korrekt? Das trifft sowohl auf offensichtliches wie dick/dünn wie auch auf soziale Defizite zu, wo ist also das Problem? Letztlich ists doch immer so, dass man jemanden sucht der anders ist als die Masse, warum auch immer. Der wird dann gemobbt. Da braucht man keine Unterschiede zwischen sozialen Defiziten und körperlichen Abweichungen machen.

  19. #19
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Interessant an der Sache finde ich, dass die meisten Amokläufer in Schulen gemobbt wurden, das aber nie wirklich erwähnt wurde - nein, pöhse Computerspiele und Waffen sind schuld.
    Mich würde noch interessieren ob die Amokläufer die Opfer zufällig auswählten oder ihre private Täter-Liste abgearbeitet haben...

    „Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht, | wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, | wenn unerträglich wird die Last – greift er | hinauf getrosten Mutes in den Himmel, | und holt herunter seine ew'gen Rechte, | die droben hangen unveräußerlich | und unzerbrechlich wie die Sterne selbst – | Der alte Urstand der Natur kehrt wieder, | wo Mensch dem Menschen gegenübersteht – Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehr | verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben – | Der Güter höchstes dürfen wir verteid'gen | gegen Gewalt [...]“
    - Friedrich von Schiller (aus Willhelm Tell)
    Wer Funk kennt nimmt Kabel

  20. #20
    A.C.I.D

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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Zitat Zitat von War-10-ck Beitrag anzeigen
    Da braucht man keine Unterschiede zwischen sozialen Defiziten und körperlichen Abweichungen machen.
    Zitat Zitat von Chegwidden Beitrag anzeigen
    Doch.
    Damit Mobbing aufhört, musst du menschen dazu bringen gegen ihren Gruppeninstinkt zu handeln.
    Dabei macht es einen riesen Unterschied, ob es nun eine Eigenschaft ist, wie behindert, oder eine dumme Lache, oder ein schwer zu durchschauendes Konglomerat an Charaktereigenschaften.

    Ebenso sind die Lösungsansätze für die Opfer andere.
    Statt abzunehmen, müsste er seinen Charakter verändern - etwas das garnicht so leicht machbar ist.

    Ich würde nicht so lange auf dieser Unterscheidung rumreiten, wenn sie nicht wichtig wäre.

    Nehm wir mal was unabänderliches, statt dick die Behinderung.
    Nun, wenn du deswegen gemobbt wirst, sitzt du in einer unabänderlichern Situation und musst darauf hoffen, dass die anderen sich ändern.

    Wenn die Behinderung nicht das Problem ist, dann bist plötzlich nicht mehr in der Situation gefangen - du hast wieder die möglichkeit "macht" die Situation zu deinen Gunsten zu manipullieren. Deine Lage ist also nicht hoffnungslos, vorallem nicht so hoffnungslos, wir dir eingeredet wird.

    Unnötig ist auch die Schuldfrage.
    Es ist einfach so, dass ein Mensch nicht in eine bestehende Gruppe passt.
    Jetzt kann man Biologisch sagen, wer nicht in die Gruppe passt evolutioniert sich weg.
    Man kann allerdings auch sozial Sagen, dass die Gruppe jetzt die Pflicht hat diesen Störfall zu akzeptieren.

    Beides ist in meinen Augen blödpfiff.
    Man kann nicht von einer Gruppe erwarten, dass sie ihr verhalten zugunsten eines ungewollten Individums ändernt.
    Man von einem Individum nicht erwarten kann, dass es sich faschistischen Druck beugt und sich anpasst (sofern dies überhaupt möglich ist)

    Was man jedoch erwarten kann, ist das das Opfer sein möglichstest tut um sich aus der Situation raus zu arbeiten.
    "Auch, wenn du unschuldig bist - dein Recht musst du dir trotzdem selber abhohlen"
    UND
    Das die Täter sich im Rahmen bewegen. Körperverletzung und Beleidigung sind Straftaten und sollten eben auch so behandelt werden.

    Von angemessener psychologischer Beträuung und kompetenten Lehrern fang ich erst garnicht an zu träumen...
    Geändert von Seedy (18.08.16 um 14:31 Uhr)
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  21. #21
    ♪♪♫♪♫♫♪ Avatar von KaPiTN
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Ein Aspekt ist mir noch eingefallen und zwar Mobbing als Präventivstrategie und Kompensation starker Minderwertigkeitsgefühle. Kann gerade bei Schülern vorkommen, wenn das Zuhause soziale oder finanzielle Defizite aufweist, die zu überspielen versucht werden.
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  22. #22
    Slayer
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    @KaPiTN:

    Das halte ich für Gerüchte.


    @Seedy:

    Man muss Mobbing nicht nur auf die Schule begrenzen, in der Arbeitswelt kommt es auch dazu. Da handelt es sich nicht mehr um die mögliche Zugehörigkeit einer Gruppe. Kann natürlich auch von "oben" gefördert werden damit Mitarbeiter kündigen ...

  23. #23
    ♪♪♫♪♫♫♪ Avatar von KaPiTN
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    @U.S.C.H.:

    Du schon wieder. Soziale oder finanzielle Defizite bezog sich jetzt gar nicht auf ostdeutsche Herkunft.
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  24. #24

    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    @Seedy: Im letzten Post wirst Du aber konfus.

    Vorher schreibst Du
    Zitat Zitat von Seedy Beitrag anzeigen
    Der Wunsch jemanden zu Mobben führt zur Suche der Schwachstelle.
    dem ich voll zustimme.

    Und dann liegt es plötzlich daran, dass jemand von der Gruppennorm abweicht - "nicht in eine bestehende Gruppe passt" - und Mobbing quasi die automatische Abwehrreaktion einer Gruppe auf einen solchen "Störfall" darstellt.
    Es soll auch noch dem Opfer obliegen, sich aus der "Situation raus zu arbeiten"? Und solange die Täter keine Straftaten begehen, sind ihre Handlungen (welche auch immer) ok.

    Wow, starker Stoff.

    Ich hoffe ich verdrehe Deine Aussage nicht oder missverstehe sie. Bitte korrigiere mich.
    Aber wenn wir Mobbing durch sexuelle Belästigung ersetzen würde vermutlich niemand mehr so argumentieren. Auch wenn es sich hierbei nicht um dasselbe handlet, wieso ist die Argumentation bei Mobbing akzeptabel?

  25. #25
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    Re: Mobbingopfer - selber Schuld oder nicht?

    Meist ist es so dass die "Hauptverantwotlichen" nur ein oder zwei Täter sind. Die anderen die mitmachen, z.B. in der Schulklasse, sind meist nichts anderes als Mitläufer die nur dabei sein wollen. Die meisten stellen sich quasi von selber auf Seite des stärkeren anstatt den Schwachen zu verteidigen. Und genau diese Mitläufer wissen meist gar nicht was das ganze für Folgen für das Opfer haben kann, vor allem psychisch, was sich beim Opfer sogar oft erst Jahre später bemerkbar macht (Angstattacken, Wutausbrüche, Minderwertigkeitsgefühle ect.). Of kann da nur noch eine Therapie helfen.
    "Wie war das Spiel?"
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