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Thema: [Reisebericht] Mallorca Individuell

  1. #1
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    [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Servus,

    das hier wird diesmal ein wenig länger, was auch an der Dauer der Reise lag. Es war für mich persönlich der 2. oder 3. Mallorca Aufenthalt, wobei die jeweils gut 20 Jahre zurückliegen und ich mich da auch an rein gar nichts mehr erinnere. Für meinen Mann war es das erste Mal. Wir hatten uns im Oktober 2015 für die Insel entschieden, da uns das Klima passt, die Insel eine abwechslungsreiche Landschaft bietet, die Flugdauer relativ kurz ist und uns die spanische Lebensart eigentlich ziemlich anspricht - das war dann auch der insgesamt 3. Urlaub im spanischsprachigen Raum innerhalb eines Jahres.

    Durch die Flüchtlingskrise, diverse Anschläge in der Türkei, die zusätzlich stark abnehmende Attraktivität von Reisezielen wie Tunesien, Marokko, Griechenland etc. hat leider sehr viele Menschen auf die Insel gebracht. Ich würde, jetzt im nach hinein, trotzdem wieder hinfliegen, wenn auch etwas anders, dazu aber später mehr. Zu Beginn bzw. einige Wochen vorher war ich mit der Wahl Mallorca doch recht unzufrieden, gerade weil ich große Menschenmengen in der Regel eher meide und auf einer komplett aus- und überlasteten Insel geht das eher schlecht.

    Ich werde das Ganze ein wenig gliedern. Hier finden sich bewusst nur Handyfotos von Orten, Landschaften, Sehenswürdigkeiten. Alles essbare landet bei Zeiten im Food-Pic Thread. Fotos von der DSLR landen irgendwann in der Galerie - wenn ich die Lust gefunden habe die zu sortieren und zu entwickeln. Rechnet also nicht mit super-duper-Fotos.

    Die Reise dauerte 3 Wochen (21 Tage) vom 20. Juli 2016 - 10. August 2016.

    Mallorca 2016





    Geändert von LadyRavenous (15.03.19 um 16:05 Uhr)

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  2. #2
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Planung und Buchung

    Wie oben schon erwähnt stand der Entschluss nach Mallorca zu fliegen relativ schnell. Wir haben im Oktober 2015 alles Wichtige gebucht - und alles Wichtige bedeutet dieses Mal: Flüge, Unterkünfte, Mietwagen. Alles selbst organisiert, ein ziemlicher Kontrast zu unserem Teneriffa Aufenthalt 2015, wo wir einfach ins Reisebüro gegangen sind und uns 'beraten' lassen haben.

    Wir wollten es aber jetzt mal anders. Die Flüge haben wir über Germanwings (mittlerweile ja Eurowings) gebucht, die Kombination aus Preis und Leistung war für uns vertretbar. Pro Person 23kg Gepäck, Sitzplatzreservierung (inkl. Option auf Sitze mit extra Beinfreiheit sofern man schnell genug ist), Getränk und Snack (uninteressant). Bezahlt haben wir für zwei Personen Hin- und Zurück ca. 478 €.

    Ein Mietwagen war Pflicht und hier ging dann das erste mal recherchieren los. Blieb natürlich an mir hängen – und was ich so für Horrorstories über die gängigen Anbieter auf Mallorca gelesen habe ist Wahnsinn. Ich habe mir auch, obwohl ich die Plattform eher meide, unzählige Dokumentationen auf Youtube reingezogen welche sich mit Mietwagenabzocke beschäftigen. Wir hatten auf Teneriffa ein Cabrio (Peugot 308) für 10 Tage mit Vollkasko ohne SB (ohne Glas-/Reifenschutz) und dafür rund 370€ gezahlt – bei einem lokalen Anbieter. Ein Cabrio sollte es eigentlich wieder sein, weil es einfach Spaß macht.

    Leider haben wir da nicht so auf dem Schirm gehabt das sich Kanaren und Balearen in der Preisgestaltung doch rapide Unterscheiden. Von der Cabrio Idee sind wir sehr schnell wieder weg, 2.000€, auch wenn es für 3 Wochen ist, waren einfach zu viel. Und dann waren das noch kleine Knutschkugeln!
    Nach dem checken von diversen Firmen (wo Goldcar, RecordGo und auch Vermittlerfirmen die mit den beiden zusammenarbeiten rausgefallen sind) haben wir uns letztlich dann doch für die etablierte Lösung von Sixt entschieden. Gebucht war was aus der EMCR Klasse (Opel Corsa, Ford Fiesta, Citroën C3) inklusive Navigationsgerät (ich war skeptisch. Wirklich… ist doch alles gut ausgeschildert etc.) und das volle Versicherungsprogramm. 3 Wochen sind eine lange Zeit und wir haben schon auf Teneriffa gesehen das Spanier ihr Auto eher nicht als Wohlstandsobjekt sehen. Die sind da etwas sehr rustikal – unbeschädigte Autos sind eigentlich Mangelware.

    Kosten sollte der ganze Spaß 1085 € - 360€ pro Woche kann man mit Leben. Irgendwie. Vergleiche bei den vermeintlich günstigen Anbietern kamen übrigens auf annähernd den identischen Preis (voll/voll, Vollkasko ohne SB, Scheiben-/Reifen, Diebstahl, Navigation).

    Dann ging es an die Buchung der Unterkünfte. Wir waren uns schnell einige das wir jede Woche woanders sein wollen um möglichst viel sehen zu können. Flexibel waren wir ja schon mal durch den Mietwagen. Grundlage der Suchen war Airbnb und so viel vorweg: Auch wenn ich bei der Barcelona Wohnung unzufrieden war, war dieses Mal wirklich alles top.

    Wir entschieden uns zum reinkommen für ein freistehendes Haus bei einer Finca. Ziemlich abgeschieden und dadurch sehr ruhig. Erst mal raus aus dem Trubel von zu Hause und langsam akklimatisieren. Die Wohnung bzw. das kleine Ferienhaus wurde u.A. mit Outdoorküche und Außendusche beworben sowie gewissem Abstand zu den Gastgebern die im Haupthaus auf dem gleichen Grundstück ca. 30m entfernt wohnten. Damit war Artá als erstes Reiseziel festgelegt, die Buchung erfolgte unkompliziert, war allerdings auch ein deutscher Host.

    Als zweites Objekt haben wir uns wieder ein freistehendes Ferienhaus ausgesucht gehabt, diesmal in Costicx. Das liegt in der Inselmitte und schien und ideal für Ausflüge ins Landesinnere. Auch hier lief die Buchung eigentlich problemlos ab.

    Als letztes Ziel sollte es dann in die Nähe von Palma gehen und Richtung berühmten Tramuntana Gebirge. Allerdings war es gar nicht so einfach da was zu finden. Wir wollten weder direkt in Palma wohnen und auch nicht in El Arenal, geschweige denn in Magaluf. Ich fand ein wunderschönes Cottage in Valldemossa – leider wurde meine Buchungsanfrage nicht beantwortet bzw. verfiel sie nach einer Woche, da der Host gerade im Ausland war und keinen Internetzugriff hatte. In der Zeit hatte ich leider schon was anderes gefunden.

    Ich fragte bei einem weiteren Host an – ein Studio in Esporles mit traumhaften Blick nach Palma. Leider ohne Begründung abgelehnt worden (vielen passt der Buchungszeitraum Mittwoch-Mittwoch nicht) und solangsam wurde es eng, da sich herauskristallisierte das verdammt viele Menschen im Sommer 2016 Urlaub auf Mallorca machen wollen.

    Letztlich bin ich in El Toro gelandet, in einer kleinen Dachgeschosswohnung – allerdings mit Pool Zugang! Kleine Küchenzeile, kein WiFi, dafür aber Strandnah und in der Stadt bzw. eher dem Örtchen gelegen.

    Eigentlich waren die Planungen so weit abgeschlossen. Wir hatten alles gebucht und uns dieses mal selbst auferlegt nicht jeden Tag bis aufs kleinste zu planen. Stattdessen wurde der Mallorca Gruppe auf Facebook beigetreten für Impressionen und dann hat man sich eben gemerkt „da könnte man mal hin“. Auf Teneriffa wurde noch jeder Tag durchgeplant aber es geht auch sehr gut ohne minutiöse Auflistung was wo wie und wann.

    So warteten wir eigentlich nur noch auf den Reisebeginn… bis am 14.06 mitten in der Nacht eine Stornierungsmail von airbnb kam für das zweite Quartier in Costicx. Anscheinend hatte es da einen Besitzerwechsel gegeben. Jetzt finde mal schnell eine Alternative die a) im bezahlbaren Rahmen bis 70€/Nacht ist und b) nicht direkt in dem Gebiet liegt wo du schon untergebracht bist. In der Inselmitte? Keine Chance mehr. Klar, Fincas für 6-8 Leute und mehr gab es noch. Oder auch Sachen für 120€/Nacht. Also im Süden geguckt, aber auch nichts was einen angesprochen hätte.

    Dann mal fewo-direkt in Anspruch genommen. Zwischenzeitlich meinen Mann geweckt der meinte ich soll irgendwas buchen was von Lage, Ausstattung und Preis passt. Habe dann in Esporles was gefunden – ein freistehendes Gästehaus auf einer Dorffinca. Wenige Gehminuten vom Stadtkern entfernt. Zwar nah an El Toro, eigentlich zu nah, aber wenn man sich von da auf das Gebirge konzentriert und nicht Richtung Palma klappt das schon. Buchungsanfrage versendet und es kam dann auch mitten in der Nacht schon eine Antwort. Ja, geht, vielleicht, Anzahlung an IBAN von 250€, Rest dann vor Ort. Bewertungen waren durchgehend gut. Überweisung angeregt … kommt eine Mail sorry, das Haus ist weg, es hat gerade jemand bestätigt gehabt der vorher angefragt hatte. Aber ich hätte da noch eine Wohnung auf dem Grundstück, die ist auch größer.

    Gut da es so langsam etwas knapp wurde haben wir die halt genommen, uns wurde mit dem Preis auch etwas entgegengekommen.

    Daraufhin noch mal die anderen beiden Vermieter angeschrieben ob da alles klar geht und das sie sich bitte schnellstmöglich melden sollen wenn irgendwas ist. Von beiden kam durchaus positives Feedback – sie hätten noch nie jemandem abgesagt und wollen damit auch gar nicht erst anfangen. Das erfreut einen doch.

    Sollte Interesse an den Objekten bestehen einfach per PN, möchte das aber nicht öffentlich verlinken
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    Geändert von LadyRavenous (15.03.19 um 16:06 Uhr)

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  3. #3
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Woche 1 (Artá) - oder Anreise mit Hindernissen
    Tag 1 bis 4

    Unser Flug ging von DUS nach PMI morgens um 06:10 Uhr. Nicht mal der erste Flieger Richtung Palma sondern schon der vierte oder fünfte. Da wir gerne die erforderlichen 2 Stunden eher am Flughafen sind und eine Anreise von ca. einer Stunde haben, haben wir wieder unser Lieblingstaxi in Anspruch genommen - mein Vater bietet uns netterweise immer an den Transfer zum Flughafen zu übernehmen. Er hat das Auto meines Onkels bei sich stehen um es ab und an mal zu bewegen (Onkel hat direkt nach der Anschaffung einen Firmenwagen bekommen... und nutzt seinen PKW privat daher gar nicht mehr sondern nur noch den Firmenwagen, der auch größer ist) und selbst auch ein Auto, was aber gerade kaputt war. Also mit dem kleinen Golf morgens um kurz vor 03:00 Uhr los. Auf Höhe Dortmund-Mengede ist dann die Karre verreckt.

    Da war es so ungefähr 03:20 Uhr. Mein Vater natürlich den Kaffee extrem auf und seinen Bruder aus dem Bett geklingelt. Fun Fact: Mein Onkel wohnt mit seinen Eltern im gleichen Haus, allerdings im oberen Stockwerk, Opa im Erdgeschoss, Oma im Keller. Telefon steht... im Keller. Mein Opa saß am Tisch die ganze Zeit und hats einfach ignoriert und meine Oma hat seelenruhig weiter geratzt. Bei nahezu Telefonterror

    Haben ihn dann doch an die Leitung bekommen, er hat uns abgeholt und zum Flughafen gefahren (und ist danach gleich weiter zur Arbeit, hust) und wir waren dann gegen 05:00 Uhr endlich am Flughafen. Fix zum Check-In, alles kein Problem. Koffer aufgeben, Sicherheitskontrolle und dann aufs Boarding warten. Eine verdammt heiße Luft auf dem Flughafen, Klimaanlage da ist eher so lalala.

    Boarding selbst dann auch recht pünktlich (irgendwas ist ja immer), rein ins Flugzeug, mal eben die Leute von unseren Sitzen verscheucht (wenn ich schon Beinfreiheit buche will ich sie auch in Anspruch nehmen) und ab geht's. Total bewölkt, also nichts mit aus dem Fenster gucken. Sonnenaufgang war aber eh schon lange vorbei.

    Unser Host der ersten Wohnung hatte uns in der Nacht auch noch angeschrieben, hatte dann erst mal eine eventuelle Verzögerung in Aussicht gestellt (da war noch nicht so klar ob wir jetzt ein Taxi rufen und es pünktlich schaffen), aber lief ja alles glatt.

    Der Flug wie gewohnt unspektakulär. Keine Turbulenzen, amüsante Sicherheitsanimationen, wie immer halt. Nach der Landung in Palma kurz orientieren - wohin müssen wir jetzt. Okay, wir stellen uns auch mal auf diese coolen Laufbänder und lassen uns Richtung Gepäckausgabe fahren. Kurz auf den Monitor geguckt, ah Band so und so, mal hin. Hm. Wart. Wart. Nix. Horden von Menschen, auch von deinem Flug, stehen da. Mal fix zur Tafel huschen - oh, Gepäckband hat sich geändert. Mal eben 2 Bänder weiter, Koffer schnappen die da unbeachtet ihre Runden drehten und zum Sixt Schalter.

    2 Schalter, 1 Schlange. Okay. Rechter Schalter: Verständnisprobleme anscheinend. Das dauerte. Und dauerte. Links ging schneller. Wir sind dran. Links leer. Drängelt sich so ein Schnösel Engländer vor, wedelt mit seiner Express Karte rum und versucht dann noch 10 Minuten mit der Uschi zu flirten. Rechts versuchte immer noch das junge Pärchen irgendwas zu klären. Der Schnösel weg, wir an den Schalter, Führerschein, Perso, App raus, keine 10 Minuten und der ganze schriftliche Kram war erledigt, ein Wagenupgrade für ein festinstalliertes Navi gab es obendrauf (EDMR Klasse) für einen kleinen Aufpreis. Denen sind wohl auch die kleinen Autos ausgegangen



    Ins Parkhaus rein, Wagen angeguckt, okay. Paar viele Kratzer an der Beifahrerseite, mal ins Übergabeprotokoll schauen - alles vermerkt. Super. Koffer ins Auto, Rucksäcke rein, noch eben eine zweite Warnweste abgeholt und dann raus aus dem Parkhaus! Yay. Die Temperaturen waren schon ordentlich, also Klimaanlage an. Der Check-In in Artá war für zwischen 13:00 und 14:00 Uhr geplant, also sind wir etwas in Richtung Küste gefahren um den Weg etwas zu strecken. Zwischendurch noch ein Stop um uns mit dem nötigsten (Bier, Softdrinks, Wasser, was zu futtern) zu versorgen und dann zum Treffpunkt. Unseren Host angerufen der nach 10 Minuten bei uns war und uns dann den Weg zur Unterkunft gezeigt hat.

    Hat alles wunderbar funktioniert.

    Angekommen dann erst mal ein wenig die Unterkunft begutachtet. Genau so wie auf den Fotos abgebildet. Wirklich 1:1. Im Grunde waren es lediglich 2 Räume, Küchenzeile mit Essecke, TV, TV-Tisch und Sofa. Dann ein Raumtrenner, dahinter der Schlafbereich. Abgetrennt ein geräumiges Badezimmer mit ebenerdiger Dusche. Wir bekamen gute Tipps vom Host, eine Mappe mit den Hausregeln (die Katzen bitte nicht füttern, bitte nichts was über normales 1-lagiges Toilettenpapier hinaus geht in der Toilette entsorgen, für Handtuchwechsel / Bettwäschewechsel einfach ansprechen, keine lauten Parties ...) und sind dann erst mal noch auf Empfehlung in einem größeren Supermarkt bei Cala Rajada einkaufen gewesen. Bisschen was für aufs Brot, mehr Bier(!) und halt mal so ein wenig stöbern. Frischfisch hatten sie da eine kleine Auswahl, viel Obst und Gemüse aus der Region, also durchaus brauchbar auch wenn es eine bekannte Supermarktkette ist.





    Zwischendurch festgestellt das unser Auto einen USB Anschluss hat. Schlauerweise habe ich natürlich einen Stick, prall gefüllt mit guter Musik, in der Tasche. Doof nur das ein scheinbar modernes Auto keine 32GB USB 3.0 Sticks akzeptiert. Gnaaaaargh!

    Wir sind dann auch einfach zurück ins Quartier, Bierchen auf und auf der Terrasse schön chillen. Am ersten Tag wollten wir echt keine großartige Action haben.

    Am nächsten morgen ging es dann los. Die Insel erkunden. Ab ins Auto, relativ früh und mal ein paar Sachen abgefahren die interessant klangen. Hatten uns kurz vorher noch von Marco Polo einen Reiseführer besorgt und da immer mal wieder reingeschaut.

    Das erste Ziel war Sant Salvador in Artá, eine alte Burganlage. Auf dem Weg dahin sind wir aber noch an einem Kloster vorbei gekommen, da musste man auch rauf. Schöne Aussicht! Ich liebe Aussichten.







    Sind da mal hübsch um die Burganlage drum rum, haben uns den Irrgarten und die Kirche unten aber gesteckt. Kann man sich durchaus mal angucken, auch wenn da gerade viele Bauarbeiten waren. Die paar Treppen muss man übrigens nicht laufen ... man kann auch einfach oben parken. Oder ganz unten, jeder so wie er mag (und wie Platz ist). Dann hatten wir in der Mallorca Gruppe was von Stränden in der Nähe gelesen die nicht so überlaufen sein sollen. Badegedöhns hatten wir zwar nicht mit, aber wir sind eh nicht so die Schwimmer und Strandlieger. Sind dann also Richtung Cala Torta gefahren. Kein Wunder das da kaum Touristen hinfahren! Ohne Unterboden und Reifenversicherung ist das auch finanzieller Selbstmord. Habe leider kein Foto von der Strecke, aber Kies und Karpfenteichgroße Schlaglöcher über viele, viele Meter. Aber hat sich gelohnt. Wirklich eine wunderschöne Bucht, nicht überlaufen. Allerdings auch nur sehr wenig Schatten, keine Sanitären Anlagen... aber immerhin gibt's eine Bar



    Wie man sieht war der Sonnenstand nicht so toll für Fotos, glaubt mir, strahlend blauer Himmel und wunderbar türkises Meer. Ein absoluter Traum mit wunderbarer Sicht auf den Grund.

    Gut, wenn man schon mal da ist, es waren 2 Strände ausgeschildert, also mal fix zur Cala Mitjana fahren.



    Leider gar keine Schatten Option. Der Weg noch bescheidener als zur Cala Torta. Aber auch hier: Leer und teil FKK - interessiert da ja eh niemanden. Die Temperaturen um den Zeitraum waren aber so krass (~38°, übelste Mittagshitze) das wir auch schnell wieder die Biege gemacht haben, allerdings mit dem Ziel zum schwimmen definitiv wiederzukommen. Da wir auf dem Rückweg eh mehr oder weniger dran vorbei gekommen sind wollten wir uns dann auch noch mal das andere Extrem angucken: Einen überlaufenen Touristenstrand, die Cala Mesquida. Irgendwer hatte das empfohlen (ich meine der Typ im Autohaus als wir die Karre da zur Inspektion abgegeben haben, 3 Wochen sollten ja reichen), aber ich hatte gelesen ist recht überlaufen. War es nur bedingt, war noch nicht die richtige Zeit. Das geht erst später richtig los. Im Vergleich zur Torta und Mitjana war es aber voll.





    So saßen wir also in unserem klimatisierten Auto und wir fuhren Richtung Cala Rajada. Der Ort, der irgendwie überall genannt wird von wegen da ist ja so toll und hübsch und da sind sooo tolle Hotels. Da haben wir dann den ersten Einblick ins richtig touristische Mallorca bekommen - Shoppen kann man da sicher gut, aber Hotel an Hotel, Bar/Restaurant an Bar/Restaurant. Auf dem Weg ein Expert... doch leider zu. Mist, dachten da kriegen wir einen kleinen USB Stick für das Auto. Nun ja. Dann zeigte ich aufs Navi "fahr da mal hin" - irgendeine Landspitze. "da is doch nix" "fahr da hin!" - wir landeten am Cap de Pera, ein schöner Leuchtturm. Fantastische Sicht und ein weiterer Ausflug zu Sonnenaufgang war praktisch schon gebucht.



    Wir sind dann zurück, noch mal zum Mercadona und dann... Stopp! Daneben ist ein Müller. Die haben eigentlich so Kleinkram wie SD Karten und sicher auch USB Sticks. Tatsache, Bingo. Den billigsten USB 2.0 Stick mitgenommen den ich gefunden habe mit 8GB Kapazität. Sagen wir so: Der Stick hat gute Dienste geleistet, die Shuffle Funktion vom Radio eher nicht so. Lied 28/900 kann ich auf Kommando mitsingen, seufz.

    Abends sind wir dann auswärts essen gewesen. Vorab gab es typisch mallorquinische Aioli (die wird da mit Milch gemacht) mit Brot und Oliven, eine Platte Serrano Schinken und einen Mallorquinischen Eintopf mit Innereien, Gemüse, Kartoffeln. Als Hauptgericht gab es dann Hähnchenbrust samt Beilagen und Kaninchen. Nette Anekdote: Die Mallorquinischen Kaninchen werden so serviert:



    Am Tisch schräg gegenüber saß eine Gruppe deutscher (oder deutschsprachiger) wovon sich eine Frau auch das Kaninchen bestellt hatte. Es kam, sie sah es und wurde grün. Wirklich grün. Sie hat den Teller weggeschoben und sich geweigert das zu essen. Habe mich kaputt gelacht ^^ - sie hat dann mit jemanden aus ihrer Gruppe tauschen können aber es war einfach amüsant da zuzugucken.

    Am dritten Tag sind wir nach Porto Cristo gefahren. Da waren wir auf dem Hinweg schon durchgekommen und wir fanden es ganz hübsch. Haben da einen ganz gemütlichen Hafenrundgang gemacht, uns viele Boote angeguckt - Fischerboote, Luxusyachten. Sind auf diverse Bootsverleihe gestoßen aber das hatten wir eigentlich erst für die letzte Woche vor, haben aber schon mal geguckt was es da so gibt ohne Führerschein und wie viel das kostet.

    Was da auch teilweise für Häuser stehen ist der Wahnsinn. Du hast da auf der einen Seite diese fix hochgezogenen Massenbunker und dann guckst du auf die gegenüberliegende Seite, hoch an den Klippen und da steht Luxusvilla neben Luxusvilla. Krass.



    Wir sind dann nach unserem Hafenrundgang weiter Richtung Ses Salines. Wir wollten mal die berühmten Salzwerke besuchen, hatte ich doch von Führungen gelesen. Erst mal sind wir im total falschen Dorf gelandet, war aber hübsch, also auch ein Rundgang, was trinken etc. wie das eben so ist. Dann doch noch den richtigen Weg gefunden - die Salzberge liegen ganz in der Nähe vom berühmten Naturstrand Es Trenc.



    Mallorca hat ja das gleiche Problem mit der geplatzten Immobilienblase wie z.B. auch Griechenland - hier behilft man sich damit das man das nie fertiggestellte Untergeschoss als Parkplatz nutzt. Solche Rohbauten gibt es unzählige, mehr noch als auf Teneriffa. Teilweise stehen hier ganze angefangene Hotelanlagen oder Fabrikhallen die nie fertiggestellt wurden.

    Von Führungen leider nix zu sehen, ziemlich versiffte Sanitäranlagen und stolze Preise, aber egal, wir waren jetzt da und dann wollten wir auch was mitnehmen. Ein mal eine Dose "natur" für meine Eltern, damit sie mir nicht ständig in den Ohren liegen ich soll mein gutes Fleur de Sel zum grillen mitbringen ^^ und für uns so ein Probierpaket mit 5 Sorten oder so. Salz wird ja eh nicht schlecht und wenn man es trocken lagert klumpt da auch nichts. Zum Es Trenc wollten wir dann eigentlich auch noch, aber an die 10€ Parkgebühr waren uns dann einfach zu hart. Mag ja sein das es ein wunderschöner Strand ist, aber so viel ist mir das dann nicht wert.



    Auf dem Rückweg sind wir dann über Costicx gefahren und - verdammt, gut das es mit dem Quartier da nicht geklappt hat! Dieses Dorf ist ja so was von tot, da ist gar nichts. Die ganze Inselmitte ist tot.

    Als wir dann wieder im Quartier waren, war auch spät, fix ein paar Garnelen gehäutet und in die Pfanne gehauen und dann auch ins Bett. Viel gesehen, viele Eindrücke.

    Nächster Tag war dann nur Halbtagsprogramm angesagt, wir sind nach Cala Rajada gefahren um uns da mal den Strand anzugucken, sind wir beim ersten mal irgendwie nicht zu gekommen.



    Auf der linken Seite, wesentlich weiter hinten, ist dann der Strand. Ich fand das Bild aber einfach cooler.

    Wir wollten dann noch nach Manacor, zu einer Glasbläserei, aber na ja. Wir haben den Tag dann einfach gemütlich auf der Finca ausklingen lassen. Ist ja Urlaub, kein Stress und der Tag vorher war schon intensiv genug. Also mal kürzer treten.
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    Geändert von LadyRavenous (15.03.19 um 16:06 Uhr)

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  4. #4
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Woche 1 (Artá) - oder früh aufstehen lohnt sich
    Tag 5 bis 7

    Am fünften Tag ging es dann noch mal zum Leuchtturm. Wir wären ja auch noch mal gerne zum Strand gefahren, aber sagen wir so. Fhynn ist zu blöd um Kanten zu umgehen ... in unserem Quartier ist der Ess-/Küche-/Wohnbereich ja durch einen Raumtrenner vom Schlafbereich getrennt. Leider gehört da auch eine (niedrige) Stufe zu. Ich habe meinen Mann noch ziemlich ausgelacht als er sich da den Zeh gestoßen hat aber die Rache kam nur wenig später. Ich habe es tatsächlich geschafft mir den kompletten kleinen Zeh aufzureißen das ich geblutet habe wie ein Schwein. Salzwasser? Sand? Ganz, ganz miese Idee.

    Ich habe übrigens am letzten Tag entdeckt das an dieser Stufe eine LED Lichtleiste verbaut ist. Hatte den Schalter immer für defekt gehalten, wer guckt da schon nach unten und tagsüber sieht man es eh nicht. Hust.

    Nun, egal, wir sind um 05:00 Uhr aufgestanden weil wir zum Cap Formentor wollten. Da habe ich vorher die reinsten Horrorgeschichten gelesen. Straße Scheisse, Einspurig, ständig Gegenverkehr. Sagen wir so: Alles Pussys. Das ist schön zweispurig und wer halt nicht früh genug rauskommt, verpasst das beste und liefert sich ein Battle mit Touristenbussen.

    Eine wirklich geile Sicht. Einzig die Ziegen die einem auf der Hinfahrt immer so vors Auto hüpfen sind gewöhnungsbedürftig.











    Wir waren mit die ersten da. Ein verliebtes, junges Pärchen saß da auf den Stufen, die waren mit dem Roller da und hatten sich wohl den Sonnenaufgang gegeben. Die Dame die vor der Ziege welche auf der Brüstung balanciert kam nach uns. Ansonsten waren da ein paar Fahrradfahrer und noch ein anderer PKW. Gegen 08:00 Uhr. So um 09:00 - 10:00 Uhr treffen die Touristenbusse ein, da sollte man im Idealfall schon wieder weg sein.

    Auf dem Rückweg haben wir noch weitere Aussichtspunkte an der Strecke abgegrast.







    Letzte Foto zeigt irgendein verlassenes Ausflugslokal, wirkte zumindest so. Wir sind danach, war ja noch früh, noch weiter nach Alcudia gefahren.

    Eine wunder, wunderschöne Altstadt!





    Lohnt sich definitiv. Alleine oben auf dem Rundgang lang laufen soweit es eben geht. Da war dann auch noch Markt, aber ehm. Man stelle sich einfach alle Strandverkäufer versammelt auf einem Markt vor. Nur nachgemachtes Zeug - irgendwelche billigen "Leder"taschen, Sonnenbrillen, Caps etc. - haben uns da dann auch eher durchgeschoben als aufmerksam zu gucken.

    Am nächsten Tag wollten wir dann auf einen richtigen Markt, in der Nähe war der von Montiur. Dazwischen lag Petra, eine kleine, süße Stadt die auch im Reiseführer Erwähnung fand. Durchschlendern, links und rechts gucken, sich an der Architektur erfreuen. Der Markt selber war leider ein Reinfall. Nur sehr wenige Stände. Einer mit Schinken/Käse, aber in der prallen Sonne gelegen und alles lag draußen und ach nö. Muss nicht. Obst, Gemüse im Grunde auch nur das "Standardangebot", klar, alles super frisch, aber kriegt man halt auch überall anders. Da wir in ungelogen 10 Minuten über den Markt drüber waren war die Frage was wir jetzt als nächstes machen. Für zurück war es noch zu früh, aber etwas langes sollte es auch nicht mehr sein.

    Die Wahl fiel auf Cala Figuera, ein kleines Fischerdorf. Und oh mein Gott ist das hübsch. Es ist klein und beschaulich und es bietet eine wunderschöne Bucht.





    Es ist nicht groß. Lange aufhalten kann man sich da nicht wirklich. Je nach Tageszeitpunkt kann man aber den Fischern dabei zugucken wie sie ihre Boote anlegen, allerdings hätten wir da noch 2 Stunden warten müssen (und dafür war die Bar zu schlecht wo wir saßen auch wenn der direkte Meerblick sehr cool war).

    Am letzten Tag sind wir dann morgens in aller früh noch mal zum Leuchtturm und haben einen sehr schönen Sonnenaufgang fotografiert. Die Idee hatten mehrere die Stelle war aber auch gut.





    Danach ging es aber auch ins Quartier, Mittagsschlaf halten. Abends sind wir dann noch mal auswärts essen gegangen, in einem Lokal mit dem Blick auf die Burg von Artá.

    Am nächsten Morgen hieß es dann aber Koffer packen, weiter geht es.

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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Woche 2 (Esporles) - oder der Berg ruft
    Tag 8 bis 11


    Schön die Koffer gepackt und gegen 12:00 Uhr los. Schön verabschiedet von unseren Gastgebern - ich ziehe hier mal ein kleines Fazit: Die Unterkunft war exakt so wie beschrieben. Die Gastgeber super diskret. Die Außendusche und Außenküche waren ein Traum bei den Temperaturen. Obwohl es abgelegen war kam man mit dem Auto überall schnell hin. Wer mobil ist (und das muss man) ist mit dieser Unterkunft wirklich sehr gut bedient. Stoßt euch nur nicht den Zeh

    Also es ging weiter nach Esporles. Der Check-In war recht spät angesetzt, aber so ist das leider bei individuellen Buchungen. Wir haben dann festgestellt das unser Handschuhfach im Auto der perfekte Kühlschrank ist - wenn die Klimaanlage entsprechend eingestellt ist, kann man da wunderbar Getränke und auch andere Sachen kühlen.

    Ein kleines Bedürfnis überkam uns auf dem Weg nach Esporles, also haben wir in irgendeinem Dorf halt gemacht - das war der Moment wo ich dachte ich hätte mein Handy in Artá vergessen. Wir sind dann erst mal was trinken gegangen und haben uns sanitäre Entspannung gegönnt ^^ bevor wir uns da verrückt machen. Nach dem ich das Auto halb auseinander genommen habe kamen wir dann mal auf die Idee das doofe Gerät einfach anzurufen und zack dudelt es aus der Beifahrertür. Da ist das Mistteil so blöd gelegen das wir es einfach nicht gefunden haben Fail.

    Ging dann weiter. Check-In in Esporles. Uff. Die Vermieterin ein krasses Gegenteil zu dem Paar vorher. So eine 30 Minütige Einführung, eher länger mit unendlich vielen Tipps und Routen und alles. Ich habe dann irgendwann abgeschaltet als sie mit 4 Karten ankam ... Irgendwelche Wanderungen (wer bitte geht Ende Juli/Anfang August wandern bei den Temperaturen? Nachts um 03:00 vielleicht...). Die Unterkunft war groß, wie erwartet, hatte aber keine Klimaanlage (anders als das Gästehaus auf dem Grundstück was ich ja eigentlich wollte). Keine Insektenschutzgitter vor den Fenstern... und mit den Mücken hatte ich in Artá schon gute Bekanntschaft gemacht. Mich juckt immer noch alles!

    Sind dann erst mal zum Supermarkt - oje. Im Vergleich zum Mercadona ist das schon was anderes. Wesentlich weniger Auswahl, San Miguel war bis auf einen 6er Träger aus, Brot eher schon altbacken, Aufschnitt und Käse in der Auswahl eher minderwertig. Nun ja, hilft ja nix.

    Kochen wollten wir nicht. In der Hütte stand die Luft wie eine eins, es war einfach ungemütlich heiß, also essen gegangen. Reinfall. Passiert.

    Nächster morgen nach Palma. Es war heiß und es war voll. Ich habe keine Fotos gemacht, die DSLR blieb auch im Quartier. Wir waren in einer der Markthallen und diese Auswahl an Frischfisch ist irre. Sind dann noch danach ein wenig in der Stadt rumgeirrt und haben uns so verfranzt das wir dann mit dem Taxi zurück zum Auto sind







    Irgendjemand hat da ein Haus geklaut ... und wir sind zufällig über einen Vermieter für Luxuskarren gestoßen. Ein Morgan Trike. Noch nie von gehört gehabt aber macht sich ja ganz hübsch da

    Ich habe mich dann noch mal hingelegt während mein Mann meinte er müsse den Berg im Dorf hochkraxeln. Soll er mal machen bei der Hitze.

    Nächster Tag: Wir fahren die MA-10 und schauen was man so findet.

    Ein Schild "Port de Valldemossa" - okay, machen wir. Huii, Serpentinen. Hat sich gelohnt!







    Kies halt. Kies ist ja nicht so angesagt, gerade bei Touristen aber dadurch ist es wunderbar leer. Eine Runde im Meer - pisswarm - kurzer Smalltalk mit anderen Leuten die da waren. Noch mal etwas durch das sehr beschauliche Dörflein geschlendert. Bisschen in der Sonne trocknen lassen und dann nach Alaro fahren, zum Castell Miquel, ein Olivenöl und Weinerzeuger.

    Ich bin mir zu 95% sicher das ich auf dem Weg Frank Rosin gesehen habe Ärgert mich immer noch das wir nicht kurz angehalten haben v.A. da mein Mann ebenfalls der Meinung war. Auf dem Castell dann leider feststellen müssen das die erst später aufmachen (schön wenn Websites keine Öffnungszeiten bereithalten), aber die Aussicht von da oben war auch top.

    Wir sind dann wieder über die MA-10 zurück. Dabei auch an den Stauseen vorbei...









    Am nächsten Tag ging es nach Port de Soller und das war teuer. War der erste richtige finanzielle Fail in dem Urlaub.
    Öffentliches Parkhaus, Schranken oben, die Zugangsautomaten abgeklebt. Sonnenbrille auf, also eh im dunklen Parkhaus nur doofe Sicht. Direkt neben einem Ausgang geparkt - sonst wären einem die Automaten auch aufgefallen. Sind also schön durch Port de Soller geschlendert, kommen zurück und haben ein Strafmandat am Scheibenwischer kleben. 80€ - oder 15€ wenn man sofort bezahlt am Automaten. Nur das diesen Scheiss Automaten keine Sau versteht. Okay, da steht ja jemand vom Parkhaus, also fragst ihn mal nett um Hilfe und dann lacht der Penner dich aus und sagt nur du sollst zum Automaten gehen Normal gibt man da sein Kennzeichen ein und der Rest erübrigt sich von selbst, aber kA. Vielleicht war der auch defekt, wer weiß das schon.

    Ging auch noch nach Sa Colabra. Wer wandern liebt kommt da voll auf seine Kosten, die Schlucht ist schon cool. Festes Schuhwerk ist Pflicht!









    Sind dann wieder zurück und sind in Esporles auf der Suche nach was zu essen in einer Bodega gewesen die so angepriesen wurde. Es war ... na ja. Der Burger war nicht wirklich Schmackhaft und der Tintenfisch so scharf überwürzt, war nix.
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  6. #6
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Woche 2 (Esporles) - oder was mache ich hier eigentlich?
    Tag 12 bis 14


    Tag 12 Stand ganz unter einem Motto: Chillen. Bier her oder ich fall um. Abends essen gewesen, war sehr ordentlich und als es dunkel war haben wir noch ein wenig mit der Kamera rumgespielt bzgl. Ghosting Aufnahmen / Langzeitbelichtung. Einfach mal einen Ruhetag einschieben.

    Am nächsten Tag sind wir dann nach Valldemossa. Jeder feiert dieses Dorf weil Chopin da mal irgendwann war. Ganz ehrlich? Bergdorf wie jedes andere, die Fernsicht ist cool weil es so Stufenförmig aufgebaut ist, aber ansonsten? Bar/Restaurant/Kitsch/Eisdiele/repeat. Ging dann weiter nach Deiá, aber die Lichtverhältnisse waren verdammt schlecht für Fotos. Wir sind dann mal zum Strand runter ... eine eklige, braune Brühe. Es war an dem Tag super stürmisch und das hat sich dann natürlich auch an den Küsten gezeigt.







    Habe da auch noch ein Video von, vielleicht lade ich es mal hoch. Ist schon ein krasses Wellenspiel, aber eben auch nicht wohlriechend. Ärgerlich war es übrigens für die Leute, die schon für 5€ geparkt haben. Wir sind dann weiter nach Banyalbufar, einige km weit entfernt, aber Badetechnisch sah es da nicht anders aus. Ebenfalls sehr stürmisch, aber nicht so trüb und dreckig.







    Abend dann entsprechend ausklingen lassen.

    Am nächsten Tag ging es dann noch mal nach Banyabulfar - wir wollten zu einem alten Schmugglerturm der als Aussichtspunkt fungiert. Da passierte dann der zweite große Fail: Wir wurden beklaut. Glücklicherweise nur das Bargeld aber das war eine Menge, da kurz vorher am Automaten gewesen keine Ahnung. Da war nicht viel los, eigentlich wenig, wir haben uns unterhalten mit anderen und na ja. Dumm gelaufen, so richtig dumm. Haben das dann auch erst am nächsten Stopp gemerkt und die Stimmung war natürlich dann im Eimer. Port d'es Canonge lohnt sich trotzdem. Klein, beschaulich, leer ... die Strecke ist natürlich wieder geil, hübsch mit Serpentinen und allem was dazu gehört, aber dafür auch super Wasser.







    Der Tag war also schon Scheisse aber es kommt noch mieser. Wir waren dann, nach entsprechender Ruhephase, bereit für die nächsten Schandtaten. Sind also mit Kamera Ausrüstung durchs Dorf getigert und haben ein paar Bilder gemacht, als mein Mann auf ein mal mitten auf der Straße liegt. Da ist ihm das Knie (das eh kaputt ist) ausgefallen. Kamera etc. hat alles nix abbekommen, dafür eine dicke Schürfwunde am Knie. Nun ja, okay, passiert. Paar Kratzer... abends dann was essen gewesen. Sind so 3 Stufen bis ins Lokal. Er kommt runter, Knie bricht wieder weg und das Fußgelenk schwillt in Rekordzeit auf Melonengröße (okay, bisschen kleiner. Bisschen) an.
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  7. #7
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Woche 3 (El Toro) - heute schon eine Tretmine gefunden?
    Tag 15 bis 18


    Trotz aller Widrigkeiten sind wir dann morgens weiter zum letzten Quartier. Aber erst mal noch was zu Esporles. In der Regel bietet so gut wie jeder Privatvermieter einen "Wäscheservice" an - das ist ja auch okay. Haben wir auch 1x in Anspruch genommen, die Vermieterin hat unsere Wäsche sogar aufgehangen (das ist eigentlich nicht die Regel, aber wir waren nicht da und sie wollte nicht das die Sachen knittern...) - den Rest haben wir mit Rei in der Tube geregelt. Wäscheleine oder Ständer war immer vorhanden, daher kein Thema. Wir hatten also etwas Wäsche nachts draußen stehen und am nächsten morgen war sie nasser als vorher: Die Vermieterin in Esporles hat nachts anscheinend (geregnet hat es definitiv nicht) alle Sprenkleranlagen auf Volldampf laufen - bei einem akuten Wassermangel. Geht gar nicht.

    Das Quartier war trotzdem gut und die Anbindung super.

    Ach und noch was amüsantes... in diesem kleinen Dorf spuckt über WLAN ein Speedtest folgende Werte aus:



    Der Check-In in El Toro war leider erst für 15 Uhr angesagt. Wir sind dann über die MA-10 und Andratx zu unserem neuen Quartier gefahren. Ging trotz dem kaputten Knöchel so halbwegs gut, wir haben dann einfach etwas langsamer gemacht und sind noch etwas durch Magaluf gefahren (richtige Entscheidung da kein Quartier zu nehmen... Ballermann 2.0) und haben schon mal geguckt wo Supermärkte, Bars etc. zu finden sind.



    Möchte man so wirklich Urlaub machen? Also ich nicht.

    Kurz vor 15:00 Uhr dann zum Haus. Super freundliche, sympathische Gastgeberin mit 2 großen Hunden. Dann mal schön Wasserkanister, die Koffer, die Kameraausrüstung etc. unters Dach schleppen. Temperaturtechnisch ging es aber! Schön mit Durchzug. Auch hier sauber, gepflegt, gibt nichts zu meckern. Also nicht wirklich.

    Wie üblich haben wir nach auspacken und Co den Kühlschrank befüllt und den Tag ruhig ausklingen lassen (und halt noch Essen gehen) - und das war besonders cool, weil man unten schön am Pool sitzen konnte. In der Hausordnung wird explizit darum gebeten den Bewohnern des Dachgeschosses die Sitzlandschaft am Pool zu überlassen mangels Balkon/eigener Terrasse. Sind 3 Wohnungen, hätte ich das eher gewusst, hätte ich mich darum bemüht die mittlere zu bekommen - die hat einen großen Balkon, aber es ging auch so.



    Am nächsten morgen ging es dann erst mal Richtung Strand und Hafen. Luxusyachten gucken (okay, mittlerweile hat man das Gefühl man hat so ziemlich alles schon gesehen), teure Autos gucken (Yachtbesitzer begnügen sich anscheinend nur selten mit einem Standardauto. Da muss schon ein Porsche stehen ), Füßchen ins Wasser etc.





    Wir sind dann noch in die größere Nachbarstadt Santa Ponca gefahren und dort am Meer rumspaziert. Insgesamt aber alles eher gemütlich.





    Am nächsten Tag ging es dann nach Sant Elm, eigentlich wollten wir rüber nach Dragonera, aber wir haben die Fähre knapp verpasst. Passiert. Sind dann so etwas durch die Stadt geschlendert und ich glaube das 300. Strand/Meer Foto erspare ich euch jetzt einfach mal. Wobei...



    Auf dem Rückweg haben wir dann halt gemacht bei Port Andratx. War aber nur ein kurzer Aufenthalt, man ist der ganzen Boote dann doch irgendwann überdrüssig und sieht auch nichts neues mehr.

    Sind dann weiter Richtung Camp de Mar gefahren. Camp de Mar hat einen sehr populären (und vollen) Sandstrand, der aber zugegeben wirklich sehr schön ist. Camp de Mar ist ebenfalls recht beliebt bei irgendwelchen Prominenten, so sehen auch die "Häuser" (eher Villen) da aus. Teilweise schon noch angelehnt an den mallorquinischen Stil, aber teilweise auch Glaspalast Sünden oder architektonische Spielereien mit möglichst vielen Kurven.

    Natürlich stand auch so einiges zum Verkauf, ich hatte dann hier mal geguckt ... also so 10 Millionen kann man schon mal ausgeben für so ein "kleines" Anwesen mit direktem Strandblick. Privatstrände gibt es übrigens auf Mallorca nicht... 10 Millionen berappen und sich dann auch noch den Strand mit dem gemeinen Pöbel teilen müssen, tzz

    Auch Peguera unterscheidet sich nicht großartig von den anderen Städten. Man merkt glaube ich solangsam das die Luft einfach raus war. Wir haben dann doch lieber große Teile des Tages entweder Strandnah oder am Pool verbracht und mit letzterem gab es nur ein Problem - die zwei Hunde, welche sich natürlich frei auf dem Grundstück bewegen durften, haben ihre Notdurft doch ab und an etwas nah an der Sitzgruppe verrichtet und je nach Windrichtung ist so ein gemeiner Hundeschiss schon sehr penetrant in der Nase. Zwar hat unsere Vermieterin wirklich gut darauf geachtet, aber sie stand natürlich nicht immer mit der Tüte bewaffnet in der Tür um die Hinterlassenschaften sofort zu entsorgen.

    Am nächsten morgen wollten wir dann endlich mal einen richtigen mallorquinischen Markt besuchen, war auch etwas direkt in der Nähe, Recherchen über Google erzeugten schon richtig Bock. Tja, ehm. Die Infos waren schon 2 Jahre alt und 2 Jahre sind dann doch eine sehr lange Zeit. Immerhin war es nicht weit weg. Eigentlich hatten wir uns gedacht wir schlendern da (im Internet war die Rede von einem sehr großen Markt^^) gemütlich 1 - 2 Stunden (inklusive irgendwo einkehren) rum, aber nichts.

    Gut, dann ... schauen wir halt mal wie andere Menschen Urlaub machen. Auf ging es nach Palma de Mallorca zum Ballermann. Parken konnten wir bequem am B07, aber gut, das Klientel was da rumläuft darf ja sowieso kein Auto fahren Es war noch nicht übermässig voll, aber war ja auch noch früh. Die ersten Gruppen saßen schon mit gut gefülltem Sangria Eimer am Strand und man wurde förmlich erschlagen von Angeboten für billige Drinks. 1l Wodka+Irgendwas für 6€.

    Polizei war zwar präsent, aber gegen die Eimersaufer wurde nichts gesagt. Die waren allerdings auch ruhig, also wird es wohl toleriert wenn man es nicht übertreibt. Oder das wird erst in den Nachmittagsstunden ein Thema. War ja ganz groß angekündigt mit den Benimmregeln für den Ballermann.

    Wenn man schon mal da ist (und ein paar B's abgelaufen hat) muss man natürlich auch mal in die "berühmte" Schinkenstraße. Bierkönig, Megapark, Oberbayern - also für mich ist das nichts. Die schon kräftig zu schlechten Schlagerliedern gröhlenden Kleingruppen in den riesigen Bars hatten so gegen 11:00 Uhr ihre Textsicherheit schon ein wenig verloren. Wie muss das erst gegen Abend sein.. ach ich will es gar nicht wissen.

    Wir sind dann weiter nach El Arenal, da war ich vor über 20 Jahren mal und mein Vater lag mir dauernd in den Ohren damit das ich da doch auch mal hin müsste. Wir sind nur durchgefahren - reichte auch. Es wirkt im Vergleich zu anderen Städtchen ziemlich heruntergekommen und marode, war auch nicht so sauber.

    Handyfotos hatte ich mir an dem Tag mehr oder weniger komplett gesteckt.
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  8. #8
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Woche 3 (El Toro) - Eine Seefahrt, die ist lustig...
    Tag 19 bis 22


    Wir hatten uns am Vorabend noch intensiver mit unserer Vermieterin unterhalten und den Tipp bekommen wir sollten doch mal nach Santa Maria fahren wenn wir einen schönen Wochenmarkt sehen möchten. Gesagt, getan, es ging also nach Santa Maria und yay, endlich. Das war mal ein vernünftiger Markt. Frisches Obst, Gemüse, diverse Händler für Öle und Stoffe, Keramik, Olivenholz. Gut, die obligatorischen Taschen und Kleidchen gab es auch aber es hielt sich in Grenzen.

    Und Tiere konnte man dort auch kaufen. Hühner, Enten, Wellensittiche, Gänse, Tauben und noch anderes Federvieh - und da wurde auch fleißig gekauft. Ein Spanier präsentierte uns ganz stolz sein Huhn (oder Hahn?) im Karton





    Dort konnte man sich schon durchaus etwas länger aufhalten, haben wir auch gemacht. Und es hat einem soo in den Fingern gejuckt als das kleine deutschsprachige Mädchen fasziniert vor den Wellensittichen stand einfach zu sagen "hier, ich schenk dir einen" - die Blicke der Eltern wären wohl unbezahlbar gewesen

    Da wir dann ja eh schon "in der Nähe" waren haben wir uns dazu entschlossen noch mal die wunderschöne MA-10 langzufahren und nicht die schnelle Autobahn zu nehmen. Da wird man mit so vielen Ausblicken belohnt, lohnt sich. Anhalten ist zwar eher nicht so drin und wenn vor dir ein Bus ist, ist auch eher nervig, aber wir hatten Glück. Haben auf dem Rückweg dann noch mal in Esporles gehalten und in einem Café, welches wirklich gut war, eine Kleinigkeit gegessen und was getrunken.

    Zum Abschluss dann noch ein Abstecher nach Estellenc zum "Strand" - Kies, wie üblich.





    Und jetzt kommt der absolute PANIK Moment der ganzen drei Wochen. Wir hatten uns ein Boot gemietet, Führerscheinfrei, 8 Stunden, 219€. Damit sollte es dann ein wenig Richtung abgelegenere Buchten etc. gehen. Wir also morgens hin zum Hafen, Boot abholen. Bisschen Papierkram (Kaution hinterlegen etc.) und dann zum Steg. Irgendwie in diese kleine Nussschale geklettert und die Einweisung (auf Englisch) von einem Niederländer bekommen. Ich nenne ihn mal Hans. Hans war sehr nett und hat einem alles erklärt, war auch nicht kompliziert. Ein Hebel, ein Lenkrad fertig im Grunde. Gezeigt wo Feuerlöscher, Tank, Schwimmwesten sind. Keine Hinweise zu Sprit oder ähnliches... also dann, auf ans Steuer und Richtung Sant Elm getuckert.

    Mein Handy ist zwar Wasserdicht, aber Salzwasser in diesen Mengen mag es dann doch nicht, daher habe ich schnell auf Fotos machen verzichtet. Wir haben einige wunderschöne Buchten gefunden - nur erreichbar per Boot oder wenn mit sehr viel Geduld und Wanderschuhen. Wir haben jungen Kindern beim Felsenspringen zugeguckt wie sie aus dem Wasser raus einfach die 10m hohen Klippen hochgeklettert sind um dann wieder mit einem Salto und diversen Schrauben da runter zu springen.

    Und wir haben heftigeren Seegang erwischt kurz vor Sant Elm, weswegen wir umgedreht haben ... wir haben nämlich nicht im Meer gebadet, das Meer hat uns gebadet (und wie). Alles war nass, alles war salzig Damit ist der Ausflug nach Dragonera wieder geplatzt. Gut, wir hatten noch viel Zeit, sind also zurück, noch ein wenig im Hafen von Andratx rumgeschippert und dann wieder Richtung El Toro / Port Adriano. Ein Blick auf die Uhr - die See war an der Stelle auch wesentlich ruhiger - okay, dann fahren wir mal Richtung Magaluf und gucken uns das von Meerseite an! Es geht in die Richtung nur km weit an einer Steilküste vorbei, keine Zivilisation, kein Handy Empfang (sonst überall kein Problem). Wir waren gerade kurz vor dem Cap de Cala Figuera als der Motor ausging. Wunderbar. Okay, Anker werfen. Scheisse, das war so tief, die Klippen nur wenige Meter weit weg, Anker hatte keinen Grip da die Kette zu kurz war.

    So ein beknacktes Sportboot nähert sich und fährt schön nah an uns vorbei. Ein Boot, gerade ein schnelles Boot, erzeugt viele Wellen. Und wenn man selbst in einer Nussschale sitzt ohne Anker, ohne laufendem Motor wackelt das sehr gut. Ich mich also irgendwo festgeklammert (einen Griff zum wegschmeissen gibt es ja überall) während mein Mann der zu dem Zeitpunkt am Steuer war mal die Sitzbank hochgeklappt hat - siehe da, Sprit leer. Daneben aber ein Reservekanister, glücklicherweise voll. Also umfüllen. Gar nicht so einfach wenn das nächste schnelle Boot an dir vorbeifährt und Wellen erzeugt und man immer weiter Richtung Klippen treibt. Gefühlte die Hälfte vom Benzin verschüttet da es natürlich auch keinen Trichter o.Ä. gab, ergo stank auch das ganze Boot. Okay, umgefüllt... versuchen wir mal zu starten. Nichts. Scheisse. Also mal da angerufen, hatten glücklicherweise da Empfang (vermutlich durch die Nähe zum Leuchtturm) und dann wirst erst mal angebrüllt wie man so bescheuert sein kann den Tank leerzufahren. Hallo? Wer vermietet hier ein Scheiss Boot für 8 Stunden wenn nach 5 der Tank leer ist? Gut, gab dann 1-2 Hinweise und wir haben das Teil endlich wieder zum laufen bekommen. Waren die längsten 30 Minuten des Urlaubs ... ohne Scheiss jetzt, da wird einem ganz anders wenn dieses blöde Boot nicht anspringen will und diese Klippen immer näher kommen.

    Sind dann auch zum Hafen zurück, die Lust ist uns da doch vergangen um weiter zu fahren. Boot abgegeben, ab ins Quartier und erst mal ein Bier aufmachen. Jetzt kann ich drüber lachen aber in dem Moment wo man da so trieb war echt kacke

    Ich habe auf der Karte mal ungefähr eingemalt wo wir liegen geblieben sind.



    Und noch ein paar andere Bilder vom Boot aus:



















    Wir haben uns dann abends noch ein wenig Fußball (2. Bundesliga) im TV angeguckt.

    Nächster Tag war dann: Biervorräte vernichten, Koffer anfangen zu packen und einfach nur die Seele baumeln lassen. Haben uns noch gemütlich mit unserer Gastgeberin unterhalten und einfach alles ausklingen lassen.

    Am Mittwochmorgen ging es dann zum Flughafen, der Wagen musste um 10:30 Uhr abgegeben werden, unser Flug ging aber erst um 15:50 Uhr - eine klassische Fehlplanung, aber was solls. Haben dann am Flughafen einfach noch rumgesessen, bisschen gelesen, persönliche Fazits gezogen. Gegen 13:30 dann das Gepäck aufgegeben, sehr unkompliziert. Hoch zu den Gates, Sicherheitskontrolle. Die Flugtickets natürlich nur digital, ist heutzutage ja so. Über PassWallet also die Daten aufs Handy gezogen gehabt (Check-In geht erst 72 Stunden vorher, hatten wir alles gemacht), über den Scanner gehalten, alles gut.

    Der Fotorucksack ist uns leider am 07. August kaputt gegangen - der Reißverschluss ist rausgebrochen, war schon Glück das wir den Rucksack überhaupt noch zubekommen haben. Daher gibt es auch gar keine Fotos mehr von den letzten Tagen - und dann wollen sie am Flughafen natürlich das man alles aus dem Rucksack holt. War dann ein beten damit man das Teil noch mal zu kriegt.

    Allgemein aber "lasche" Kontrollen. Erst mal zu McDreck dann eine Kleinigkeit essen, ist ja der einzige Laden der so halbwegs bezahlbar ist. Entsprechend voll war es auch.

    Gut, bisschen den Flugzeugen zugeguckt und Boarding startete. Wir erst mal gewartet bis der krasse Andrang weg war, wir sitzen ja eh immer vorne. Passkontrolle. Okay, können sie haben. Handy raus für das Ticket ... wollen die noch irgendeine Nummer haben, die eigentlich im QR-Code ist. Aber, suprise suprise, die hatten keinen Scanner für digitale Tickets. Arhh! Okay, die Nummer gefunden (Sequenznummer), waren die 1 und 2 - wurde uns aber nicht geglaubt Also mal fix die Mails abgerufen, da stand es auch drin. Skeptische Blicke. Erst als 3 andere Touristen die vor dem selben Problem standen ebenfalls ihre Sequenznummer aus der Mail zogen wurde uns geglaubt das 1 und 2 korrekt war und wir durften dann als letzte rein.

    Flug selber unspektakulär, sind zwar verspätet los (lag aber nicht an uns, der Flughafen Palma de Mallorca ist massiv überlastet, da geht jeder Flieger 10-20 Minuten später weg als geplant) aber pünktlich gelandet. Kofferausgabe verzögerte sich dann noch und die Toilette in Reichweite wurde natürlich gerade grundgereinigt, aber egal.

    Endlich raus aus dem Flughafen und das erste was man abbekommt sind Regentropfen. Wunderbar. Mal eben von 35° auf 12°. Bibber.
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  9. #9
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Fazit

    Zusammenfassend lässt sich sagen:
    - 2 Wochen hätten es auch getan, wobei ich schwanke bei der Quartierwahl. Von der Ausstattung her bzw. vom Komfort war die Unterkunft in Artá durch die Außenküche und die Außendusche phänomenal, allerdings war man ohne Auto komplett aufgeschmissen, außer halt man läuft eine gute Stunde in die Stadt direkt an der dichtbefahrenen Landstraße. Das ist dann eher suboptimal. Ich vermute ich hätte auf die Woche in Esporles verzichtet, da in El Toro die Strandnähe und der Pool einfach zu überzeugen wussten.
    - Wir haben rund 2.200km gemacht mit dem Auto.
    - Man kann auch sehr gut abseits der Touristenströme Plätze finden die eher weniger frequentiert sind und das trotz einer aktuellen Auslastung von 97% - 99% (bezogen nur auf Hotels / offizielle Unterkünfte)
    - Mallorca ist eine schöne Insel, die uns von Flora und Fauna wesentlich besser gefallen hat als Teneriffa.
    - Das Preisniveau ist, anders als auf den Kanaren, eher an Deutschland angepasst. Sprit kostet (kein Diesel) so um die 1,18 - 1,20 € / Liter. Bier 0.5l kostet auch schon mal 3,80€ - auf den Kanaren 1€/0,5l. Das Obst und Gemüse ist auch im Lidl etc. frisch, aber es geht nichts über die kleinen Tante Emma Läden die überall in den Dörfern verstreut sind. Da hat man noch das Gefühl das Zeug kommt direkt aus dem Garten dahinter. So aromatische Tomaten, Melonen, Zitronen, Orangen etc.
    - JEDER SPRICHT DEUTSCH. Gott wie mich das genervt hat. Wir haben durchaus auch Lokale gefunden wo ausnahmsweise keiner Deutsch/Englisch gesprochen hat, aber in der Regel hast du dich echt gefühlt wie in einem weiteren Bundesland
    - Mietwagen ist Pflicht. Mallorca ist viel zu Vielfältig (und wir haben viel noch gar nicht gesehen) um es nur auf Sonne, Strand, Meer und saufen zu reduzieren. Oder zumindest geführte Touren, wobei ich da nicht viel von halte ... die sind zeitlich gesehen so unflexibel und stressig.
    - Individuell Reisen hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wir das selbst kochen eingeschränkt haben ab dem 2. Quartier. Lag einfach daran das man bei dem Wetter nicht noch innen die Herdplatten anschmeisst

    Ich werde trotzdem nicht noch mal hinfliegen. Warum? Weil es noch sooo viele andere schöne Länder und Inseln gibt die bereist werden wollen. Ich kann aber die Leute ansatzweise verstehen die jedes Jahr, auch unter Umständen mehrmals, dahin fliegen

    Hoffe hat ansatzweise Laune gemacht das zu lesen und die schiefen Fotos zu gucken. Bin einfach nur zu faul die jetzt alle auszurichten... ist ja nur Handykram

    Lg,
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  10. #10
    great old one

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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Schöner Bericht, danke auch für die Mampf-Bilder im Fress-Thread
    Habt ja trotz einiger Pechstähnen einen schönen Urlaub gehabt, das freut mich!

    Zitat Zitat von Fhynn Beitrag anzeigen
    - JEDER SPRICHT DEUTSCH.
    War bei uns auch so, bis auf den Angestellten des Mietwagenverleihs (Europcar), der konnte nur spanisch und extrem gebrochenes Englisch...
    Für diesen Beitrag bedankt sich Fhynn
    ever danced with the devil in the pale moonlight?
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  11. #11
    ist überreif.. Avatar von Tomatenpfahl
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Lustig diesen Thread hier zu finden. Ich bin auch gerade eben von der Insel zurück gekommen.

    Ich persönlich stehe gar nicht auf diesen Ballermann (Saufen aus dem Kübel, bis man darin baden geht) Tourismus. Die Insel hat so viel mehr zu bieten. Es gibt so viele schöne Dörfer, Wege entlang zu fahren und versteckte Badestrände. Sehr schöne Bilder und es ist super zu wissen, dass es auch den eleganteren Besucher gibt, der die Kultur, die Landschaft und das Essen geniesst!

    Kann gut sein, dass wir mal unbewusst aneinander vorbei geluafen sind.

    Der Markt in Andraxt finde ich spannend, da man viele Gewürze und Slaze kaufen kann. Die Eingelegten Oliven, Karpern, Gurken, Zwiebeln und der Knoblauch schmecken klasse. Ich stehe total auf die Oliven mit einer Mandel gespickt. Ich habe mir noch geräuchertes Paprikapulver und Lavendel-, als auch Chili-Salze mitgenommen für zuhause.

    Geändert von Tomatenpfahl (14.08.16 um 00:08 Uhr)
    Nimmt man Tomatenpflanzen mit hohem Tomatengewicht, so variiert deren Nachkommenschaft in gleicher Weise..

  12. #12
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    Avatar von Fhynn
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Heute kam btw. die Rechnung von Sixt - wird aber gnädigerweise erst nächsten Monat abgebucht.

    Wir sind 2047 (okay, etwas verschätzt) km gefahren.
    Wir haben laut meinem privaten Logbuch bei voll/voll 183€ an Sprit verballert dafür bei 5x tanken.

    Gerade die kleinen Serpentinen/Abfahrten zu den Buchten am Gebirge fressen natürlich enorm viel, aber es lohnt sich auch.

    Außerdem unterscheidet sich die Rechnung noch in einem weiteren Punkt: Abgerechnet wird anscheinend wirklich nur das ECMR Auto und das Upgrade läuft kostenfrei. 1084,74 € ist hier vermerkt, auf dem Zettel von Sixt den wir bei der Übergabe bekommen haben steht 1126,38. Also kein großer Unterschied (gerechnet auf die Tage), aber nett das hier wirklich der Buchungspreis genommen wird.

    @Tomatenpfahl:
    Ich finde es immer so Schade wenn Leute wirklich nur am Hotelpool oder Strand kleben und in 2 Wochen Pauschalreise vielleicht 2 Ausflüge machen. Das ist für mich einfach kein Urlaub. Ich finde irgendwo rumliegen und braten einfach geistig nicht anspruchsvoll Ich will ja was sehen und erleben

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  13. #13
    ist überreif.. Avatar von Tomatenpfahl
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    @Fhynn:

    Ich bin ganz deiner Meinung.
    Nimmt man Tomatenpflanzen mit hohem Tomatengewicht, so variiert deren Nachkommenschaft in gleicher Weise..

  14. #14
    Warp drölf

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    Avatar von godlike
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    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    Malle ist cool - wenn man sich vom Ballermann und den Touris fern hält. War vor Jahren auch mal und irgendwie in Ecken wo keiner Deutsch konnte Scheinbar war das Preisniveau auch noch ein anderes. Kann mich erinnern für 10 Tage Mietwagen (km so viel man will) irgendwas um die 200€ gezahlt zu haben. Und das war ein A3! Das Hotel mit Flug hatte damals nicht so viel gekostet wie eure Karre

    Auf jeden Fall ne schöne Insel wenn man es schafft die ekligen Menschenmassen in Tennissocken zu umgehen. Bei DEN Preisen würde ich aber wohl eher dann doch wo anders Urlaub machen
    »Ask not what you can do for your country. Ask what's for lunch« Orson Welles

    „Eine Gestalt von seltenem Ebenmaß“

  15. #15
    Cenosillicaphobiker

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    5

    Re: [Reisebericht] Mallorca Individuell

    @godlike: Bitte daran denken das ich mitten in der Hauptsaison und in den Ferien geflogen bin. Nebensaison bzw. außerhalb der Saison sieht es preistechnisch ganz anders aus, aber ich bin nun mal an die Ferien gebunden - da ist es praktisch egal wo ich hinfliege weil ALLES teurer ist.
    Für diesen Beitrag bedankt sich cavin

    Ich wurde so geboren, Ich werde so bleiben bis ich sterb,
    Ich wurde so geboren, Antifaschist für immer, für immer


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