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Thema: Mein Hafttagebuch

  1. #426

    Re: Mein Hafttagebuch

    Sorry bin nur Konsument, daher keine Ahnung was gute Anbieter sind

  2. #427
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    Re: Mein Hafttagebuch

    @Schrenk

    Viel Spaß beim Konsumieren des nächsten Kapitels

    Kapitel 65 - Der "halb-offene" Vollzug


    Spoiler: 


    Das Innere des Gebäudes sah überhaupt nicht nach Haftanstalt aus. Die Außentür hatte nicht einmal eine zusätzliche Sicherung. Als ich im Flur stand, sah ich schon ein paar Leute hin und her laufen, womöglich Häftlinge – man sah es ihnen jedenfalls nicht an. Zu meiner Linken befand sich ein Büro, in welches ich hineingeführt wurde. Die zwei Beamten, die mich hergefahren hatten, machten sich nach der Dokumentenübergabe unverzüglich aus dem Staub.

    „Ates?“, fragte einer der zwei Beamten, die auf ihren Bürostühlen saßen und mich begutachteten. Als wollten sie sicher gehen, dass es sich bei mir tatsächlich um die Ware handelte, die sie „bestellt“ hatten – waren sie vielleicht enttäuscht? Ich bejahte. Die zwei Beamten machten einen skurrilen Eindruck. Während der eine so schien, als würde er die Welt um sich gar nicht wahrnehmen und als wäre er irgendwie beschwipst, war sein Kollege total fixiert auf mich. Er schaute mich an, als würde er nur darauf warten, dass ich etwas Falsches sagte, um sich dann auf mich zu stürzen – Es sah auch so aus, als wäre er auf Drogen. Stark leistungssteigernden Drogen. Mit was für Spaßvögeln hatte ich es denn hier zu tun? „Mein Name ist Kuhn und das ist Herr Bertel, wir haben hier das Sagen. Nimm diese Hausordnung und lies sie dir durch. Natürlich hast du dich auch daran zu halten“, ließ der leicht betrunken wirkende Beamte verlauten und bewies mir damit, dass er mich doch wahrgenommen hatte. „Reiniger!“, schrie Herr Bertel und ruckzuck kam ein junger Mann um die Ecke: „Ah, ein Neuankömmling“, meinte er und drückte meine Hand. Ich hingegen war enttäuscht, dass der Reiniger-Job bereits vergeben war. „Wie viele Leute haben wir im Stall?“, fragte Herr Bertel den Reiniger. „Mehr als genug“, war die knappe Antwort. Herr Bertel überlegte ein wenig und fällte eine mich erleichternde Entscheidung: „Bringen Sie Herrn Ates zu der Tarik-Truppe, er soll mit ihnen morgen hoch. Und er soll vorerst mal beim Bernd bleiben.“ Der Reiniger half mir, meine Sachen zu packen und begab sich mit mir in das obere Stockwerk. Der Holzboden knirschte bei jedem Schritt, den ich ging. Ich versuchte, nicht mein Gleichgewicht zu verlieren, da ich auf keinen Fall die dreckigen Wände berühren wollte. „Bernd, das ist dein neuer Mitbewohner“, rief der Reiniger und deutete auf mich. Ich war verwundert, dass er „Mitbewohner“ anstelle von „Zellenkollege“ gesagt hatte. Das Zimmer hatte zu meiner großen Überraschung tatsächlich kein bisschen Zellenflair. Die Fenster waren ohne Gitter, die Tür war weit geöffnet und der eben angesprochene Bernd saß auf seinem Stuhl und spielte an einer Spielekonsole. Ich ging auf ihn zu. „Mein Name ist Emre.“ Bernd gab mir allerdings nur einen kurzen Handschlag und teilte mir seinen – mir bereits bekannten – Namen mit. Der Reiniger hingegen war interessierter, er fragte als erstes, weswegen ich saß. Beim Erzählen wurde auch Bernd hellhörig. Nachdem ich mit dem Erzählen fertig war, war ich mit meinen Fragen dran und wollte natürlich erst einmal wissen, wie die hiesigen Abläufe aussahen und was ich beachten müsste, vor allem aber wollte ich wissen, wann und wie ich das erste Mal raus dürfte. Der Reiniger erzählte mir, dass es zwei Arbeitergruppen gab. Die einen arbeiteten im Stall, die anderen machten andere anfallende Tätigkeiten. Welche, würde ich wohl noch am eigenen Leibe erfahren – ich wurde nämlich dem letzteren zugeteilt. Während die Stallarbeiter morgens und abends jeweils 2 Stunden arbeiteten, mussten die anderen ihrer Beschäftigung von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr nachgehen. Die Türen wurden abends um 22:00 Uhr abgeschlossen und morgens um 06:00 Uhr wieder geöffnet. Man durfte wohl einiges mehr besitzen, als in der geschlossenen Anstalt, jedoch würde auch hier striktes Handy-Verbot herrschen. Die ersten 4 Wochen würde ich nicht in den Ausgang dürfen, in dieser Zeit war es allerdings erlaubt, im 2-Wochen-Rhythmus Besuch empfangen. Auf keinen Fall – so waren sich beide einig – sollte ich vergessen, einen Antrag auf meinen ersten Ausgang zu stellen, denn nur dann würde dieser bewilligt werden können. Und ohne Antrag gab es auch keinen Ausgang. Meine ersten zwei Ausgänge würden nur 5 Stunden gehen und ich dürfte diese nur mit meiner Bezugsperson führen – optimal wäre es, wenn der Ausgang in Schwäbisch Hall stattfände. Beim dritten Ausgang dürfte ich für 12 Stunden raus und gegebenenfalls sogar nach Hause. Beim vierten Ausgang wäre es dann erstmals möglich, dass ich eine Nacht daheim verbringe und anschließend wäre mein letzter und fünfter Ausgang eine 2-Tages-Übernachtung bei meiner Bezugsperson. Wenn alles glattging, dürfte ich danach in das Freigänger-heim. Was Lebensmittel anging, durfte ich von meinen Ausgängen nichts mitbringen, alles müsste wie gewohnt über den Einkaufszettel stattfinden und auch zu den entsprechenden Preisen und der entsprechenden Auswahl an Lebensmitteln.

    Ich machte mich im Zimmer breit und legte mich erst einmal zur Entspannung hin, während ich Bernd beim Spielen zusah. Ich fühlte mich schon ein großes Stück freier. Hier schien alles viel lockerer zu laufen, woran ich mich sicherlich schnell gewöhnen würde. Ich spürte ein wohles Gefühl im Magen, als hätte ich soeben Adrenalin ausgeschüttet und würde mich anschließend wieder beruhigen. Ich nahm den Geräuschpegel aus dem Fernseher immer weniger wahr und spürte den langsamen Rhythmus meines Herzschlags. Ich musst leicht grinsen, als ich realisierte, wie weich die Matratze war, auf der ich mich breit gemacht hatte – ganz anders, als jene in der geschlossenen Anstalt. Ich begann irgendwie zu schnurren, ich gab ein Geräusch von mir, das sich langsam aber sicher zu einem ausgewachsenen Schnarchen entwickelte. Mein Körper war im absoluten Ruhemodus angekommen und ehe ich mich versah, tauchte ich in die Traumwelt ab.

    „Digger Emre, wieso bist Du wieder zurück?“, fragte mich Savas. Mir ging es sehr schlecht und Savas war am Grinsen, er sah aus, als würde er gleich in ein schadenfrohes Lachen ausbrechen. „Ich habe doch damals auf Wunsch des Albaners dem einen Typen etwas Kleines mitgegeben…Das waren wohl Drogen, und er wurde erwischt und hat mich verpfiffen. Ich musste dann wieder zurück in den geschlossenen Vollzug.“ Savas begann tatsächlich zu lachen und beschimpfte mich als einen Idioten. Ich stand vor meiner Zelle und richtete meinen Blick auf die massive Tür. Meine Angst davor, dass diese sich gleich vor meinen Augen schließen würde, lähmte mich.

    Ich schreckte auf, mein Herz raste. Es war niemand im Zimmer. Einige Zeit verging, bis ich realisierte, dass ich geträumt hatte und mich in Comburg befand. Der kurze Moment, in dem ich mir nicht bewusst war, was Realität und was Traum war, hatte einen leichten Schwindel in meinem Kopf hervorgerufen. „Mittagessen!“, eine Stimme vom unteren Stockwerk ertönte – es klang wie jene von Herrn Kuhn. Ich ging kurz zum Waschbecken, machte mich frisch und wollte gerade hinuntergehen, da stand Herr Kuhn vor meiner Zimmertür: „Herr Ates, kommen Sie nach dem Mittagessen in mein Büro.“ Ich nahm dies zur Kenntnis und machte mich auf den Weg in den Aufenthaltsraum, der sich im unteren Stockwerk befand. Herr Kuhn schien die anderen Häftlinge aufzuwecken – dies betraf wohl vor allem die Stallarbeiter, die heute morgen draußen gewesen waren und sich nun hingelegt hatten. Etwas enttäuscht war ich schon, als mich auch hier nur die übliche Häftlings-Mahlzeit erwartete. Ich setzte mich an einen großen und nahezu leeren Tisch, es war bisher nur der Reiniger da. Nach und nach kam der Rest, einige von Ihnen hatte ich schon einmal gesehen, sei es in der U-Haft oder in der Strafhaft. Wir gingen die übliche Begrüßungsprozedur durch, während wir aßen und an einem Röhrenfernseher Musik auf VIVA lief. Als ich gerade fertig mit dem Essen war, betrat ein Trio in Arbeitsklamotten den Aufenthaltsraum. Zwei von ihnen kannte ich, den Türken Tarik und den Italiener Luigi. Tarik war groß gebaut und braun gebrannt. Luigi war, typisch italienisch, etwas kleiner, dennoch recht gut gebaut. Beide sahen nach typischen „Gangster-Kanaken“ aus. An meinem ersten Tag in der Strafhaft sollte ich damals zu einem Araber in die Zelle kommen und meine Schuhe ausziehen. Sie hatten mich nach meiner Tat gelöchert und genau zwei von Ihnen waren Tarik und Luigi gewesen. Den dritten in ihrem Bunde kannte ich nicht, doch er passte in das Gesamtbild gut hinein. Er stellte sich als Hassan vor, er war wohl ein Libanese. Ich kam mit den Dreien ins Gespräch, sie hatten bereits mitbekommen, dass mit mir nun aus dem Trio ein Quartett werden würde. Sie schienen weder erfreut noch verärgert ob dieser Tatsache zu sein. „Bist Du sauber?“, fragte mich Tarik. „Sauber? Also in Sachen Hygiene? Ich denk schon.“ Gegelte Haare hatte ich nicht, auch keinen perfekt rasierten Bart – mal abgesehen davon, dass ich ohnehin wenig Bartwuchs hatte – doch er fragte ja auch nicht, ob ich stylisch war, sondern hygienisch. Dennoch war allen klar, dass ich rein äußerlich das coole Image vom Trio zerstörte. Luigi und Tarik führten ein äußerst spannendes Gespräch, in dem ich wohl eine große Rolle spielte – ich versuchte, dennoch nicht zu lauschen und auch nicht darauf einzugehen. Luigi wandte sich mir zu: „Bist du gerade bei Bernd im Zimmer? Willst du wechseln?“ Luigi sah so aus, als würde er mich gleich abstechen. Ich bejahte die erste Frage und hatte zu der zweiten eine Gegenfrage in petto: „Warum wechseln? Und wohin?“ Tarik griff ein: „Ich bin gerade alleine im Zimmer. Habe keine Lust, dass die irgendeinen Schmock bei mir reinstecken. Deswegen kannst du zu mir.“ Ich sollte mich wohl geehrt fühlen und wusste nicht genau, was ich antworten sollte: „Geht das denn so einfach?“ Tarik überlegte auch kurz: „Ja, ich kläre das. Aber lass uns erst mal so verbleiben. Vielleicht kommt in nächster Zeit keiner mehr. Bleib vorerst beim Bernd.“ Ich war erleichtert, Bernd schien mir ungefährlicher als Tarik. Es war mir sowieso ein Rätsel, wie jemand wie Bernd in die Haft kommen konnte.

    Ich machte mich sofort auf den Weg ins Büro: „Herr Kuhn, Sie wollten, dass ich vorbeikomme?“ Er befahl mir, mich zu setzen und wies auf den ihm gegenüberliegenden Platz. „Ich habe mir Ihre Akte durchgelesen. Damit Sie Bescheid wissen: Sie können nicht in das Freigänger-heim, solange kein Beschluss vom Regierungspräsidium über ihre Abschiebung vorhanden ist. Kümmern Sie sich also darum. Ansonsten müssten wir noch Bezugspersonen festlegen. Haben Sie eine Freundin?“ Ich verneinte und machte mir zugleich Sorgen wegen des Beschlusses, den ich total verdrängt hatte. „Wie ich sehe, haben Ihre Eltern Sie regelmäßig besucht. Sollen wir die beiden als Bezugspersonen nehmen?“ Ich bejahte und fragte zugleich, was dies denn für mich hieße. „Die Bezugsperson muss Sie stets abholen, wenn Sie in den Ausgang gehen. Während es Ausgangs haben Sie stets bei der Bezugsperson zu sein. Wir rufen Ihre Bezugsperson auch an und fragen nach Ihnen“, erklärte mir Herr Kuhn. „Das ist kein Problem“, erwiderte ich glücklich. Der Gedanke an die Ausgänge erfreute mich, und es war selbstverständlich für mich, dass ich diese Zeit mit meinen Eltern bzw. meiner Familie verbringen würde. Ich durfte noch mit dem Festnetztelefon im Büro meine Mutter anrufen und ihr mitteilen, dass ich in Comburg war. Wir machten auch sofort einen Besuchstermin aus. Obwohl ich in den ersten vier Wochen nicht in den Ausgang durfte, war es mir dennoch erlaubt, alle zwei Wochen Besuch zu empfangen. Ich bedankte mich bei Herrn Kuhn. „Der Reiniger bringt Ihnen noch Arbeiterklamotten. Dann gehen Sie morgen arbeiten“, informierte er mich noch, bevor ich das Büro verlassen konnte.

    Tarik und seine Truppe hatte sich wieder an die Arbeit gemacht und befand sich außerhalb des Hauses – so, wie es den Anschein machte, sogar ohne Aufsicht. Ich gesellte mich zu den übrig gebliebenen Häftlingen in dem Aufenthaltsraum. Es gab, wie üblich, übertriebene Geschichten, gelogene Geschichten, langweilige Geschichten – aber vor allem überdurchschnittlich viele Flüche. Doch alles in allem schienen die Häftlinge hier viel besser drauf zu sein, es herrschte zu keinem Zeitpunkt eine übermäßig deprimierte Stimmung, keiner hatte mit nur einem Wort seinen Anwalt erwähnt. Es herrschte Harmonie in diesem Haus. Nach einigen Stunden musste auch der letzte Häftling das Haus verlassen und im Stall arbeiten gehen. Zwei Stunden lang würde ich meine Ruhe haben, außer mir war nur der Reiniger da. Ich nutzte die Gelegenheit, um unter die Dusche zu springen. Mit meinem Handtuch und Shampoo in den Händen ging ich in Richtung Dusche, wobei ich dabei einen Umkleideraum durchqueren musste. Als ich mich im Umkleideraum befand, wurde mir plötzlich übel. Es war ein sehr intensiver Gestank von Fäkalien in der Luft. Wie konnte es in einer Umkleide nur so bestialisch stinken? Was war bloß in den Spinden drin? Schnell huschte ich in den Duschraum und zögerte keine Sekunde damit, das duftende Shampoo auf meinen Haaren zu verbreiten. Ich überlegte kurz, ob ich meine Unterhose ausziehen sollte, immerhin war niemand da. Während meiner ganzen Haftzeit hatte ich stets mit der Unterhose geduscht, doch so ganz traute ich mich dann doch nicht, mich komplett zu entblößen.

    Der Abend verging ruhig und mit dem Einschluss um 22:00 Uhr schlief ich auch sofort ein. Mit Bernd hatte ich keine großen Gemeinsamkeiten gefunden, weshalb sich unsere weiteren Gespräche in Grenzen hielten. Morgen würde mein erster Arbeitstag mit den Jungs anstehen, und ich war aufgeregt, was die nächsten Monate mit sich bringen würden.

    Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass meine Pläne, die ich in dieser Nacht schmiedete, sich sehr bald als für die Katz herausstellen würden.
    Geändert von Metal_Warrior (19.06.18 um 23:57 Uhr) Grund: Darum lieb ich alles was so grün ist...

  3. #428
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    Re: Mein Hafttagebuch

    Auch wenn das sicherlich gut für dich war, bin ich ein wenig enttäuscht, keine wirklichen Knastgeschichten mehr lesen zu können. Werde aber bis zum Schluss weiterlesen, versprochen.
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  4. #429

    Re: Mein Hafttagebuch

    Knastgeschichte ? ich würde mal eher sagen, Märchenbuch.
    die Realität sieht anders aus !

  5. #430
    Boardgrieche Avatar von Cybergreek
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    Re: Mein Hafttagebuch

    Zitat Zitat von xanadu Beitrag anzeigen
    Knastgeschichte ? ich würde mal eher sagen, Märchenbuch.
    die Realität sieht anders aus !
    Erzähl mehr von der Realität...

  6. #431
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    Re: Mein Hafttagebuch

    Zitat Zitat von Cybergreek Beitrag anzeigen
    Erzähl mehr von der Realität...
    Ich richte extra für ihn auch ein eigenes Topic ein... man kann nie genug von der Realität erfahren...
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    Das Ende ist nahe: Dem Harleyschen Kometen folgt der Gammablitz beim Scheißen.

  7. #432
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    Re: Mein Hafttagebuch

    Gibt Plenken Knast?
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  8. #433
    Hat sich hochgeschlafen-

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    Avatar von Chegwidden
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    Re: Mein Hafttagebuch

    Plenken und BeSure anblöken gibt Kruppstahldildo unpoliert und ohne Vaseline. Ist schlimmer, als nach Seife bücken. Kennt er. Aus der Realität
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  9. #434
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    Re: Mein Hafttagebuch

    @xanadu:

    Ich saß selber mal ein und kann sagen, daß BeSure mit Sicherheit keinen Mist schreibt. Was er schreibt, kann nur jemand wissen, der eben schonmal im Knast war.
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  10. #435

    Re: Mein Hafttagebuch

    Hallo Herr Ates wo sind sie denn?
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  11. #436
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    Re: Mein Hafttagebuch

    @T_Low_Benz:

    Nicht wieder im Knast :P

    Hatte die Webseite kurz aus dem Netz genommen, ist aber wieder online.
    Bezüglich neuer Kapitel dauert es wahrscheinlich noch ein wenig. Ich sitze aktuell an meiner Bachelor-Thesis.

  12. #437

    Re: Mein Hafttagebuch

    Also ich bin kein Student aber langsam.sollte ein neues Kapitel kommen schaue mittlerweile der Zeit wegen nur noch direkt hier rein und hoffe auf neues lass dir Zeit aber vergiss uns nicht

  13. #438
    Defender of Freedom

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    Avatar von Metal_Warrior
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    Re: Mein Hafttagebuch

    @T_Low_Benz: Wenn er grad seine Bachelorarbeit schreibt, wird das wahrscheinlich vor Oktober nix werden...
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  14. #439
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    Re: Mein Hafttagebuch

    Es gibt doch eine Benachrichtigungsmöglichkeit per Email für neue Posts. Da sind dann 10 Nachfragen vor einem neuen Kapitel dabei, aber verpassen tut man nix.
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  15. #440
    Cryptroll Avatar von Trolling Stone
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    Re: Mein Hafttagebuch

    Mir reicht das Kontrollzentrum.
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  16. #441
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    Re: Mein Hafttagebuch

    So wie ich es verstanden habe, kommt er momentan nur ins Board wegen dieses Threads. Da fällt das Kontrollzentrum weg. Wäre ja sogar ein Umweg.

  17. #442

    Re: Mein Hafttagebuch

    Na er hatte mal geschrieben, dass nachfragen ihn motiviert und er sich freut wenn er sieht das neue Kapitel erwartet werden. Das tue ich damit ja nur
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  18. #443
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    Re: Mein Hafttagebuch

    @Metal_Warrior:
    Ja, komme mit der Bachelorarbeit echt nicht hinterher. Habe/hatte echt nicht vor bis Oktober noch ein Kapitel zu schreiben.
    Aber jetzt hat es mich doch überkommen

    @T_Low_Benz:
    Haha, ja! Ich gebe Dir da total recht. Wahrscheinlich hab ich jetzt wieder ein neues Kapitel geschrieben, weil Du hier nachgefragt hast. Vielen Dank jedenfalls dafür! Das motiviert mich echt weiterhin noch!

    Kapitel 66 - Aus der Asche des Phoenix


    Spoiler: 


    Leider hatte ich in dieser Nacht nicht gut geschlafen. Zum einen befand ich mich in einer völlig neuen Umgebung und hatte mich noch nicht an das Zimmer gewöhnt, andererseits hatte Bernd die ganze Nacht hindurch geschnarcht und musste bereits um halb sechs aufstehen, da er im Stall arbeitete und früh auf der Matte stehen musste. Zudem hatte ich ständig die aufregenden Gedanken, was mich heute erwarten würde. Wenigstens konnte ich durch die Abwesenheit von Bernd in Ruhe mein Morgenritual vollziehen – auch, wenn die Tür die ganze Zeit offen war und sich von innen nicht abschließen ließ. Die Toilette war wieder in einer kleinen Kabine, die allerdings mit einer hauchdünnen Trennwand getrennt war, so dass sämtliche Gerüche und Geräusche locker in das Zimmer gelangen konnten. Etwas unangenehm war es schon, abermals die Arbeiterklamotten für Häftlinge zu tragen. Da durfte ich endlich mal wieder mehr Privatklamotten besitzen, und war doch gezwungen, den Tag in der Häftlingsgarderobe zu verbringen. Dies lag wohl daran, dass im Falle einer Flucht die Identifizierung des Flüchtigen in einer einheitlichen Tracht schneller vonstatten geht.
    Im Flur kam mir dann der angenehme Geruch von frischem, warmem Kaffee entgegen und erweckte in mir eine starke Lust darauf. Leider hatte ich weder einen Wasserkocher, noch löslichen Kaffee bei mir. Beides hatte ich meinen Häftlingskollegen in der geschlossenen Anstalt hinterlassen. Das Trio - bestehend aus Tarik, Luigi und Hassan - hatte sich wohl in einem der vielzähligen Zimmer des Bauernhauses, aus dem der wohlige Geruch zu mir zog, zum Kaffee versammelt. Zumindest konnte ich drei Stimmen aus dem Zimmer von Tarik ausmachen. Gerade, als ich mich zum Aufenthaltsraum in das untere Stockwerk begeben wollte, kam Tarik aus seinem Zimmer geschossen. Die Müdigkeit stand ihm ins Gesicht geschrieben, jedoch wusste er diese mit gestylter Haarpracht, einem in Form geschnittenen Bart und einer Wolke aus frischem Creme-Geruch gekonnt zu kompensieren: „Ah Emre, ich wollte gerade zu Dir. Hab‘ Wasser gekocht, hol deine Tasse und komm dann zu uns.“ Ich war extrem überrascht ob dieser Willkommensgeste. Gerade Tarik hätte ich das in der Form nicht zugetraut. Voller Vorfreude auf den Kaffee sprang ich in mein Zimmer, griff nach der roten Kaffeetasse, welche mir Kartal geschenkt hatte, und begab mich zu den Jungs. Für einen kurzen Moment schweiften meine Gedanken zu Kartal. Als ich ihn kennengelernt hatte, stand er unter „Besonderen Sicherheitsmaßnahmen“, weswegen ich lange Zeit sein einziger sozialer Kontakt war. Dementsprechend waren wir einander auch enger verbunden gewesen. Es war ein Paradoxon, dass er, so wie viele andere Häftlinge, so nett und freundlich war und man sie alle im Alltag wohl als sympathische Persönlichkeiten eingeschätzt hätte – doch im Endeffekt waren wir alle einmal kriminell gewesen bzw. viele sind es sicherlich noch immer. Mir gefiel der Gedanke, dass die „kriminelle Energie“ nur einen Teil des Menschen ausmachte, quasi eine Macke darstellte und keineswegs den Menschen insgesamt ausmachte. Zumindest erleichterte mich dieser Gedanke in der Hoffnung, dass mich die Gesellschaft künftig trotz meiner „Macke“ akzeptieren würde. Mir wurde bewusst, dass ich gar nicht mehr auf dem letzten Stand war, was die Verurteilung und Revision von Kartal betrafen. Es stimmte wohl wirklich: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Die Tasse erinnerte mich zwar kurz an Kartal, doch das war es dann auch wieder.
    Ich genoss den Kaffee mit den Jungs. Bis auf Luigi war der Rest am frühen Morgen noch nicht sehr redselig. Um acht Uhr würde uns Herr Kuhn zur Arbeit abholen. Luigi redete von deutschen Rappern, von „Haftbefehl“, aber auch von einem „Xatar“, der wohl wegen eines Goldraubs aktuell ebenfalls in Haft saß. Aber er war auch fasziniert von einem „Shindy“, der wohl die Szene, so sein O-Ton, „rasierte“. Von all diesen Künstlern hatte ich zuvor nichts gehört, denn bisher war für mich Deutsch-Rap eher etwas, worin Mütter, Schwestern, einfach Frauen im Allgemeinen beleidigt wurden. Damit konnte ich nichts anfangen. Luigi redete derart viel von der Rap-Szene, dass ich zu dem Schluss kam, dass er selber als Rapper groß rauskommen wollte. Das Image eines Rappers verkörperte er in meinen Augen durchaus, ich war gespannt, wie es wohl um sein künstlerisches Talent stand. Mir gefiel sein Schwärmen, denn auch ich war stets ein Träumer gewesen und verfolgte gerne große und unerreichbar scheinende Ziele. Ich war stets der Meinung, dass man seine Träume verfolgen sollte, bis einen die Realität einholt und wieder zurück auf den Teppich bringt. Von Tarik und Hassan hatte ich noch keine weiteren Informationen, doch würde uns noch genug Zeit bleiben, um einander besser kennenzulernen.
    Meinen Kaffee hatte ich genüsslich hinunter geschlürft und freute mich bei jedem Schluck auf den ersten richtig guten Kaffee, den ich mir in Freiheit gönnen würde. Wenn mir dieser lösliche Kaffee schon schmeckte, wie würde dann ein frisch gemahlener Kaffee mit feiner Crema schmecken? Es waren eben die kleinen Dinge, die einen glücklich machten. Das war ein positiver Nebeneffekt der Inhaftierung. Man – zumindest ging es mir so – begann, die kleinen Dinge im Leben wert zu schätzen. Herr Kuhn riss die Zimmertür auf und grüßte mit einem so lauten „Guten Morgen“, dass sogar der Schläfrigste unter uns davon hellwach wurde. Wir folgten Herrn Kuhn nach unten vor die Eingangstür, gingen schnell in die Umkleidekabine nebenan, um unsere Arbeitsschuhe anzuziehen, als mir wieder dieser widerliche Geruch in die Nase stieg: „Was ist das für ein scheiß Geruch?“, fragte ich in die Runde und verzog dabei angeekelt mein Gesicht. Hassan lachte: „Haha, was glaubst Du denn? Das ist von den Stallarbeitern. Deren Klamotten riechen so krank nach Scheiße. Du kannst echt von Glück reden, dass Du nicht im Stall arbeiten muss. Niemals würde ich dort arbeiten wollen.“ Die anderen beiden bestätigten dies nickend. Ich hätte niemals gedacht, dass Klamotten so extrem stinken können, auch wenn man im Stall arbeitete. Wie musste es dann erst im Stall stinken? Zu allem Überfluss teilte mir Luigi noch mit, dass die Arbeiter selbst ebenfalls total streng rochen und sich einige zwar dann zwei Mal am Tag nach jeder Schicht (morgens und abends je zwei Stunden) duschten, jedoch längst nicht alle sich die Mühe machten, dabei hygienische Sorgfalt walten zu lassen und er das ganz schön zum Kotzen finde. Ich wusste zwar noch nicht, welche Arbeit mich erwartete, aber es schien allemal besser zu sein, als die Arbeit im Stall.
    Herr Kuhn öffnete uns die Tür und ein Mann in „Arbeiterklamotten“ stand vor uns. Er war wohl auch Beamter, jedoch hauptsächlich auf dem Bauernhof tätig und ging keiner typischen Vollzugsbeamten-Tätigkeit nach. Ich war positiv überrascht, als er mich persönlich mit einem Handschlag begrüßte, sich als „Herr Steinhauer“ vorstellte und mich willkommen hieß. Mir gefiel es jetzt schon so gut, ich dachte, es könnte nicht besser werden. Doch dann teilte uns Herr Steinhauer mit, dass er mit dem Traktor aufs Land müsse und wir doch bitte „hoch“ zum Holzhacken sollen. Ich war verwirrt, während die Jungs sich schon schnurstracks, ganz alleine, ohne Aufsicht, ohne Beamten auf den Weg machten. Ich folgte ihnen mit zögernden Schritten, blieb jedoch ab und an stehen und fragte mich, ob das ein Trick ist. „Jungs, wartet mal, wartet mal.“ Die drei waren in ein Gespräch verwickelt und standen kurz vor einem Hügel und wollten diesen gerade hochlaufen, als ich total nervös stehen blieb und sie mich erwartungsvoll anblickten: „Äh, ähm, also, wir gehen jetzt einfach hoch, so ganz alleine?“ Die drei lachten und Luigi antwortete sofort: „Was denkst Du, wo Du hier bist, man? Wir gehen nur hoch zum Holz hacken. Komm mal runter.“ Auf dieses Wortspiel folgten noch etliche Witze über mich, wobei sie sich köstlich zu amüsieren schienen. Mich überwältigte die Situation jedoch sehr, mein Herz hatte schon lange nicht so wild gepocht, das Ganze kam völlig unerwartet, ich war total überfordert. Weiterhin langsamen Schrittes folgte ich den Jungs, als ein frischer Wind wehte, und sich rechts und links von uns Kühe befanden, die friedlich ihr Gras von den Feldern rupften. Der Sonne Strahlen begannen mein Gesicht zu erwärmen, während ich den weichen, moosigen Boden unter mir spürte. Dieses Gefühl war so unbeschreiblich, dass mich eine Gänsehaut überkam. Die Wärme der Sonne glitt von meiner Haut direkt in mein Herz, in meinem Magen kribbelte es und ich war kurz davor, eine Freudenträne zu verlieren. War dies das Gefühl von Freiheit? Hatte man mir wirklich die Ketten abgenommen und erlaubt, hier eigenständig hochzugehen, da…draußen? In der einen Minute war mein Kopf voller Fragen, voller Sorgen, ein reines Chaos, als würde er gleich explodieren. In der nächsten fühlte es sich so an, als wären all meine Gedanken implodiert und mein Kopf war plötzlich leer. Ich spürte nur noch die Freiheit und genoss den wohl wunderschönsten Augenblick meines Lebens, die wundervolle Aussicht. Ich fühlte mich wie neugeboren – wie ein Phoenix, welcher aus seiner Asche neu auferstanden war.
    Während ich all das durchmachte, liefen die drei Jungs unbeeindruckt weiter den Hügel hoch, sie hatten sich wohl schon an die Lage gewöhnt, oder sie nie als so intensiv empfunden. Ich rief den dreien zu: „Jungs, wartet auf mich!“ Ich grinste, während ich ihnen hinterherrannte. Es fühlte sich an, als würde ich in die Arme meiner Mutter laufen. Ja, irgendwie fühlte sich die Freiheit wie eine Mutter an, die ihren Sohn voller Liebe in ihre Arme schloss.
    Doch wie jede Mutter musste die Freiheit mich noch erziehen und mir zeigen, dass ich eben nicht all das machen kann, was ich möchte. Dass das Leben einem Grenzen setzt, Grenzen, die man nicht überschreiten sollte oder nicht überschreiten kann.

    Geändert von Metal_Warrior (30.08.18 um 13:49 Uhr) Grund: Wo war ich eigentlich beim Singen? Grün...?

  19. #444
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    Re: Mein Hafttagebuch

    @BeSure: Bist du bescheuert? Schreib die doofe Arbeit, Junge, und kümmer dich drum, dass du auch tatsächlich was aus dem Studium in der Birne behältst, nicht so wie die meisten anderen Heinis. Hinterher kannst du immer noch die Aasgeier hier befriedigen
    Für diesen Beitrag bedanken sich Cybergreek, U.S.C.H., KaPiTN, Nerephes
    GCM/IT/S/O d-(--) s+:- a? C++(+++) UL+++(++++)$ P L+++>++++ W++ w@$ M--$ PS+(++) PE(-) Y+(++) PGP++(+++) t+ 5(+) R* !tv b+(++++) DI(++) G++ e+>++++ h(--) y?
    Das Ende ist nahe: Dem Harleyschen Kometen folgt der Gammablitz beim Scheißen.

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