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Thema: Drogenpolitik

  1. #2351
    ♪♪♫♪♫♫♪ Avatar von KaPiTN
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    Re: Drogenpolitik

    Zitat Zitat von AN00BIS Beitrag anzeigen
    Es geht mir darum, dass ein Verboten nicht hilft, was man ja an dem genannten Beispiel Portugal gut sehen kann.
    Der Konsum bleibt gleich, ob illegal, legal oder entkriminalisiert.
    Es geht darum daß Portugal als Beispiel absolut untauglich ist.
    Zum einen hat hier der Konsum stark nachgelassen, so sank die Zahl derer, die Drogen genommen haben und sie dauernd konsumieren in der Altersstufe von 15-24 Jahren um fast 50%, also kein gleichbleibender Konsum, zum anderen daß die Entkriminalisierung nur ein Randaspekt des portugiesischen Kampfes gegen Drogenkonsum als Krankheit ist, wo der Staat sehr viel gesundheitspolitischen Aufwand betreibt, mit Aufklärung, Therapieangeboten und z.B. Drogensubstitutionsprogramme für Abhängige.

    Hier gilt eben nicht "legal, illegal scheißegal", sondern es wird aktiv gegen Drogenkonsum vorgegangen.
    J'irai pisser sur votre bombes
    You can educate a fool, but you cannot make him think

  2. #2352
    Pottblach™ Avatar von Bruder Mad
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    Re: Drogenpolitik

    @Seedy: Habe ich erst vor ein paar Wochen ausprobieren müssen. Großartige Unterschiede konnte ich nicht feststellen. Morgens der erste Kaffee nach wie üblich zu kurzer Nacht, der hat vielleicht etwas gefehlt, aber sonst?

  3. #2353

    Re: Drogenpolitik

    Also reden wir von Entkriminalisierung? Das hätte ich vor der ganzen Diskussion wissen müssen
    Für nachweisliche Konsumenten und die Verbesserung deren Lebensumstände bin ich uneingeschränkt dafür.
    Also ich argumentiere nicht für eine Entkriminalisierung, sondern für eine Legalisierung.
    Legalisierung bedeutet aber nicht zwingend, dass es frei erhältlich ist. Nehmen wir z.B. das allseits beliebte Ritalin. Legal, aber eben nicht unkontrolliert.

    führt uns in der Diskussion nicht wirklich weiter, denn das legitimiert am Schluss alles, was illegal erhältlich ist. Schusswaffen (ich schieß ja auf keinen), Atombomben (nur aus wissenschaftlichem Interesse), whatever.
    Um die Kirche nicht noch weiter vom Stadtkern zu entfernen lasse ich die Waffen mal aussen vor.
    Bleiben wir bei den BTMs. Wo ist der Unterschied zwischen Cannabis und LSD / H / MDMA usw.?
    Bei allen geht es in erster Linie um die Selbstgefährdung. Der Schutz der Umgebung ist da zweitrangig (sonst wäre der Alkoholverkauf prinzipiell zu verbieten).

    Aber Angel Dust nicht. Oder auch Meth.
    Mal angenommen, man würde sich vornehmen, alle prinzipiell pharmakoligisch vertretbaren Substanzen verschreibungsfähig machen: Könnte dies Angel Dust überhaupt betreffen? Phencyclidin ist (oder war es zumindest) als chemischer Kampfstoff eingestuft, daher : Eher nein.
    Bei Meth: Wieso nicht? Ich finde keine sinnvolle Begründung, die besser wäre als jene, die zum Verbot von Cannabis herhalten muss.
    Denn auch bei den ganzen Crystal-Meth "Abgestürzten" ist der weitaus grösste Teil des Horrors den Nebenprodukten geschuldet, die enthalten sind. Das Zeug ist, z.B. in den USA zugelassen und verschreibungsfähig (Desoxyn gegen ADHS ,Vicks Vapor Inhaler als Alternative zu Otriven). In Deutschland ist es ein verkehrsfähiges, aber nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel (seit 2008).

    Nur weil wir alle die Vorher/Nachher Bilder von Meth-Konsumenten vor Augen haben, hat das nicht wirklich was mit der Pharmakologie der Substanz zu tun.
    Das Verbot hat seine Ursache im Missbrauch, nicht in der Pharmakologie
    „Der zunehmende Missbrauch von Methamphetamin, in der Drogenszene als ‚Crystal‘ bezeichnet, macht eine Umstufung des Stoffes in die Anlage II des BtMG (verkehrs-, aber nicht verschreibungsfähige Betäubungsmittel) erforderlich.
    Daher frage ich mich schon, wie man auf der einen Seite eine wissenschaftlich fundierte Bewertung (die wohl die Legalisierung von Cannabis mit sich bringen würde) unterstützen würde,
    dies aber bei "härteren Drogen" fast schon kategorisch ablehnt.
    Für diesen Beitrag bedankt sich AN00BIS
    Gruß
    braegler

  4. #2354
    A.C.I.D

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    Avatar von Seedy
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    Re: Drogenpolitik

    @Bruder Mad:
    Dann bist anscheinend nicht anfällig dafür.
    Koffein ist auch ein starkes Suchtmittel.
    Wer regelmäßig größere Mengen zu sich nimmt, hat ähnliche Entzugserscheinungen wie Ex-Raucher.
    Elitär, bourgeois und amoralisch

  5. #2355
    Pottblach™ Avatar von Bruder Mad
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    Re: Drogenpolitik

    Wie gesagt, morgens nach dem Aufstehen "brauche" ich unter der Woche echt 'nen schwarzen Kaffee, um auf Touren zu kommen. Ohne fängt der Tag scheiße an.
    Liegt aber an den meist zu kurzen Nächten und ich bin eh erklärter Morgenmuffel.

  6. #2356

    Re: Drogenpolitik

    Zitat Zitat von braegler Beitrag anzeigen
    Bleiben wir bei den BTMs. Wo ist der Unterschied zwischen Cannabis und LSD / H / MDMA usw.?
    Bei allen geht es in erster Linie um die Selbstgefährdung. Der Schutz der Umgebung ist da zweitrangig (sonst wäre der Alkoholverkauf prinzipiell zu verbieten).

    Bei Meth: Wieso nicht? Ich finde keine sinnvolle Begründung, die besser wäre als jene, die zum Verbot von Cannabis herhalten muss.
    Denn auch bei den ganzen Crystal-Meth "Abgestürzten" ist der weitaus grösste Teil des Horrors den Nebenprodukten geschuldet, die enthalten sind. Das Zeug ist, z.B. in den USA zugelassen und verschreibungsfähig (Desoxyn gegen ADHS ,Vicks Vapor Inhaler als Alternative zu Otriven). In Deutschland ist es ein verkehrsfähiges, aber nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel (seit 2008).

    Nur weil wir alle die Vorher/Nachher Bilder von Meth-Konsumenten vor Augen haben, hat das nicht wirklich was mit der Pharmakologie der Substanz zu tun.
    Das Verbot hat seine Ursache im Missbrauch, nicht in der Pharmakologie

    Daher frage ich mich schon, wie man auf der einen Seite eine wissenschaftlich fundierte Bewertung (die wohl die Legalisierung von Cannabis mit sich bringen würde) unterstützen würde,
    dies aber bei "härteren Drogen" fast schon kategorisch ablehnt.
    Ich würde eher sagen, gegen eine "Legalisierung", was für mich gerade beudetet, klärt mich darüber auf falls ich falsch liege, dass der Besitz/das Herumtragen nicht mehr Strafrechtlich verfolgbar ist? Und somit das "Dealen" ja grünes Licht bekommen würde? Oder heißt es mehr, das so jemand schon noch "aus dem Verkehr gezogen werden kann", wenn die Person so etwas verkauft oder damit handelt?

    Ich weiß auch nicht ob es wirklich "sauberes" Crystal Meth gibt - welche seinen Konsumenten nicht absolut kaputt macht bzw. körperlich ruiniert.
    Und selbst wenn es das gibt, stellt sich mir die Frage, ob man mehr erlauben muß oder will, als wirklich "gesund" bzw. zu empfehlen wäre? Und wie die langfristigen Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuen sind bei heftigem Konsum.

    Ein generelles "wir sollten (alle) Drogen legalisieren", bin ich selbst nicht dafür - es gibt vielleicht den Unterschied harte und weiche Drogen - wenn es darum geht, das man in der Öffentlichkeit "ehrlicher" über eine Abhängigkeit sprechen kann, ohne in den Bau zu wandern und sich Betroffene wie auch Angehörige auch Hilfe suchen können (Polizei, Ärzte) - die dem Konsumenten helfen sich von eine möglichen Sucht zu befreien oder gegen "illegale" Kreise vorzugehen, ja.

    Aber nicht um den Verkauf industriell anzukurbeln oder es Salonfähig zu machen, das Drogen "cool" sind und "saubere Drogen" ja keine Schäden anrichten würden, letzteres glaube ich so nicht, wenn ich es so lese - und selbst wenn dem so wäre, was ist der Zweck davon alle möglichen "Optionen" zu bieten, als Staat?

    Wie gesagt, damit Leute damit offen umgehen können ja, aber es sollte nicht dazu anregen oder verführen, dass man einen Freifahrtschein bekommen würde, alles und in egal welchen Mengen zu konsumieren oder darauf angewiesen zu sein.

    Edit: Vor allem, sind die Konsumenten die Gewinner, ist die Gesellschaft Gewinner? Ich meine, überspitzt nicht, man muß "nur" Leben, arbeiten, vielleicht noch Kinder in die Welt setzen und dann still und heimlich sterben, ohne "Spaß zu haben". Aber ist die Frage.
    Geändert von theSplit (16.02.18 um 21:19 Uhr)
    Gruß theSplit
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  7. #2357

    Re: Drogenpolitik

    Ich würde eher sagen, gegen eine "Legalisierung", was für mich gerade beudetet, klärt mich darüber auf falls ich falsch liege, dass der Besitz/das Herumtragen nicht mehr Strafrechtlich verfolgbar ist? Und somit das "Dealen" ja grünes Licht bekommen würde? Oder heißt es mehr, das so jemand schon noch "aus dem Verkehr gezogen werden kann", wenn die Person so etwas verkauft oder damit handelt?
    Legalisierung heisst ja nicht automatisch das es frei verkäuflich ist.
    Unser BtmG kennt halt nicht nur verboten und legal, sondern ist deutlich feiner granuliert (verkehrsfähig vs. verschreibungsfähig).
    Nehmen wir als Beispiel Methylphenidat, den Wirkstoff von Ritalin:
    Gelistet in Anlage 3 des BtmG als "verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel".
    Um nun auf Deine Fragestellung zurück zu kommen: Was passiert mit jemandem, der erwischt wird, wie er mit Ritalin handelt ?
    Der bekommt die Macht des Staates zu spüren, da er, wie jeder andere Dealer auch, gegen §29 des BtmG verstossen hat und kann dafür bis zu 5 Jahre in den Bau wandern.

    Aber nicht um den Verkauf industriell anzukurbeln oder es Salonfähig zu machen, das Drogen "cool" sind und "saubere Drogen" ja keine Schäden anrichten würden, letzteres glaube ich so nicht, wenn ich es so lese - und selbst wenn dem so wäre, was ist der Zweck davon alle möglichen "Optionen" zu bieten, als Staat?
    Austrocknen des Schwarzmarktes und Konsumentenschutz, was in vielen Fällen auch den Schutz der Allgemeinheit unterstützt.
    Allerdings rede ich ja nicht davon, dass der Staat alle Substanzen anbieten soll.
    Wir befinden uns aber auf der anderen Seite der Medaille. Schau mal welche rechtlichen Hürden man bezwingen muss, wenn man Heroin-Junkies auch nur einen Raum zum Spritzen zu Verfügung stellen will.
    Prinzipiell kann man sich schon strafbar machen, wenn man einem Junkie sauberes Spritzbesteck gibt, wenn man davon ausgehen muss, dass er sich damit H injiziert.


    Wie gesagt, damit Leute damit offen umgehen können ja, aber es sollte nicht dazu anregen oder verführen, dass man einen Freifahrtschein bekommen würde, alles und in egal welchen Mengen zu konsumieren oder darauf angewiesen zu sein.
    Also braucht es die Legalisierung. Denn ohne diese kann man nicht offen damit umgehen ohne Spass von Seiten der Strafverfolgung fürchten zu müssen.
    Vor einigen Jahren wurden so kleine blaue Tabletten zugelassen. Pfizer hat es gefreut, und viele Männer die endlich mal wieder einen hoch kriegen können.
    Man hat die Zulassung vergeben und die Tabletten verschreibungsfähig gemacht.

    Fühltest Du Dich dadurch dazu verführt Dir nun irgendwelches Potenzmittel einzupfeiffen?

    Selbst wenn Du nach einer durchzechten Nacht mit Deiner Perle in der Kiste liegst und die Durchblutung nicht mehr passt, kommst Du i.d.R. auch nicht auf die Idee das grosse V zu schmeissen.
    Denn dafür müsstest Du zuerst zu einem Arzt, der Dir das Zeug verschreibt.

    Nachtrag:
    Stelle Dir selbst die Frage: Ist eine Drogensucht eine Krankheit oder eine Straftat.
    Für Straftaten ist die Staatsgewalt zuständig, für Krankheiten wohl eher nicht.
    Für diesen Beitrag bedanken sich AN00BIS, theSplit
    Geändert von braegler (17.02.18 um 09:42 Uhr)
    Gruß
    braegler

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