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Thema: Drogenpolitik

  1. #2051
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    Avatar von Seedy
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    Re: Drogenpolitik

    So eine Woche Eindhoven:
    Ich hab mir so als kleines Hobby projekt mal überlegt die Unterschiede und Auffälligkeiten auszuarbeiten.
    Daher schreib ich hier mal was ich so vom Coffeeshop System halte:

    Erstmal sollte man festhalten das Eindhoven zwar eine Internationale Universität hat, aber keine Touristenstadt ist.
    Die meisten Ausländer dort sind entweder geschäftlich dort, oder Dozenten/Studenten.

    Am ersten Tag habe ich meinen dortigen Freund von der Uni abgehohlt.
    Dabei war auffällig das keine der Studenten, wie hier üblich, nach der Klausur ein Bier aufgemacht hab.
    Eher gab es dort vereinzelt Kreise wo die Leute gequalmt haben.

    Von den Mengen hielt sich das auch in Grenzen.
    Die waren zwar alle etwas High, aber keiner hat sich in die nächste Welt geraucht.

    Das Kiffen in der Öffentlichkeit hielt sich ziemlich in Grenzen, nur abends hat man an den üblichen Spots ein paar Gruppen gesehen.
    Wieder nur Gras, kaum Alkohol.

    Die Coffeshops selber waren alle sehr ordentlich, waren in insgesamt 3 Stück.
    Alle Sauber, bei jedem wurde am Einlass der Ausweis kontrolliert. (also wirklich richtige Alterskontrolle, nicht einmal rüber schauen)
    Den einen haben sie sogar nicht Rein gelassen da auf seinem Dokument kein Alter stand (obwohl er ersichtlich über 18 war)

    Die Raucheräume sind sehr entspannend, ist sehr ruhig darin und bei den gehobeneren werden sie sogar alle paar Minuten mit frischer Luft vollgepumpt.
    Die Preise sind ähnlich wie hier auf der Straße. So zwischen 5-15 Euro pro Gramm (je nach Sorte) das meiste liegt jedoch so um die 10.

    Das Gras selber ist kein Vergleich:
    Die haben schöne Tafeln mir Sorten/Preisen/Stärken/Wirkungen.
    Da wird man nicht einfach high, man kann ziemlich gut dosieren welche Art von Rausch und wie Stark.
    Auch Beraten worden sind wir in allen 3 sehr ausgiebig und freundlich.

    Wenn jetzt noch das Problem mit der Belieferung lösen würde ich das für Deutschland definitiv empfehlen.
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  2. #2052
    Brillenschlange Avatar von Kenobi van Gin
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    Re: Drogenpolitik

    Ähnlich habe ich das auch in Utrecht erlebt.
    Dort wurde zwar das Alter nicht kontrolliert, allerdings bin ich auch deutlich sichtbar über 18. Der Laden dort war sehr gemütlich eingerichtet und auch, wenn wir nur to go gekauft haben, wirkte alles einladend, sauber, ordentlich und kein bisschen heruntergekommen oder so. Es sah aus wie eine übliche Studentenkneipe, Gäste haben Karten gespielt und dabei einen geraucht. Der Konsum von Tabak ist in den Niederlanden ja auch nochmal schärfer geregelt als hier, deshalb gab es in dem kleinen Laden dort auch getrennte Räume für den reinen und den gemischten Konsum.

    Utrecht ist auch keine besondere Touri-Stadt. Zwar sehr schön, aber eben auch eher ruhig, auch eine Uni-Stadt, soweit ich weiß.

    Das Problem für die Geschäfte ist, wie du schon sagst, die Beschaffung. Die Regelung dazu ist aber auch ein einziger Witz. Aber gut, bleibt nur zu hoffen, dass die Regierung dort da irgendwann mal einlenkt und sich nicht von den anderen EU-Regierungen weichkochen lässt, um Gras doch noch wieder komplett zu verbieten

  3. #2053
    ... und der Tag wird gut

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    Re: Drogenpolitik

    @Seedy: Schon cool wie du das so schilderst. Scheint ja alles kein Problem zu sein.

    Mehr wollte ich auch nicht sagen, vielleicht sollte ich da auch mal hin, um meine schillernde Phantasie anzuregen....

    Die Schilderung von dir empfinde ich jetzt aber nicht als schlimm, scheint ja sehr gesittet dort abzugehen. Und komisch, man vertraut lieber auf Gras als auf Alkohol.... würde mich persönlich zum Teil sehr freuen, wenn nur die Nebenwirkungen nicht währen - oder von denen man sagt, das sie da währen.
    Gruß theSplit
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  4. #2054
    Brillenschlange Avatar von Kenobi van Gin
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    Re: Drogenpolitik

    Zitat Zitat von theSplit Beitrag anzeigen
    [post=799571]man vertraut lieber auf Gras als auf Alkohol....
    Also ich persönlich habe das Gefühl, dass ich Gras für mich auch einfach besser dosieren kann als Alkohol. Jedenfalls habe ich von Gras noch nie gekotzt

    Zitat Zitat von theSplit Beitrag anzeigen
    [post=799571] wenn nur die Nebenwirkungen nicht währen - oder von denen man sagt, das sie da währen.
    Sag doch nochmal grade, welche du meinst.

  5. #2055

    Re: Drogenpolitik

    man vertraut lieber auf Gras als auf Alkohol
    Hatte erst vor ein paar Wochen eine nette (sehr spassige und kurzweilige) Unterhaltung mit einem Toxikologen.

    Mal auf Wesentliche reduziert:
    Die Wirkung von Alkohol beruht auf einer Vergiftungserscheinung. Alkohol stört den innerlichen Ablauf, unser Körper ist nicht auf Alkohol vorbereitet, hat keine entsprechenden Rezeptoren.
    Auch wenn bisher eher These als gesicherter Fakt, wird davon ausgegangen, dass sich Ethanol an den Zellmembranen zu schaffen macht und durch die Hemmung von GABA und NMDA Rezeptoren zur Auflösung der Mitochondrien-Membran beiträgt.
    Alkohol ist ein echtes Rausch-Gift (vielleicht ist dem einen oder anderen schon aufgefallen, dass man bei allen Wirkstoffen stets von Halbwertszeiten ausgeht, also ein exponentiell abnehmender Abbau stattfindet. Beim Alk, für den es keine wie auch immer erschöpfenden Rezeptoren gibt, erfolgt der Abbau in erster Linie durch Enzyme (Dehydrogenase) und ist daher fast schon linear).
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  6. #2056
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    Re: Drogenpolitik

    CBD-Zigaretten in der Schweiz. Na da bin ich mal gespannt, wie das weitergeht: http://www.20min.ch/schweiz/news/sto...s-ein-30308278

  7. #2057
    The REAL Cheshire Cat Avatar von TBow
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    Re: Drogenpolitik

    CBD Drogengift aus dem Supermarkt???
    Genau dieses Horrorszenario haben die Drogenverteufler immer an die Wand gemalt, wenn es um Legalisierung ging.
    Oh Gott, die hatten ja Recht.
    Geändert von TBow (13.07.17 um 08:47 Uhr)
    Danke Edward Snowden, DANKE!

  8. #2058
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    Re: Drogenpolitik

    Da steckt wirtschaftlich pervers viel Geld drin.
    Auch was Zubehör angeht.

    Ich hoffe nur, dass die Substanzregulierung(-en) hier besser ablaufen als in den USA.
    Diese krasse Kommerzialisierung sollte bei Substanzen die nicht Alkohol und Nikotin heißen finde ich besser gemacht werden.
    Also keine Werbung etc.

    Die Richtung ist aber deutlich finde ich, die WHO hat gerade erst zur Entkriminalisierung von Konsumenten aufgerufen.
    Das hilft denen die in der Jugend nur mal rumprobieren genau so weiter wie denen, die halt abhängig geworden sind.
    Und der Gesellschaft auch!
    Zumindest in meiner gar nicht so fernen Zukunft sterben viel weniger Menschen an unreinen/gepanschten Substanzen weil bei langsamer liberalisierung bspw. Drugchecking möglich wäre.
    Und niederschwellige Beratung und Suchthilfe!

    https://www.grow.de/drogenpolitik-ve...minalisierung/


    Die Grünen können mich übrigens mal: Bundesrat gegen Cannabis-Modellprojekte - Grüner Ministerpräsident aus Baden-Württemberg verweigert Zustimmung
    Beim GMM in Mainz hatte eine Lokalpolitikerin von den Grünen einen tollen Vortrag gehalten,
    in deren Parteiprogramm steht afaik auch was von Entkriminalisierung. Aber pfft. Bin mich aber noch am reinfuchsen was Politik angeht.
    Seit Anfang des Jahres probier ich mich ein bisschen in der Linken, da wird die gewünschte Entkriminalisierung von Konsumenten schon auf Seite 3 im Parteiprogramm erwähnt.
    Aber auch hier in meiner Stadt ist in der Partei ein jemand der unfassbar Faktenresistent ist.
    Aber der hat auch da wo es relevant ist nichts zu melden zum Glück.


    Hier noch was zu CBD, sogar das angstlösende CBD macht konservativen Politikern Angst:
    https://hanfjournal.de/2017/07/09/sc...-cbd-cannabis/

    Erinnert an den Spruch, das LSD insbesondere bei Menschen die es noch nie genommen haben Psychosen auslösen kann.

    Zur allgemeinen Debatte noch eine Maischberger Sendung mit Jenke, wobei ich seine Sendung nicht so gut fand, auch dort gabs viele Falschinfos bzw ungünstige Darstellungen die jetzt zwar keinen umbringen aber trotzdem ätzend sind. Der hat doch journalistischen Anspruch dachte ich, die Nacharbeitung im Blog von Henrik Jungaberle fand ich aber umso besser: http://henrikjungaberle.com/jenke-ni...lich-passiert/)
    http://www.businessinsider.de/jenke-...e-luege-2016-9

    Hier die Maischberger Sendung:
    http://www.ardmediathek.de/tv/Maisch...entId=41724870

    Wie Jenke da von seinem Trip erzählt ist schon goldig


    Weil ein bisschen Gruppenzwang (ok die Hormone sinds eher, hab da jemand kennen gelernt) hatte ich seit Samstag nach Jahren 2x wieder ein synthetisches, legales Cannabinoid mitgeraucht.
    Haut echt derbe rein, so dass ich teilweise schon zu viel gekriegt hab und nur liegen und Augen zu machen ging (dann wars aber relativ angenehm aber halt körperlich ganz schön intensiv) und löst wie bei denen die früher legal waren einen unfassbaren Drang weiter rauchen zu wollen aus. Das passiert spätestens nach den 30 Minuten Hauptwirkung.
    Davon gibts hier in meiner neuen Stadt echt ne Menge Konsumenten, wegen Preis und Legalität.

    Ich beiss mir rückblickend in den Arsch und werd so unerforschte Cannabinoide nie wieder anfassen, im Nachhinein hab ich mich nämlich nicht wie von Gras körperlich Bombe sondern leicht verkatert und vergiftet gefühlt. Meh.
    Und sowas nehmen die Leute nur weil Gras illegal ist.
    Und weil sie teilweise nix mehr vom Gras merken bei fortschreitender Gewöhnung.

    Davon sollte man echt die Finger lassen.
    Anderswo hatte auch mal jemand Gras und die meisten Cannabinoide mit Koks und Crack verglichen, ziemlich treffend wie ich finde.
    Für diesen Beitrag bedanken sich TBow, Kenobi van Gin
    Geändert von saddy (13.07.17 um 09:41 Uhr)

  9. #2059
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    Re: Drogenpolitik

    Zitat Zitat von saddy Beitrag anzeigen
    Erinnert an den Spruch, das LSD insbesondere bei Menschen die es noch nie genommen haben Psychosen auslösen kann.
    Dieser Satz .... dieser Satz...

    Muss ich jetzt LSD nehmen um keine Psychose zu bekommen, wenn ich LSD nehme?
    Bin ich sicher, wenn ich von meiner ersten Dosis keine Psychose habe?


    Nachtrag:
    War klar das es Kretschmann war, der soll sich endlich CDU Parteibuch abhohlen..
    Geändert von Seedy (13.07.17 um 11:20 Uhr)
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  10. #2060
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    Re: Drogenpolitik

    Zitat Zitat von saddy Beitrag anzeigen
    Und weil sie teilweise nix mehr vom Gras merken bei fortschreitender Gewöhnung.
    Das ist ja auch ein Stück weit Quatsch. Es gibt so viele verschiedene Strains mit so vielen verschiedenen Wirkstoffzusammensetzungen... (Es gibt ja nicht nur THC und CBD, gibt ja noch eine ganze Menge mehr Cannabinoide.) Wenn man zu einer Sorte eine gewisse Toleranz aufgebaut hat, kann man doch einfach eine andere nehmen
    Noch besser wäre es natürlich, gar nicht erst so eine krasse Toleranz zu entwickeln

  11. #2061
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    Re: Drogenpolitik

    Nee damit meine ich die Cannabinoid Konsumenten. Da hilft ne exotische Strain glaub ich auch nicht mehr weiter.
    THC ist ja nur Partialagonist, die synthetischen Cannabinoide sind (zumindest alle die mir auf Anhieb einfallen) Vollagonisten.

    Achtung Halbwissen aber das hab ich mir mal bildlich nach dem Schlüssel/Schloss Prinzip erklären lassen:

    Spoiler: 





    Die schwarzen Kreise sind die CB Rezeptoren.
    Links der grüne Kreis ist THC, das passt so zum Teil da drauf.
    Rechts das synthetische Cannabinoid, das passt da komplett drauf und wirkt dementsprechend stärker/anders.


    Wär cool falls braegler dazu noch was fachlich korrektes beisteuern kann, ich habs mir auch nur auf die Schnelle aus dem Gedächtnis gesaugt.
    Könnt mich da aber auch noch mal belesen, zumindest in der Theorie spannend ist das allemal.

    @Seedy:
    Das doofe ist ja, das mans vorher nicht wissen kann. Also ob man anfällig für Psychosen ist oder nicht.
    Gilt für Gras genauso wie für Psychedelika.
    Außer dass das Risiko statistisch sehr gering ist, aber das hilft jemanden der akut betroffen ist leider nicht weiter.

    LSD als Unterstützung zur Psychotherapie könnte sogar auch viel versprechend sein, wenn die Psychose durch zu viel Stress/Traumata ausgelöst wurde aber da würd ich definitiv von Experimenten absehen.
    Lieber auf die Forschung warten und dann ggf mit nem Therapeuten da ran gehen.

    Meine Experimente empfehle ich auch nicht weiter, ich war halt größenwahnsinnig genug und bin auch mal auf die Schnauze gefallen (was mich im Endeffekt aber immens weiter gebracht hat) und naja der Zug ist bei mir halt abgefahren.
    Keine Ahnung ob ich Glück oder doch ein bisschen die richtige Herangehensweise hatte.
    Aber bis auf einen dicken Knoten in meinem Schädel hab ich bald alle großen Baustellen überwunden, fühlt sich zumindest so an.
    Hat aber auch lang genug gedauert und mehr als genug Kraft gekostet.

    Psychotherapie musste trotzdem sein, weil ich bin ja auch nur irgendein Dödel ohne Studium und selbst mit diesem hätt dann in einigen Bereichen der nötige Abstand gefehlt.

    Also bevor jemand auf doofe Ideen kommt:
    Eine Psychose ist absolut kontraindiziert bei Cannabis/Psychedelika Konsum!

    Einzig das CBD Gras wäre eine Möglichkeit, für mich zumindest. CBD wirkt bei einigen Antipsychotisch, ob das massentauglich ist muss aber erst noch erforscht werden.

    Mindestens die Forschung sollte aber noch schneller voran gehen finde ich.

  12. #2062

    Re: Drogenpolitik

    Deine Erklärung ist, was die Agonisten betrifft schon nicht ganz falsch

    Ich versuche es mal sehr einfach zu beschreiben:
    Die Rezeptoren sind die Schlösser, die *agonisten (Voll, Partial, Ant) die passenden Schlüssel (bin schreibfaul und kürze ab).
    -Antagonisten (AA) passen ins Schloss und blockieren es (die kompetitive Art lässt sich durch "einfaches" Übersättigen mit Agonisten vertreiben und macht die Rezeptoren wieder empfänglich)
    -Vollagonisten (VA) passen ins Schloss, öffnen es und bringen Maximalwirkung
    -Partialagonisten (PA) passen ins Schloss, öffnen es, bringen aber eine reduzierte Wirkung, die sich auch durch höhere Dosen nicht steigern lässt(Deckeneffekt). Sie haben jedoch das Potential, VA von ihren Rezeptoren zu vertreiben und deren Position einzunehmen (was prinzipiell die Möglichkeit eröffnet, die Wirkung eines VA. durch die Gabe eines PA. zu reduzieren)


    Das Endocannabinoid-System ist leider, in weiten Teilen, noch immer ein Buch mit 7 Siegeln.
    Wir wissen (gesichert) bisher von der Existenz von 2 Cannabinoid-Rezeptoren (CB1 & CB2) und es werden weitere vermutet (GPRx).
    Die ganze Geschichte ist hochkomplex und sobald es ums Naturprodukt geht "Neuland" (was, wenn man sich die Schlüsselrolle des Endocannabinoid-Systems im Leibe bewusst wird, eine Schmach ist).
    Da haben wir Cannabidiol, das auch als Antagonist wirk (kompetitiv, auf CB1&2), dutzende Cannabinoide (von denen wir bei nicht wenigen weniger Detailkenntnis haben als über Ötzis Ableben) und unzählige Terpene.
    Die Forschung in diesem Bereich braucht sicher noch die eine oder andere Dekade.

    Meiner Erfahrung nach ist es durchaus möglich, sie bei Gewöhnung an einen Strain einem anderen zuzuwenden um wieder das Brett vor den Kopf geknallt zu bekommen.
    Für diesen Beitrag bedankt sich saddy
    Gruß
    braegler

  13. #2063
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    Re: Drogenpolitik

    Danke für die Aufklärung, oh man da komm ich mir noch dämlicher vor die synthetischen Cannbinoide je angefasst zu haben
    Aber bisher hab ich subjektiv und beim großen Blutbild keine sichtbaren Langzeitschäden davon getragen, aber für die Zukunft reiss ich mich definitiv zusammen auch wenns mir unter die Nase gehalten wird.

    Eigene Psyche auch nie außen vor lassen, ohne dezente Mutterproblematik wärs am Samstag gar nicht so weit gekommen glaub ich

  14. #2064

    Re: Drogenpolitik

    Versteh mich bitte nicht falsch: Die künstlichen sind deswegen nicht schädlicher, sie sind zum Teil potenter und können im Zweifelsfall am Rezeptor substituiert werden.
    Es kann leichter überdosiert werden aber sonst sehe ich eigentlich keine Probleme.
    Durch die mögliche Substitution eines VA durch ein PA wäre es aber möglich sich vom synthetischen mit natürlichem "runter zu rauchen", was ein interessantes Kopfkino meinerseits los tritt.

    Spoiler: 

    boaah, bin viel zu breit, reich mir mal die Bong


    --- [2017-07-13 19:28 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

    Hier noch eine Veröffentlichung, die man zu dieser ganzen Thematik mal gelesen haben sollte:
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/127598/Das-therapeutische-Potenzial-von-Cannabis-und-Cannabinoiden

    Daraus:
    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

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    Gruß
    braegler

  15. #2065
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    Re: Drogenpolitik


    Ich darf grad nicht weil ich bald noch mal in ne Tagesklinik geh wegen dem schlafen, wenn das nix hilft kiff ich auch wieder aber dann mit Privatrezept. Endlich bin ich dann kein Krimineller mehr.

    Bei den synthetischen Dingern bist du dir da echt so sicher?
    Die JWH Reihe z.B. wirkte ja noch relativ Cannabis ähnlich, aber die Neueren auf dem Markt wurden echt immer seltsamer.

    Wirkungstechnisch teilweise dissoziierend, bei Überdosen sind halt potenziell tödliche Krampfanfälle möglich.


    Das ab-chminaca war das was ich zuletzt probiert hatte vor besagtem Samstag, das war vor vor 2 1/2 Jahren ca.
    Bei dem wurde eine antibiotische Wirkung vermutet. Aber nicht wie Antibiotika vom Arzt nur gegen böse Bakterien wirksam scheinbar, sondern auch gegen die Guten. Speziell die im Magen.
    Ich hatte das ca. ne Woche am Stück geraucht und dann weggeschmissen (ca. 1/8 von dem 20€ Tütchen verbraucht erst).

    a) hab ich einen starken Drang immer weiter zu Rauchen verspürt der mir gruselig war
    b) total unreine Haut
    und vor allem c): Ein gefühlt total kaputter Magen!
    Nur Durchfall und nach 1 - 2 Stunden ohne Nahrungsaufnahme hatte ich immer starke Bauchschmerzen.

    Damals hatte ich dann auf gut Glück eine Kur mit Probiotika gemacht und subjektiv haben die das wieder gerichtet. Weiß nicht ob das ohne genau so schnell gegangen wäre.

    Auf jeden Fall stehen wegen dem NPSG noch viel exotischere Dinger an, zum Teil wohl Eigenkreationen der Chinesen und nicht wie bisher meistens Produkte aus Forschungen von Pharmafirmen.
    Ich rechne echt ein bisschen damit das den Leuten dann ein drittes Ei oder so wächst, gerade auch weil das Endocannabinoidsystem noch so unerforscht ist.

    Theoretisch echt spannend, aber in Zukunft bleib ich da lieber Zuschauer.


    Ein neues Opioid mit scheinbar 500x Potenz im Vergleich zu Morphin ist auch schon im Anmarsch.
    Das U4770 hat schon so viele in die Substitution oder den Tod getrieben.. sollen die doch einfach Opium oder so leichter verfügbar machen bevor sich Unbedarfte dann gleich so Dampfhammer bestellen.

  16. #2066
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    Re: Drogenpolitik

    U4770 hat laut Wikipedia eine 7,5-fach so starke Wirkung wie Morphin und gibts im Prinzip seit 1976. Wird aber wohl tatsächlich erst seit 2-3 Jahren entsprechend genutzt.

  17. #2067
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    Re: Drogenpolitik

    Klingt erst mal harmlos, aber die Leute die das ein paar Wochen am Stück genommen hatten sind dann mit 1g Straßenheroin kaum über den Tag gekommen im Anschluss.
    Und entweder die Substanz oder irgendwelche Verunreinigungen haben wohl sämtliche Schleimhäute mit denen es Kontakt gab zum Bluten gebracht.
    Und bei i.v. Konsumenten Adern nach 2 - 3 Schüssen unbrauchbar gemacht.
    Und trotzdem wurds weiter konsumiert, bin echt froh das ich mich da nicht reindenken kann. Für mich unvorstellbar

  18. #2068
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    Re: Drogenpolitik

    Hab vorhin nur ein paar "Reviews" dazu gelesen und da klangs nicht so irre schlimm. Die Todesfälle sind es davon ab aber natürlich in jedem Fall.
    Ist aber wohl sicher wiedermal eine eher ungünstige Entwicklung bei Konsumenten, die Ersatz oder Besseres suchen.

    Keine Ahnung, aber glaub, wirklich populär wird das nicht und ist mir auch mehr oder weniger gleich.

  19. #2069
    ... und der Tag wird gut

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    Re: Drogenpolitik

    @Kenobi van Gin: Sorry das ich erst heute antworte, habs echt nicht gesehen/gelesen. Gras oder Cannabis haben immer einen psychedelischen Faktor - das heißt, nicht jeder kann sich damit therapieren, bei manchen Menschen löst es auch Halluzinogene-Zustände aus, Wahnvorstellungen, Befremdung, Verängstigung, Schweißausbrüche aufgrund dessen und ähnliches.

    Das mag bei den meisten Menschen keinen Unterschied machen, bei manchen tut es das aber. Es wirkt "psychoaktiv". Bei anderen gar nicht, die sind einfach nur "breit" - was ja nicht schlimm ist. Aber wenn ein Mensch wegen etwas leidet, an einer Überdosis, von was auch immer, ist das erst mal schlimm.

    Deßhalb kann nicht jedem so ein "Zeug" verschrieben werden, sondern vielleicht nur ausgewählten Patienten, die auch sonst stabil im Leben stehen, nicht das diese durch die "Wunderkur" absacken und dauernd "stoned" rumhängen. Klingt doof, ist aber so. Außer es wird verantwortungsbewusst konsumiert, am Feierabend als, Therapie oder was auch immer.
    Gruß theSplit
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  20. #2070
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    Re: Drogenpolitik

    Psychedelisch meinst du Psychoaktiv ist grob alles was irgendwie im Hirn wirkt.
    Für diesen Beitrag bedankt sich HoneyBadger

  21. #2071
    ... und der Tag wird gut

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    Re: Drogenpolitik

    @saddy: Ja in der Tat, wobei, wenn ich da nochmal darüber nachdenke, wird ja bei medizinischem Cannabis ein relativ geringer THC Gehalt sein, irgendwer schrieb das ja auch mal hier im Thema - so dass der "Rauscheffekt" gar nicht so groß sein sollte, nicht wie bei Schwarzmarkt-Erzeugnissen.
    Gruß theSplit
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  22. #2072
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    Re: Drogenpolitik

    Nicht unbedingt, die meisten Sorten die ich mir angesehen hatte hatten nur THC und unter 1% CBD nur.
    Scherzpatienten bekommen die Sorten zum Beispiel.
    Ich suche was zum Schlafen und hab nur 2 verschiedene CBD Werte zur Auswahl gehabt trotz mehrerer Sorten.
    6:6 und das andere fällt mir grad ehrlich gesagt nicht ein. Editier ich noch.
    Und bei 6:6 wenn der Rest 20% oder halt 12% und aufwärts ist für 110€ (5g) dann gefühlt noch teurer und bei Verbrennung muss man mehr Pflanzenmaterial verbrennen also schädigt die Lunge mehr.

  23. #2073
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    Re: Drogenpolitik

    Zitat Zitat von theSplit Beitrag anzeigen
    Deßhalb kann nicht jedem so ein "Zeug" verschrieben werden, sondern vielleicht nur ausgewählten Patienten, die auch sonst stabil im Leben stehen
    Natürlich sollte der verschreibende Arzt immer im Blick haben, ob ein bestimmtes Medikament für den betroffenen Patienten geeignet ist. Da hast du schon Recht. Ich denke auch, dass die meisten Cannabis-Konsumenten und ernst zunehmenden Befürworter der Legalisierung Cannabis nicht als vollkommen harmlos und ungefährlich beschreiben würden. Die Liste der möglichen Nebenwirkungen kann einem aber auch bei heute schon standardmäßig verschriebenen Medikamenten ziemlich den Spaß verderben.

    Zitat Zitat von saddy Beitrag anzeigen
    und bei Verbrennung muss man mehr Pflanzenmaterial verbrennen also schädigt die Lunge mehr.
    Da hilft natürlich sonst auch oraler Konsum oder Vaporisieren

  24. #2074
    The REAL Cheshire Cat Avatar von TBow
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    Re: Drogenpolitik

    Der nächste US Bundesstaat entkriminalisiert Marijuana.

    New Hampshire Decriminalizes Marijuana!

    The bill, HB 640, will take effect in 60 days and make New Hampshire the 22nd state in the nation decriminalize marijuana. The state will also become the last of the New England states to eliminate the possibility of jail time for simple marijuana possession.

    https://cannabisnow.com/new-hampshir...zes-marijuana/
    Danke Edward Snowden, DANKE!

  25. #2075
    Avant Gardist

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    Avatar von Seedy
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    3

    Re: Drogenpolitik

    Eventuell wäre noch ein Ansatz um Ärzte zu überzeugen ihnen einfach mal ins bewustsein zu rufen was sie da sonst so verschreiben.
    Fentanyl, diverse Morphine, Lyrika. Das sind ja alles keine Spielzeuge.

    Also nicht mit dem Ansatz "ich will Cannabis", sondern mit dem Ansatz "lieber Cannabis als Heroin" daran zu gehen.
    Sex, Drugs and Ritalin

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