Das Leben ist nur noch eine Qual. Obwohl, nein, das ist selbst mitleidig. Gequält sind sicher eher andere.

Aber den Tag zu erleben und dann zu denken, dass geht jetzt noch 50 Jahre so weiter, das ist frustrierend . Ich will das nicht.
Aber ich mache es.
Ich kann ja nicht im Bett liegen. Ich muss funktionieren. Arbeiten. (Ehe)mann sein, Vater sein, Sohn sein, Freund sein...

Ich habe auch keine Angst vor dem Tod. Soll mich doch der Blitz beim Scheißen treffen. Bitte!

Aber dann, wenn ich nachts Druck in der Brust verspüre, vielleicht das, Herz vom Saufen und Rauchen, oder vielleicht einfach nur eine Verspannung oder der Magen und eine Gastritis strahlt aus, dann diese Panik:
Nein, nicht heute Nacht. Bitte, bitte nicht. Du darfst noch nicht sterben. Noch nicht. Nicht jetzt.

Nicht, dass ich Angst hätte vor dem Sterben. Aber ich werde gebraucht. Mein Tod würde großen Schaden anrichten. Ohne Anmaßung. Aber daraus kann ich keine Befriedigung ziehen, das motiviert mich nicht zum Leben. Das ist noch viel mehr Last.

Da ersehnt man sich den Tod für sich selber, aber fürchtet die Konsequenzen für andere.

Wenn man sich wenigstens für die Zwischensequenzen ausschalten könnte. Kein Grübeln in der Nacht oder auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Einfach nur erscheinen, wenn jemand etwas will. Wie so ein Holo-Doktor.

Vielleicht kann ich eines Tages egoistisch genug sein nur auf meine eigene Bedürfnisse zu schauen und selbst bestimmt das Herzleid und Fleischesleiden zu beenden