[Reisebericht] Tagestour nach Kiew

War-10-ck

střelec
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Nicht oft gibts die Möglichkeit ohne Urlaub zu nehmen mal eben ein anderes, für mich neues, Land zu bereisen. WizzAir bietet noch bis Ende März Flüge von Memmingen nach Kiew an; Samstag Morgen hin, Sonntag Morgen zurück. Das ganze für ca. 50€ mit Wizz Club Membership. Das ist nicht viel teurer als nach München zu fahren, auch wenns für die Umwelt scheiße ist. Also fix gebucht.
Zusammen mit einem ehemaligen Arbeitskollegen und meinem Bruder entschieden wir uns dazu, dass wir ein Hotel nicht wirklich brauchen, schlafen kann man auch am Flughafen, der Flug zurück geht eh recht früh. Damit war die Planung dann auch schon abgeschlossen.

Die Wettervorhersagt war grandios: Den ganzen Tag lang Regen bei ca. 3 °C. Kann man sich besser vorstellen, aber nun gut, lässt sich nicht ändern. So sollte es auch sein, dass wir am Flughafen von strömenden Regen begrüßt wurden. Zum Glück wechselte das Wetter recht häufig, so dass wir zwischenzeitlich auch immer mal wieder etwas Sonne für schönere Fotos hatten.
Vom Flughafen Schuljany (und auch sonst überall hin) ging es mit Uber zum Maidan. Das ganze kostete uns ca. etwas unter 3€, da kann man also nichts falsch machen. Einzig die ständige Suche nach Free Wifi hat dann irgendwann gestört, ansonsten coole Sache.

Maidan
Direkt zum Maidan konnten wir nicht gefahren werden, da die gesamte Straßre gesperrt war. Direkt am Unabhängikeitsplatz fand gerade eine Demo gegen die Korruption im Land statt. Viel Polizei in voller Montur und bei Weitem noch mehr Demonstranten unterwegs von denen wir uns so gut es ging fern hielten. Im Grunde nichts worüber man sich Gedanken machen müsste wenn man entsprechend Abstand hält. Generell war aber den ganzen Tag über sehr sehr viel Polizei unterwegs, die Teilweise Straßen sperrten und Gebäude stark sicherten.

Höhlenkloster

Viel Zeit hatten wir nicht, da eben nur ein Nachmittag + Abend zur Verfügung stand also entschieden wir uns das 2. Weltkriegsmuseum zu besuchen. Mit Uber ging es zu der bei Google gefundenen Adresse. Da sich das Höhlenkloster gleich daneben befand machten wir zuerst noch einen Abstecher dort hin. Auf Führungen hatten wir keine Lust also gingen wir einfach nur so umher und machten Fotos von den beeindruckenden Bauwerken mit den goldenen Türmen. Ist im Sommer bestimmt noch einmal um einiges schöner anzusehen wenn alles drumherum grün ist.

2. Weltkriegs Museum
Direkt neben dem Höhlenkloster befindet sich das Museum, das leider schon um 16:00 schließt. Jedoch findet man auch draußen noch einiges an Kriegsmaschinerie was interessant anzuschauen ist. Zudem befindet sich dort auch die Mutter-Heimat-Statue welche ein tolles Motiv abgibt. Sie wurde in der Sovjetzeit als Gedenken an den Sieg über Nazi-Deutschland erbaut. Nur ein kleiner Teil des Freilichtmuseums kostete 10 UAH eintritt (ca 30 Cent), lohnt sich also auf jeden Fall.

Essen
Unser Restaurant des Abends fanden wir durch Zufall auf dem Rückweg zu Fuß vom Museum zum Maidan. Eigentlich waren wir auf der Suche nach Free Wifi, da das Restaurant aber einen netten Eindruck machte und auch Karten auf Englisch anbot haben wir nicht lange gezögert.
Die Preise sind sehr human aber nicht spott billig. Die Portionen sind kleiner Gehalten. Für drei Personen mit je einer Vorspeise, ein bis zwei Hauptgerichten pro Person, Nachspeise, mehreren Getränken und sechs Vodka Shots und inckl Trinkgeld haben wir 50€ bezahlt. Geht also voll okay.
Für mich gab es Borscht und Golubtsi (sowas wie rumänische Sarmale, steh ich total drauf).

Wirklich etwas erwartet hab ich mir von Kiew nicht, im Grunde ging es mir nur darum die Stadt und das Land einmal schnell kennen zu lernen (und einen weiteren Stempel in den Pass zu bekommen :D). Im Nachhinein waren wir alle drei aber mehr als begeistert. Wirklich ein unterschätztes Land was viel mehr im touristischen Fokus stehen könnte und sollte. Die Menschen sind sehr nett (haben uns auch mit einigen auf der Straße unterhalten) und hin und wieder spricht auch jemand Englisch.
Nur habe ich gelernt, dass ich nie wieder am FLughafen schlafen werde, wenn ein Hostel für drei Personen nur 25€ kosten würde. Da werd ich dann doch zu alt für.
Die Kosten lagen am Ende bei 75 Euro pro Person. Da ist dann aber auch schon die Fahrt zum Flughafen in Deutschland, Essen, Uber, Getränke, Flug und sonst alles mit dabei.

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  • #3
Auf jeden Fall! Gerne auch noch in andere Städte in der Ukraine. Wobei mit Sicherheit auch in Kiew noch einiges an Zeit verbracht werden kann.
 
Ich finde es immer noch schade, dass ich von Chisinau es nicht nach Odessa geschafft habe. Die Stadt steht definitiv noch auf meiner Liste. Wie fandst du die Leute?
 
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  • #5
Offen und freundlich. Ich habe niemanden erlebt der irgendwie abweisend war. Mal abgesehen von den maskierten Demonstranten, die waren mir suspekt. Aber im Grunde war das ja auch alles ganz friedlich.
Auf der Straße sind wir dann auch von einem Ukrainer angesprochen worden, der uns beim Deutschsprechen gehört hat. Er hat selber einige Jahre in Deutschland studiert. Eine angenehme Atmosphäre dort.
 
Weißt du noch, wie das Restaurant hieß? Oder die Adresse? Die Menschen in Kiev fand ich damals auch freundlich, außer am Flughafen.
 
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  • #7
Das Restaurant hieß вапенична катюша
Flughafen war bei uns gar kein Problem, obwohl wir mehrmals darauf hingewiesen wurden, dass wir den falschen Ausgang nehmen wollten.
 
Aaah, danke. Von dem Restaurant habe ich bereits gehört.
 
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