Kulturhauptstädte 2019

LadyRavenous

in Schwarz
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Ich betrachte mir gerne die Kulturhauptstädte des Jahres, auch wenn ich erst später dorthin reise, aber sie sind meist lohnenswerte Ziele. Die Europäische Union zeichnete seit 1985 mehr als 50 Städte mi dem Titel aus. Zuletzt waren Pilsen, Mons, Breslau, Donostia-San Sebastián, Aarhus, Paphos, Valletta und Leeuwarden gewählt worden. Ziel der EU Fördermittel und der Präsentation der Stadt in dem Jahr ist es langfristig zur kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt beizutragen.
2019 wurden zwei Kulturhauptstädte ernannt: Plowdiw in Bulgarien und Matera in Italien. Von beiden habe ich zugegeben vorher noch nie was gehört.


Plowdiw, Bulgarien

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Plowdiw ist die zweitgrößte bulgarische Stadt mit antiker Vergangenheit. Thraker, Römer und Türken prägten die jahrtausendealte Geschichte der Stadt. An den Rändern der Stadt zeigt sich anscheinend sozialistische Bauten mit Wohnsilos, Paradestraßen und Monumentalplastik. Das historische Handwerkerviertel wurde dafür - bis vor wenigen Jahren aufgegeben - aufgemöbelt und als Bindeglied zwischen Altstadt und der längsten Einkaufszone Europas aufgebaut. Unter der Fußgängerzone liegt das 180 Meter lange römische Stadion aus dem zweiten Jahrhundert, welches durch viele Glasböden sichtbar ist. Andere Überbleibsel aus anderen Zeiten sind die bunt bemalten Trutzvillen der Händlerfamilien, wie das Balabanov-Haus, das römische Theater mit einst 7000 Sitzen und viele christliche, jüdische und muslimische Gotteshäuser. Direkt nach der Bulgarischen Befreiung von den Türken im Jahr 1878 wurden in Plowdiw das professionelle bulgarische Theater, der erste bulgarische Buchverlag und die erste Druckerei gegründet. Im antiken Theater werden immer noch Stücke aufgeführt.

Anreise:
mit dem Flugzeug nach Sofia, weiter mit Bus, Taxi oder Hoteltransfer (etwa 144 km entfernt vom Flughafen)



Matera, Italien

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Die an den Felsenhängen gelegene antike Höhlensiedlung mit rund 3000 Höhlenwohnungen, von Hand gegraben in den weichen Kalkstein Tuff, zählt bereits zum Weltkulturerbe. Dazu gibt es würfelförmige Bauten. Matera wurde vor rund 11.000 Jahren von ersten Nomaden aus der Murgecchia besiedelt, seitdem durchgängig bewohnt und zählt damit zu den ältesten Städten der Welt. Abgeschieden hausten rund 15.000 Menschen Anfang der 50er Jahren in den Höhlen. Matera galt als die nationale Schande. 1952 wurden die Sassi-Bewohner per Gesetz aus ihren Höhlen vertrieben und in neu errichtete Sozialwohnungen untergebracht. Die einstigen Bauern verloren damit alles. Die Höhlen sollten anschließend abgerissen werden, aber es bildete sich Widerstand. 1986 wurden die Menschen zurück in die Höhlen geholt. 1993 folgte dann der Unesco-Weltkulturerbetitel, auch wegen des alten komplexen Systems von Zisternen. Mit den Höhlen wurden neue Einnahmequellen geschaffen, wie in Form von Hotels und Spas.
Nach Florenz (1986), Bologna (2000) und Genua (2004) ist Matera die vierte italienische Kulturhauptstadt Europas.

Anreise:
mit dem Flugzeug nach Bari, von dort aus fahren Busse direkt nach Matera.
 
Matera kannte ich noch gar nicht. Schaut wirklich cool aus dort. Nur doof, dass es doch recht weit weg ist und man eher hin fliegen müsste. Also nichts für einen 3 Tages-Trip oder so.
 
> Matera, Italien
die Bauweise auf dem Bild erinnernt mich etwas an , ist typsich Mittelmeer.

Apropos Slowenien, war 2012 in Maribor, als die Stadt damals Kurlturhaupstadt war. Die Angebote waren schon gut gemacht, wir waren in einigen Ausstellungen. Damit es sich wirklich lohnt, sollte man sich aber schon für das Rahmeprogramm interessieren. Ist sicher auch von Stadt zu Stadt immer wieder etwas anderes.

 
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