[Netzwelt] AdBlock Plus: Axel Springer scheitert vor dem BGH

25381872413_01cd14530d_n.jpg Der Bundesgerichtshof hat eine Klage des Axel Springer Verlags gegen die Eyeo GmbH, Urheber von Adblock Plus, abgewiesen. Der Einsatz und der Vertrieb des Adblockers bleibt somit legal.
Des Weiteren ist auch das Geschäftsmodell einer Whitelist, auf die bestimmte Werbeanbieter gegen Bezahlung gesetzt werden, sofern sie gewisse Voraussetzungen erfüllen, erlaubt. Nach Auffassung des BGH betreibt die Eyeo GmbH damit weder unlauteren Wettbewerb noch eine rechtswidrige aggressive Geschäftspraxis.

Der Axel Springer Verlag hat keinerlei Ansprüche auf Unterlassung. Der Werbeblocker muss aktiv durch die Nutzer installiert werden, insofern liegt laut Auffassung des Gerichts keine Geschäftsbehinderung vor. Springer kann den Nutzern, die Adblock nutzen, den Zugang zu seinen Seiten verwehren.

Im Vorfeld erzielte der Springer Verlag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln einen Teilerfolg. Die Richter sahen zwar Werbefilter an sich als legal an, die Whitelist von Adblock Plus, durch die bestimmte Werbung gegen Bezahlung nicht blockiert wurde, jedoch als "aggressive geschäftliche Handlung". Der Bundesgerichtshof folgte dieser Auffassung nicht.


Bild: , via (CC BY 2.0)
Quelle:
 
Egal ob mit oder ohne Werbung, Ich habe mir einen Axel Springer Blocker installiert und besuche deren Seiten so oder so nicht.
 
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  • #4
Ich denke aber, Axel Springer ist hier ohnehin zweitrangig. Es geht hier generell um die Legalität eins Adblockers.
 
Ist aber der Axel Springer Verlag nicht die Hauptfigur hinter diesen Klagen? Ich meine gelesen zu haben das die, diese ganze anti-adblock Bewegung angetrieben haben.
 
es brauchte also das BGH um festzustellen, dass content-konsum freiwillig ist :confused:..
 
Das ganze ist sowieso Blödsinn, Ich kann doch selbst entscheiden was auf meinem Computer ausgeführt oder angezeigt wird. Ich nutze zum Beispiel meinen adblocker auch um andere Elemente zu blocken. Einige Websiten haben solche Bilder im Hintergrund die mir das Lesen erschweren, sowas wird sofort blockiert. Einige User haben schräge Avatare die ich nicht sehen möchte, das wird dann auch blockiert. Kann doch nicht sein das mir andere vorschreiben was ich zu sehen habe.
 
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  • #8
Das ganze ist sowieso Blödsinn, Ich kann doch selbst entscheiden was auf meinem Computer ausgeführt oder angezeigt wird.
Ja, und dank des Urteils des BGH kannst Du das auch künftig, da Adblocker damit nicht illegal sind und auch weiterhin angeboten werden dürfen. Ging hier zwar nur um eine Klage von Springer gegen den Betreiber von Adblock Plus, allerdings lässt sich das auch auf andere Adblocker ausweiten, haben ja alle das gleiche Prinzip.
 
Angenommen er wäre illegal.
Ich würde ihn trotzdem verwenden.
 
Angenommen er wäre illegal.
Ich würde ihn trotzdem verwenden.

Sagt sich so einfach. Aber wenn die "Abmahnindustrie" sich dann auf Adblock-User stürzen würd, wie z. B. vor einigen Jahren auf Bittorrent, dann sieht die Sache vielleicht auch anders aus.
Wenn es in den Medien die Runde macht, dass Leute abgemahnt wurden, würde sich die Masse sicherlich dreimal überlegen, einen Blocker zu verwenden.
 
Gesunder Menschenverstand vom BGH bestätigt....schön zu sehen wie der ASV scheitert. Geld scheint wohl doch nicht alles "in die richtigen Bahnen zu lenken"
 
Ich frage mich, was Axel Springer nun macht. Bisher siehts ja eher mau aus.
  • Die Leute bitten, ihren Adblocker auszuschalten? Bringt nix.
  • Die eigenen Seiten für Adblock-Nutzer sperren? Leicht zu umgehen.
  • Adblock-Anbieter vor Gericht bringen? Deutsche Richter sagen nein.

Allerdings basiert deren Geschäftsmodell nun mal auf Werbung. Und das werden sie nicht ändern. Ich glaube Axel Springer wird sich nicht so einfach geschlagen geben.
 
@Laui: uBlock Origin kriegt das sehr gut hin. Sperrt ein Anbieter eine Seite, bauchen die meist wenige Tage, dann kann man wieder normal drauf.
 
Sagt sich so einfach. Aber wenn die "Abmahnindustrie" sich dann auf Adblock-User stürzen würd, wie z. B. vor einigen Jahren auf Bittorrent, dann sieht die Sache vielleicht auch anders aus.

nein, so einfach geht das nicht.. es wurde der hersteller des plugins verklagt und der kern der klage war die whitelist gegen bezahlung, nicht das blocken von content (letzteres wurde afaik von jeder instanz als rechtmäßig bezeichnet).. um gegen user vorzugehen, müsste erst ein entsprechendes gesetz von der lobby geschrieben werden, denn kein einziger anklagepunkt gegen eyeo trifft auf die user von adblockern zu.. das ist zum letzten mal vor ~10 jahren passiert, als das downloaden verboten wurde, und mir ist kein einziger fall einer erfolgreichen zivilrechtlichen verfolgung nach diesem neuen gesetz bekannt (ob's das schmiergeld wirklich wert war?).. torrent-abmahnungen erfolgen ausschließlich fürs verbreiten, was schon verboten ist, seit es das urheberrecht gibt..

Ich frage mich, was Axel Springer nun macht. Bisher siehts ja eher mau aus.
  • Die Leute bitten, ihren Adblocker auszuschalten? Bringt nix.
  • Die eigenen Seiten für Adblock-Nutzer sperren? Leicht zu umgehen.
  • Adblock-Anbieter vor Gericht bringen? Deutsche Richter sagen nein.

axel springer geht es nicht um die wirkung, sondern um eine rechtfertigung.. der umsatz geht zurück, die aktionäre werden sauer, weil sie ihr geld in eine werbefirma statt in bitcoins investiert haben :D.. wenn axel springer vom gericht bestätigt bekommt, dass es die bösen adblocker sind, die für die schwindenden profite verantwortlich sind, und nicht etwa die gequirlte gülle, die sie "content" nennen, halten die aktionäre vielleicht für ein paar jahre die füße still bis man neue rechtsprechung kaufen und durchsetzen kann.. wenn dann trotzdem nicht mehr profit gemacht wird, überlegt man sich halt was anderes, vielleicht mehr titten..
 
um gegen user vorzugehen, müsste erst ein entsprechendes gesetz von der lobby geschrieben werden
Das wird wohl tatsächlich der nächste Schritt von Axel Springer sein. Lobbyarbeit, um Adblocker verbieten zu lassen. Ich bin gespannt.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich bin gespannt, welche rechtsgrundlage es nach diesem urteil dafür geben kann.. aber die TV-industrie wird das sicher freuen und die "keine werbung"-aufkleber an briefkästen hätten dann auch ausgedient :D..
 
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