[Technik] Unitymedia: Kunden sollen zu Hotspot-Betreibern werden

716px-Vienna_International_Airport_20091011_19.JPG Nach dem geplanten Wegfall der Störerhaftung erhofft sich Unitymedia zukünftig mehr Nachfrage nach Hotspots durch Geschäftskunden, beispielsweise durch Restaurants oder Cafés. Eine freie Nutzung der Hotspots sei aber auch ohne die Störerhaftung nicht möglich, da Betreiber großer öffentlicher WLAN-Netzwerke weiterhin dazu verpflichtet sind, sämtliche Nutzer zu registrieren. Unitymedia wünscht sich daher, dass dieses Gesetz ebenfalls noch überarbeitet und auch diese Hürde gelockert wird.

Auch die Kunden von Unitymedia können möglicherweise von einem flächendeckenden WLAN-Netz profitieren. Mit entsprechend konfigurierten Routern soll zukünftig ein jeder Unitymedia-Kunde ein eigenes Hotspot-Netzwerk -sogenannte "WiFiSpots"- zur Verfügung stellen, welche aber nur von registrierten Unitymedia-Kunden benutzt werden können. Bis zum Jahresende soll so ein Netzwerk mit bis zu 1,5 Millionen Hotspots entstehen.

Kunden, die keinen Hotspot zur Verfügung stellen möchten, können innerhalb von vier Wochen nach Ankündigung der Hotspot-Einrichtung widersprechen. Eine gesonderte Zustimmung wird nicht eingeholt. Im Kundencenter kann laut Unitymedia auch nach Ablauf der Frist der Hotspot weiterhin jederzeit deaktiviert und wieder aktiviert werden. Kunden, die keinen Hotspot zur Verfügung stellen möchten, erhalten auch keinen Zugriff auf die Hotspots anderer Kunden.

Die Bandbreite der Kunden soll durch den Hotspot-Betrieb nicht beeinträchtigt werden. Dem Kabelmodem wird ein zusätzlicher Down- und Upstream von 10 bzw. 1 MBit/s zugewiesen, welcher ausschließlich dem Hotspot zur Verfügung steht. Auch seien Heim- und Gastnetzwerk komplett voneinander getrennt.


Quelle: /
Bild:
 
Bei mir (Businessanschluss wegen IPv4) hatten die tatsaechlich WLAN aktiviert (hatte die Option nie gebucht, da ich nicht eingesehen hab 5€ im Monat zu zahlen). Habs wieder deaktiviert und ne Beschwerdemail geschrieben :D
 
So kann man natürlich auch die Routerfreiheit umgehen. Denn das Angebot mit der flächendeckenden freien WLAN-Nutzung gilt ja nur für Unitymedia-Kunden, die auch einen WLAN-Zugang anbieten, was nur funktioniert, wenn man deren Router nutzt.

Das ganze wird übrigens auch von der Bundesnetzagentur gerprüft, da diese WLAN-Aktivierung ja auch ohne aktive Zustimmung des Kunden erfolgt.
Die Bundesnetzagentur prüft inzwischen den Rollout der WLAN-Hotspots durch den Kabelnetzbetreiber. "Nach Rückmeldung durch Unitymedia wird die Bundesnetzagentur das weitere Vorgehen festlegen", sagte Behördensprecher Michael Reifenberg auf Anfrage von Golem.de
 
Das gleiche "Angebot" fährt UPC hier in .at auch. Könnte mich auch nicht an eine direkte Information seitens UPC erinnern, hab aber eventuell deren Infomail ungelesen gelöscht. Als ich aus der Zeitung davon erfahren hab, hab ich mir einen UPC Account angelegt und über das Kundencenter die Funktion problemlos deaktiviert.

Alleine hier wo ich gerade sitze, sehe ich drei Hotspots mit der ESSID UPC Wi-Free, in die ich mich mit meinen UPC Kundencenter-Zugangsdaten "einwählen" könnte, hätte ich selbst die Funktion an meinem Modem nicht deaktiviert. Vor einigen Jahren wär das ein tolles Feature gewesen, jetzt wo ich mein monatliches Datenguthaben vom mobilen Internet aber kaum aufbrauchen kann, brauch ich es eigentlich nicht (mehr).

Lässt man die Wi-Free Funktion aktiv, wird am Router ein zweites Netzwerk angeboten, das komplett von meinem privaten Netzwerk getrennt sein soll. Laut UPC wirkt sich der Traffic des Wi-Free Netzwerks weder auf meinen Datenverbrauch, noch auf meine maximale Geschwindigkeit aus. Dass ich die Geschwindigkeit, für die ich eigentlich bezahle, ohnehin nicht erreiche, ist ein anderes Kapitel.
 
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  • #6
Lässt man die Wi-Free Funktion aktiv, wird am Router ein zweites Netzwerk angeboten, das komplett von meinem privaten Netzwerk getrennt sein soll.
Ich bin da ja auch mal gespannt, wann der erste eine Lücke in der "Trennung" findet. Schließlich wäre es so wirklich sehr leicht, in das Heimnetzwerk einer bestimmten Zielperson einzudringen ohne großartig Spuren zu hinterlassen. Vor allem da in letzter Zeit in den Unitymedia-Routern . :beer:
 
@thom53281:

Yep. Deswegen habe ich nach der Benachrichtigung auch widersprochen. Wenn die für diese Hotspots getrennte Hardware zur Verfügung stellen würden, dann ja. So aber nicht, zumal laut den AGB der Sicherheitsaspekt unter Punkt 5 auf den Kunden abgewälzt wird.

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Das betrifft aber den WLan-Kunden, nicht den Routerkunden?
 
Das bezieht sich aber auf die Kunden, die das Angebot der verteilten Hotspots nutzen, nicht die Kunden, über die der Hotspot realisiert wird.
Generell lässt sich sagen, dass wird sich höchstwahrscheinlich durchsetzen und unitymedia wird nicht der einzige bleiben, die anbieter bereiten das schon seit mindestens 2 jahren vor. Mich stört ein wenig, dass damit die wenigen Frequenzen vollgeklatscht werden in den Innenstädten.
Gedacht ist das ganze mittelfristig als mobile offloading.
Gibts ein whitepaper das beschreibt, wie die Trennung stattfindet?
 
Schön, dann zahlen also Kunden die Infrastruktur, damit UnityMedia noch ein paar Euro mehr Umsatz machen kann. Herzlichen Glückwunsch und nein Danke. Dann bleibe ich lieber Teil des Freifunk-Netzes und spiele keinem Konzern mit meiner Gutmütigkeit zusätzliche Gewinne in die Tasche. :unknown:
 
@virtus:

Wieso mehr Umsatz? Es profitieren nur Unitymediakunden von den Hotspots und die sind für die, die daran Teilnehmen kostenlos.
An sich finde ich die Idee gar nicht schlecht. Es sollte nur getrennte Hardware dafür geben.
 
Das ist bei KabelDeutschland bzw jetzt Vodafone schon seit 2 Jahren oder so der Fall. Wenn man das bei sich zuhause aktiviert, kann man dafür überall kostenlos die Hotspots verwenden. Es wird ausserdem eine getrennte Verbindung extra dafür aufgebaut und es geht nur mit der offiziellen FritzBox. Hab das aber trotzdem nie mitgemacht.
 
Nein, es wird ein weiteres Funknetz aufgebaut. Ist auch nicht in den Einstellungen für den Kunden zu sehen. Das Gastnetzwerk ist trotzdem verfügbar.

Aus den Vodafone FAQ:

Du bist mit Deiner HomeBox FRITZ!Box 6490 automatisch Teilnehmer am Homespot-Service. Auf Wunsch kannst Du den Homespot-Service jederzeit im Kundenportal unter „Interneteinstellungen“ abwählen.
 
Na, da bin ich ja mal gespannt... Wusste gar nicht, dass die Fritte das überhaupt kann. Zumindest nicht die schon betagte 6360 hier...
 
Soweit ich das in Erinnerung habe, sollte das bei der 6360 auch mal kommen, aber auf Kosten des Gastnetzwerkes. Wurde aber nie gemacht.
 
Das ist bei KabelDeutschland bzw jetzt Vodafone schon seit 2 Jahren oder so der Fall. Wenn man das bei sich zuhause aktiviert, kann man dafür überall kostenlos die Hotspots verwenden. Es wird ausserdem eine getrennte Verbindung extra dafür aufgebaut und es geht nur mit der offiziellen FritzBox. Hab das aber trotzdem nie mitgemacht.

Allerdings verdient sich hier Kabel Deutschland/Vodafone ne goldene Nase und lässt sich das für knapp 20 Euro fürstlich belohnen wenn man als nicht Kunde das nutzen möchte

 
Oh. Die kassieren auch bei den Kunden. In dem Fall geb ich Virtus recht. Für das bereitstellen der Infrastruktur dann auch noch bezahlen? :rolleyes:
 
Er hat ja einen Nutzen davon, nämlich Zugang zu tausenden Hotspots.
Ich seh daher kein Problem, außer eben im Zweifelsfall das besetzen von Frequenzen. Die technische Umsetzung wäre halt interessant.
Aber dass die böse unity jetzt wieder was böses getan hat... das seh ich irgendwie nicht. Es ist ein zusätzlicher, kostenloser, optionaler Service.
 
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