Konventionen beim Telefongespräch

epiphora

aus Plastik
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Hi,

egal wen ich anrufe, ständig passiert es mir, dass wir gleichzeitig sprechen. Und das beginnt meistens schon beim Gruß. Meistens läuft es so in der Art ab:

Gegenüber:Ja hallo, hier ist X?Guten Tag, Herr epiphora
Ich:Hallo, epiphora hier,ich wollte mal ...

"Guten Tag, Herr epiphora" und "ich wollte mal ..." werden in diesem Beispiel gleichzeitig gesagt. Ist natürlich nicht fatal, aber je nachdem, wen man anruft, versucht man natürlich schon, sowas zu vermeiden. Wenn ich mit Absicht eine Pause lasse, nachdem ich meinen eigenen Namen genannt habe, herrscht meistens einige Sekunden Stille (was für ein Telefonat schon ziemlich viel ist), weil der Angerufene oft nicht erwartet, dass er an dieser Stelle zu Wort kommt. Wenn ich die Pause nicht lasse, dann kollidieren unsere Sprechzeiten halt häufig.

Gibt es dazu irgendwas in der Knigge?

Passiert euch das auch so häufig wie mir und wenn nein - was tut ihr, um es zu vermeiden?

Liebe Grüße.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jap passiert mir auch häufiger.

Wenn ich meinen Gesprächspartner gut kenne, weiß ich schon ob er mich nochmal namentlich begrüßt, nachdem er seinen Namen gesagt hat oder nicht.

Entsprechend lasse ich eine Pause oder nicht.

Wenn ich den angerufenen noch nicht so gut oder garnicht kenne, lasse ich meist keine Pause, da die meisten meinen Namen noch nicht so sicher "verstanden" haben, dass sie direkt mit "Hallo Herr Nerephes" antworten.

Generell halte ich es bei "Überschneidungen" immer so:

- Wenn ich mit einem Kunden telefoniere und wir sprechen gleichzeitig, nutze ich die entstehende Pause um "oh, verzeihen Sie bitte" zu sagen und lasse ihn dann reden
- Wenn ich mit Lieferanten telefoniere bin ich Kunde, dann darf ich zuerst sprechen :D

Generell versuche ich sowas immer durch Freundlichkeit (also eher fröhlich als so trocken höflich) aufzulockern und zu entspannen, dann entstehen diese peinlichen Pausen meist nicht weil der andere sich wohl fühlt.

Wenn ich weiß das mein Gesprächspartner sauer oder "verschroben" (jeder kennt so unangenehme Leute, die ein wenig seltsam sind) ist, bin ich meist sehr betont höflich und warte meist einen moment um sicher zu gehen, dass jetzt ich reden darf :D
 
Anstatt dem "hallo, epiphora hier, ich wollte mal ..." sage ich (zumindest wenn ich beruflich jemand anrufe) meistens "hallo, epiphora hier, wie geht es Ihnen?".

Dadurch umschifft man zum einen das von dir geschilderte Problem und hat zum anderen einen höflicheren Einstieg.
 
Das Gespräch mit ner Frage ("wie geht es Ihnen?") zu beginnen, ist ne sehr gute Idee und dürfte Abhilfe schaffen. Ist sowieso ne Standardfloskel die ich am Telefon selbst häufig höre aber wenig benutze ;) Ansonsten eingangs vielleicht sehr langsam und gedehnt sprechen um kurz abzuwarten ob die Person am anderen Ende der Leitung dazwischenfunkt oder einem den Raum zum Reden lässt.
 
Mhm...mir passiert das eigentlich ziemlich selten. Ich muss mal überlegen, wie ich das mache. Ich glaube, ich lasse normalerweise auch keine Pause. Beziehungsweise wenn ich geschäftlich wo anrufe (also in dem Sinne: ich rufe bei einem Geschäft, z.B. Bank, an), dann hole ich einfach immer Luft, nachdem ich meinen Namen gesagt habe. Wenn das gegenüber Guten Tag sagt, dann reicht das ja meist schon als Pause.
 
Ich beantworte die meisten privaten Anrufe mit "Ja?" und geschäftlich warte ich immer, bis der Angerufene oder der Anrufende ausgesprochen hat. Wenn es um ein dringendes Anliegen geht, lasse ich mich garnicht erst irritieren, wenn mir jemand ins Wort fällt. :unknown:
 
Mache ich ähnlich wie HSA, bei privaten Gesprächen sieht man in der Regel die Nummer, erkenne ich sie antworte ich mit einem Gruß " Hi / Hallo wie gehts? Grüß dich! oder anderen Grußformeln, ansonsten mit "poesie noire - guten Tag". Als Anrufer warte ich auch immer bis der Angerufene geantwortet hat, als Angerufener antworte ich gleich.


p n
 
Wenn ich anrufe:
Privat: (Angerufener meldet sich), Ich: "was geht aaaaab?"
Geschäftlich: (Angerufener meldet sich), Ich: "Ja hallo Hier ist cavin von der Firma Cavinrocks Enterprises, es geht um folgendes: *Anliegen einfügen*.

Ich sage also gleich im Anschluss an meinen Namen den Grund meines Anrufes, um nicht erst abzuwarten ob ich begrüßt werde oder ob eine Pause entsteht.

Wenn ich angerufen werde:
Privat: "Ey *Name des Freundes*, was geht aaaaaab?" (wenn Nummer angezeigt wird).
Geschäftlich: "Cavin, Firma Cavinrocks Enterprises." Anrufer nennt mit Namen, wenn er eine Pause macht, sage ich "Herr/Frau xyz, ich grüße Sie, was kann ich für Sie tun".
Wenn er/sie gleich loslegt was er/sie will, auch recht. Meistens legen sie gleich los.
 
So, wie es poesie noire sagt.

Ich muss mal überlegen, wie ich das mache. Ich glaube, ich lasse normalerweise auch keine Pause. Beziehungsweise wenn ich geschäftlich wo anrufe ..., dann hole ich einfach immer Luft, nachdem ich meinen Namen gesagt habe.

Das machen bei mir meist die anderen. Ganz tief und laut. :D
 
@NoName1954: Das muss ja auch nicht unbedingt sein ;)
Ich meine nur. So entsteht eine kurze natürlich Pause, in der der Angerufene im Bedarfsfall was sagen kann, es fällt aber auch nicht weiter auf, wenn ers nicht tut.
 
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  • #11
"hallo, epiphora hier, wie geht es Ihnen?"

Die Frage werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. Sollte wirklich eine gute Abhilfe sein. Lässt sich natürlich nur machen, wenn ich das Gegenüber schon ein bisschen kenne. Oder fragst Du das die Leute auch, wenn Du das erste mal mit ihnen sprichst? :D

Beziehungsweise wenn ich geschäftlich wo anrufe (also in dem Sinne: ich rufe bei einem Geschäft, z.B. Bank, an), dann hole ich einfach immer Luft, nachdem ich meinen Namen gesagt habe.

Das habe ich immerhin ein mal probiert, da sind wir uns dann nach dem Luft holen ins Wort gefallen. :D Kann aber auch ein Einzelfall gewesen sein. Oder ich habe zu lange Luft geholt, sodass mein Gegenüber dachte, es wäre eine Aufforderung zum Sprechen. :p
 
Meist sind es ja berufliche oder sonstige Anrufe bei denen so etwas unangenehm oder störend ist.
Wenn ich anrufe, dann meistens:
*Guten Tag, hier ist Admiral Chegwidden, ich rufe an wegen meiner bestellten Fregatten, hätten Sie einen Augenblick Zeit?*

Das Gegenüber hat dann die Möglichkeit sich kurz darauf einzustellen, das zu bejahen und ich kann loslegen.
Oder man sagt mir, dass es gerade ungünstig ist und nennt mir einen anderen Termin.

Mit ein wenig Übung kann man auch die Willy Brandt-Nummer geben: die Pausen mitten im Satz machen.
*Das ist aber heute ein..................schönes Wetter, also sollten wir die Möglichkeit nutzen um ins.....................Schwimmbad zu gehen, nicht wahr?*

Und wenn das Gespräch zu durcheinander wird, dann beim telefonieren aufstehen und in einen Spiegel schauen. (Hört sich blöd an, hilft aber ;) )
 
Ist mir noch nie aufgefallen ob mir jemand ins Wort fällt. :confused: Aber wahrscheinlich liegt das daran das ich,ähnlich wie cavin, die anderen gar nicht erst zu Wort kommen lasse :p

Wenn ich in der Arbeit angerufen werde, melde ich mich brav mit "DKZN badboyoli Grüß Gott" und warte danach brav was der Anrufer von mir will.

Wenn ich jemanden von der Arbeit aus anrufe, warte ich brav ab wer dran ist dann läufts im Prinzip genauso. Also "DKZN badboyoli Grüß Gott" anschließend sag ich gleich was ich will.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe das Problem irgendwie nicht. Ich antworte bei allen Anrufen entweder mit meinem Namen oder Ja oder Hi, dann lasse ich erstmal den Anrufenden aussprechen.

Bei Freunden dann auch nur, "Hi, na etc." und warte dann brav, was er oder sie zu sagen hat.
 
Ich würd's auch so machen wie i_like_ike gesagt hat. Statt "Hallo, epiphora hier, ich wollte mal..." einfach "Hallo, epiphora hier, guten Tag." sagen. Dann weiß dein Gegenüber sofort, dass er wieder an der Reihe ist, wird dann sowas sagen wie "Wie kann ich ihnen helfen?" und dann kannst du loslegen mit "Ich wollte mal..." So halte ich das wärend der Arbeitszeit auch. Manchmal fällt man sich dann trotzdem noch ins Wort, aber das kann ja auch ganz witzig sein. Bei Freunden/Familie hat man ja eigentlich so seine Reihenfolge - entweder redet einer von Anfang an und der andere sagt immer nur "Hm... ja.... hm hm... auf jeden Fall... hm.... sicher.... hm hm... ja" oder man fällt sich einfach ins Wort. Dafür sind Freunde da.
 
Da fällt mir übrigens ne gute Freundin ein und deren Freund. Wenn ich davon wen anrufe, dann fallen wir uns fast immer ins Wort. Ich bin eher gewohnt, immer gleich zur Sache zu kommen (also am Telefon jetzt). Die beiden fangen aber meist erstmal mit sowas an wie "na, wie gehts?"oder so. Spannende Sache :D

Aber inzwischen stelle ich mich bei den beiden darauf ein, dass man erstmal ein bisschen smalltalkt.
 
Moin,
damals beim betrieblichen Lehrgang "Richtig Telefonieren für Dummis" lief das so ab: Anruf annehmen: "Guten Tag, Firma Schlagmichtot, mein Name ist Nichtsoschön, was kann ich für Sie tun?"
Danach konnte der Anrufer ganz gemütlich sein Anliegen vortragen.

Bei privaten Anrufen gibt's eigentlich keine genormte Vorgehensweise.
 
Ja, das "Phänonem" ist mir auch bekannt. Absichtlich eine Pause einzulegen und abzuwarten, ob etwas von der anderen Seite kommt um ein "ins Wort fallen" zu verhindern ist eher schlecht. Wie du schon schriebst, rechnet der Angerufene oft nicht damit zu Wort zu kommen. Durch eine Gesprächspause gerät er allerdings in Zugzwang etwas zu sagen. Du als Anrufer wirst aber auch irgendwann etwas sagen, wenn nichts kommt. Folge: Ihr fallt euch wieder ins Wort, die vorhergehende Pause macht es aber doch noch unangenehmer/seltsamer.

Bei geschäftlichen Telefonaten handhabe ich das ungefähr so: "Schönen guten Tag, mein Name ist Monty von xy. Ich rufe an, weil yz". Eine Pause lasse ich nicht. Private laufen unterschiedlich ab (je nachdem wer dran ist variiert die Begrüßung zwischen "Tach" und "was willst du denn schon wieder?"). Vollständig verhindern kann man das aber denke ich auch durch die Vermeidung von Pausen nicht. Den Angerufenen nicht schon im Vorfeld durch eine Pause zu "nötigen" die Initiative zu ergreifen halte ich aber für den richtigen Weg. Umgekehrt erwarte ich als Angerufener aber auch, dass der Anrufer direkt rausrückt wer er ist und was er möchte.

Passt vielleicht nicht ganz, aber:
Was ich bei Telefonaten bei denen ich Anrufer bin (in diesem Fall i.d.R. Privatkunden) übrigens hin und wieder mal beobachte und mich richtig aufregt, ist das sie den Hörer abnehmen und dann nichts sagen - nicht einmal "Ja?" oder "Hallo". In meinem Fall hat der Kunde sich im Vorfeld bei uns gemeldet, weil er Support benötigt und ich rufe später zurück. Ich erkläre mir das so, dass er halt mit meiner Rufnummer nichts anfangen kann. In solchen Fällen bin ich inzwischen dazu übergegangen das ganze auszusitzen und auch einfach mal 10 Sekunden zu warten. Die meisten sagen dann doch noch was, manche legen aber tatsächlich auch irgendwann auf.
 
Als Angerufener melde ich mich gewöhnlich zuerst mit Namen und Begrüßung. Da ich hier das Gespräch annehme bin ich in der Regel um wenige Sekundenbruchteile "schneller", als der Anrufer und komme mit der Vorstellung zuerst durch. Danach kann der Anrufende sich vorstellen und sein Anliegen darlegen, sofern er mit mir sprechen möchte.
Als Anrufer verhalte ich mich natürlich entsprechend umgekehrt, da warte ich ab, bis der Angerufene sich vorgestellt hat und fange dann erst an zu sprechen.


Das Vorstellen sieht gewöhnlich so aus, bzw so erlebe ich das auch immer wieder:

Privat:
  • <Name>, <Begrüßung>

Geschäftlich:
  • <Unternehmen>, <Name>, <Begrüßung>
  • Guten Tag, <Unternehmen>, Sie sprechen mit <Name>, was kann ich für Sie tun?


Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir da noch nie so wirklich Gedanken gemacht habe. Das ergibt sich doch irgendwie immer aus dem Gespräch.
 
Wenn mein "Gegenüber" gleichzeitig mit mir zu brabbeln anfängt, warte ich immer einen Moment und lass den armen Kerl ausreden.
Meist macht er es dann genauso und das Timing stimmt wieder.

Ich hasse es aber, wenn ich meinen Satz aufsage "Guten Tag, hier ist Firma X, Herr Y" und ich schon beim Firmennamen unterbrochen werde.
Später kommen dann immer so Kommentare wie "Wie war nochmal der Name/die Firma, habs leider nicht verstanden"
 
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